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Alle Labenze
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Was ist ein Labenz? Suche Neues Labenz vorschlagen Trivia Kontakt Feed
- Aach, das
- Befriedigung ob des erfolgreichen Versuchs, im Telefonbuch ganz vorne zu stehen, die bald durch die Enttäuschung überschattet wird, dass all diejenigen anrufen, von denen man nie angerufen werden wollte.
Günter
- Aalbude, die
- Von Reichen extra für Gegenstände, die sie nie benutzt haben und nie benutzen werden, hinzugemietete Wohnung.
- Aalkasten, der
- Eine Schublade oder sonstiges Möbelstück, in dem man seit Jahren dieselben Gegenstände aufbewahrt, die man nie benutzt hat und nie benutzen wird.
- Aalkastenfließ, der
- Zustand, in dem sich ein Zimmer befindet, das allmählich nur noch aus → Aalkästen besteht.
- Aalkistensee, der
- Ort, an dem man den Inhalt seiner → Aalkästen schließlich (illegal) entsorgt.
- Aawangen, die
- Kleinkinderpo nach der Entfernung der Pampers, stinken zwar, werden von der Mama aber trotzdem heiß geliebt.
Sigi T.
- Abentheuer, die
- Die aberwitzige Summe Geldes, die man bei einem Hostessenservice dafür ausgeben muß, um endlich mal einen Abend lang in ansehnlicher Begleitung in der Öffentlichkeit glänzen zu können.
Sigi T.
- absteinen (V.)
- Die Praxis, einen Vorgarten im Stil einer Friedhofsparzelle zu gestalten.
Felix Hoffmann
- Achau, das
- Eine an sich vernachlässigenswerte Wunde oder Verletzung, die durch bestimmte Umstände dennoch schwerwiegende Auswirkungen hat und sogar eine ernste Lebenskrise auslösen kann, wie etwa der verstauchte Knöchel beim karrierefördernden, firmeninternen Kegelturnier oder die massive Fieberblase, die ausgerechnet am Morgen vor dem ersten Date mit der Traumfrau aus der PR-Abteilung in voller Pracht erblüht.
Marko Kolm
- adelebsen (V.)
- Gezieltes Anschubsen von Personen, die sich offensichtlich für etwas Besseres halten. Siehe auch → Ebbs.
Sigi T.
- Aderklaa, das
- Das Signal nach einer freiwilligen Blutspende, das einem suggeriert, dass man jetzt gehen solle, obwohl man trotz einem Keks und Unterstützung zweier bildhübscher Geh-Hilfinnen immer noch die Füße über dem Boden verliert. Oder diesen unter jenen.
Karsten Fleischer
- adlig budweitschen (V.)
- Pseudorebellische Angewohnheit von Sprösslingen auf den hinteren Rängen der Thronfolge europäischer Königshäuser, sich bei Flatrate-Partys von Paparazzi ablichten zu lassen.
Carsten
- Adolfseck, das
- An einer Strassenkreuzung gelegener Jugendclub in einer der finstereren Viertel von Leipzig, vor dem man mit seiner schrottreifen, mit aufgebrezelten Punks und Gothics vollbesetzten Rostlaube auf dem Weg zu einem „The Cure“-Konzert punktgenau liegenbleibt.
Carsten
- Adorf, das
- Erstes von einer geplanten Siedlung aus 26 Dörfern.
Ku
- aerzen (V.)
- Solange seinen Hausarzt mit seinen eingebildeten Krankheiten behelligen, bis dieser schließlich selber ernsthafte Symptome zeigt und ins Krankenhaus eingeliefert werden muß.
Sigi T.
- Aesch, der
- Kunstvoller Hüpfer auf den einzig freien Barhocker am Tresen der Stammkneipe.
Sigi T.
- Aeschau, der
- Wie → Aesch, nur leider mißlungen.
Sigi T.
- Affaltrach, das
- Das beklemmende Gefühl vor Einsetzen des Schmerzes, wenn man sich den Daumen in seiner Autotür einklemmt und feststellt das diese satt ins Schloss gefallen ist.
S. Barth
- affoltern (V.)
- Den Chef in Gedanken auspeitschen, während er mit einem spricht.
Juri Sarbach
- Afiesl, das
- Das kleine schwarze Etwas, das man häufig in Rastalocken entdeckt, aber nicht entfernen kann.
Sigi T.
- Aftersteg, der
- Körperteil, das man zum ersten Mal physisch wahrnimmt, nachdem man an einen Snowboard-Grundkurs teilgenommen hat und dabei mehr auf dem Hintern den Hang hinuntergerutscht ist als auf dem Brett.
S. Barth
- Aga, das
- Morgendliche Meditation auf der Toilette.
Selina und Lucy
- Agno, der
- Jugendlicher, der eine eine Erkennbarkeit des Übersinnlichen, der Göttlichkeit und des wahren Seins abstreitet, aber sich dabei nicht ganz sicher ist und deshalb eine laute Form der Musik sowie Unmengen Alkohols und anderer Drogen bevorzugt heranzieht, um noch mal in anderen Zuständen darüber nachzudenken.
Karsten Fleischer
- Aha, der
- Uhu beim Durchfliegen von Flutlicht eines Fußballstadions.
Manuel Kunst
- Aichschieß, der
- Bei Altenpflegern: Die Erstentnahme einer Stuhlprobe von neu hinzugekommenen inkontinenten Klienten.
Karsten Fleischer
- Ailertchen
- Der witzige, todernste Gesichtsausdruck eines Kindes, dem man einen eigentlich sinnlosen Auftrag gegeben hat, den das Kind jedoch gewissenhaft und ernsthaft ausführt. Typische Tätigkeiten, bei denen Ailertchen auftreten, sind z.B. das Sammeln von Kronkorken zum → Kronberg bei Familienfeiern oder das Hinterhertragen einer Packung Schrauben beim Heimwerken.
Michael
- Aktjubinsk, das
- Nacktzeichnung eines jungen Menschen, in der seine Bisexualität zum Ausdruck kommt.
Klasse 11c
- Albonago, der
- Ureinwohner eines Landes, welches man trotz intensivster Recherche in keinem Atlas findet.
Karsten Fleischer
- Albrechts, das
- Jenes verheerende „Rechts!“ des Beifahrers, das eigentlich „Links!“ hätte heißen sollen.
Amelie Zapf
- albuquerque (Adj.)
- Beim jährlichen Verwandtenpflichtbesuch stundenlang auf der Besuchercouch eingesperrt, umzingelt von unzähligen dicken Bänden mit hunderten Fotos unbekannter, uninteressanter Menschen auf langweiligen Hochzeiten, grotesken Betriebsfeiern und durchschnittlichen Urlauben.
Marko Kolm
- Aldesago, die
- Eine volkstümliche Erzählung aus dem Heimatland eines → Albonagos.
Karsten Fleischer
- Aldrans, der
- Geruch, den Socken annehmen, wenn man auf ihnen durch einen Partykeller geht, der seit der letzten Fete vor vier Monaten nicht mehr geputzt worden ist.
Karsten Fleischer
- Alfeld, das
- Häufiger von Kornkreisen heimgesuchtes Stück Ackerlandes. S.a. → Alfhausen, → Marsdorf.
Ermel
- Alfhausen, das
- Gebiet, dessen Bewohner häufig zu experimentellen Zwecken in Raumschiffen entführt werden. S.a. → Alfeld, → Marsdorf.
S. Barth
- alflen (Adj.)
- Das Gefühl von nicht hassen, nicht gern haben und die Person ist einem dabei nicht egal.
Daniela Lang
- Alfter, der
- Zaumzeug für französische Pferde.
Wayne
- Algenroth, die
- Das seltsame aus zwei Magneten bestehende Teil, mit denen der Aquarienfreund die Scheibe des Aquariums von innen reinigt.
Amelie Zapf
- Algenvorsäß, das
- Ein besonders scheußliches Hors d'oeuvre, das man bei offiziellen Anlässen vorgesetzt bekommt und begleitet von blumigen Worten und gequältem Lächeln herunterwürgen muss. S.a. → Moos in Passeier.
Marko Kolm
- alken (V.)
- Unter gehörigem Alkoholeinfluss nicht verhindern können, sich zu blamieren, obwohl man eigentlich merkt, wie seltsam man sich verhählt.
Samira Derksen
- Alkenrath, der
- Der Trost und Rat, den man sich nach dem zehnten Bier beim Wirt seiner
Stammkneipe holt.
Karsten Fleischer
- Alkersum, die
- Der Betrag, den man im Laufe eines langen Abends in seiner Stammkneipe auf dem Deckel ansammelt und meistens nicht bezahlen kann, wodurch sich durch Addition der → Oldsum eine neue → Borgsum ergibt.
Wayne
- Allenwinden, das
- Bukett von ungeahnten Gerüchen, das man in einer fremden Wohnung wahrnimmt - oder auch in der eigenen, wenn man eine Woche verreist war. Das Allenwinden ist nicht notwendigerweise unangenehm, kann aber Komponenten von → Aldrans, → Bederkesa, → Hundeluft, → Qualzow und → Rochlitz beinhalten oder gar einen → weyarnen Nachgeschmack haben.
Felix Hoffmann
- Alpenrod, die
- Interessenvertretung der Skiliftbetreiber.
Amelie Zapf
- Alpfahrt, die
- Erster Ausflug mit dem Sohn am Steuer des Familienautos, unmittelbar nach dessen erfolgreich abgelegter Führerscheinprüfung.
Marko Kolm
- Alsheim-Eich, das
- Eselsbrücke in Reimform.
Carsten
- Altbarnim, der
- Einzelhändler kurz vor der Rente, der sich der Anschaffung eines EC-Automaten beharrlich widersetzt.
Amelie Zapf
- Altbeelitz, der
- Jemand, der ungeheuer erfahren und abgeklärt wirkt und in seinem Fachgebiet anscheinend alles weiß und kennt. Irritierenderweise beantwortet er grundsätzlich nicht die dringende Frage, die man ihm stellt, sondern diejenige, die man seiner Meinung nach hätte stellen sollen.
Felix Hoffmann
- Altbüron, das
- Steuerberater- oder Maklerbüro, welches seit Jahrzehnten existiert, dessen Inhaber aber man noch nicht ein einziges Mal in diesem erblickt hat, sondern jeden Tag schon ab frühmorgens in der Kneipe nebenan.
Karsten Fleischer
- Altdümpelkrug, der
- Altdümpelkrug, der: Behältnis (oftmals auch eine nicht ganz geleerte Salatschüssel), in der am Morgen nach einer ausgedehnten Party sämtliche Getränkereste gesammelt werden.
Carsten
- altenbeken (V.)
- Ein halbverdorbenes Brot als frisch verkaufen.
Gilbert Reineke
- altenbeuthen (V.)
- Versuch, den zumeist greisen Vater um Geld anzugehen.
amarillo
- Altendiez, das
- Die Unsicherheit, ob man eine Person, die man als Kind immer „Onkel“ oder „Tante“ genannt hat und die man nach dreißig Jahren das erste Mal wiedertrifft, duzen oder siezen soll.
Karsten Fleischer
- Altenglan, der
- Unerhoffte Renaissance, die durch → Neuenrost längst ins Abseits geratene Dinge erfahren, weil sie von einer neuen Generation als → Edelschrott verstanden werden. Bekanntes Beispiel sind alte SF-Fernsehserien mit unglaubwürdigen Requisiten und vorhersehbaren Drehbüchern.
Felix Hoffmann
- Altenhof-Schnellmark
- Zwei nebeneinanderliegende besondere Supermarktkassen. Der Altenhof ist die zuerst als einzige geöffnete Kasse, an der eine kurz vor der Rente stehende Kassiererin sehr langsam die Waren über den Scanner zieht und in deren Schlange man steht. Die Schnellmark ist die Kasse daneben, die kurz, bevor man an der Reihe ist, von einem jungen, dynamischen Kassierer geöffnet wird, der die Waren mindestens fünfmal so schnell wie seine Kollegin durch den Scanner hobelt und an der es dementsprechend schneller vorangeht.
Yannick Schneider
- Altenhundem, das
- Die indianische Tradition, Götzenbilder von Tieren (sog. Totems) zu verehren, hat mittlerweile auch in Europa Einzug gehalten. In Deutschland ist das Altenhundem die häufigste Form. In der Regel besteht es aus der kitschig eingerahmten Fotografie eines längst verblichenen Waldi oder Lumpi. Es ist häufig auf den Kommoden und Nachtschränkchen älterer, alleinstehender Damen zu finden. Ähnlich verbreitet ist das → Katzem.
Wayne
- Altenkrempe, die
- Schickes kragenartiges Kleidungsstück, häufig in wilden Paisley-Mustern, das die Kleidung zittrig gewordener Mitbürger beim Essen vor der Beschmutzung durch herabfallende Speisereste schützt.
Sigi T.
- Altenplos, der
- Traditionelles Recht des Altbauern in Franken auf jährliche kostenlose Leerung der Sickergrube seiner Außentoilette durch den Übernehmer des Hofes.
Loge
- Altgarz, der
- Weigerung eines Vaters, sich dem → Altenbeuthen seiner Kinder zu unterwerfen.
amarillo
- Altgralla, das
- Begriff aus der Gerontologie. Die betroffene hochbetagte Person beginnt, ihr Vermögen in auf Jahrzehnte gebundenen Sparformen anzulegen („Man weiß ja nicht, was für schlechte Zeiten kommen...“), was zu intensiven Diskussionen innerhalb der Familie führt, bis schließlich alle hoffnungslos zerkracht sind und der Tierschutzverein zum Alleinerben wird.
Marko Kolm
- Althaus, das
- Silhouette eines abgerissenen Nachbargebäudes, die noch viele Jahre später an einer Fassade sichtbar ist. Manchmal mit Artefakten wie Badezimmerfliesen und rudimentären Treppenstufen verziert.
Felix Hoffmann
- Althengstett, die
- Gnadenhof für abgewirtschaftete Zuchtgäule
Wayne
- Altleis, der
- Ehemals prominenter, zu aktiven Zeiten für scharfe Polemik berüchtigter Politiker, der nach dem Ausscheiden aus allen Ämtern überraschend weise, milde, tiefgründige und versöhnliche Gedanken äußert.
Günter
- altmorschen (V.)
- Beim Gehen Geräusche erzeugen, die darauf schließen lassen, dass die dabei verwendeten Knochen ihre beste Zeit bereits hinter sich haben.
Ku
- Alt Pustlauken, die
- Glitschige Pfützen auf dem Fliesenfußboden nach einem Kindergeburtstag. S.a. → Bliesmengen-Bolchen
Carsten
- Altrip, das
- Abgetragene Feinrippunterwäsche, die nun dazu verwendet wird, ölige Metallteile, wie z.B. Fahrradketten, anzufassen oder zu säubern.
Karsten Fleischer
- altstrimmig (Adj.)
- Der Zustand, in dem sich der Kölner Besucher der Düsseldorfer Altstadt befindet, wenn er lauthals bekundet, den Dom in Kölle lasse zu wolle.
Sigi T.
- Alt Taubenpreskeln, die (Pl.)
- Zu einer besorgniserregenden chemischen Substanz eingeätzte Partikeln auf einer Fensterbank, die von Stadttauben als Rast- oder Nistplatz genutzt wurde. Sind nur loszuwerden, wenn die Fensterbank oder am besten das ganze Haus entsorgt wird.
Günter
- Altthymen, der
- Blumentopf mit welken Küchenkräutern, meist auf der Küchenfensterbank von Singles zu finden, die in nicht allzu ferner Vergangenheit in einem Anfall von Aktionismus die gesunde Küche erobern wollten, aber nach einer Reihe kulinarischer Desaster wieder auf die gute alte Tiefkühlpizza zurückgefallen sind.
Wayne
- Alttolkewitz, der
- Wenn der Opa, ein sehr gesetzter Herr, mit dem Enkel herumtobt und dabei ganz kindisch wird.
Günter
- Alt-Ungnade, die
- Eine als Selbstzweck weiterverfolgte Erbfeindschaft, deren wahre Gründe längst vergessen sind, wie z.B. zwischen den Montagues und Capulets.
Felix Hoffmann
- Altwarmbüchen, die (Pl.)
- Im Biomüll zum Leben erwachende Essensreste.
Harald
- Alt Warthau, das
- Falsche Eingabe in ein betagtes Computersystem, bis zu dessen nächster Reaktion daraufhin mehrere Minuten vergehen.
Felix Hoffmann
- Alt Weynothen, die
- Vergilbtes Aufführungsmaterial, das in Sakristeien und auf Orgelböden lagert, z.B. eine Partitur von Bachs h-Moll-Messe mit handschriftlichen Eintragungen in Sütterlinschrift.
Felix Hoffmann
- Altwis, das
- Sprachlicher Anachronismus, mit dem jemand im Gespräch beweist, dass er nicht auf der Höhe der Zeit ist oder sein will (z.B. Bundesbahn, 220-Volt-Steckdose, Mitteldeutschland).
Felix Hoffmann
- Alzey, das
- Geistige Fehlleistung, die noch so gerade durch Stress und Abgelenktsein als nicht krankhaft zu rechtfertigen ist, z.B. → enzen, → Kudlhub, → Rottleberode, → münklingen oder → schneverdingen. Redensart: Er hat schon wieder ein Alzey gelegt!
Felix Hoffmann
- Ameis, das
- Das seltsame unsichtbare Tier, das mit unzähligen Kollegen das Bein rauf und runter klettert, nachdem man lange Zeit in der Hocke verbracht hat.
Nadine
- ammeldingen an der Our (V.)
- Beinahe schon neurotisches Rütteln und Horchen an einer Armbanduhr in Situationen, in denen wegen Nervosität das eigene Zeitgefühl den Zeigern davonrennt.
Karsten Fleischer und Kilian Evang
- amoltern (V.)
- Einer Person beim nicht ganz freiwilligen Wahrnehmen von vorgespielten Küblböck-Aufnahmen, Raab- oder Bohlen-Pop wohlmeinend aber bestimmt die Absicht vortragen, nach Preisgeben deren bestgehüteter Geheimnisse diesen das Nervensystem schädigenden Zustand beenden zu wollen. Wird insbesondere bei Verhören der Polizei oder in Geheimdiensten gerne eingesetzt, seit das Foltern verfassungshalber aus der Mode kam.
Manuel Kunst
- ampen (V.)
- Fachbegriff aus der Metal-Szene. Beschreibt die Kunst, mithilfe einer E-Gitarre zweiminütige Rückkopplungen zu produzieren, die genau einen Halbton über oder unter der Refrainlinie liegen.
Carsten
- Ampflwang, die
- Langwierige Folgeerscheinung nach dem Entschluss, sich doch alle vier Weisheitszähne gleichzeitig ziehen zu lassen.
Carsten
- Ampo, das
- Relativ genaue Beschreibung der Körpergegend, mit der sich diverse spezialisierte Ärzte auf freiwilliger Entscheidung basierend zu beschäftigen haben.
Karsten Fleischer
- anderlingen (V.)
- Man anderlingt jemanden, indem man ihn nach einer ausgiebigen üblen Hetze gegen die Minderheit, der er angehört, mit den Worten „Du bist aber eine Ausnahme... für dich gilt das nicht“ vermeintlich auszeichnet.
Tülay
- andermatt (Adj.)
- Von einer völlig unbekannten Tätigkeit, etwa Arbeit, derart kaputt sein, dass es selbst den Zustand nach der Millenniumsfeier in den Schatten stellt.
Sigi T.
- Andriching, das
- Okkultes Ritual, das nur von den besten Magiern beherrscht werden soll. Das Andriching ähnelt einer Geisterbeschwörung, im Unterschied zu dieser wird jedoch kein verstorbener Vorfahr aus dem Jenseits geholt, sondern man selbst aus der Vergangenheit. Auf diese Weise kann man sich z.B. vor einer schwer wiegenden Fehlentscheidung warnen.
- Angelmodde, die
- Das, was man in Ermangelung von Mehlwürmern oder schicken blinkenden Angelködern an den Haken hängt, in der Hoffnung, das man etwas fange, obwohl die dreißig anderen Angler um einen herum ihre Haken mit Mehlwürmern und schicken blinkenden Angelködern ausgestattet haben.
Karsten Fleischer
- Anger-Crottendorf
- Stimmung britischer Touristen bei der Ankunft an spanischen Stränden, wenn sie feststellen, dass die Deutschen schon wieder früher da sind und ihre Sandburgen gebaut haben.
Harald
- Anrath, der
- Väterliche und leicht weltfremde Respektsperson, die oft und gerne die Probleme anderer Leute gedanklich „löst“ und sich hinterher immens besser fühlt. Der unangefochtene Grandseigneur in dieser Disziplin ist Helmut Schmidt.
Felix Hoffmann
- Anröchte, die
- In absoluter Unkenntnis der Materie für Unsummen auf dem Trödelmarkt erstandenes, als antik angepriesenes Küchenmöbel aus Pressspanplatten, das aufgrund starker Geruchsentwicklung aus den eigenen vier Wänden verbannt wurde und im Hobbykeller sein Dasein fristet.
Carsten
- antargen (V.)
- Aus Trotz und Skepsis gegenüber Wettervorhersagen bei 17°C nur mit T-Shirt und Jeans bekleidet am Silvesterabend zu einer Party aufbrechen und sich am frühen Neujahrsmorgen in einem mittleren Schneegestöber an einem verlassenen Taxistand wiederfinden.
Carsten
- Anthering, der
- Getrockneter Fisch, der zur Befestigung der Decken beim → Dorfprozelten in die Erde geschlagen wird. Der Geruch des Antherings zieht Ameisen an, die das Dorfprozelt schnell von innen bevölkern und die Übernachtung darin zu einem unangenehmen Ereignis werden lassen.
Karsten Fleischer
- antiesenhofen (V.)
- Diskussionsstrategie: ein eigentlich valides Argument als logischen Fehlschluss oder persönlichen Angriff diffamieren, um ihm nicht inhaltlich begegnen zu müssen.
Felix Hoffmann
- antwerpen (V.)
- Auf eine Frage statt mit einer Antwort mit einem Marketingschwall reagieren.
- Apfelbichel, der
- Jene hellgrau-grüne, sich beim Reiben mit dem Finger als ca. 7mm langer → Wutzetz ablösende Substanz, die sich einige Minuten nach dem Verzehr eines saftigen Apfels zwischen Kinn und Unterlippe bildet.
R. Elrahl
- Äpflet, das
- Ein Java-Programm, das trotz vermeintlicher Maschinenunabhängigkeit nur auf Rechnern der Macintosh-Bauart vernünftig funktioniert.
Karsten Fleischer
- Apolda, die
- Ältliche PTA oder Chefapothekerin mit Dutt, Brille und silbernen Kruzifix-Kettchen, die speziell Anfragen männlicher Kundschaft nach Mitteln gegen Filzläuse, Tripper oder einfach Präservativen entgegennimmt.
Carsten
- appen (V.)
- Auf dem Smartphone herumtippseln.
Yannick Schneider
- Appenweier, der
- Plötzliches Hindernis, das einem beim → Appen in den Weg springt, z.B. Bäume, Steine, Busse.
Yannick Schneider
- Applerums By, das
- Für Windows entworfene und später auf den Mac portierte Software, von der man wünscht, man hätte sie nicht installiert.
Harald
- archenleiten (V.)
- Bei Sintfluten tierbeladene Schiffe zum richtigen Berg lotsen.
Karsten Fleischer
- Arizona, die
- Jugendtreff, in dem vornehmlich besoffene Nachwuchsfaschisten herumhängen.
Sascha
- Arleting, das
- Ein längst veraltetes EDV-Zubehörteil (COM-Adapter für eine Maus, DOS-Treiberdiskette, Farbband für Matrixdrucker etc.), wie es ein Vorbesitzer deines Schreibtisches aus unerfindlichen Gründen in großer Zahl in den Schubladen deponiert hat.
Felix Hoffmann
- arolsen (V.)
- Geräuschvolles feuchtes Räuspern
Carsten
- Ascha, die
- Zigarettenascheflöckchen, die beim Abaschen nicht in dem für sie vorgesehenen Gefäß landen, sondern erst einmal elegant ein paar Runden in der Luft drehen um dann auf der Kleidung des Rauchers zu landen.
Karsten Fleischer
- Aschbuden, die (Pl.)
- Bis vor kurzem im Flughafen F.J.Strauss, München, installierte Terrarien, in denen der Erstickung nahe Nikotinjunkies begafft werden konnten.
Carsten
- Aschersleben, das
- „Asche auf mein Haupt“, sagt jemand, der einen Fehler zugibt. Wenn sich bei jemanden, sei es aus Gewohnheit oder charakterlicher Disposition, eine geduckte und vorauseilende Form der Entschuldigung habitualisiert hat, so sagt man, diese Person führe ein „Aschersleben“.
Richard Havelka
- Aschnull, die
- Person, die ein → Aschersleben führt.
Carsten
- asselfingen (V.):
- Fieberhaft damit beschäftigt sein, einem im Wohnbereich aufgespürten grotesken Kriechtier den Garaus zu machen.
Marko Kolm
- Asuel, das
- Die kurzfristige Unterbringung im eigenen Elternhaus, nachdem man von
dem/der Lebensgefährten/-in vor die Tür gesetzt wurde. Geht selten gut und
ist meist mit genau so viel Streit verbunden, wie man mit der/dem Ex
hatte.
Karsten Fleischer
- athen (Adj.)
- Begriff aus der Entwicklungspsychogie. Bezeichnet das Verhalten eines jugendlichen Menschen, der sich nicht altersüblich verhält. Ein/e Vierzehnjährige/r, die/der freiwillig mit den Eltern in den Urlaub fährt, gerne den Lateinunterricht besucht, von Bach-Fugen zu Tränen gerührt wird und sich ein Bild Schopenhauers über das Bett hängt, agiert eindeutig athen.
Marko Kolm
- Attendorn, der
- Rustikales sauerländisches Hausutensil, bestehend aus einem langen Holzgriff mit schmiedeeisernem Stachel. Der Attendorn diente der Landbevölkerung zum Aufspießen von Wolfsspinnen und zu deren anschließender Röstung über einer Flamme.
Carsten
- Atzbach, der
- Ungenießbarer Weinbrand, der die Schleimhäute angreift.
Sigi T.
- Au am Leithaberge, das
- Äußerung einer einzelnen Person einer Gruppe, der man sich als kompetenter Führer vorgestellt hat, die einen als kompletten Esel erscheinen lässt.
Karsten Fleischer
- Auderath, das
- Erlebnis, bei dem man etwas zunächst akustisch nicht versteht, den Klang des Gesagten aber so deutlich im Ohr behält, dass man es noch im Nachhinein analysieren kann und die Bedeutung sich einem ein paar Sekunden später erschließt. „Noch ein Stück Kuchen?“ – „Wie bitte, ich hab dich akustisch nicht ver... nein, danke, keinen Kuchen mehr. – Ich hatte gerade ein Auderath.“
- Auel, das
- Unsichtbarer Hauskobold, der sich daran ergötzt, heimlich Küchenschranktüren in Kopfnähe zu öffnen oder spitze Gegenstände so zu platzieren, dass sie dem Küchennutzer unversehens Schmerzen zufügen.
buddhabrot
- auggen (V.)
- Tätigkeit, die dazu führt, dass man am nächsten Tag nur sagen kann, man habe sich sein blaues Auge wohl beim Anstoßen an die Nachttischkante geholt.
Manuel Kunst
- Auglitten, die (Pl.)
- Widerspenstige weiche, zu chronischer Bindehautendzündung führende Kontaktlinsen, die man sich nach wiederholtem → Mörz zugelegt hat.
Carsten
- Augrub, das
- Das Gegenteil einer Augenweide, entspricht engl. eyesore.
- Augskieken, die (Pl.)
- Die Blitze, die man sieht, wenn man sich im Dunkeln die Augen reibt oder sehr heftig hustet.
Yannick Schneider
- Aukrug, der
- Erstes Ergebnis eines Töpferkurses bei der VHS.
Sigi T.
- Äule, die
- Mit zentimeterdicken Gläsern bebrillte junge Frau, die trotzdem so gut wie
nichts sieht, überall vorrennt, von daher mit blauen Flecken und
→ Eulenbisen übersät ist und einem irgendwie nur leid tut.
Karsten Fleischer
- Auritz, der
- Kleine, schmerzhafte, hartnäckig blutende Schnittwunde als Folge einer stümperhaften Naßrasur.
amarillo
- Auschkowitz, der
- Witz, den niemand, außer dem/der Erzähler/in, lustig findet.
Sonja und Anja
- Auswil, der
- Der unwiderstehliche Drang, der einen jeden Abend in die Kneipe zwingt.
Karsten Fleischer
- Avenches, die (Pl.)
- Kleine E-Mail-Mitteilungen vom Chef, im abenteuerlichsten Deutsch formuliert, die einen nur erahnen lassen, was er denn nun von einem möchte. Beispiele: „notfalls schreiben sie professorische Daten in die DB...“, „folgende Änderungen, alle blauen Schriften werden schwarz, da die gelben Felder ausreichen von der MUSS-Feld angabe, sonst wird es zu bunt.“
Karsten Fleischer
- Axelshof, der
- Helle Salzränder im Unterarmbereich eines Hemdes/einer Bluse, nachdem der Schweiß eingetrocknet ist.
amarillo
- Axien, die (Pl.)
- Das nicht unbeträchtliche Vermögen, welches sich noch im eigenen Besitz befinden könnte, hätte man nicht damals auf einen → Bog gehört.
Karsten Fleischer
- Ayent, der
- Undercover-Ermittler, der dafür bezahlt wird, sich von frühmorgens bis spätabends in sämtlichen Cafés, Bars und Kneipen einer Stadt herumzutreiben, der alkoholische Getränke als Spesen abrechnen darf und diese Tatsache
so weit ausreizt, dass der Informationsgehalt seiner Recherchen gegen null strebt.
Karsten Fleischer
- Ayers Rock, der
- Warmhaltevorrichtung für gekochte Eier.
Droste-Schattenburg
- bad aibling
- (engl.) Eine philosophisch wichtige Alternative zu der allgegenwärtigen Formel bad luck, der bad aibling wie auch → bad orb und → bad wilmack eine weniger metaphysische Haltung entgegensetzt: Sie spielt auf schlichtes Unvermögen an.
Versucher
- Bad Bocklet, das
- Beiheft zu einer CD, das nur vier Seiten hat und eine willkürliche, orthographisch katastrophale Auswahl der Liedtexte enthält.
- Bad Liebenwerda, das
- Nach gescheiterter Beziehung das Alleinsein nicht aushalten und sich den Nächstbesten greifen.
Harald
- bad orb
- (engl.) Eine philosophisch wichtige Alternative zu bad luck. Die Wendung kommt aus dem Poolbillard und setzt die Kugel, die nicht ins Loch will, als Stellvertreter für physikalische Unbilden. S.a. → bad aibling und → bad wilmack.
Versucher
- Bad Waterdingen, das
- Ein Ort, an dem ein Ereignis stattfindet oder im übertragenen Sinne das Ereignis, das die Kariere eines erfolgreichen Staatsmannes auf ihrem Höhepunkt ein jähes Ende finden lässt. Zu Richard Nixon und Napoleon Bonaparte gehören die wohl bekanntesten Bad Waterdingen.
R. Elrahl
- bad wilmack
- (engl.) Eine philosophisch wichtige Alternative zu bad luck. Die Wendung soll auf einen Spruch der Cowboys aus dem 19. Jahrhundert zurückgehen („Bad will, Mac!“), der das Misslingen eines Unterfangens dem Unwillen eines oder mehrerer Beteiligter anlastet. S.a. → bad aibling und → bad orb.
Versucher
- Bad Zwischenahn, der
- Ein Mensch, der in Altbauwohnungen die in den kaum wahrnehmbaren Hohlraum zwischen Küchen- und Treppenhauswand eingebaute Nasszelle, in dem früher einmal der Schornstein für den Kohleofen verlief, selbstständig findet. Jedenfalls meistens.
Mette
- Baerler Busch, der
- Wild wuchernde Schambehaarung.
S. Barth
- Bagdad, der
- Der Vorgang des Auspackens der Taschen, nachdem eine Kaufhaus-Diebstahl-Sicherungs-Schleuse zu Unrecht Alarm geschlagen hat.
- Bahrenborstel, die (Pl.)
- Falsche Haarlänge nach Aufgabe der regelmäßigen Intimrasur. S.a. → Igelsloch
Harald
- Baiertal, das
- Die schmale Kerbe, die sich über Aspirintabletten erstreckt, um diese leichter dosierbar zu machen.
Mento Stechapfel
- bäk (Adj.)
- Beschreibt den Geschmack von Keksen, die ihr Verfallsdatum um mindestens ein Jahr überschritten haben.
S. Barth
- Bälau, der
- Lauchähnliches Gewächs, das zwar ungiftig und essbar ist, aber einfach nur ekelhaft schmeckt.
Karsten Fleischer
- Balbini, der
- Knapper zweiteiliger Badeanzug für kleine Mädchen.
Karsten Fleischer
- baldingen (V.)
- Bei jeder Verabredung mindestens 15 Minuten zu spät kommen. S.a. → Spannharrenstätte.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- ballrechten-dottingen (V.)
- Sich einen schön auffälligen Namen geben, damit man überhaupt noch von seinen Mitmenschen registriert und auch mal zu einer Party eingeladen wird.
Autor unbekannt
- Ballwitz, der
- Indiskutable Mannschaftsleistung im Profi-Fußball.
amarillo
- barbarabanden (V.)
- (burburubund, bürbürübünde, borborobonden) Ein lange ersehntes Wiedersehen so lange vorbereiten, bis auch die letzte Lust darauf verschwunden ist.
- Barbaraholz, das
- Ein Baseballschläger, der zu Selbstverteidigungszwecken in größeren Damenhandtaschen mitgeführt wird.
Marko Kolm
- Bärenklau, der
- An Supermarktkassen unauffällig Kaugummis oder ähnlihche Süßigkeiten in der Hosentasche verschwinden lassen.
S. Barth
- Barleben, das
- So gut wie ausgestorben, seitdem es Girokonten gibt. Nur noch bei Köchen, Kellnern u.Ä. üblich, die immer noch wie vor hundert Jahren ihr Gehalt direkt ausgezahlt bekommen und dadurch so manches Mal an der Steuer vorbeiarbeiten können. Meistens aber wird das erwirtschaftete Geld sowieso wieder in der nächsten Kneipe zum Feierabendbier verbraten.
Karsten Fleischer
- Barmenitz, der
- Ein äußerst geduldiger, bemühter, kompetenter und konstruktiver Redner, der einer völlig verständnislosen Zuhörermenge gegenübersteht, kurz davor ist, sich aus Verzweiflung einen Overheadfolienstift in die Brust zu rammen und einem einfach nur leid tut. S.a. → Berdumer Großeriege.
Marko Kolm
- Bärnbach, der
- Rinnsal, das als Urinal für wohlbeleibte Männer auf Volksfesten dient.
Tom
- Barsbüttel, der
- Parkaufseher beim städtischen Ordnungsamt, der selbst in die von ihm zu bewachende Grünanlage uriniert, weil ihn ja keiner dabei erwischen kann. Im übertragenen Sinne gebraucht für jede Amtsperson, die mit Vorliebe genau die Regeln übertritt, für deren Überwachung sie selber zuständig ist, z.B. rasende Verkehrspolizisten, falsch parkende Politessen oder Steuerfahnder, die ihre neue Schlafzimmereinrichtung als Heimarbeitsplatz absetzen.
Wayne
- Bartelshagen II bei Barth, das
- Die vorsichtige Planung eines zweiten Rasurversuchs mit einer gebrauchten Klinge, nachdem man sich beim ersten Versuch, mit einer
ungebrauchten scharfen Klinge den Siebentagebart zu entfernen, beinahe die Halsschlagader durchtrennt hätte.
Karsten Fleischer
- Barting, das
- Beschäftigung unfreiwillig passivrauchender Männer: Den Schnurrbart als Luftfilter einsetzen. Ob das effektiv ist, ist zweifelhaft, aber man erfährt zumindest eine subjektive Gestanksmilderung.
R. Elrahl
- Bartlstockschwaige, die
- Situation, die beim → Barting am Stammtisch auftritt: Vor lauter Barting kann man immer schwerer am Gespräch teilnehmen. Zunächst bartelt man nur so nebenher, dann gerät man ins Stocken, weil man den Redefluss für das Barting unterbricht, und schließlich widmet man sich schweigend ganz dem Barting, bis sie Oberlippe müde wird. Dann geht alles wieder von vorne los.
R. Elrahl
- Batz-sur-Mer, der:
- Von Korallenriffen, Seevögeln und Austernliebhabern gefürchtete Folge der Havarie eines Tankers oder Chemiefrachters. Im Kleinen auch, wenn in der christlichen Seefahrt nur die Bilge im Maschinenraum durchgespült wird oder der Schiffsdiesel eines routinemäßigen Ölwechsels bedarf.
Günter
- bauda! (Imp.)
- Impertinente oder auch bisweilen verzweifelte Äußerung eines Grundstücksmaklers gegenüber seinen Klienten.
Karsten Fleischer
- Bauma, das
- Angenehm stolzes Gefühl, nachdem man es schon nicht geschafft hat, ein Haus zu zeugen, ein Kind zu pflanzen und einen Baum zu bauen, wenigstens
mal an einen solchen gepisst zu haben.
Karsten Fleischer
- Baustarring, das
- Der mehrwöchige Streit zwischen Architekten, Statikern und ausführenden Unternehmen – nicht zu vergessen den Auftraggeber – darüber, wer sich denn jetzt wie und wo um was oder wie viel verrechnet habe, der dazu führt, dass es plötzlich Winter wird und erst im nächsten Frühling weitergearbeitet werden kann.
Karsten Fleischer
- Baustert, der
- Ein Vorsprecher der streitenden Parteien beim → Baustarring.
Karsten Fleischer
- Bautze, die
- Ein aussterbender Begriff, seitdem auf Baustellen Bier nicht mehr zu den Grundnahrungsmitteln gezählt werden darf. Früher: Der Bierbauch, der nach fünf Litern Gerstensaft pro Tag über die Jahre hinweg bei der Arbeit auf dem Bau entstand. Damals Stolz eines jeden Maurers.
Karsten Fleischer
- bautzen (V.)
- Das Hinfallen kleiner Kinder, die gerade laufen lernen. Kindersprachliche Variante: „Haddu bautz demacht?“
Gebs
- Bawinkel, der
- Strahlabweichung beim → Hullern, die zum Versauen der (Klo-)Brille führt.
Ku
- Bebra-Iba, das
- Beliebtes Frage- und Antwortspiel mit frei erfundenen Interrogativpronomen und ebenso frei erfundenen Antworten darauf.
Karsten Fleischer
- becheln (V.)
- Bei Trinkgelagen so tun, als wäre man trinkfest und könnte mehrere Liter in sich reinschütten, in Wirklichkeit aber immer nur am Getränk nippen und den Rest unterm Tisch verschwinden lassen.
Johann L´knecht
- Bedburg, die
- Burg, Raumschiff o.Ä. aus Spielkissen, Matratzen und Decken.
- Bederkesa, der
- Der Geruch in Gruppenumkleidekabinen antiker Schwimmanstalten (vgl. → Aldrans).
Carsten
- bedieren (V.)
- Beschreibt eine monotone Auf- und Abbewegung der rechten Hand, die besonders Politiker während ihrer Reden ständig wiederholen. Unter dem Vorwand der gestischen Untermalung des Vortrages dient das Bedieren wahrscheinlich in Wirklichkeit der heimlichen Hypnotisierung des ahnungslosen Wählers, der ob der Belanglosigkeit der untermalten Aussagen in einen Dämmerzustand verfallen ist.
Miss Chievous
- Bedingrade, die
- Häufig benutzte Ausrede bei Kneipenbedienungen, um unerwünschten Gesprächen mit ungewollten Gästen zu entgehen. Wenn wirklich überhaupt nichts zu tun ist, geht die Kneipenbedienung zur → Glasschleife über, um die Bedingrade plausibel zu machen.
Karsten Fleischer
- Bedretto, der
- 1. Der Kerl, der einer Nymphomanin in einer dieser Restefickkneipen aus der Bredouille hilft.
2. (vorsichtiger Mensch) siehe Fußnote
Karsten Fleischer
- beelen (V.)
- Der Charakter der Sprache in Westfalen. Das gerollte r, das als ch gesprochene g, ein leichtes Stottern sowie ein quäkiger Klang zeichnen das Beelen aus. „Opa beelt heute mit’n Nachbarn.“ Hunde beelen aber nicht.
Autor unbekannt
- beesenlaublingen (V.)
- Versuchen, der im Mietvertrag festgeschriebenen Pflicht, im Herbst einmal die Woche das Laub vom Bürgersteig wegzufegen, durch Beschwörung dreier der vier Naturelemente (Feuer, Wasser, Luft – Erde ist ausgenommen, da sie noch mehr Dreck machen könnte) zu entgehen.
Karsten Fleischer
- benullen (V.)
- Unbefriedigende Ergebnisse einer langwierigen Studie en passant großzügig um eine Zehnerpotenz auf- oder abrunden.
Carsten
- Berdumer Großeriege, die
- Eine völlig verständnislose Zuhörermenge, die einem äußerst geduldigen, bemühten, kompetenten und konstruktiven Redner gegenübersteht, der kurz davor ist, sich aus Verzweiflung einen Overheadfolienstift in die Brust zu rammen und einem einfach nur leid tut. S.a. → Barmenitz.
Marko Kolm
- bergern (V.)
- Aufwachgefühl an einem Frühlingsmorgen, verbunden mit der unbedingten Lust, noch vor dem Frühstück eine Großglockner-Besteigung in Angriff zu nehmen.
daniel
- Bergzabern, das
- Mulmiges Gefühl, gemischt aus weichen Knien, Höhenangst und Sorge vor möglichem Gesichtsverlust, das den Ungeübten beschleicht, wenn seine routinierte Bergwandergruppe einen Pfad gehobenen Schwierigkeitsgrades einschlägt.
Günter
- Berlin, die
- Weibliche Form von → Bern.
- Bermel, das
- Unglücklicher Mensch, dessen Unglück aber nur mäßig dramatisch ist, wie beispielsweise heruntergefallenes Erdbeereis oder die Trauer um ein Buch, das man schon lange gesucht hat, endlich für einen Spottpreis auf dem Flohmarkt entdeckte und dann einem unverschämten Schnäppchenjäger überlassen musste, der behauptete, er habe seine Finger zuerst drauf gehabt: „Armes Bermel!“
Andreas
- Bern, der
- Ein sehr beliebter Mensch, der eine Art soziale Narrenfreiheit genießt: Obwohl er nie von sich aus einen geselligen Abend o.Ä. vorschlägt, nie auch nur angedeutet hat, jemanden zu mögen, und notorisch unzuverlässig ist, will ihn jeder immer dabei haben. Ein Bern braucht sich daher nie Sorgen um Einladungen und Freibier zu machen.
- bernhausen (V.)
- In der Schweiz wohnen, um Steuern zu sparen.
Marc
- Bernloch, das
- Alle 4 Jahre grassierende kollektive postmanische Sommerdepression nach plötzlich empfundener Sinnkrise.
Carsten
- Berschweiler bei Baumholder, der
- Leichter Anflug von Scham und Gesichtsröte bei einem Homosexuellen, der gerade seinem Schwarm gestand, dass er den Maibaum vor dessen Fenster gesetzt hat.
Karsten Fleischer
- Bestwig, die
- (engl.)Dragqueen-Award für die imposanteste Turmfrisur. Wurde 2007 ausnahmsweise an Amy Winehouse verliehen.
Carsten
- betheln (V.)
- Leute für einen guten Zweck um ihr Geld anbetteln.
Karsten Fleischer
- Bettingen, das
- Die Sekunden vor dem Schlafengehen, in denen man am Lichtschalter steht und konzentriert das Zimmer betrachtet, um in der gleich folgenden Dunkelheit sicher ins Bett und unter die Decke zu finden.
- Bettmannsäge, die
- Werkzeug, das die Feuerwehr nach einem häuslichen Missgeschick mit Ketten oder Handschellen zum Einsatz bringt. Nicht selten führen dabei Lachkrämpfe der Einsatzkräfte vor Ort zu Verletzungen des zu Bergenden.
Felix Hoffmann
- Bettmaringen, das
- Die sehr schnelle Drehung um 180°, die das Zimmer um einen zu machen scheint, wenn man mit geschlossenen Augen im Bett liegt und einem gerade wieder einfällt, wie herum man sich hineingelegt hat.
- beuchen (V.)
- Sich mühsam um den etwas aus dem Leim gegangenen Bauch (Biergeschwür) bücken, um keuchend die Schnürsenkel zu binden.
Manuel Kunst
- Beulbar, die
- Kneipe, die bekannt für die häufig darin stattfindenden Schlägereien ist. Siehe auch → Clarholz.
Karsten Fleischer
- Biberach, das
- Kassenprothese mit bemerkenswert prominenten Schneidezähnen, die man erhält, wenn man angesichts des Kostenvoranschlags des renommierten Implantationsdentisten lauthals loslacht, dankend ablehnt und sich dann in die Hände eines Feld-Wald-und Wiesen-Zahnklempners begibt.
Carsten
- bidingen (V.)
- Zwischen Hetero- und Homosexualität hin- und herschwanken, ohne genau zu wissen, wo man jetzt hingehört.
Karsten Fleischer
- biel-benken (V.)
- (von Wohnzimmerschrankwänden nach mehrmaligem Aufbauen) Sich in einem labilen Gleichgewicht befinden.
MaPa
- Bielefeld, das
- Ein Begriff, der ursprünglich nur in einer einzigen Verschwörungstheorie vorkommt, inzwischen aber für jede beliebige Verschwörungstheorie ihren zentralen Gegenstand bezeichnet, dessen Existenz entweder postuliert oder geleugnet wird, je nachdem, was die öffentliche Meinung (die ja angeblich von IHNEN gesteuert wird) behauptet/nicht behauptet. Bekannte Bielefelder sind z.B. die Mondlandung oder das Abhörsystem Echelon.
R. Elrahl
- Bierde, die
- Quälendes Durstgefühl, das ausschließlich durch ein riesiges, frisch gezapftes Bier gelöscht werden kann.
Sigi T.
- bieringen (V.)
- Mit anderen Gästen einer Fete um das letzte Bier vom Fass kämpfen, ehe Aldi-Pils und -Wein auf den Tisch des Hauses kommen. Eine besondere Form des Bieringens ist der verzweifelte Versuch, dem Wirt noch ein letztes Getränk abzuringen, nachdem er bereits die Zapfhähne abgeschraubt und die
Gläser hochgestellt hat. Setzt in grauer Vorzeit nach 1 Uhr ein (siehe →
obersülzen).
Sigi T.
- Biersackschlag, der
- Hieb in den Unterleib, den man erhält, nachdem
man aufgrund zunehmender Alkoholisierung auch nach erhaltener Androhung eines → Haunwang nicht aufhören kann, weiter blöde Witze über das überlegen schlagkräftige Gegenüber zu machen.
Karsten Fleischer
- Billigheim, das
- Eines dieser modernen Fertighäuser, die so dünne Wände haben, dass man beim Entkleiden das Licht löschen sollte, um für die Nachbarschaft keine lebenden Bilder an die Wand zu werfen.
Wayne
- Bingum, der
- Reflexartige Rückwärtsbewegung, die einen nach durchzechter Nacht bei einem Aufstehversuch wieder ins Bett fallen lässt.
Rainer
- Bioley-Magnoux, der
- Ein Wein, den man beim Kochen und → Seffern vor einer Kamera literweise zu sich nimmt, wobei man sich Interjektionen wie „Mmmh“, „Aaah“ nicht zu erwehren weiß.
Karsten Fleischer
- Birr, der
- Die unberechenbare Flugbahn eines Gegenstands, der beim Wegwerfen wider Erwarten am Finger klebte.
- Bischofsmühle, die
- Gerät zur Zerkleinerung von toten Kirchenoberhäupten, damit diese in kleine güldene Kisten passen.
Karsten Fleischer
- Bismark-Poritz, die
- Dinge, die man zu sehen erhofft, wenn man Denkmälern unter den steinernen Rock guckt.
Yannick Schneider
- Bisterschied, der
- Die Zeitspanne vom Eingehen einer Beziehung mit einem reichen Mann über dessen Ehelichung, bis hin zu dessen Tode, gesehen aus der Perspektive einer geldgierigen Dame.
Karsten Fleischer
- Bittelschieß, das
- Das Gefühl, wenn man schon lange kein Moorhuhn mehr abgeschossen hat und es doch so gerne will.
Annika
- Bittkau, der
- Harmlose Umschreibung für die Drohungen Eltern ihren Kindern gegenüber, um
diese zum vollständigen Verspeisen ihrer Mahlzeiten zu bewegen. Bsp.:
„Wenn du deinen Teller nicht aufisst, gibt’s morgen schlechtes Wetter.“,
„Iss, sonst setzt es was!“, „Friss oder stirb!“
Karsten Fleischer
- Blaichach, das
- Unbefriedigtes Seufzen, das von der abschleppenden Person geäußert wird, wenn diese feststellt, dass die abgeschleppte und nun ausgezogene Person nur an denen der letztlich der Sonne ausgesetzten Körperteile eine
gewisse Bräune aufweist, ansonsten aber Alabasterweiß die Farbe der Haut ist.
Karsten Fleischer
- Blasewitz, der
- Flapsiger Kalauer während einer allgemeinen Verkehrskontrolle (z.B. „Herr Waldmeister!“), der unweigerlich einen Alkoholtest nach sich zieht. Vgl. → Zollwitz.
Carsten
- Blasiwald, der
- Schützendes Baum- und Buschwerk am Rande eines Zeltplatzes, in das sich die jugendlichen Teilnehmer und Rinnen eines Sommerferiencamps zum ersten zärtlichen Liebesspiel zurückziehen.
Karsten Fleischer
- Blaues Glück, das
- Bezeichnung für eine hochkarätige Entdeckung oder kreative Leistung, die durch reine Schludrigkeit und/oder nach Alkoholkonsum zustande kam.
Felix Hoffmann
- Bleibach, der
- Wegen der subjektiv empfundenen Härte und Schwere medizinische Bezeichnung für Urin beim Versuch, diesen in Gegenwart Dritter (beispielsweise in einer Befreiungshalle mit Pissrinne) abzuschlagen – weit verbreitetes Phänomen, unter dem mehr als 10% der Bevölkerung leiden. Mögliche Folgen: Harnsteinablagerungen im Gehirn wegen des Rückstaus.
Manuel Kunst
- Blenhorst, der
- Ein sehr schöner Mann, immer geschniegelt und gefönt, natürlich groß, blond und norddeutsch. Am ehesten in Arztromanen und Vorabend-Soaps, im wirklichen Leben in Pilotenkanzeln, Yachthäfen oder auf Golfplätzen anzutreffen.
Günter
- blexen (V.)
- Herausfinden, wie etwas heißt, um es nachschlagen zu können.
- Blickwedel, der
- Der meist von einem Kopfnicken begleitete Gesichtsausdruck eines Showmasters, der das Publikum zum Klatschen auffordert, wenn es nicht von selbst daran denkt.
R. Elrahl
- Bliesmengen-Bolchen, der
- Würgereiz nach einem ausgiebigen Kinderfest, bei dem die lieben Kleinen erstmals das Vergnügen des Seifenblasenblasens kennen gelernt haben.
Ku
- Blöcktach, der
- Norddeutscher Ausdruck für einen der zahllosen Brückentage zwischen Feiertagen und Wochenende in Süddeutschland, die es im Norden nicht gibt.
Manuel Kunst
- Blossin, das
- Zeiteinheit: Ursprünglich definiert als die Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids 133Cs entsprechenden Strahlung, also der 9 192 631 770te Teil einer Sekunde. In neuerer Zeit exakter definiert als die Zeit, die ein Minz-Kaugummi im Mund benötigt, um sein komplettes Aroma einzubüßen und zu einem völlig geschmacklosen Etwas zu werden.
- Blowatz, der
- Derjenige Kollege, dem man (wenn sich die Gelegenheit ergäbe und man nicht mit Entdeckung rechnen müsste) am ehesten einen in die Fresse hauen würde.
Ku
- Bluno, der
- Situation, in der zwei sich gegenübersitzen und beide nicht wissen, was sie sagen sollen.
Sonja und Anja
- Blüthen, die (Pl.)
- Gefälschte 300-€-Scheine, von denen man hofft, dass keiner den kleinen Unterschied bemerkt.
Wayne
- böblingen (V.)
- Den Zeigefinger etwa auf Bauchnabelhöhe im 30°-Winkel nach oben ausstrecken und in dieser Position mit leerem Gesichtsausdruck erstarren, um anzuzeigen, dass man gerade → sindelfingt.
- Bockenheim, das
- Wohnung, die wie ein Ziegenstall nach dem Sex der vergangenen Nacht duftet.
Sigi T.
- Bodenmais, der
- Das, was beim Popcornmachen in die hinterste Ritze zwischen den Küchenschränken fällt, wenn man vergißt, den Deckel auf den Topf zu legen, und was meistens erst bei der nächsten Renovierung in leicht veränderter Konsistenz wieder auftaucht. (vgl. → Taschenmais)
Wayne
- Bog, der
- Börsenanalyst oder Vermögensberater, der seinem Kunden zu erklären versucht, warum sein investiertes Geld restlos verloren ist und das so okay ist.
Manuel Kunst
- böhmischgut (Adj.)
- Böhmischgut ist die Zustimmung, die man einer wirren Argumentation um des lieben Friedens willen erteilt, ohne auch nur ein Wort verstanden zu haben.
Carsten
- Boisheim, das
- Hoffnungslos verwahrloste Wohnung, mit pflasterbeklebter Badewanne und Fettklumpen in allen Zimmerecken.
Wayne
- Boll, das
- Das Zeug, das überquillt, wenn man den Koffer zu voll gepackt hat und nicht mehr zubekommt.
Günter
- Bomlitz-Bommelsen, das
- Unentwirrbares Knäuel, bestehend aus 4 weihnachtlichen Lichterketten, 2 Pfund Lametta und einem guten Liter Kerzenwachs.
Carsten
- boms (Adj.)
- Beschreibt die Art und Weise, wie der Aufprall des eigenen Kopfes auf einen stählernen Gegenstand von innerhalb des ersteren akustisch wahrnehmbar wird.
klanemann
- Bonese, die
- Pastasoße, in der irgendeine wichtige Zutat fehlt.
Karsten Fleischer
- Bongchhung, der
- Man erlebt einen Bongchhung, wenn man als Unerfahrener mit wesentlich erfahreneren Kiffern mal was ausprobiert. Gesichtstarre, Schweißausbrüche und stundenlangenes Verharren auf dem Klo können die Folgen sein.
Karsten Fleischer
- Bonn, der
- Der Gutschein für irgendetwas, der hastig gebastelt wird, wenn eine halbe Stunde vor einer Geburtstagsfeier kein passendes Geschenk gefunden wurde. Bonns sind meist sehr unbeliebt. Sie werden sowohl vom Beschenkten als auch vom Schenkenden schnell vergessen und oft erst nach mehreren Monaten in irgendeiner Schublade wiedergefunden, aber niemals eingelöst.
bluedressed
- Bonzel, der
- 1. Niedere Stufe in der Parteienhierarchie, die den Stufenträger gerade soeben vom Plakatekleben befreit, aber die Beachtung durch den Landesvorsitzenden noch nicht zulässt.
2. (Soziologie) siehe Fußnote
Ku
- Bopfingen am Ipf, das
- Mit dem Skateboard oder Fahrrad Bordsteinkanten oder andere Stufen mit Schwung hoch- und runterfahren.
Ranunkel
- Boppard, der
- Kräftiger Tritt in den Allerwertesten, mit dem einem fristlos Gekündigten vor die Tür geholfen wird.
Bernd Eberhard
- Borgenhorst, der
- Jemand, der → borgentreich geworden ist.
Karsten Fleischer
- borgentreich (Adj.)
- Stinkreich durch ständiges Anpumpen und Niemals-Zurückzahlen.
Sigi T.
- Börgerende, das
- Spontanes Ableben nach dem Verzehr eines Fleischbrötchens mit doppelt Käse und Spezialsauce von Gabi`s Stehimbiß (oder vergleichbaren Bezugsquellen).
Peter Erler
- Borgsum, die
- Der vom Wirt zähneknirschend bewilligte Kredit nach der Feststellung, dass ein Gast weder die → Oldsum von letzter Woche noch die → Alkersum des Abends bezahlen kann.
Wayne
- borken (V.)
- Langsam Hornhaut bekommen.
Gilbert Reineke
- born am Darß (Adj.)
- Als born am Darß bezeichnet man jemanden, der schon von Lebensbeginn an immer in alle Fettnäpfchen getreten ist, im Verlauf des Lebens alles, was man falsch machen kann, auch falsch macht und höchstwahrscheinlich selbst beim Sterben noch eine lächerliche Figur abgeben wird.
Karsten Fleischer
- börnsen (V.)
- Die Fingerspitzen der linken und rechten Hand nacheinander berühren lassen, beginnend bei den Daumen bis zu den kleinen Fingern, dann wieder von vorne, in schneller Folge. Eben das, was Mr. Burns macht, wenn er eine fiese Idee hat.
Martin R.
- Borschütz, der
- Chemiker, der aus allen möglichen und unmöglichen Ausgangsmaterialien Explosiva zu bauen sucht.
Amelie Zapf
- Borstel, das
- Im Süddeutschen gebräuchlicher Kosename, mit dem (meist rotwangige) Frauen ihren häufig schlecht rasierten, aber stürmischen Liebhaber bezeichnen.
myrna
- Borstel in der Kuhle, das
- Eine Feder im Kopfkissen, deren Kiel den Schlafenden (bzw. den zu schlafen Versuchenden) in die Wange sticht, aber nicht herauszuknibbeln ist.
Yannick Schneider
- Bottrop, der
- Cleveres Skript, das Webseiten und Newsfeeds in kleinen Dosen aktualisiert und so menschliches Handeln vortäuscht. Ein technischer Vorläufer waren Zeitschaltuhren, die während des Urlaubs Licht und Radio im menschenleeren Haus aktivierten.
Felix Hoffmann
- Bottrop-Boy, der
- Stricher mit Cowboystiefeln und Atze-Schröder-Minipli.
Wayne
- Bramsche, die
- Ein Text, der mit einem schwarzen Balken unleserlich gemacht werden sollte, aber mit etwas Mühe immer noch lesbar ist. Erstmals bezeugt ist dieser Begriff in einem Deutschlehrbuch, worin in einem abgedruckten Zeitungsausschnitt aus der Bramscher
Zeitung das Wort „Bramsche“ in eine Bramsche verwandelt wurde. Häufig werden auch die Preisangaben auf den farbabweisenden Rücken verschenkter Bücher zu Bramschen.
R. Elrahl und Kilian Evang
- Bränowitz, der
- Jemand, der davon überzeugt ist, einen Intelligenzquotienten von 200 zu haben, einem selbst aber einen IQ von 230 zugesteht, da es eindeutig ist, dass er intellektuell unterlegen ist, und dem man dann – wohlwissend wie hoch der eigene IQ ist – aus Mitleid erzählt, dass es wohl verschiedene IQ-Skalen geben müsse und dass man seine Skala jetzt leider nicht kenne.
Karsten Fleischer
- Bratislava, die
- Das undefinierbare Bauernfrühstück, das Papa aus den Resten vom Mittagessen unter Hinzufügung einiger Eier zusammengeschmissen hat. Auch: Pressburg
Agricola
- Braunschweig, der
- Die Reaktion, die man bekommt, wenn man seinen (Ur-)Opa fragt, was er eigentlich am 9.11.1938 gemacht hat.
Mändie
- breechen (V.)
- Irische Hosen tragen.
Karsten Fleischer
- brehmen (V.)
- (von Elektrogeräten) Gelegentlich ohne erkennbaren Grund Tonhöhe oder Klangfarbe des Arbeitsgeräusches ändern und damit den eigenen baldigen Tod ankündigen.
Moritz Mielke
- Breibach, der
- Kleiner Unfall, wenn das Taufkind auf die Sonntagskleider der Verwandtschaft ein etwas gehaltvolleres Bäuerchen ablässt. S.a. → volbrexen
Günter Gans
- Breiholz, das
- Material, das derzeit noch erforscht wird. Ikea plant, aus Breiholz (interne Schreibweise: Breihølz) neue Fertigbauhäuser zum Selbstzusammenschrauben herzustellen, die bei jedem Regenguss durchweichen sollen, sodass die Kunden Gelegenheit haben, entweder wöchentlich ein neues Ikea- oder endlich ein richtiges Haus zu kaufen.
Yannick Schneider
- breinig (Adj.)
- Diese Zusammenziehung aus breiig und peinigend beschreibt, wie sich für Schüler die Zeit gestaltet, während sie bei einem äußerst langweiligen Lehrer in der obersten Etage bei voller Sonneneinstrahlung auf das Ende der Doppelstunde warten. Der breinige Zustand setzt selten später als 5 Minuten nach Unterrichtsbeginn ein.
frei nach Philipp
- Breitenholz, das
- Jene aus dem Erdboden ragende Wurzel, über die auf dem Weg in den Biergarten niemand, auf dem Rückweg aber jeder stolpert. S.a. → Knüllwald.
Amelie Zapf
- Bretten, das
- Das Sich-Betten bzw. zum Schlafen Niederlegen auf dem billigsten Bettgestell von Ikea unter dem Motto: Drückt es noch oder schmerzt es schon. Moderne Form der Bettkasteiung angesichts fehlender ultimativer Kicks und häufig misslingender Beantwortung der Sinnfrage
Manuel Kunst
- Brilon, das
- Ein einem → Zwilikon beiliegendes Nasengefährt, welches bei der Betrachtung desselben behilflich ist. Brilons älterer Herstellungsweise verfügen über zwei verschieden gefärbte Augengläser (meist rot/grün oder rot/blau), Brilons neueren Datums dagegen über grau-bräunlich anmutende Gläser, die unterschiedlich polarisiertes Licht durchlassen. Beiden
gemeinsam ist, dass, wenn man sie falsch herum aufzieht, im Zwilikon alles scheiße aussieht.
Karsten Fleischer
- Brockenhurst, der
- Durch Atemwegserkrankungen langanhaltendes kehliges Röcheln, dem irgendwann der Auswurf eines ziemlich großen gelb-grün-grauen schleimigen Etwas aus dem Mund folgt.
Jochen
- broggingen (V.)
- Herauswürgen hastig in großen Brocken verschlungenen Fresschens auf dem teuren Orientteppich durch den Haushund oder die Hauskatze zur späteren erneuten Aufnahme im fermentierten Zustand.
Manuel Kunst
- Brokköter, der
- Vegetarisch ernährter Hund.
Wayne
- Bröl, das
- Augenreizendes Gemisch aus Schweiß und Sonnenöl.
Felix Hoffmann
- Brömsenberg, der
- Hinterlassenschaft eines besonders großen Vierbeiners auf dem Gehsteig.
Mike Zwionzek
- Brömsenknöll, das
- Heiteres Strandspiel aus Sankt Olaf, bei dem versucht wird, möchlichst viele Stechinsekten mittels Badelatschen auf dem Rücken des Nebenmannes zu fixieren.
Carsten
- Brösang, der
- Akustisches Phänomen in Fußgängerzonen, hervorgebracht von oft minder professionellen Vokalensembles, die gegen milde Gaben ihre Kunst zum Besten geben. Wirkt auf die Zuhörer leicht → gaußig.
Günter
- Brot-Dessous, das
- Selbstgebackene, mit groben Messern zugeschnittene, essbare Unterwäsche.
Karsten Fleischer
- bröthen (V.)
- Aus einem Brötchen das ganze → Gebroth herauspulen, sodass nur noch das → Schalchen übrigbleibt.
Nadine
- Bruchweiler, der
- Die Zeit voller verschiedenster Unannehmlichkeiten, bis ein Knochen wieder richtig verheilt ist (Schmerzen, Gips, Jucken, Bewegungseinschränkung usw.).
Versucher
- Bruhagen, das
- Erbliche Veranlagung für spontanes Gelächter.
Harald
- Brühl, der
- Behelfsmäßige Verbindung der Fäden zweier Teebeutel, die, um den Henkel der Kanne gelegt, verhindert, dass die Fäden in die Kanne fallen. Ein Brühl wird erzeugt, indem man die Schildchen an den Enden der Teebeutel übereinanderlegt und dann zweimal faltet.
- Brumhagen, das
- Ein Migräneanfall, den man buchstäblich aussitzen muss, da die Schmerzen im Liegen noch schlimmer sind.
Felix Hoffmann
- Brunsbüttel, der
- Chemietoiletten-Leerungsbeauftragter.
Amelie Zapf
- Brunsmark, der
- In den Schnee gepinkelter Schriftzug.
Martin R.
- Brünst, die
- Mischung aus Entsetzen, unterdrücktem Lachkrampf und Neigung zu Vergleichen mit Bordellen, die einen beim Betreten mit nackten Putten und anderem Kitsch überladener Barock- oder Rokoko-Kirchen überkommt. Zugleich der Grund, weshalb auf die Verpflichtung zur Achtung der Würde des Gotteshauses eigens durch Schilder hingewiesen werden muss.
Manuel Kunst
- Buchfahrt, die
- Halbtägige Busreise für Rentner, bei der anstelle der üblichen Lamadecken die Restposten des Weltbild-Verlages überteuert verkauft werden.
daniel
- Buchholz, das
- Holzfasereinschluss im fertig bedruckten Druckerzeugnis (Buch, Atlas, Taschenbuch), der sich hartnäckig des Bedrucktwerdens entzieht und den optischen Gesamteindruck des Blattes durch seine bräunlich-grüne Färbung
stört. Kommt vorwiegend in der Sorte „100% holzfrei, chlorfrei gebleicht auf Sauerstoffbasis“ vor. Beim Versuch, Buchholz zu entfernen, entstehen irreparable Löcher, die die Aussagekraft und Verständlichkeit des Textes mindern und im schlimmsten Fall den Wahrheitsgehalt halbieren.
Tigerschaf
- Bückwitz, der
- Das, was man in einer → Gaymühle lieber nicht erzählen sollte.
Wayne
- Büderich, der
- Betreiber eines Kiosks oder Schnellimbisses.
Wayne
- Buflings, die (Pl.)
- Kleine Kerben oder Dellen am Auto, die gerade noch klein genug sind, um nicht repariert zu werden, aber dennoch den Wiederverkaufwert empfindlich stören.
Manuel Kunst
- buggingen (V.)
- Aufgabe einer speziellen Abteilung bei Microsoft: Neue Bugs, ähm, Features in die Software einbauen, die ein (kostenpflichtiges) Upgrade auf die übernächste Version rechtfertigen respektive unumgänglich machen werden.
Sascha
- Bühling, der
- Jahreszeit, die laut Kalender eigentlich tiefster Winter sein sollte, sich aber verdammt wie Frühling anfühlt. Eine der → Neukalen.
Nadine
- Bullenkuhlen, die (Pl.)
- Flache Vertiefungen am Straßenrand, in denen sich Ordnungshüter gerne aufhalten, insbesondere zur Überführung von Temposündern.
Sigi T.
- Bulmke, die
- Die zwei Sekunden gespannter Erwartungshaltung zwischen einem Hupen/Bremsenquietschen und dem enttäuschenden Ausbleiben des Krachens.
- burren (V.)
- Schnurrende, zufriedene Geräusche von sich geben, wenn man eine Katze auf dem Schoß hat und streichelt. Burrende Menschen verwirren Katzen meistens so sehr, dass sie mit dem Schnurren aufhören, den Mensch von → untenhöhscheid anblicken und sich elegant aus dem Staub machen.
Nadine
- bürrig (Adj.)
- Bürrig sind vor allen Dingen Menschen, die jedwedes Niveau verloren haben und es vorziehen, die wenigen Dinge, die sie noch besitzen, verkommen zu lassen. Im Allgemeinen haben bürrige Menschen wenig Phantasie, einen geringen IQ, einen erhöhten Alkoholspiegel und kein Verständnis für Menschen, die nicht so sind wie sie.
Jordan
- Burscheid, der
- Aufnahmegelöbnis bei einer Studentenverbindung.
Amelie Zapf
- Busendorf, das
- Gespenstischer Schrottplatz, an dem ein ausgemusterter Geisterbus neben dem anderen steht.
Manuel Kunst
- büttgen (V.)
- Kurzform von in die Bütt gehen.
1.) eine Karnevalsrede halten
2.) in die Badewanne steigen
Wayne
- Cabbio, das
- Geerbtes Cabrio, dessen Verdeck sich im Sommer nicht öffnen und im Winter nicht schliessen lässt.
Carsten
- Cademario, der
- Ein untalentierter Makler, dem man das Kleingedruckte am Mienenspiel ablesen kann. Ggs. → Champmartin
Marko Kolm
- Calbe, die
- Frau, die schwanger wird, sobald sie von einem Mann nur angeschaut wird.
Zu ihrem Leidwesen ist sie sehr attraktiv und wird daher ständig von
Männern angeschaut.
Karsten Fleischer
- Caminchen, das
- Die kleinen, mit Hütchen versehenen Metallrohre, die auf Häuserdächern
oder an Häuserwänden zum Vorschein kommen und die dazu dienen,
Küchengerüche direkt von der Dunstabzugshaube auf die Terrasse oder den
Balkon des Nachbarn zu blasen.
Karsten Fleischer
- Casabra, die
- Hütte oder Zelt einer Jahrmarktshellseherin.
Carsten
- Chamerau, der
- Chronisches Jucken des Gaumens, das durch Reiben mit der Zunge kurzzeitig zur Erträglichkeit gesteigert werden kann, dann aber bald wieder unerträglich subtil wird.
- Chamoson, das
- Der Bereich im menschlichen Gehirn, der mittels parapsychischer Kräfte registriert, wenn der Wecker in zehn Minuten klingeln wird, und den Schläfer sofort aufweckt, woraufhin er neun Minuten und dreißig Sekunden lang in einem bejammernswerten Zustand aus extremer Müdigkeit und Angst vor dem Klingeln des Weckers dahinvegetiert und alle zehn Sekunden auf denselben schaut, um schließlich die Nerven zu verlieren, den Wecker abzuschalten und selbsttätig aufzustehen.
- Champmartin, der
- Ein talentierter Makler, dem es sogar gelingt, einen unter Wasser stehenden Keller als Innenraumfeuchtbiotop zu verkaufen. Ggs.: → Cademario
Marko Kolm
- Charmoille, die
- Eine Frau, der mann nach nur einem ihrer Augenaufschläge nicht widerstehen
kann und irrationalerweise sofort bereit ist, all ihre Wünsche unter möglichem Verlust von Leib, Leben und Ansparnissen, die für die Alterversorgung gedacht waren, zu verwirklichen. Ehemann es sich versieht,
hat mann ihre drei Kinder aus vorigen Beziehungen am Arsch, Leib und Leben
sind gefährdet, weil die Dame sehr kräftige Brüder hat, und die Ansparnisse sind ohnehin schon aufgebraucht, weil die Dame einen sehr
hohen Schuhverschleiß hat.
Karsten Fleischer
- Chemin-Dessous, das
- Bei Loveparades, Life Balls und ähnlichen Veranstaltungen anzutreffendes, mit Filzstift oder Permanent-Marker ausgeführtes Kleidungsstück.
Marko Kolm
- Chiddingstone, der
- Der hoch entwickelte Chip in Fernbedienungen von z. B. DVD-Playern, der je nach dem, welche Taste gedrückt wird, den Infrarotstrahl in eine andere Richtung lenkt. Erfahrene Benutzer wissen, in welchem Winkel zum Gerät sie die Fernbedienung für jede Funktion halten müssen. Dem wird die Industrie Gerüchten zufolge bald mit einer neuen Chiddingstone-Generation begegnen, die mit Zufallsgeneratoren ausgestattet und somit komplett unberechenbar sein wird.
- Chiemgau, der
- Das völlige Ausbleiben des Bayerntourismus zur Hauptsaison.
R. Elrahl
- Christanz, die
- Die Aversion gegen den oktroyierten Glauben, die sich langsam bei jungen Menschen in einem stark christlich geprägten Elternhaus aufbaut.
Karsten Fleischer
- Christoplacken, die
- Nervige, kaum zu entfernende Aufkleberreste von religiösen Schutz-Stickern in oder an einem Gebraucht-Pkw.
Carsten
- Chur, die
- Heilbehandlung, die vorwiegend aus Anwendungen der neuesten chemisch-pharmazeutischen Produkte besteht.
Amelie Zapf
- Clarholz, das
- Regulierung von Schäden und Aufräumarbeiten am Morgen nach einer Kneipenschlägerei durch die Beteiligten („Clarholz machen“). Wird heute auch gerne scherzhaft für das Wiederaufstellen von umgeworfenen Kegeln auf einer Kegelbahn benutzt.
Rolf H. Eustergerling
- Clodra, die
- Dame, die alle fünf Minuten zur Toilette rennt, nicht jedoch ohne zuvor ihr komplettes Handgepäck ergriffen und eine andere Dame zum Mitkommen animiert zu haben.
Karsten Fleischer
- Coblenz, die
- Transparente, manchmal gar blau getönte Kunststoffblende, die den Rücklichtern tiefer gelegter PKWs im ausgeschalteten Zustand ein einheitliches, smoothes, cooles Design geben soll. Sieht nicht nur proll, sondern auch regelrecht scheiße aus.
- Coelbe, die
- Das Gefühl eines kühlen Luftzuges auf einer frisch rasierten Glatze.
Gilbert Reineke
- Coinsins, die (Pl.)
- Nicht scheinhafte, aber billige Vergnügen der lasterhaften Sorte.
Karsten Fleischer
- Coldrerio, der
- Die leuchtende Buntheit, die schwarze Gegenstände an den Tag legen, wenn man sie nur gleißend genug beleuchtet. Ein Coldrerio ist beispielsweise beim Laientheater zu beobachten, wenn sich fünf Darsteller mit ihren eigenen schwarzen T-Shirts bekleiden und sich dann ins Licht der Bühnenscheinwerfer stellen.
- Creussen, das
- Jagen nutzlos mit dem Motorrad cruisender Herren durch eigens dafür auf preussischem Know-How basierend ausgebildete Polizisten per Jagdbomber, Kampfmotorrad, Spürpanzer und Cruise Missiles zur Überprüfung der Profiltiefe und TÜV-Gültigkeit.
Manuel Kunst
- Cumlosen, die (Pl.)
- Selbsthilfegruppe von Männern, die den Orgasmus nicht mehr erreichen können.
Karsten Fleischer
- Dabergotz, der
- Eine Person, die in Internet-Diskussionen, wann immer ihr jemand widerspricht, sofort krakeelt, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sei und man auch hier strafrechtlich verfolgt werden könne und dass man sich in der Anonymität des Netzes bloß nicht zu sicher fühlen solle, und mit Beleidigungsklagen droht.
- Dahlwitz-Hoppegarten, der
- Übungsparcours für angehende TV-Comedians.
Marko Kolm
- Dalaas, die
- Schlechter Abklatsch einer erfolgreichen Fernsehserie, die eigentlich schon schlecht genug war.
Karsten Fleischer
- damlos (Adj.)
- Zustand männlicher Singles auf einer Veranstaltung, zu der ansonsten nur Paare eingeladen sind.
Wayne
- Dämmkärr, die
- Juckreiz nach der Arbeit mit Mineralwolle.
Harald
- damolandia (Adj.)
- Beschreibt den Zustand eines Kleinkindes am Beginn der Einschlafphase. Gekennzeichnet durch glasigen Blick, Koordinationsverlust, kurzes Einnicken. Das Kind wird anschließend → yambrasbamba, um nach einer kurzen → zakopanen Phase in ein tiefes → Komarom zu fallen.
Marko Kolm
- Dampfsäge, die
- Ein hochkompliziertes, im vorletzten Jahrhundert ersonnenes technisches
Instrument zur Holzbearbeitung. Anstatt die Wasserkraft direkt zu nutzen,
wird ein Bächlein oder Flüsschen durch ein riesiges Feuer, welches Tag und
Nacht von mindestens dreizehn der stärksten Männer des Dorfes in Schach
gehalten werden muss, komplett verdampft. Der entstehende Dampf wird dann
zu 99% dazu verwandt, Holz zur weiteren Nährung des Feuer zu zerkleinern.
Das verbliebene Prozent wird zur Betreibung eines Sägeblattes –
größenmäßig vergleichbar mit einem, welches man zur Laubsägung benötigt –
verwandt, um irgendein → Gschnitz hervorzubringen.
Karsten Fleischer
- damüls (Adv.)
- Ähnlich wie → jetsch eine ungefähre Zeitangabe. Kann gestern sein, aber auch als man das letzte Mal Sex hatte, das letzte Mal eine Steurrückzahlung vom Finanzamt erhielt oder noch an den Weihnachtsmann glaubte.
Karsten Fleischer
- Dänischmüssen, das
- Variante der Amöbenruhr, bei der als alleinige Therapiemetode drei Jahre alter Stockfisch dient, der immer zur gleichen Uhrzeit am 12. November in einem Fjord bei Norre Vorupor gefangen und getrocknet werden muss, um seine schrecklichen Heilkräfte zu entfalten. Vgl. → Vlotho
M. Birner & S. Barth
- dankmarshausen (V.)
- Eine wichtige Entscheidung aufgrund des Zeitungshoroskops treffen und dann lebenslang darunter leiden.
Marko Kolm
- danzig (Adj.)
- Danzig ist, wer eigene Fehler kompensiert, indem er bei anderen übermäßig nach den gleichen Fehlern bohrt.
Günter
- Darz, der
- Das Gefühl, das einen überkommt, wenn man nach 15 Minuten an der Supermarktkasse
- endlich an der Reihe ist und die Kassiererin sagt: „Kleinen Moment, ich muss eben die Rolle wechseln.“
- endlich an der Reihe ist, sich aber abzeichnet, dass es noch einmal so lange dauern wird, bis das gesamte Personal mit vereinten Kräften ermittelt hat, ob der Jogurt, den man kaufen will, 19 oder 25 Cent kostet.
- nur noch einen Kunden vor sich hat und die Kassiererin ins Mikrofon sagt: „Frau Fischer, bitte an Kasse 6. Storno.“
- nur noch eine ältere Dame vor sich hat und diese sagt: „17,83? Ich glaub’, das hab’ ich passend."
Stollentroll und Kilian
- Deekelsen, das
- Ein allgemein bekannter Ort, von dem weniger allgemein bekannt ist, dass es ihn amtlicherseits gar nicht gibt und dass er nur redensartlich existiert. Die Eignung von Deekelsen als → Ústí nad Labem ist umstritten, obwohl Deekelsen selbst ein ein Deekelsen ist – bekannt aus einer TV-Serie, die in Norddeutschland spielt. Grenzfälle sind das sehr bekannte Posemuckel, dessen Nichtexistenz als beinahe ebenso bekannt einzuschätzen ist, oder Kyritz an der Knatter: Kyritz findet man durchaus auf der Landkarte, aber die Knatter sucht man dortselbst vergebens. Sie existiert nur als eine Art virtueller Fluss in den Köpfen der Berliner. S.a. die Deekelsen-Liste der GSV
Reinhardt Graetz und Kilian Evang
- Deinste, die
- Die Favoritin unter mehreren Freundinnen eins Mannes.
Bernd Eberhard
- Delaware, die
- (EDV) Der Zustand gesteigerter Aufmerksamkeit vor dem endgültigen Betätigen der Löschtaste, in dem man überprüft, ob auch nur Daten markiert sind, die nicht mehr gebraucht werden. Da unterlassene Delaware zu Datenverlust führen kann, versuchen manche Softwarehersteller, mit speziellen Dialogfenstern zur Delaware zu ermahnen, was aber herzlich wenig nützt, weil diese schon nach wenigen Tagen Übung reflexartig bestätigt werden.
R. Elrahl
- demen (V.)
- Peinliches Berührtsein vom Benehmen einer Person, obgleich für ihr Benehmen nicht verantwortlich ist. Besonders häufig demen sich Zuschauer von Fernseh-Talkshows bei Auftritten Prominenter der Kategorien B und abwärts.
Farmer
- Detmold, der
- Menschliches Wesen, das in jeder Beziehung stark an einen Maulwurf erinnert.
die nora
- Dietikon, das
- Ein seit Jahren hinter dem Kühlschrank deponierter Ordner, gefüllt mit vergilbten, herausgerissenen Brigitte-Heftseiten.
Carsten
- Dietzenbach, der
- Wassertropfen, die sich bei einem unerwartetem Regenguss ihren Weg durch den gewagten V-Ausschnitt einer Dame bahnen.
Karsten Fleischer
- Dingolfing, das
- Rasensport auf einem Platz mit genormtem Lochabstand.
Wayne
- Dingsleben, das
- Ausdruck eines Menschen, der mit seinem Leben unzufrieden ist und mit dem Gedanken an dessen vorzeitige Beendigung spielt, aber vergessen hat, um was für ein Leben es sich dabei handelt.
Ku
- Dinkelscherben, die (Pl.)
- Zahnsplitter, die abbröseln beim abspanenden Versuch, ein ökologisch hergestelltes Dinkelbrot zu zerkauen.
Manuel Kunst
- Dinklage, die
- Wütende Einforderung einer Norm für die Richtungsanordnung der Plätze auf Steckdosenleisten beim Versuch, den Stecker eines neu erworbenen Verstärkers an einer uneinsichtigen Stelle hinter dem Regal dort anzuschließen.
myrna
- Dinxperlo, der
- No-Name-Prosecco mit Schraubverschluss aus der untersten Regalreihe eines Discounters. S.a. → proseken
Carsten
- Dipshorn, das
- In der Soße steckende abgebrochene Ecke eines Nachos.
Harald
- Dober-Pause, die
- Das listige kurzzeitige Aussetzen der Kopfschmerzen in der Viertelstunde, bevor man das Haus verlässt und noch Zeit und Gelegenheit hätte, eine Tablette zu nehmen. „Meine Kopfschmerzen sind weg!“ – „Nimm lieber trotzdem eine Tablette, das ist bestimmt nur eine Dober-Pause.“
- Doberschütz, der
- Kurzsichtiger Waidmann mit ausgeprägtem Jagdhundverschleiß.
Carsten
- Döbra, die
- Die Halbschlafphase nach dem Schlafen, in der man auf ziemlich unangenehme Weise außerstande ist, zwischen Realität und absurden Traumideen zu unterscheiden.
- Doetinchen, das
- Eine Nebenform des → Dottikons: Aus mangelnder Beherrschung von Interpunktion und Tastatur missbräuchlich eingesetztes Stück Typografie, wie zum Beispiel der hochgestellte Schrägstrich in susi/s boutique.
- dogern (V.)
- Bei (meistens kleinen, hyperaktiven) Hunden: Wie irre durch die Wohnung rasen, über Sofas springen, mit dem ganzen Körper wedeln, bellen, sich wälzen und Decken zerreißen.
Nadine und Jasmin
- Dollrottwatt, das
- Die mit verwesenden Quallenleichen gefüllte Senke im Schlick, in die man bei einer herbstlichen Nordseewanderung genau dann tritt, wenn man zufällig keine Gummistiefel angezogen hat.
Carsten
- Domanze, die
- Romanze mit einer Domina.
Karsten Fleischer
- Doppleschwand, die
- Von den beiden Wänden, die man bei einem Vollrausch vor Augen hat, diejenige, an der man sich tragischerweise festhält.
Karsten Fleischer
- dorfprozelten (V.)
- Unter über Stangen gespannten Decken in seltsamen Stofftüten nächtigen, hat rituellen Charakter bekommen. Da die Decken mit → Antheringen im Boden befestigt werden müssen, kann dies aufgrund der Bodenbeschaffenheit nur außerhalb geschlossener Ortschaften ausgeübt werden.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Dorlar, der
- Ein Geldschein oder eine Münze unbekannter Herkunft, mit fremdartigen Schriftzeichen und mystischen Symbolen übersäht.
Karsten Fleischer
- Dormagen, das
- Für die Umwelt deutlich vernehmbares Gluckern im Oberbauch. S.a. → Vlotho
Carsten
- Dornbirn, die
- Österreichische Bezeichnung für die Kaktusfeige (Frucht der Opuntie). Zusammen mit Paradeiser, Karfiol, Marillen, Topfen u.v.m. Teil einer trotzigen alpenländischen Strategie der sprachlichen Abgrenzung.
Felix Hoffmann
- Dörner, der
- Döner mit vegetarischer Füllung aus trockenen Körnern und Dörr-Tofu in fahler Knoblauch-Honigmarinade.
Manuel Kunst
- Dörrmenz, die
- (med.) Aufgrund von Dehydratation einsetzende Demenz.
Karsten Fleischer
- Dorsten, der
- Baumelnder Faden, den man mit einem beherzten Ruck entfernt und damit gleich die gesamte Naht aufreißt.
Andreas
- Dortmund, der
- Der Zustand, wenn alles in Ordnung ist, man sich aber irgendwie trotzdem nicht gut dabei fühlt.
Mark
- Döschnitz, der
- Oberdämlicher Fehler, den man höchstens anderen zugetraut hätte, jetzt aber nachweislich selbst begangen hat.
Felix Hoffmann
- Döschütz, der
- Alterspräsident eines Jagdvereins, der aufgrund fortschreitender Sehschwäche in der letzten Saison erstmals mehr Jagdkameraden und Spaziergänger als Wildtiere erlegt hat.
Günter
- Dranse, die
- Unangenehme Person, die sich ständig mit einem „ich will nur mal eben“ vordrängelt, häufig im Supermarkt oder am Bankschalter anzutreffen.
Sigi T.
- Drantum, das
- Der Grad, zu dem an einer Sache etwas „dran“ ist. Man sagt z.B. von Verschwörungstheorien, dass sie ein vermutlich äußerst geringes Drantum haben.
- Dreitzsch, der
- Person, die hartnäckig unter Leitern hindurchläuft, Spiegel zerbricht und behauptet, schwarze Katzen brächten ihr Glück und Freitag der 13. wäre ihr Glückstag. Meistens hat sie dafür auch noch Beweise, die ärgerlicherweise unwiderlegbar sind. Interessanterweise wurden der Statistik nach die meisten Dreitzsche an einem 13. geboren, aber dafür die wenigsten an einem Freitag.
Nadine
- dresden (V.)
- Die einzig sichere Methode, um herauszufinden, ob ein länglich-spitzes Metallstück eher ein Nagel oder eine Schraube ist.
Johann
- Drobollach, die
- Hämisches Lachen über die vermeintliche Doofheit und Blödheit der Mitmenschen. Wird meistens damit bestraft, dass einem stante pede die gleichen Fehler unterlaufen.
Sigi T.
- drolshagen (V.)
- In lästernder Absicht jemanden nachäffen und dabei von eben dieser Person beobachtet werden.
Carsten
- Drönnewitz, der
- Ein lustiger Spruch, mit dem man selbst verursachte flatulöse Situationen in der Öffentlichkeit zu entschärfen versucht, z.B.: „Huch, Trompetenkäfer…“ S.a. → upen, → poburzen
Mike Zwionzek
- droyßig (Num.)
- Undeutlich gemurmelte Altersangabe einer Frau, der man die 25 nicht mehr abnimmt.
Wayne
- drütte (Num.)
- Der drütte Platz ist der ungerechte dritte Platz, den im K.O.-System der Zweitbeste erhält, wenn er im Halbfinale gegen den Besten spielt und nun der Drittbeste das Finale verlieren darf, während er selbst im kleinen Finale gegen den Viertbesten spielt.
- Duben, der
- Das definitive Nachschlagewerk der → neutschen Sprache. Muss allerdings noch verfasst werden.
Karsten Fleischer
- Duckwitz, der
- Etwas, das man sich zwar traut zu sagen, sich danach aber lieber duckt.
- Düdenbüttel, der
- Niederer Dienstgrad bei Lexikografen.
- Dümde, die
- Verschönerungselement an Autospiegeln, Schulrucksäcken etc., z.B. Plüschwürfel, Babyschuhe, Diddlmäuse, Babynuckel, Reflektorkatzen, kleine Kruzifixe...
Karin
- Dümpel, der
- Ein Projektbeteiligter, der jeden aktiven, vorausdenkenden Einsatz vermeidet und wirklich nur das Allernötigste tut. Das geht solange halbwegs gut, wie andere dieses Verhalten durch ihren Enthusiasmus kompensieren, führt aber bei diesen zu steigendem Unmut und letzlich zum → Schraden des gesamten Vorhabens.
Felix Hoffmann
- dünfus (Adj.)
- Beschreibt den Gemütszustand einer Person X, wenn Person Y ihr gerade einen komplizierten Sachverhalt erklären will, Y jedoch dabei irgendetwas über diesen Sachverhalt wie Schuppen vor den Augen fällt, das nun sofort mit einer ebenfalls anwesenden und an sich bereits im Bilde befindlichen Person Z ausführlich ausdiskutiert werden muss, bevor man X noch die kleinste Chance gibt, zu verstehen, worum es eigentlich geht.
- Dünzling, der
- Ehemann der Frau des Chefs einer Firma.
Manuel Kunst
- Dürboslar, der
- Experimentelles Rennauto des VEB Sachsenring. Die erfolglose Tüftelei am Dürboslar verhinderte neuen Untersuchungen zufolge in der Zeit von 1964 bis 1989 täglich die Produktion von 50 Trabis.
- düren (V.)
- Den Preis einer Ware oder Dienstleistung während des Verkaufsgesprächs proportional zum Verwirrtheitsgrad des Kunden dynamisch steigern, bei der Kaufentscheidung verdoppeln und ihm schließlich eine günstige Rücktrittsversicherung in Höhe des Gesamtpreises aufschwatzen.
Tülay
- Dürnkrut, das
- Topfpflanze in der entlegendsten Wohnungsecke, die man allem gutem Vorsatz zum Trotz immer wieder zu gießen vergisst.
Sigi T.
- Dürrweitzschen, die (Pl.)
- Kaltes Buffet ohne wirkliche Höhepunkte.
Ku
- Duschanbe, die
- Duschanbe, die:
Unerklärliches physikalisches Phänomen, nämlich die Anziehungskraft, die nasse menschliche Haut unweigerlich auf Plastikvorhänge ausübt.
Carsten
- Düsselbach, der
- Ein Bach, der durch Großstadtbebauung weitgehend unter die Erde verlegt wurde und jetzt immer nur an den unerwartetsten Stellen zum Vorschein kommt.
- dusslingen (V.)
- Vorgänge im Gehirn zuförderst überdurchschnittlich intelligenter Hochschullehrer in den Zeiträumen zwischen einem „ääh“ und dem folgenden Satzteil, der daraufhin keinen logischen oder syntaktischen Zusammenhang zum bislang Gesagten mehr hat.
Lünne Rich
- Düste, die
- Halluzination von ausgehendem Licht, die einen nach langem Sitzen in einem Kinosaal o.Ä. mit zunehmender Häufigkeit befällt.
- Dwergte, die
- Maßeinheit für die Krümmung des Kopfhaares. 0 Dwergte entspricht glattem Haar, 10 Dwergte einem Lockenkopf.
Norti
- Ebbs, der
- Jene zufällige, kurze zwischenmenschliche Berührung mit einer a) äußerst unattraktiven Person oder b) äußerst attraktiven Person, die man tunlichst versucht hat zu vermeiden. Kommt häufig in öffentlichen Personennahverkehrsmitteln vor.
Karsten Fleischer
- E·bend·ör·fel, das
- Dialektal gesprochenes oder geschriebenes d am Ende eines Wortes (z.B. ebend statt eben, offend statt offen).
Farmer
- Ebnet, der
- Antwort auf Ausführungen eines Prüfers, die suggerieren soll, man wisse das alles und der Prüfer sei einem nur zuvorgekommen.
Michael
- Edderitz, der
- Ähnlich wie ein → Edewecht ist auch der Edderitz ein vollkommen von sich eingenommes männliches Wesen, das ständig Frauen anspricht. Im Gegensatz zum Edewecht hat er aber Erfolg dabei.
Karsten Fleischer
- Edelschrott, der
- Das lange erwartete deutsche Wort für Camp.
- Edemissen, die
- Die weiblichen Opfer der → Edderitze und → Edewechte.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Edewecht, der
- Vollkommen von sich eingenommes männliches Wesen, welches andauernd irgendwelche Frauen anspricht und sich eine Abfuhr nach der anderen holt, aber sich davon in keinster Weise beirren lässt. Ein echter Edewecht braucht sich noch nicht einmal → Mermuth anzutrinken, er beherrscht das auch nüchtern. Siehe auch → Edderitz, → Edemissen.
Karsten Fleischer
- Edt-Winkling, der
- Ein Werkzeug mit einer rätselhaften konstruktionsbedingten Besonderheit, bei der man nicht dahinter kommt, ob die Konstrukteure einfach nur zu blöd waren, ein funktionelles Instrument herzustellen (vgl. → Undingen), oder aber eine geniale arbeits- und lebenserleichternde Idee hatten, die zu verstehen man nun selbst wieder zu blöd ist. Alle paar Jahre findet man dieses Ding in irgendeiner Schublade, überlegt einige Zeit lang, kommt nicht dahinter und deponiert es an einem Ort, den man sofort wieder vergisst.
Marko Kolm
- Eggerding, das
- Gegenstand, der entfernt an einen Würfel oder an einen Quader erinnert, sich aber durch schiefe Seiten und krumme Kanten von solchen unterscheidet.
Karsten Fleischer
- eggingen (V.)
- Sich bemühen, etwas in eine perfekte Würfel- oder Quaderform zu bringen, etwa beim Schneiden von Gemüse oder beim handwerklichen Arbeiten mit Werkstoffen wie Ton, Knetgummi, Holz etc., aber ständig nur ein → Eggerding herausbekommen.
Karsten Fleischer
- Ehenbichl, der
- Jemand mit großer Vorliebe für → Poppenwurthen u.ä., der sich aber aufgrund einer schrecklichen Goldallergie nicht endgültig festlegen kann.
Sigi T.
- Ehestorf, der
- Ein inszenierter Ehestreit per E-Mail, der an zig Leute im Verteiler geht
(s.a. → Postreit) und aufgrund seines Umfangs bei mindestens einer
Person aus eben diesem Verteiler den E-Mail-Server auf der Arbeit
lahmlegt.
Karsten Fleischer
- Ehlenz, das
- Die sich alljährlich im Frühjahr einstellende beklemmende Gewissheit, dass man viel zu früh vor den Traualtar getreten ist.
Carsten
- Ehrenzipfel, der
- Ganz selten verliehener Titel. Herren erhalten ihn für außerordentlich zahlreiche und umfangreiche Besuche in Instituten zur Pflege zwischenmenschlicher Kommunikation mit Damen. Er berechtigt zu kostenlosen weiteren Besuchen, obwohl (oder weil) nicht nur dem weiblichen Personal, sondern auch dem Geehrten klar geworden ist, dass es selbst gegen hohe Bezahlung nicht mehr geht.
Ku
- Eidelstedt, der
- Jemand, der seine Ostereier immer im Versteck liegen lässt.
daniel klemm
- Eilau, die
- Halsbrecherisches und verbotswidriges Überholmanöver, mit dem es besonders ausgebufften Autofahrern gelingt, 10 Sekunden früher an der nächsten roten Ampel einzutreffen.
Felix Hoffmann
- Eilvese, die
- Die kurzfristige Anwesenheit auf einer Veranstaltung, die man deshalb so
schnell wieder verlassen muss, weil man
1. die Gastgeber nicht leiden kann und nur aus Höflichkeit erschienen ist.
2. an dem Tag zu fünfzehn anderen Veranstaltungen geladen ist, deren
Gastgeber man alle gleich gut leiden kann, aber nicht enttäuschen mag. Vgl. → Neheim-Hüsten.
Karsten Fleischer
- Eime, die
- Löchriges Gefäß, dessen frühere Aufgabe es war, Flüssigkeiten zu beinhalten, und das nun sein nutzloses Dasein in einer Kellerecke fristet.
Karsten Fleischer
- einöllen (V.)
- Sich selbst oder eine andere Person auf einer Feierlichkeit so heftig mit Speisen und/oder Getränken bekleckern, dass die betroffene Person entweder gezwungen ist, nach Hause zu fahren, um die Garderobe zu wechseln, oder vollkommen unpassende Kleidung beim Gastgeber auszuleihen, da sie sich ansonsten zum Gespött des Abends machen würde. Siehe auch → hohenöllen.
Karsten Fleischer
- Einweging, das
- Lebensstil, bei dem das Zurückbringen von Pfandflaschen verpönt ist.
Karsten Fleischer
- Eischeid, der
- Finaler Zustand raffinierter, mit Wasserbad zuzubereitender Eierspeisen, wenn trotz aller oder wegen mangelnder Vorsicht die Temperatur zu hoch gestiegen und das Eiweiß geronnen ist. Gebräuchlich auch als Fluch des jeweils verantwortlichen Küchenmeisters, bevor er den Eischeid in den Müll gibt und mit der Zubereitung von vorne beginnt.
Grinsekater
- Eisenach, der
- Der kurze Moment der Reue, nachdem man versehentlich etwas in den falschen Wertstoffcontainer geworfen hat.
Matthias Warkus
- Eisenärzt, die
- Sexposition, die der deutschen Übersetzung des Kamasutra hinzugefügt wurde.
frei nach Shane
- Eisenbirn, die
- (med.) Ein anatomisches Merkmal, das Sportlern, insbesondere Boxern, zugute kommt. Obwohl bereits sämtliche höheren Hirnfunktionen infolge multipler Traumata irreversibel eingestellt wurden, ist die mit einer Eisenbirn ausgestattete Person imstande, in ihrem Metier erfolgreich zu sein. Sie kann auch Interviews geben und sogar ihre Meinung zu weltpolitischen Themen äußern, wobei diese Aussagen für viele Menschen eine erstaunliche Relevanz zu haben scheinen.
Marko Kolm
- eisenhutsrot (Adj.)
- Die Farbe eines Löffels aus „rostfreiem Stahl“, den man im Balsamico-Dressing stehengelassen hat.
Felix Hoffmann
- Eisenkappel, das
- Die neue Kopfbedeckung des Papstes, die dringend entwickelt werden sollte, damit der offizielle Habit des Heiligen Vaters nicht durch lächerliche Lappalien wie plötzliche Windstöße derangiert wird.
Sigi T.
- Eja, das
- Alte japanische Kampfsportart, bei der man versucht, dem Gegner das Ohrläppchen abzubeißen. Bei Erfolg, wird „Eja“ gerufen.
Lucy und Selina
- Elberfeld, das
- Spöttische Bezeichnung für einen Event-Rasen, auf dem gewandete Gestalten mit angeklebten Spitzohren und langen Haaren sich mit Schwertern und Stangen Schaukämpfe liefern.
- Ellar, das
- Ein Gegenstand, den es bei unangemeldetem Besuch so schnell und unauffällig wie möglich beiseitezuschaffen gilt, wenn man eine peinliche Situation vermeiden oder die Überraschung nicht verderben will. Vgl. → Jarplund Weding
Michael
- eller (Konj.)
- Die Konjunktion eller verbindet zwei Sätze oder Satzteile, wenn deren Inhalte weder als einander verstärkend (wie bei und) noch als einander einschränkend (wie bei aber) dargestellt werden sollen:
„Der Film war simpel gestrickt, eller sehr schön.“
- Ellhöft, die
- Grandioses neues Hüftimplantat mit funkferngesteuertem Schwungmotor. Senioren können damit so jung wirken wie vor fünzig oder mehr Jahren. Für Männer gibt es das Modell „Elvis“, für Damen das Modell „Josephine Baker“. Bei letzterem gibt es einen Bananengürtel gratis dazu.
Karsten Fleischer
- Ellwangen, der
- Weiches Stück Fleisch unterhalb des Ellbogens, weich wie eine Wange.
Lucy und Selina
- Elmshorn, das
- Die Verletzungen, die man sich zuzieht, wenn die Fahrer- oder Beifahrertür durch das nebenstehende Fahrzeug nur einen schmalen Spalt geöffnet werden kann und man sich beim Einsteigen den Kopf erst am Dach stößt, zurückzuckt und sich an der Tür stößt, um dann betäubt auf den Fahrersitz zu sinken.
thorsten meyer
- emden (V.)
- Gesprächspartnern die Mühe abnehmen, ihre Sätze auszusprechen, indem man sie großzügig selbst laut vervollständigt.
Felix Hoffmann
- Emmeln, die (Pl.)
- Hausschuhe oder Sandalen im allerletzten Stadium vor der völligen Selbstauflösung nennt man Emmeln. Vom fabrikneuen Zustand entwickeln sich Hausschuhe oder Sandalen im Laufe der Jahre zu Schlappen oder Latschen und werden oft bereits am Ende dieser Seins-Phase aus dem Verkehr gezogen. Manchmal jedoch werden geliebte Fußbekleidungen auch noch danach weiter benutzt und erwecken auf Außenstehende mitunter den Eindruck, als seien sie schon an den Füßen des Besitzers angewachsen.
Andreas
- emmen (V.)
- Jede dringend notwenige Entscheidung mit einem langen „mmmmmh, ich weiß nicht“ einleiten.
Sigi T.
- Emmerich, der
- Auch in alltäglichen Situationen permanent → emmender Mensch.
Sigi T.
- Empelde, die
- Ein älteres Haus, dass so lange behaglich scheint, bis der erste Güterzug über die unauffällig durch den Garten führenden Gleise rumpelt und das Haus über Minuten mit bebenden Böden, Knarzen und weiteren unwahrscheinlichen Klängen erfüllt.
Angela
- endlingen (V.)
- Sich von einem/r langjährigen Freund/in trennen, weil er/sie zu anhänglich geworden ist.
Felix Rolf
- Engelbrechtsche Wildnis, die
- Steigerung der inzwischen abgedroschenen böhmischen Dörfer, die ja seit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs vielen deutschen Tagestouristen teilweise geläufiger sind als das eigene Schlafzimmer. Wer sich mit einem Thema nun wirklich überhaupt nicht auskennt, der sagt „Das ist für mich eine Engelbrechtsche Wildnis.“
Wayne
- Englschulding, das
- Ausflucht mit dem Verweis auf eine höhere Macht.
Michael
- Ensch (Interj.)
- Sprachökonomische Kurzform in der häufigen Kombination: „Oh, Ensch...“ Das t wurde assimiliert und die restlichen Silben entfallen aus peinlicher Berührung oder Zeitersparnis ganz. (Praktisches Beispiel: Ödipussi, Kneipenszene)
Carsten
- enzen (V.)
- Zielstrebig an einen bestimmten Ort gehen, um etwas Bestimmtes zu holen und anschließend minutenlang in Gedanken versunken in der Gegend herumzustehen, weil man sich beim besten Willen nicht mehr entsinnen kann, was man denn jetzt hier wollte.
- Eppelheim, das
- Ein Eppelheim ist ein Gedicht, das nur aus Tätigkeiten besteht und auf dem Säen einer Obstart aufbaut. Dabei sollte sich aus der Obstart durch leichte Veränderung eine neue Sache ergeben. Dies darf, muss aber nicht durch Reim geschehen. Erlaubt ist bis zu eine Interjektion pro Gedicht. Hier zwei Beispiele.
*sät Äpfel*
*seht apple*
*sieht apple*
*sieht Mac*
*schreit*
|
*sät kirschen*
*sieht kirschen*
*sieht Hirschen*
*sieht hirsche*
*rindert*
Ups!
*sieht’s knirschen*
|
Jordan
- Equord, der
- Die eigentümliche Solidarität, die zwischen den Opfern eines → Erhartings entsteht, die merken, dass sie einander weit besser verstehen als die „vermittelnde“ journalistische Instanz sie. Lebenslange Freundschaften und sogar Ehen sollen auf diese Weise bereits entstanden sein.
- erbengrün (Adj.)
- Beschreibt die über zornrot und leichenblass erreichte Endstufe der Gesichtsfarbe von verschuldeten Hinterbliebenen, denen soeben eröffnet worden ist, dass der alte Sack sein gesamtes Vermögen einer bisher nicht erwähnten Geliebten vermacht hat.
Ku
- Erbes, das
- Aller möglicher unnützer Kram, den man von seiner Schwiegermutter - trotz vehementer Ablehnung - immer wieder aufgedrängt bekommt und den man einfach nicht los wird.
Sigi T.
- erbishofen (V.)
- Durch das Herausschwallen irrelevanten Halbwissens in strahlendster Leutseligkeit die Unwissenden überfordern und die Wissenden langweilen.
- erbrechtshausen (V.)
- So lange mit gepackten Koffern im Elternhaus wohnen, bis die Gerichte sich zu Ende gestritten haben, ob der greise Vater sich im Zustand geistiger Klarheit oder Umnachtung befunden hat, als er sein Eigenheim der Caritas vererbte.
Wayne
- Eresing, das
- Das finale Briefing einer Amateurfilmcrew, in dem eruiert wird, inwiefern die auf der selbstgebrannten DVD auftretenden Bild- und Tonstörungen die Aussage des Werkes unterstützen.
- ergenzingen (V.)
- Verzweifelte Versuche einer/s Vortragenden, zu vertuschen, dass er/sie eigentlich nichts anderes zu sagen hat, als ohnehin auf Handout bzw. Folie zu lesen ist, und den Eindruck des Ablesens zu verwischen. Armselige Ergenzingungstaktiken sind z.B.:
- den geschriebenen Text mündlich vom Verbal- in den Nominalstil umwandeln oder umgekehrt
- wohl durchdachte schriftlich aufgelistete Beispiele durch eigene, hastig konstruierte, schlechte Beispiele ersetzen
- Ergolding-Piflas, der
- Geistesblitz in zwei oder mehreren Etappen.
caru und Karsten Fleischer
- Erharting, das
- Die journalistische Unsitte, Positionen zweier Parteien, die sich nur in Details oder in der argumentativen Schwerpunktsetzung unterscheiden, zu diametral gegensätzlichen Standpunkten hochzustilisieren, Attacken, erbitterte Gegnerschaft und Blutfehden zu unterstellen.
- Erkner, der
- Schönheitschirurg, der aus moralischen Gründen Brustvergrößerungen und Penisverlängerungen ablehnt und sich daher ausschließlich auf Nasenoperationen und das Entfernen von → Eulenbisen konzentriert.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- ershausen (V.)
- Mit dem siebten Sinn eine halb leere Teetasse erspüren, die man noch irgendwo stehen hat.
- ersingen (V.)
- Durch Gesang töten.
- erwitzen (V.)
- Vor Hitze sterben.
- Esack, der
- Ein elektronischer Dudelsacksimulator.
- Eschlipp, der
- Im Herbst vermodernder feuchter glitschiger Blattrest schleimig-faseriger Konsistenz auf der Straße, der einen aus der Kurve haut.
Manuel Kunst
- Eschwege, die
- In einer vorliegenden Landkarte nicht eingezeichnete Nebenstraßen, die ein Autofahrer benutzt, um einen Stau zu umfahren, und die einen an einen Ort führen, an dem man nach Stand der Sonne und gefühlter Himmelsrichtung niemals hätte landen können. S.a. → gurkeln
Wayne
- Eskilstrup, der
- Von alleinstehender Frau gehaltene kleine Männer-Rotte. Jeweils ein Mitglied des Eskilstrups wird angerufen, wenn eine Lampe aufzuhängen, der Herd anzuschließen oder der Computer zu entwanzen ist und bekommt für seine Dienste einen Kaffee oder eine Tiefkühlpizza.
Harald
- espasingen (V.)
- Jemandem sagen, dass das, was ihm Spaß macht, keinen Spaß macht.
Kilian Evang und Karsten Fleischer
- Etterschlag, der
- Eine vollkommen unsympathische Person erklärt einem ihre lebenslange Freundschaft mittels eines Klapses auf die Schulter, dem sogenannten Etterschlag.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Eulenbis, der
- Kleine Narbe, die trotz der Geringfügigkeit der ursprünglichen Verletzung einen exponierten Körperteil ein Leben lang zieren wird.
Karsten Fleischer
- Eving, der
- Hauptdarsteller einer → Dalaas.
Karsten Fleischer
- Exing, das
- Missglücktes Examen mit anschließendem missglückten Selbstmordversuch.
Manuel Kunst
- Eyrain, der
- Türkisches Jogurtgetränk mit Zusatz von rohen Eiern.
Karsten Fleischer
- Fahring, das
- Jenes leise elektronische Knacken, das der Wecker von sich gibt, bevor er nervenzerfetzend losschrillt und einen dazu veranlasst, aus dem Tiefschlaf hochzufahren, aus dem Bett zu springen, sich das Knie an der Bettkante blau zu schlagen, über eine → Stolpe zu fallen und schließlich den Wecker mitten im ersten Ton auf eine sehr befriedigende Weise abzuwürgen. S.a. → Hellring
Nadine
- Fahrweid, der
- Berufsbedingter Pendler, dessen tägliche Anfahrtszeit zur und von der Arbeit bei weitem die tatsächliche Arbeitszeit überschreitet.
Sigi T.
- Fallingbostel, die
- Eine Gesprächstechnik. Man unterbricht dabei den Sprechenden und fasst das, was er gerade sagen wollte, zusammen – aber um 180° im Munde herumgedreht, völlig falsch, keinen Zweifel daran lassend, dass man nichts, aber auch gar nichts, kapiert hat –, um dann mit einem eigenen, ebenso undurchdringlichen wie minutenlangen Redeschwall fortzufahren. Ob die, die die Fallingbostel einsetzen, dies zu einem bestimmten Zweck tun oder ob sie sich dessen überhaupt bewusst sind, ist noch nicht hinreichend erforscht.
- Farven, die (Pl.)
- Esoterische Metaphern für Autolackierungen, die – anders als „lindgrün“, „zitronengelb“ etc. – keinerlei Entsprechung in der realen Welt haben. Beispiele: tornadorot, jazzblue, mitternachtsschwarz.
Felix Hoffmann
- faulhöden (V.)
- Etwas gewähltere Ausdrucksweise für „sich die Eier schaukeln“.
Carsten
- Fehl, die
- Fehler, den man nur macht/schwierige Situation, in die man nur gerät, wenn es wirklich darauf ankommt, z.B. die rote Ampel, die man zum ersten Mal in seinem Leben in der Fahrprüfung übersieht, oder das Kind, das einem in eben dieser Situation vors Auto rennt.
Nadine
- Feilershammer, der
- Produkt aus einem 1-Euro-Sortiment, das regulär für 49 Cent verkauft wird.
Felix Hoffmann
- Feldhorst, der
- Azubi in Landwirtschaftsbetrieben, der hinter der Erntemaschine herlaufen und übriggebliebene Reste einsammeln muss; in der bäuerlichen Hierarchie ähnlich weit unten stehend wie der → Rehhorst in der forstwirtschaftlichen.
Johann L´knecht
- Filke, die
- Das undefinierbare Insekt, das einen brummend oder sirrend von hinten anfliegt und für steiles Aufstellen der Nackenhaare und der Blutgefäße sorgt, obwohl es möglicherweise ganz harmlos ist.
Manuel Kunst
- Findlos, der
- Eine bahnbrechende Erfindung, von der man irgendwann feststellt, dass sie schon längst von jemand anderen gemacht wurde.
Ein spezieller Findlos (ein sogenannter dreifacher oder Tripel-Findlos) und wohl der berühmteste ist das Auto mit Verbrennungsmotor. S.a. → Schullwitz
Nadine
- Finnentrop, der
- Verbreiteter Gehwegreiniger, der in Finnland gern nach dem gemeinsamen Saunagang ausgeschenkt wird. Folge des Genusses ist ein → Halbhusten.
Michael
- Fischenich, der
- Notorischer Totalverweigerer von Entspannungs-Sportarten wie Angeln, Jazzgymnastik, Nordic Walking oder Hallenhalma. Für einen Fischenich fängt der richtige Sport erst beim Iron Man an.
Wayne
- Fischen im Allgäu, das
- Generische Ausrede für eine Abwesenheit, deren wahren Grund man lieber nicht preisgeben will, z.B. Wochenende mit der Sekretärin, Untersuchungshaft, Hämorrhoiden-Operation.
Felix Hoffmann
- Fißnacht, die
- Fastnachtsfeier, wie Umzug, im Freien bei kräftigem Eisregen und Sturm oder anhaltender Übelkeit.
Manuel Kunst
- fitzen (V.)
- Mit Gummiringen auf Freunde und Bekannte schießen.
Martin R.
- Fladungen, die (Pl.)
- Weitläufige Nutzrind-Weideflächen in Österreich, deren unbeschadetes Durchqueren als anspruchsvolles Manager-Motivationstraining immer größere Bedeutung erlangt.
Carsten
- Fleckeby, der
- Immerwährende Erinnerung an ein Missgeschick, das man fast, aber eben doch nicht ganz, wieder eingerenkt hat. Beispielsweise durch Kaffeeeintrag verfärbte Fugen zwischen den Bodenfliesen.
Felix Hoffmann
- Flecken-Zechlin, der
- Bezeichnung für einen Kneipengast, der jeden Abend in der gleichen ungepflegten Kleidung an der Theke hängt.
Carsten
- Fleischgaffel, der
- Unangenehmer Dauergast einer Wellness-Oase, der sich auch nach mehreren Stunden Aufenthaltes keinen Millimeter von seinem Stammplatz in optimaler Sichtweite zum Eingang der Trockensauna und den Duschplätzen wegbewegt. Fleischgaffel widmen sich im ungünstigsten Fall zusätzlich im Verborgenen dem → Wiechs am Randen.
Carsten
- Flexdorf, das
- Kleiner Ort oder Stadtteil, über dem aufgrund vermehrter Schwarzarbeit am Bau oder durch den Betrieb
illegaler Heimkrematorien ständig der durchdringende Geruch heißgelaufener Trenn- und Schruppscheiben liegt.
Felix Hoffmann
- flieden-schweben (V.)
- Privileg einer gehobenen Stellung: Alltägliche Probleme ignorieren oder mit völlig weltfremden und praxisuntauglichen Lösungsansätzen wegbürsten, die die Untergebenen dann ausbaden müssen. Beispiele: „Dann sollen Sie eben Kuchen essen!“, „Bitte faxen Sie das Buch, es ist eilig.“
Felix Hoffmann
- flingern (V.)
- Es flingert in den Fingerspitzen, wenn man den Arm gewaltig schwenkt. Das heißt, durch die Zentrifugalkraft wird das Blut in die Fingerspitzen gepresst, und es gibt so ein kitzeliges Druckgefühl.
- Flirsch, der
- Jener Staubstreifen, der beim Aufwischen mit Besen und Schaufel immer dünner wird, aber nie ganz verschwindet. Davon abgeleitet ist die Redensart „Der will den Flirsch auf die Schaufel bringen“, die sich auf jemanden bezieht, der eine als unmöglich bzw. unnötig erachtete Handlung zu vollbringen versucht.
David Lendenmann
- Flittard, der
- (abwertend) Leichtlebiger junger Mann, der unstet ist und häufig Frauenbekanntschaften macht (männliche Form zu „Flittchen“).
- Flotwedel, der
- Ein zum Putzinstrument degradierter Flokati-Teppich.
Karsten Fleischer
- Floverich, der
- Ein Name, eine Internetadresse, eine Geheimzahl o.ä., die man sich nicht sofort aufschreibt, weil man in diesem Moment felsenfest davon überzeugt ist, sich ihrer ohne Probleme erinnern zu können, und die einem spätestens zehn Minuten später komplett entfallen ist.
- Fluorn-Winzeln, das:
- Aufgrund allgegenwärtigen Zeitmangels nur Sekunden dauerndes Pro-Forma-Zähneputzen.
Marko Kolm
- Föglö-Bråttö, das
- Sommerliches Treffen zur Verarbeitung alternativen Grillgutes.
Thomas Engel
- Forschengereuth, das
- Sammelbegriff für kuriose wissenschaftliche Instrumente, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts den letzten Stand der Technik repräsentierten, heutzutage allerdings eher an Arbeitsmittel der Heiligen Inquisition erinnern. Solche Gerätschaften sind üblicherweise in Museen, auf Dachböden von Universitätsinstituten, in Kellern von verrückten Professoren sowie in Lehrmittelsammlungen für den Chemie- und Physikunterricht anzutreffen.
Marko Kolm
- fratzig (Adj.)
- Eigenschaft von Passbildern aus dem Fotoautomaten.
Carsten
- Freigericht, das
- Einladung zum Essen von machtvoller Stelle, der unweigerlich ein Attentat folgt. „There is no such thing as a free lunch.“
- Freihung, die
- Das, was der unsportlichste Schüler einer Schulklasse gerade noch so eben beim Reckturnen zustande bringt. Siehe auch → Illschwang.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Freilassing, das
- Der Moment, in dem man das Gerichtsgebäude verlässt, in dem gerade die Scheidung ausgesprochen worden ist.
Friedrich
- Fremdingen, das
- Gefühl der Einsamkeit und Isolation. Stellt sich ein, wenn man unverschuldet von Leuten umgeben ist, die den eigenen Sinn für Humor auch nicht ansatzweise nachvollziehen oder teilen können.
Felix Hoffmann
- Freundelsdorf, das
- Das deutsche Wort für friendzone. „Jemanden ins Freundelsdorf schicken“ heißt so viel wie „jemandem klarmachen, dass man keine Beziehung mit ihm/ihr haben, sondern nur befreundet sein will“. Wie man das am besten anstellt, wird in dem Lied „Warum nich’“ von Bodo Wartke demonstriert.
Nadine
- Friesoythe, die
- Korpulente Coiffeuse, die berüchtigt dafür ist, jemandem die ganze Last ihres Lebens innert der 20 Minuten für einen Fassonschnitt nicht nur verbal auf den Schultern abzuladen.
Carsten
- Fritzlar, die
- Das größte, lauteste und motorisierteste all der Werkzeuge oder Gartengeräte, die Vermieter immer dann verstärkt einzusetzen beginnen, wenn sie mit der Wohnung ihrer Mieter plötzlich anderweitige Pläne haben. Eignet sich aber auch, um besondere handwerkliche Brutalität gegen Gegenstände auszuüben: „Diese Metallstange ist verdammt solide, die müssen wir durchfritzen.“
- Fröbel, der
- Sammelbegriff für Gegenstände, die man so selten braucht, dass man jedes Mal einen neuen kauft und ihn dann in irgendeinem → Aalkasten vergisst, bis man bei einem Umzug 17 Exemplare findet.
- frohnleiten (V.)
- Die elektronische Überweisung von Alimentezahlungen.
Tom
- Frojach-Katsch, die
- Zum Insektenfang abgerichtete Katze.
Carsten
- Frutzweiler, der
- Der Ärger, den man empfindet, nachdem man von einem Arschloch freundlich gegrüßt wurde und das Arschloch freundlich zurückgegrüßt hat.
- Fuestrup, der
- Das Geräusch, das Enten und Gänse verursachen, wenn sie gerade aus dem Wasser kommen und mit ihren nassen Schwimmfüßen über den Bürgersteig watscheln.
Christiane
- Fuhlsbüttel, der
- Ein einfältiger, aber bärenstarker Junge, der für einen leicht sadistisch veranlagten Anführertyp die „Handarbeit“ erledigt (literarisches Beispiel: Crabbe und Goyle sind die Fuhlsbüttel von Draco Malfoy in den Harry Potter-Romanen).
Sascha
- Fulerum, das
- Einer dieser Kugelschreiber, mit denen man nur ein halbes Blatt vollzuschreiben braucht und sofort ein Engagement bei der Blue Man Group kriegt.
- Fulkum, das
- Das Luftpolster, das entsteht, während man die Tür eines kleinen, abgeschlossenen Raumes schnell schließt. Fehlt das Fulkum plötzlich, weil ein Fenster geöffnet ist, führt das häufig zu ungewolltem Türenknallen.
- Full, das
- Neutrale Bezeichnung für undefinierbare Haustiere, die genauso gut als Hund, Katze, Meerschweinchen oder große Ratte durchgehen könnten: „Na, du bist ja ein niedliches Full!“
Andreas
- Fumfei
- Asiatischer Dada-Poet, dessen Werke exklusiv auf T-Shirts von C&A veröffentlicht werden. S.a. → Görlitz
Felix Hoffmann
- Fünfleiten, die (Pl.)
- Abgeschlossene Zyklen von wieder zum ursprünglichen Stichwort zurückführenden Querverweisen, während derer man sich von einem Artikel zum nächsten gehangelt hat, ohne einen Schimmer davon zu bekommen, worum es bei dem Ding, das man nachschlug, geht.
- Fürsatz, der
- Das wortreiche und umständliche Aussagenkonvolut, mittels dessen ein Rechnungsprüfer in einer Vereinsversammlung dem Schatzmeister die Korrektheit seiner Arbeit des verflossenen Vereinsjahres bescheinigt und zugleich deutlich macht, was man noch alles besser machen könnte.
Manuel Kunst
- Fusch, der
- Kleine flinke Handbewegung einer nicht regelkonform spielenden Person, um das für sie negativ verlaufende Spiel positiv zu beeinflussen, kurz gesagt: Mal eben die Pöppel vom Brett fegen...
Guido
- Fußstall, der
- Große Kiste zur Aufbewahrung orthopädischer Spezialschuhe.
- Fußstall, der
- Möbelstück zur Aufbewahrung großer Schuhsammlungen.
- Füttersee, der
- Die Tränenflut, in der ein → Gemünden oft untergeht.
- Gabelbachergreut, das
- Die peinlichen, versuchsweise unterdrückten Lachanfälle, die einen immer wieder überkommen, nachdem man einen spontanen Witz gemacht hat, über den man sich selbst nicht mehr einkriegen kann.
- Gablitz, der:
- Überrumpelungstaktik, die bei Gesellschaftsessen von dreisten Tischnachbar/innen angewendet wird: „Na, ist der Koch heute gut aufgelegt?“ – und schon ist der sorgfältig zum genussvollen Verzehr vorbereitete Appetithappen vom eigenen Teller und im gierigen Maul der angreifenden Person verschwunden. Führt übergangslos zum → Hittisau sowie zum → Mürzzuschlag.
Marko Kolm
- gaggenau (Adj.)
- Pointensicher, komödiantisch begabt.
- Gamerschwang, der
- Irrationale Bewegung, etwa um einer Gefahr auszuweichen oder hinter ein Hindernis zu blicken, das sich jedoch auf einem Bildschirm oder einer Leinwand befindet. Typisches Verhalten von Computerspielern und von ? Lehninen. Gewinnt bei Einsatz von VR-Displays mit Headtracking schlagartig an Sinn.
- Gangerbauer, der
- Vogelkäfigartiges Gebilde mit Baseballkappenschirm, das von Angehörigen bestimmter Jugendsubkulturen über dem Kopf getragen wird.
- Garbsen, das
- Das meist erfolglose Unterfangen, Erbsen (fein) mit der Gabel aufzuspießen.
Peter Lamberti
- Garmisch, der
- Gewagte Komposition von Pfannengericht nach dem Kühlschrankausräumen.
Jutta
- garzigar (Adj.)
- Beschreibt den Geruch verkokelnder Zigarettenfilter.
Karsten und Carsten
- gaußig (Adj.)
- Einigermaßen unangenehm, störend, lästig oder abstoßend, aber nicht genug, um wirklich grausig zu sein.
Günter
- Gaymühle, die
- Homosexuellenlokal der etwas härteren Gangart.
Wayne
- Gdansk, der
- Tanzfigur, bei der man mit einer schwungvollen Linksdrehung beim Hochzeitswalzer mitten im Buffet landet. S.a. → Sallapulka
Carsten
- Gebroth, das
- Weicher, fluffiger Teig im Inneren eines frischen Brötchens, den man herauspulen und daraus → Kleinweichs formen kann. S.a. → bröthen.
Nadine und Chris
- Geestgottberg, der
- Alpines Kletterterrain mit hoher Absturzrate.
Wayne
- Gefrees, das
- Das hässliche Papierzeug, das im Laufe eines Kollegblocklebens an der Spirale zurückbleibt – dank miserabler Mikroperforation meist mit unsauberen Risskanten. S.a. → Rüschlikon
- gehrden (V.)
- (gihrngd, gihrngde, gegahrngden) Bezeichnet die seltsame ambivalente Fortbewegungsmethode, die Fußgänger bei Dämmerung oder im Gegenlicht viele Sekunden lang pflegen, bevor sie sich irgendwann entscheiden, entweder auf einen zu- oder von einem wegzugehen.
„Hochgeklappten Kragens ging Kleinschmidt die Brehmstraße entlang. 40 oder 50 Meter vor ihm gihrngd der Schatten eines Mannes seiner Wege. Kleinschmidt beschleunigte seine Schritte, um die Gestalt einzuholen und sie damit zum Einschlagen einer eindeutigen Richtung zu zwingen.“
- Gehülz, das
- Moderiges Holz, das beim Restaurieren des gekauften alten Hauses entdeckt wird und infolgedessen sich die Renovierungskosten verzehnfachen.
Manuel Kunst
- geiern (v.)
- Einen Sperrmüllhaufen oder sonstiges herrenloses Gut nach Brauchbarem beäugen.
Felix Hoffmann
- Geiersnest, das
- Name der vermuteten geheimen Zentrale zur Herstellung von Viren oder Würmern bei Anbietern von Antivirusprogrammen für Computer zu deren Verkaufsförderung durch anschließende eindringliche Warnung vor den diesmal als aber auch ganz besonders schädlich beschriebenen Viren oder Würmern.
Manuel Kunst
- Geilenkirchen, das
- Der Gemütszustand, wenn der Konfirmand beim Vaterunser neben seiner Angebeteten steht, der er nicht traut, seine Gefühle mitzuteilen. „Er hat/kriegt das Geilenkirchen.“
Agricola
- Geisa, die
- Völlig overdresste und overstylte Dame, die durch ihr übertriebenes Äußeres selbst die Blicke möglicher → Edewechte u.ä. eher in die Ferne abschweifen lässt. Dieses Defizit gleicht sie durch ziegenartiges Lachen aus.
Sigi T.
- Gelenau (Interj.)
- Ausdruck der vorbehaltlosen Zustimmung eines Volltrunkenen zur Aussage eines ebenfalls Illuminierten. Beispiel:
A: „Dasn imma di ausn Osten, di uns di Orbait wegneman! Da sol amal aina aurfäuman!“
B: „Ge-le-nau!“
Marko Kolm
- gelnhausen (V.)
- Tätigkeit von nach Deutschland eingewanderten slawischen Familien, großräumig um ihre Wohnungen oder Häuser die Nacht gellend laut zum Tag zu machen und den Nachbarn rege Anteilnahme daran zu ermöglichen.
Manuel Kunst
- Gelsenkirchen, die (Pl.)
- (österr.) Versammlungsorte für gläubige Stechinsekten.
via Daily Ivy
- Gemünden, das
- Ein um so deprimierenderer Leichenschmaus, bestehend aus labberigen belegten Brötchen und dünnem entkoffeiniertem Kaffee. S.a. → Füttersee.
- Gem Weng, das
- Eine musikalische Technik aus dem alten China, bei der mit bestimmten Abfolgen von Gong-Klängen starke hypnotische Wirkungen auf die menschliche Psyche ausgeübt werden. Heute ist die hohe Kunst des Gem Weng fast vergessen und ganz in den Händen von Flughäfen, Bahnhöfen und Kaufhäusern. Sie wird unmittelbar vor Lautsprecherdurchsagen angewandt, um – je nach klanglicher Ausgestaltung – Aufmerksamkeit, Konsumrausch oder willenlose Schicksalsergebenheit beim Hörenden auszulösen.
klanemann und Kilian
- Geras, das
- Ansturm auf Aldi- und Lidl-Märkte, wenn wieder billige Fahr- oder Flugscheine angeboten werden. Häufig folgt auf den unvermeidbaren Kampf mit → Dransen die Einsicht, dass man mit dem so erworbenen Fahrschein den gewünschten Zielort gar nicht erreichen kann.
Sigi T.
- Geräum, das
- Das, was man als Selbstständiger, wenn man eine Job fern seiner Heimat
annimmt, von seiner Vermittlungsfirma als Wohnungsersatz gestellt bekommt,
beispielsweise ein Partykeller ohne Tageslichteinfall neben einer
wiederlich riechenden Schokoladenfabrik.
Karsten Fleischer
- Geretschlag, der
- Der kleine Elektroschock, den man erhält, wenn man z.B. beim Kabelaufrollen nach dem Föhnen den Stecker berührt und ein Kondensator noch ein Lebenszeichen von sich gibt.
Marko Kolm
- Gernrode, der/die
- Jemand mit einer besonderen Vorliebe für vollständige Intimrasur.
Wayne
- Geseke, das
- Patina, die sich bildet, wenn jemand jahrelang seine Kaffetasse auf denselben Fleck auf dem Schreibtisch stellt.
MaPa
- Gesundbrunnen, der
- Getränkeausschankbetrieb, den man → moabit betritt und → stulln und zufrieden wieder verlässt.
Felix Hoffmann
- Gevenich, das
- Ein technischer Gegenstand, der entweder völlig überflüssig oder aber unbrauchbar und gefährlich ist. Beispiele: furzender Kugelschreiber von PEARL, Wasserkocher ohne Sicherheitsabschaltung für 3,99 aus einem Postenmarkt. Die Massenfertigung von Gevenichen in Fernost bringt den blauen Planeten stündlich dem Kollaps näher.
Felix Hoffmann
- giengen (V.)
- Das professionelle Turnen am Reck, das beim herkömmlichen Zuschauer, der selber allenfalls zu einer → Freihung fähig wäre, häufig zum → Maulach führt.
Sigi T.
- Gieseritz, der
- Nach Anerkennung lechzender, immer devot kichernder
Speichelleckermensch mit sadistischen Ambitionen gegenüber Untergebenen.
nach Patrizia
- Glasig, der
- Fahrradweg seit der Einführung des Dosenpfands nach Fußballspielen, Demonstrationen, Teeny-Kampfbesäufnissen oder anderen Großereignissen, der mit Glassplittern von zerdepperten Flaschen übersät ist.
Manuel Kunst
- Glasschleife, die
- Das bis zum Eintreffen zahlreicher Gäste beliebig oft wiederholte ausgiebige Spülen und Putzen aller in der Wirtschaft vorhandenen Gläser durch eine Bedienungskraft. Meist geht die → Bedingrade voraus, um Kundengesprächen zu entgehen, manchmal nur pure Langeweile. Literarisch ist die Glasschleife in Herr Lehmann von Sven Regener verewigt.
Karsten Fleischer und Kilian Evang
- glauzig (Adj.)
- Einem ist glauzig zumute, wenn man nach dem Aufwachen das Gefühl hat, als habe man ein peinliches, bedrückendes Erlebnis gehabt. Meist bestätigt sich das Gefühl nach wenigen Sekunden des Nachdenkens, manchmal stellt es sich aber auch als Nachwirkung eines Traumes heraus.
- Gleisweiler, der
- An einer Eisenbahnschiene festgeketteter Anti-Castor-Demonstrant.
Wayne
- Gleuel, der
- Das Gegenteil einer → Glöthe: Das Gefühl, das einen überkommt, wenn man weiß, dass man absoluten Mist geschrieben hat.
Karsten Fleischer
- Glöthe, die
- Das Gefühl, das einen überkommt, wenn man meint, einen absoluten Klassiker geschrieben zu haben. S.a. → Gleuel
Karsten Fleischer
- gmunden (V.)
- Wenn eine Speise gmundet, dann bezieht sie ihren ganz speziellen kulinarischen Lustfaktor aus der seltsam ambivalenten, gleichzeitig abstoßenden und dennoch zum immer wieder Zugreifen verleitenden Reaktion auf ein bestimmtes Merkmal des Gerichtes. Heiß begehrte, zugleich scheußlich schleimige Austern sind typische Vertreter dieser Kategorie, genauso wie schrecklich scharfe, sinnliche Chilis. Vgl. → Neviges.
Marko Kolm
- Gnas, das
- Reste dringend erforderlicher fester Nahrung zwischen den Zähnen, die auch durch äußerst gründliches Nachspülen mit alkoholischen Substanzen nicht entfernt werden können.
Sigi T.
- Gnölbzig, der
- Ein Teil tief im Inneren deines Autos, von dem du noch nie etwas gehört hast, das aber jetzt, wie der Mechaniker dir mit vorwurfsvollem Blick verkündet, völlig vergurkt ist und dringend für 1300 Euro ersetzt werden muss.
Felix Hoffmann
- göhren (V.)
- Das Unterhalten einer Seite im StudiVZ um die eigene Kindheit zu verlängern.
Claudia Hankel & Nora Harbach
- Goldenbow
- Titel des neuesten 007-Streifens, in dem Bond gegen einen durchgeknallten, mit Pfeil und Bogen Mini-Atomsprengköpfe verschießenden Robin Hood kämpft.
Wayne
- Goldentraum, der
- Ein Traum, der zwar wirr und verstörend genug ist, um als Alptraum durchzugehen, aber auch so spannend, dass man dem Wecker, der einen herausreißt, keineswegs dankbar ist.
- Golm, der
- Grünlich-graue Farbablagerung auf der Haut, die man unter den echt goldenen Ringen oder Uhren bemerkt, die man vor ein paar Tagen beim Vietnamesen an der tschechischen Grenze gekauft hat.
bluedressed
- gönningen (V.)
- Jemandem euphorisch zu einem verdienten Sieg gratulieren, jedoch innerlich vor Wut kochen.
Tülay
- goppeln (V.)
- Das Geräusch der Füße von Kindern, die eine Etage höher Fangen spielen.
Autor unbekannt
- Gorden-Staupitz, der
- Einfädeltechnik für die Schnürsenkel fabrikneuer Schuhe, die entworfen wurde, um das aus Herstellersicht unerwünschte Anprobieren vor dem Kauf unmöglich zu machen. Wird zu diesem Zweck gerne mit Papiereinlagerungen innerhalb der Fußbekleidung kombiniert.
Felix Hoffmann
- Görlitz, der
- Sammelbegriff für Aufnäher und Applikationen in Form von Fantasie-Militärabzeichen auf Pseudo-Designer-Shirts und -Jacken. Ein Muss für Menschen mit dem optischen Vorbild „Sgt. Peppers“ oder „Funkenmariechen“. S.a. → Fumfei
Carsten
- Gößweinstein, der
- Ablagerung, die in aus rituellen Gründen nicht gespülten Kelchen durch Messwein entsteht.
MaPa
- Götzendorf, das
- Protestantische Bezeichnung für Vatikanstadt
Manuel Kunst
- Gräslikon, das
- 1. Schweizer Zentralregister für die Zulassung von Stadionrasenpflanzen.
2. (Grasart) siehe Fußnote
Carsten
- Gratkorn, das
- Die letzte dem Körper zugeführte Einheit eines Saufgelages.
Tom
- Gratze, die
- Das, was man auf dem Kopf hat, wenn eine freiwillige Glatze nach ein paar Tagen wieder zu verschwinden beginnt.
- Graupenmühle, die
- Bootcampartiges Trainingslager für konditionell wie technisch schwache Fußballer.
amarillo
- Gravenbruch, der
- Das physikalische Gesetz, demzufolge in Cartoons die Schwerkraft erst dann wirksam wird, wenn man nach unten schaut und den fehlenden Boden unter den Füßen bemerkt.
Yannick Schneider
- Graz, das
- Das befremdliche und alarmierende Gefühl, das einen beschleicht, wenn man aus der Umkleidekabine tritt und eine äußerst geschmacklos gekleidete ältliche Verkäuferin jubeln hört: „Nein, wie entzückend!“ oder „Hinreißend!“ oder gar „Pfiffig!“
Carsten
- Greffen, der
- Eine Person, die grundsätzlich alles und jeden anfasst. Dieses Verhalten wirkt häufig zwanghaft. Unter Alkoholeinfluss tritt die Eigenschaft noch deutlicher hervor.
Autor unbekannt
- Greiz, der
- Unberechenbare Schwankungen zwischen peinlichster Sparsamkeit und äußerster Spendabilität. Viele Familien werden durch den Greiz ihrer Oberhäupter täglich aufs Neue verwirrt.
- Gresse, die
- Boxsport: Die Gesichtsstruktur eines unterlegenen Kämpfers, die erreicht sein sollte, bevor der Coach das Handtuch zu werfen bereit ist.
myrna
- Griesemert, der
- Wust eigener ebenso wichtiger wie unverständlicher handschriftlicher Notizen auf ungeordneten Papierfetzen verschiedenster Größen und Formen, der einen erahnen lässt, woher die Redewendung „sich verzetteln“ kommt. Ein Griesemert liegt i.d.R. auf der Ablage „zu erledigen“ und starrt einen bösartig an, bis man ihn beherzt → letelt oder ein Windstoß die Sache erledigt.
- Grinzens, der
- In heuchlerischer Absicht freundlich vorgetragene Zustimmung zu einer Vereinbarung, an die man sich nicht mal ansatzweise zu halten gedenkt.
Sigi T.
- Gröbenzell, das
- Gefängnisszelle, die man sich mit einem Schwerverbrecher teilen muss.
MaPa
- Gröditz, der
- Sammelbegriff für allen typo- und grafischen Sondermüll (Vereinslogos, Websites, Zeitschriften, Handzettel, Flugblätter), den Leute, die gerade einmal halbwegs mit Microsoft Word umgehen können, im Rahmen von Vereins-, Chor- oder Initiativentätigkeit fabrizieren.
- Grömitz, der
- Nicht sichtbarer, vermutlich noch nicht einmal im physikalischen Sinne existierender, aber deutlich fühlbarer Belag auf den Handflächen nach der Benutzung eines alten Wischlappens. Vermutlich hervorgerufen durch Veränderungen der chemischen Zusammensetzung von Reinigungsmittelablagerungen in den Wischlappenfasern beziehungsweise durch die Angst davor.
Farmer
- großaffoltern (V.)
- Die Geschäftsleitung in Gedanken auspeitschen, wenn man erfährt, wie viel mehr sie verdient als man selbst.
Juri Sarbach
- Großarmschlag, der
- Eine Meinungsäußerung in Form einer Parodie auf einen Manipulationsversuch. Beispiel: „Lasst uns das Meeting auf Dienstag legen. Ihr wollt es doch auch.“
- Grössau, die
- Spielplatzwiese, die als Hundeklo und Scherbensammelstelle einer Siedlung dient.
Manuel Kunst
- Grossauheim, das
- (Bundeswehr-Jargon) Der Sanitätsbereich einer Ausbildungskaserne, unmittelbar bevor eine mehrtägige Geländeübung auf dem Dienstplan steht.
madsester
- Großbarop, der
- Eine Autorität auf dem Gebiet des Antiautoritarismus. Ein unkritisierbarer Großmeister des Kritisierens. Meist ein arrivierter Alt-68er, dessen Ansichten über das Anzweifeln von Autoritäten, über Emanzipation, Erziehung, politische Korrektheit, zwischenmenschlichen Umgang, Sprachregelungen, Ökologie, Ernährung etc. über jede Kritik erhaben sind und der daher auch auf jede Kritik tobend mit → Jörger Bülten reagiert. Auch mit dem → Dabergotz verwandt.
Inspiration: Harald Martenstein, Lehrstück
- Großbockedra, der
- Person (i.ü.S. auch eine Institution, ein Sachverhalt oder ein Regelwerk), die von Mitläufertypen und unmotivierten Mitarbeitern ständig als eigentlich verantwortlich für Ärger, Schaden und Unrecht angeführt wird, die sie Dritten verursachen. Beispiele: Der Führer, die Partei, die zentrale Dienstvorschrift, die Konzernleitung, die Globalisierung, El Niño.
Felix Hoffmann
- Groß Darkowitz, der
- Die Rollläden herunterlassen, weil die Sonne blendet, und dann das Licht anschalten, weil es im Raum zu dunkel ist.
Fury
- Groß Disnack, der
- Jemand, der immer noch als Autorität für ein bestimmtes Thema heraufbeschworen wird, obwohl das (schon lange) nicht (mehr) angemessen ist. Douglas Adams ist ein Groß Disnack für Labenze – manche seiner Fans weisen bei bestimmten Labenz-Definitionen darauf hin, er würde im Grabe rotieren oder könnte sich dafür erwärmen. Die alten Römer sind Groß Disnacke für die lateinische Sprache – Halbgebildete fragen sich, ob sie wirklich jemals Paraffinum liquidum benutzt haben oder warum das sonst so heißt. Goethe ist ein Groß Disnack für seinen Faust – Leute werfen angesichts von Interpretationen immer wieder die Frage auf „ob der Dichter das so gemeint hat&ldquo (gilt generell für Künstler/innen und ihre Werke).
- großengottern (V.)
- Eine widersprüchliche Weltanschauung an den Tag legen, die lebenslange (meist passive) Mitgliedschaft in einer dogmatischen Glaubensgemeinschaft entweder mit rational-wissenschaftlichen Denkmustern oder aber mit diversen inkompatiblen Esoterikfimmeln verbindet.
Felix Hoffmann
- großenkneten (V.)
- 1. Letzte Stufe des → Petting. Findet meist parallel zum → Möseln statt.
2. (ökon.) siehe Fußnote
Stollentroll
- Großer Kirr, der
- Die Diskussion um die Auslegung einer unklar geschriebenen Spielanleitung.
Rolf
- Großfahner, der
- Rollenmodell, dessen Erwiderung der eigenen Sympathie enttäuschend ausfällt.
- Großhöflein, das
- Ein von bemerkenswert geschmackssicheren Menschen gestalteter Kleingarten, dessen protziges Erscheinungsbild seinen Besitzer unweigerlich als bedeutenden Kolonialherrn eines Gartenzwergreichs offenbart.
Marko Kolm
- Großkrotzenburg, die
- Etwas zu groß geratenes Fertighaus im Hollywood-Villenstil mit allzu vielen Erkern und Rundbögen, oft von mittlerweile schon wieder pleite gegangenen Neureichen erbaut.
Günter
- Groß Pampau, das
- Die Praxis, ungenießbare Speisen mit einer Überdosis pikanter Soße doch herunterzukriegen (beschrieben bei James Herriot).
Felix Hoffmann
- Großschloppen, der
- Das Kleidungsstück der Wahl, nachdem eine Dame festgestellt hat, dass das → Kleingsenget nicht mehr passt.
Karsten Fleischer
- Groß-Umstadt, die
- Wenn jemand alles sehr viel weitschweifiger bespricht, verzwickter plant und umständlicher in Angriff nimmt als nötig, sodass Aufwand und Ergebnis in keinem rechten Verhältnis stehen.
Günter
- Großvargula, die
- Interne Bezeichnung des gastronomischen Personals für die adipöse Frau über 1,80m, die offensichtlich bei einem Blind Date versetzt wurde und nun praktisch alleine für den ganzen Umsatz des Abends sorgt.
Carsten
- Großwechslungen, die
- Der riesige Haufen aus fröhlich bunten Papierlappen, die man als Retourgeld erhält, wenn man in einem exotischen Land ein billiges Souvenir mit einer größeren Euro- oder Dollarnote bezahlt und unsicher ist, ob man nicht genauso gut hätte sagen können: „Der Rest ist für Sie!“
Marko Kolm
- Grundschöttel, das
- Scherzhafte Bezeichnung für einen Menschen, dessen Geiz sich selbst ad absurdum führt. Grundschöttel kaufen z.B. Toilettenpapier, das halb so teuer ist und einen so geringen Wirkungsgrad hat, dass dreimal so viel davon verbraucht wird. Oder sie „lassen sich an der Bratwurstbude eine Quittung geben, die sie per Einschreiben an ihren Steuerberater schicken“ (Max Goldt).
- Gschlachtenbretzingen, das
- Die Vorfreude auf die Lieferung des halben Rindes oder Schweines, welches,
vor ungefähr sechs Monaten in Bestellung gegeben, innerhalb der nächsten
Tage beim befreundeten Landwirt geschlachtet werden wird, und das damit
verbundene verzweifelte Platzschaffen in der Tiefkühltrühe, welche noch
ein viertel Rind oder Schwein der vorigen Lieferung beinhaltet.
Karsten Fleischer
- Gschnitz, das
- Ornamentale Verzierungen an Schrankwänden des Gelsenkirchener Barocks der späten 70er Jahre.
Sigi T.
- Gugelhammer, der
- Überraschende und erstaunliche Entdeckung bei der Internet-Recherche, z.B. ein perfekt zu verlabenzender Ortsname oder die Entdeckung der peinlichsten Urlaubsvideos der Arbeitskollegin auf Youtube, bevor diese überhaupt aus Mallorca zurückgekehrt ist...
Wayne
- Guggemoos, das
- Das, was man als erstes nach dem Aufwachen erblickt, wenn man nach einer durchzechten Nacht im → Knüllwald aufwacht, wo man Stunden zuvor der Länge nach hinstürzte, aus Mangel an Motivation einfach liegen blieb und sich zum Einschlafen entschloss.
Karsten Fleischer
- Guglmucken, das
- Das Guglmucken ist die Zeitspanne, die vergeht, nachdem man eine originelle Phrase erfunden hat, wie z.B. „Geist ist geilst“ oder „Gute Biene zum Mösenspiel“, die man für sich behält, weil sich keine Gelegenheit anbietet, sie anzubringen, und bevor sie dann von sich aus erstmals bei Google Ergebnisse liefert, womit sie gewissermaßen zum → Schullwitz wird. Für die oben genannten Beispiele hat der Autor dieser Definition Guglmucken von mehreren Monaten erreicht.
- Gumbinnen,die (Pl.)
- Hartnäckige Brösel, die an den Händen nach stundenlangem Tragen von Haushaltshandschuhen haften bleiben. Nicht zu verwechseln mit → Wutzetz.
Carsten
- Gummersbach, der
- Ein nichtendenwollender Tränenstrom, der nach einer tagelangen Serie tapfer ertragener Demütigungen und Erniedrigungen (z.B. Steuerbescheid, Abfuhr vom Chef, Knolle wegen zweiminütigen Falschparkens usw.) letztendlich durch etwas vollkommen Nichtiges und Belangloses ausgelöst wird (z.B. Lieblingsfernsehserie fällt wegen Wintersport, Politikergeburtstag o.ä. aus).
Sascha
- Guntersblum, die
- Bezeichnung für die Pflanze am Wegesrand, die jeder kennt, deren Name einem jedoch partout nicht einfällt, falls man mal darüber nachdenkt.
Karsten Fleischer
- guntershagen (V.)
- Das → Kaltenleutgeben eines profilneurotischen Menschen, der sich durch eine Schenkungsurkunde an G. von Hagens verspricht, dass seine sterblichen Überreste durch Plastizinierung einer antiken Statue gleich in Siegerpose für die Nachwelt zur Schau gestellt werden. Damit ist dann jedoch eher seine Zukunft als wissenschaftlicher Frühstücksaufschnitt besiegelt.
Carsten
- gunzen (V.)
- In alkoholisiertem Zustand verbale Balzversuche unternehmen und damit zwangsläufig scheitern, ohne es zu merken.
Manuel Kunst
- Gurbrü, die
- Das ungenießbare Gesöff, das beim ersten Versuch herauskommt, selber ein alkoholisches
Getränk herzustellen.
Karsten Fleischer
- gurkeln (V.)
- Folge des absichtlichen Ignorierens der Anweisung „Wenn möglich, bitte wenden!“ S.a. → Eschwege
Carsten
- gurkenroth (Adj.)
- → Irfersgrün-Äquivalent in einem Paralleluniversum.
- Güterglück, das
- Das Glück, eine wohlhabende Frau kennengelernt zu haben, die voll auf einen abfährt. Leider handelt es sich dabei immer um eine → Geisa.
Karsten Fleischer
- gütersloh (Adj.)
- Terminus aus dem Versicherungswesen, klassifiziert den Abwicklungswert eines Betriebes nach komplettem Verlust der Lagerkapazität durch Feuerschaden. Beschreibt im übertragenen Sinne auch den Umfang der Wohnungseinrichtung eines frisch geschiedenen Mannes.
Carsten
- Gutmadingen, das
- Eine Vorsichtsmaßnahme, die durch ihr Vorhandensein beruhigen sollte, durch ihre daran abzulesende tatsächliche oder scheinbare Notwendigkeit aber beunruhigt.
- Guttau, das
- Das zufriedene Raunen des Publikums eines Lichtbildvortrages, das dem Techniker signalisiert, dass er endlich den richtigen Knopf gefunden hat oder den Projektor genau da stehen lassen soll.
- Guttenberg, das zu
- Sonderform des → Schullwitzes, bei dem zunächst fremde Gedanken und Formulierungen durch das Bewusstsein ins Unterbewusstsein gelangen und nach einiger Zeit als vermeintlich eigene Gedanken wieder ins Bewusstsein dringen.
Günter Gans
- Gymnich, der
- 1. Der natürliche Lebensraum eines Gymnichs ist das gut besuchte, zentral gelegene Fitnessstudio, in dem er sich hervorragend einer einzigartigen Nische angepasst hat, nämlich dem Standort eines exponierten, hydraulischen Trainings- oder Kardiogerätes, das in der gesamten Umgebung einzigartig und speziesübergreifend von hohem strategischem Wert ist. Dort findet man oftmals ganze Gymnich-Rudel lethargisch das Alpha-Gymnich-Individuum umlagernd, das sich seinerseits bewegungslos plakativ auf dem Gerät positioniert hat. Die intensiven, von Rangordnung und Imponiergehabe geprägten Sozial- und Balzrituale erstrecken sich oft über Stunden. Bei diesem beeindruckenden Schauspiel wird tunlichst vermieden, auch nur aus Versehen eine der Funktionen des Gerätes auszulösen. Selbst verzweifelt mit einem Handtuch wedelnde Vertreter anderer Spezies, die das vom Anführer-Gymnich markierte Revier nur kurz passieren oder gar von einer der Funktionen des umlagerten Gerätes Gebrauch machen wollen, werden von der Gymnichpopulation geflissentlich ignoriert. Auch unterschiedlichste, schmackhafte Köder erweisen sich als ungeeignet, eine Änderung des Sozialverhaltens zu bewirken – die Gymniche ernähren sich rein intramuskulär.
2. (Weckerersatz) siehe Fußnote
Carsten
- Haag am Hausruck, der
- Dünner entkoffeinierter Kaffee, der zu labberigen belegten Brötchen erschöpften Umzugshelfern gereicht wird und Erinnerungen an → Gemünden weckt.
Carsten
- Haasenblick, der
- Der hastig über ein bang erwartetes und soeben mit zitternden Fingern angeklicktes bzw. dem Umschlag entnommenes Schreiben streifende Blick, der ermitteln soll, ob es versöhnlich oder aggressiv gestimmt ist, aber es noch nicht lesen soll.
- Haasgang, der
- Bezeichnung für den Gang von Personen, die ein Verbrechen bemerken, aber statt etwas zu unternehmen sich lieber klammheimlich verdrücken und vergeblich versuchen, ihr schlechtes Gewissen nicht erkennbar zu machen.
Manuel Kunst
- Hackermühle, die
- Ein neues Zentrum zur Bekämpfung von Datenkriminalität, das die amerikanische Regierung derzeit in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt und in dem innovative Verhörmethoden zum Einsatz kommen werden, wie sie in der Terrorismusbekämpfung erprobt werden.
- Hackpfüffel, der
- Kleines gebratenes Hackfleischbällchen, wird meist in größeren Mengen mit Soße serviert.
Moni
- Haferwisch, der
- Müslireste, die sich im Bart des Konsumenten verhangen haben und sich standhaft weigern, aus diesem zu verschwinden.
Karsten Fleischer
- hagenohe (Adv.)
- Hierzulande heutzutage ist so wie in my humble opinion oder meinem unmaßgeblichen Sprachempfinden nach eine Routine-Einschränkung in Diskussionen und wird daher gerne verkürzt: zu hagenohe.
- Hailing, der
- Charmant und freundlich wirkender Mensch mit äußerst sorgfältig gepflegtem Gebiss und permanentem Grinsen. Leider führt er selten Gutes im Schilde.
Sigi T.
- Haimpfarrich, der
- Freikirchliches Äquivalent eines → Weihmichls. Besondere Kennzeichen: Entrücktes Lächeln, häufig unterdrückte Homosexualität.
- Haintchen, das
- Lied, von einem Kind gesungen, das die Emotionen älterer Damen anspricht.
Karsten Fleischer
- Halbhusten, der
- Heftige Reaktion nach Genuss eines unverhältnismäßig starken Schnapses.
Michael
- Halmshanf, der
- Verpeilter Gast in einem Amsterdamer Starbucks.
Carsten
- Hamswehrumer Hammrich, der
- Insasse einer Seniorenresidenz, der unter den Spätfolgen einer bei der Wehrmacht (und später auch bei der Bundeswehr) weit verbreiteten Hirnschädigung leidet.
Exerziert gerne bis zur Erschöpfung den Flur auf und ab, um jedem vorbeieilenden Arzt oder Pfleger ein vorwurfsvolles „Hammse gedient?“ entgegenzuschmettern. Bekanntester Vetreter: Onkel Franz (†) aus der Lindenstraße.
Carsten
- Hänfgarten, der
- Ungenehmigte Hanfanbaufläche im Vorgarten, die jedoch durch die Tarnung mit Umlautpünktchen von der Polizei nicht entdeckt wird.
- Harare, das
- Der morgendliche Kampf mit den Haaren.
Klasse 11c
- Hardisleben, die (Pl.)
- Schmerzhaftere Stolpersteine auf dem Lebensweg, wie z.B. ein vom Anwalt als „absolut nicht zu verlieren“ bezeichneter und soeben verlorener Prozess.
frei nach Tülay
- Harkenbleck, das
- Jenes vielzahnige Grinsen, das bei Helmut Schmidt sympathisch und bei Dieter Bohlen zum Davonlaufen wirkt.
Harald
- Harlanden, die (Pl.)
- Fanggitter für Schmahaare im Pissoir.
MaPa
- Harnrode, die (Pl.)
- Sammelbezeichnung für Lebensmittel, die den Geruch des Urins beeinflussen (Kellog’s Smacks, Spargel usw.)
- harthausen (V.)
- Nicht heizen, um Geld zu sparen.
Marc
- Haselau, der
- Der Zeitraum, in dem das Kaninchen oder der Hase am Straßenrand verharrt, kurz bevor er sich vor das Auto stürzt.
thorsten meyer
- Haßlach, der
- Bezeichnung für das erstarrte Mienenspiel, mit dem sich möchtegernkompetenten Jurys ausgelieferte Möchtegern-Superstars tapfer lächelnd behaupten.
Manuel Kunst
- Haßloch, das
- Eine E-Mail- oder Postfachadresse, die angeblich „Beschwerden, Anregungen, Kritik“ entgegennimmt, aber in Wirklichkeit seit Menschengedenken nicht mehr kontrolliert wurde.
Yannick Schneider
- Haste
- (Psychologie) Das Haste-Syndrom ist ein kindliches Schlüsselerlebnis, zurückgehend auf den angstauslösenden Zuruf eines Abwehrspielers an den beleibten Torwart beim Schulfußballturnier. Der steht nur deshalb zwischen den Pfosten, weil die Mannschaftskollegen in grenzenloser Selbstüberschätzung meinen, dort könne er die wenigsten Fehler machen, da sich der Ball ohnehin fast nur in der gegnerischen Hälfte befinden könne. Hastegeschädigte ergreifen im späteren Leben häufig den Beruf des Managers eines Fußballvereins, um diesen in Grund und Boden zu wirtschaften.
myrna
- Hattersheim-Okriftel, das
- Das Getuschel der Verwandten am Sterbebett des reichen Onkels darüber, welches Testament er denn nun unterschrieben habe.
Karsten Fleischer
- hattert (Adj.)
- Zustand, in dem man sich befindet, wenn es einem nicht gelungen ist, ein → Ellar rechtzeitig zu verstecken oder einen → Feschel rechtzeitig herzuschaffen.
Michael
- Hatzel, das
- Das hektische Hin- und Hergerenne einer/s Angestellten, um jeglicher Arbeit in der Firma aus dem Weg zu gehen und dennoch irre beschäftigt auszusehen. Bei → Tunissen ist das Hatzel Gegenstand der Dienstanweisung.
Tülay
- Haunwang, das
- Das, was ein zwei Meter großer Skinhead einem androht, wenn man ihm auf die Frage, ob man schwul sei, entgegnet, dass man genau so schwul sei, wie er lesbisch.
Karsten Fleischer
- Hausen im Killertal, das
- Eine fröhliche Wohngemeinschaft alter Kollegen, die nach einem → Saas im Prättigau nach mindestens fünfzehn Jahren in die Freiheit entlassen wurden.
Karsten Fleischer
- Havetoft, der
- Der Stolz, den man insgeheim empfindet, wenn man im Besitz einer Sache ist, um die man beneidet wird.
Karsten Fleischer
- Heidenacker, der
- Bis zur Erde kurzgefressenes Gras voller Schafsköttel nach Durchzug einer Herde von Heidschnucken.
Manuel Kunst
- heimathen (V.)
- Im Urlaub immer an dieselbe Stelle zum selben Campingplatz mit dort fest installiertem Caravan (mit Vorgarten samt Zaun und Keramikzwerg) fahren.
Manuel Kunst
- Heißkistler, der
- Fahrer eines tiefergelegten, rundum bespoilerten Vehikels älterer Bauart, das mit Werbeaufklebern diverser hochpreisiger Autoteileherteller darüber hinwegzutäuschen versucht, dass es eigentlich längst reif für den Schrottplatz ist.
Wayne
- hellern (V.)
- (bei Glaswaren, Porzellanwaren, bröseligen Kuchenstücken etc.) Nach einem metertiefen Fall auf harten Boden zunächst völlig unversehrt auftitschen, dabei allenfalls noch einmal zwei Zentimeter an Höhe gewinnen und anschließend in eine Million Teile zerbersten.
- Hellring, der
- Der Moment nach einem → Fahring, in dem man mit Entsetzen feststellt, dass man es nicht schaffen wird, den Wecker abzustellen, bevor er losgeht. Hellring ist außerdem die Bezeichnung für das ohrenbetäubend laute Geräusch des Weckers, das auf eine solchen Moment folgt, und für das Geräusch, das ein Lastwagen macht, wenn er mit einer Ladung Nitroglycerin eine Klippe hinunterfällt und dort zur (kurzen) Überraschung des todgeweihten und sinnlos hupenden Fahrers nicht auf Wasser, sondern auf eine feste Schicht aus Granit trifft.
Nadine
- helpsen (V.)
- Als EDV-unerfahrener Mitarbeiter die Kollegen von der Hotline zehnmal am Tag mit Fragen zu völlig belanglosen Systemmeldungen nerven.
Wayne
- Helpup, der
- Das willkürliche Furzen beim Urinieren.
Droste-Schattenburg
- Hembsen, die (Pl.)
- Die zahllosen Stecknadeln, Butterbrotpapiere, Plastik- und Pappstücke, die nach dem Entgräten eines Herrenoberhemdes auf dem Boden verstreut liegen.
- Heppenheim, das
- Eine Wohngemeinschaft mit ach so alternativen Bewohnern, deren Organisationsstruktur an die Bundesregierung erinnert: Ein Plenum tagt mindestens einmal die Woche, Zuständigkeiten werden erteilt und wieder aberkannt, die Hausordnung ist dicker als das BGB und liest sich auch wie dieses. Trotzdem ist das Badezimmer immer dreckig, nie genug zu essen im Haus und niemand will die letzte Flasche Bier aus dem Gemeinschaftskasten genommen haben.
Karsten Fleischer
- Herbolzheim, die
- Strafaktion von Eltern, deren Sohn beim Fußballspielen das nachbarliche Wohnzimmerfenster zerdeppert hat. Eine Herbolzheim unterscheidet sich von normalen elterlichen Sanktionen dadurch, dass sie nur ausgeprochen wird, um die besagten Nachbarn zufriedenzustellen, denn eigentlich ist man ja der Meinung, dass das diesen Schnöseln recht geschieht.
Michael
- Herbram, der
- Das Päckchen Sahne, das seit 5 Jahren hinten links im Kühlschrank steht. Bei jedem Öffnen des Kühlschranks nimmt man sich vor, es beim nächsten Mal endlich wegzuschmeißen.
Fipsen
- Herford, der
- Bisher weitestgehend unbekannte Gottheit der Automobilindustrie.
Mändie
- Hermeskeil, der
- Zum Blockieren eines Türschlosses missbrauchter Gegenstand aus dem Büroalltag, z.B. Büroklammer oder Tesafilmknubbel, damit die unzähligen Botendienste, die im Laufe eines Arbeitstages erscheinen, nicht immer mit ihrem Klingeln den Portier von seinem Mittagsschlaf aufwecken müssen.
Wayne
- Herne, die (Pl.)
- Flaumartige Haare im Nacken, die wenige Tage nach dem Frisörbesuch an den Stellen nachwachsen,
die der Frisör säuberlich mit der Rasierklinge ausrasiert hatte. Herne sind schon nach kurzer Zeit länger als der Rest der Haare und lassen jeden Kurzhaaaarschnitt schnell ungepflegt wirken.
Dan
- herreden (V.)
- Menschen durch übertriebene Verbote zu einer Dummheit verleiten, auf die sie von alleine wahrscheinlich gar nicht gekommen wären. Klassiker: „Nich am Bär packen!“
Felix Hoffmann
- Herrnhut-Rupersdorf, das
- Ort, wo trachtig gekleidete, zumeist ältere Männer Rotwildgehörn an Zimmerwände hängen und im kleinen Kreis Rituale und Ressentiments aus längst vergangenen Epochen ausleben. Herrnhut-Rupersdörfer findet man auf der Landkarte weit rechts.
Günter
- Herzebrock, das
- Grobschlächtige Form des Liebeskummers.
Gilbert Reineke
- Herzhorn, das
- Abgeklärtheit nach einem langen, wechselhaften Liebesleben.
- Herzlake, die
- Eine aus heftigem Liebeskummer vergossene Träne.
Sigi T.
- Herztal, das
- Das Gefühl, wenn man jemanden gerne hat, ihn/sie aber nicht liebt.
Janine, Alisha
- Hesselhurst, der
- Der morgendliche, unangenehm pelzige Geschmack auf der Zunge.
Droste-Schattenburg
- Heßloch, das
- Die winzige Stelle, an der sich alle Lochungen eines ungleich gelochten Papierstapels überschneiden und durch die man den Ordnerring pfriemeln muss.
- Hierankl, das
- Eine dem → Isernhagen verwandte Erscheinung: Die unfreiwilligen und unnötigen Verrenkungen, die man beim Flipperspiel vornimmt, wenn die Kugel droht, ins Aus zu rollen. Meist ist das Hierankl
mit heftigen Bewegungen des Beckens verbunden. Es wurde von Leuten berichtet, die beim Hierankl das rechte Bein über das linke schlugen, sich dann mit dem rechten Fuß in der Stromzufuhr des Flippers verhedderten und
diese damit kurzenfußes unterbrachen – sehr zum Ärger der Mitspieler, die
bereits drei Freispiele angesammelt hatten.
Karsten Fleischer
- Hinsbeck, das
- → Krickenbeck, das über den Backblechrand abgestürzt ist.
Wayne
- hinteraichhalden (V.)
- Dritte Phase des → Petting. Folgt dem → Titting und geht dem → Möseln und dem → Großenkneten voraus.
Stollentroll
- hinterer Zinken, der
- Zweites Riechorgan, das 360°-Witterung ermöglicht.
- Hinterhäuser, der
- In die Anonymität geflüchteter Großstädter (vgl. Hinterwäldler).
Manuel Kunst
- Hinternah, das
- Ortschaft, die man auf dem Weg zur Arbeit täglich durchfährt, an deren Namen man sich aber auf Nachfrage nicht erinnern kann.
daniel
- Hinterriss, der
- Am Ende eines dicken Buches eingeklebte Papiertasche, die eine Begleit-CD enthält. Eine Technik des Entnehmens, die Buch und Hinterriss unversehrt lässt, ist bis heute nicht dokumentiert.
Felix Hoffmann
- hirnkofen (V.)
- Apfelkerne zur Steigerung der Intelligenz kaufen. Die gesteigerte Intelligenz macht sich in der Regel zuerst durch die Erkenntnis bemerkbar, dass man sich für das Geld ein Vielfaches an Äpfeln hätte kaufen können.
- hirnstetten (V.)
- Sein Gehirn für eine Weile auf dem Speicher einmotten, da man es momentan nicht braucht.
Ellen Wenzel, Karsten Fleischer
- Hirzweiler, der
- Diskussionsstrategie: eine Behauptung aufstellen, die auf zwei verschiedene Weisen verstanden werden kann, wobei die eine Lesart aus Sicht des Gegners falsch und die andere tautologisch oder anderweitig irrelevant ist. Der Gegner wird verwirrt, weil er sich entscheiden muss, in welche Richtung er weiterargumentieren will.
- Hittisau, das:
- Unbändiges, aber aufgrund von gesellschaftlichen Konventionen nicht in die Tat umzusetzendes Verlangen, einer ungehobelten Person eins in die Fresse zu hauen. In der Regel erfolgt anschließend ein → Mürzzuschlag.
Marko Kolm
- Hitzblech, das
- Das nur bedingt gesunde Aroma betriebswarmer Elektronikbaugruppen. Überall dort zu erschnüffeln, wo Unterhaltungselektronik verkauft wird, außerdem im Serverraum (seit der Admin dort nicht mehr rauchen darf).
Felix Hoffmann
- Hobrechtsfelde, das
- Hochdeutsche Variante der wienerischen „Bluatwiesen“. Allgemeine Bezeichnung für den Ort, an dem nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen Männern das letztgültige Argument durch Ganzkörpereinsatz ermittelt wird.
Marko Kolm
- Hochkamer, das
- Einschneidendes Erlebnis im Liebesleben nach der Einnahme eines Potenzmittels. Wird bis zum Lebensende regelmäßig bei der allabendlichen Mau-Mau-Runde im Seniorenheim erzählt, was die anderen Bewohner nur deshalb ertragen, weil sie ihre Hörgeräte abschalten können.
Wayne
- Hodeida, das
- Falsche Fröhlichkeit, mit der Lehrer in die 6. Stunde kommen. Typisch bei einem → Revillagigedo.
Klasse 11c
- hodenhagen (V.)
- 1. Sportart, die Eierlaufen und Sackhüpfen vereint.
2. (Mann) siehe Fußnote
Maria
- höfen (V.)
- Vergebliches Anschwellenlassen des Motorlärms des eigenen Motorrads oder Sportwagens oder der Singstimme im Hof einer Angebeteten als Balzbestandteil bei Herren in der Midlifecrisis.
Manuel Kunst
- Höflas, der
- Person im Publikum, die aus Gründen des Mitgefühls auch einer völlig unzumutbaren Darbietung applaudiert.
Manuel Kunst
- Höflein an der Hohen Wand, das
- Verniedlichende Umschreibung für den Gefängnisinnenhof bei einem → Saas im
Prättigau.
Karsten Fleischer
- Hohenholte, die
- Fachbegriff aus der Praxis von Laienchören: „Einkauf“ von Fremdtenören, um die eigenen schwächelnden Tenöre zu verstärken und so bspw. den Messias von Händel aufführen zu können. Kommt auch bei Sopranen vor, aber selten.
Friedrich
- Hohenlimburg, der
- Bezeichnung für Käse, von dem man dachte, man hätte ihn verspeist, und den man nach ein paar Monaten im Kühlschrank wiederfindet.
Lippbart
- hohenöllen (V.)
- → Einöllen aus dem Stand inklusive einer artistischer Einlage, beispielweise des Stolperns über seine eigenen Füße.
Karsten Fleischer
- Hohen Viecheln, das
- Im Hochgebirge zu betreibende Extremsportart, vergleichbar dem Klettern einer Gebirgsziege.
Sigi T.
- hohenwerbig (Adj.)
- Ein Produkt ist hohenwerbig, wenn es nichts taugt, keiner es braucht, oder es sich nicht im Geringsten positiv von der Konkurrenz abhebt. In diesen Fällen muss von zynischen, verbitterten „Kreativen“ die volle Marketing-Maschinerie in Gang gesetzt werden.
Felix Hoffmann
- Hohenwulsch, der
- Durch einen fehlerhaften Friseur entstandene Haupthaarkomposition, die weder so bestellt noch ursprünglich so geplant war und die wegen des im Unmaß verwendeten Volumenfixierers nur durch Komplettrodung und behutsamen Neuaufbau behoben werden kann.
Ku
- Hohnhorst, der
- Jemand, der über alles Verrisse schreibt, die niemand liest.
Yannick Schneider
- Hohnsberg, der
- Masse der verächtlichen Bemerkungen und Verspottungen, die angehende Superstars oder Containerbewohner zu Recht erleiden müssen.
Manuel Kunst
- Höhr-Grenzhausen, das
- Militärischer Fachjargon aus der Zeit des Kalten Krieges für die gut getarnten, teils unterirdischen Bunkeranlagen entlang der früheren innerdeutschen Trennungslinie, in denen Soldaten die Zeit damit verbrachten, den Funk- und Telefonverkehr jenseits des „Eisernen Vorhangs“ zu belauschen.
madsester
- Höllenstein, der
- Manifestes Zeugnis nicht eingehaltener guter Vorsätze, z.B. ein neuwertiges Rennrad mit Spinnweben, ein nicht mehr zu schließender Hosenbund oder Arthur Dents Ordner mit der verbleichenden Aufschrift „Things to do – urgent“
Felix Hoffmann
- Höllriegelskreuth, das
- Unbekanntes Gewürz, das trotz seines unscheinbaren Aussehens bereits bei leichter Überdosierung den Leibhaftigen auf den Plan ruft und einen mit einem Bissen in den glühenden Orkus befördert.
Wayne
- Holtmar, der
- Nebengeräusch in einer Musikaufnahme, das man im ersten Erschrecken für einen Einbrecher oder Poltergeist hält.
- Holzem, das
- Eine sprachliche Einheit, die sich von ihrer korrekten Version um eine subtile, aber ausgeprochen störende Nuance unterscheidet. Beispiele:
- Wer sich ihm auch nur nähert, geschweige denn ihn anspricht, wird angeknurrt.
- kunstvolle Fähigkeit
- in wallenden Gewändern gekleidet
- Projekte auf dem Bereich der bildenden Kunst
- Holzwipper, der
- Meistens für Baumstammtransports verwendeter LKW, bei dem der hintere Teil des Wagens gar nicht mit dem vorderen Teil verbunden ist, sondern nur von den festgeschnallten Stämmen gehalten wird. Entgegenkommende Fahrer fangen – besonders in Kurven – beim Anblick eines Holzwippers meist hektisch an, im Handschuhfach nach Versicherungskarte und Organspenderausweis zu kramen.
Wayne
- Honings, die (Pl.)
- Knallgelbe Damenstrumpfhosen, die für die „flotte Biene von Welt“ entworfen wurden und die im nächsten Frühjahr der Renner sein werden.
Shane
- horgen (V.)
- Sich von jemandem etwas unter leicht angedeuteter Androhung von Gewalt auslehnen (um es dann erst nach mehrmaligem Mahnen und entsprechender Verspätung zurückzuerstatten).
Endivien
- Horitschon, der
- Beim Blick aufs Meer an einem diesigen Tag der Bereich, in dem sich ungefähr die Horizontlinie befinden müsste.
Marko Kolm
- Horm, der
- Die Todesangst eines Mannes, die er beim Anblick von Blut im eigenen Harn verspürt. Bei Frauen weniger verbreitet, da diese einen solchen Anblick jeden Monat ertragen müssen.
Karsten Fleischer
- hornussen (V.)
- Einem geliebten Menschen bei einer zärtlichen Geste ungewollt mit dem Fingernagel einen schmerzhaften Kratzer zufügen.
Marko Kolm
- Hörpling, der
- Soundeffekt im vor sich hin plätschernden Fernseher, der irritierenderweise genau dem SMS-Signalton des eigenen Mobiltelefons gleicht.
Felix Hoffmann
- Hörstelgau, der
- Frustriertes Missempfinden, wenn ein Lied mittendrin abbricht – etwa weil die Kassette zu Ende war, eine Lautsprecherdurchsage beginnt oder der Strom ausfällt.
Harald und Kilian
- Hötzelsroda, das
- Zustand einer Grünfläche nach einem Polo-Wettkampf, Ochsenrennen oder Moto-Cross-Trial.
Günter
- Houdeng, die
- Sehr eng geschnittene Stretch-Jeanshose, die von dicken Mädchen getragen wird. Zwischen dem obligatorischen bauchfreien Top und der Houdeng bildet sich eine gut sichtbare → Schwartau. Eine weitere Eigenschaft der Houdeng ist, dass sie sich von alleine in die Poritze ihrer Trägerin zurückzieht.
Karsten Fleischer
- Höxter, der
- Blatt eines Monatskalenders, das ein halbes Jahr lang hängen bleibt.
Shane
- Hoyerswerda, die
- (nicht mehr gebräuchlich) Ungutes Gefühl, das den Kapitän einer reich beladenen Hanse-Kogge kurz nach dem Auslaufen beschleicht, wenn er beim Anblick seiner neuen Mannschaft überdurchschnittlich viele Augenklappen, Holzbeine und hakenförmige Handprothesen entdeckt.
Carsten
- Hoym, das
- Extreme Form des Heimwehs, die die Größe des Wortschatzes auf 1 begrenzt.
Ku
- Huchting, das
- Sehr überraschend einberufene altgermanische Volksversammlung.
Harald
- Hückeswagen, der
- Einkaufswagen, der über mindestens ein → Axalp verfügt.
Felix Hoffmann
- Huglfing, der
- Man erlebt einen Huglfing, wenn man sich trotz falscher Eingabe des Suchbegriffs bei Google stundenlang mit den Suchergebnissen beschäftigt.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Hüllhorst, der
- Ein → Blenhorst, der als Dressman oder Fotomodell arbeitet.
Günter
- Hummerich, das
- Abstoßender, masochistischer, depressiver, krabbenähnlicher Persönlichkeitsanteil vom Planeten Decapod 10.
- Hundeluft, die
- Duftnote, die entsteht, wenn ein des Autoreisens ungewohnter Golden Retriever seinen auf den ersten 350 Kilometern aufgestauten Blähungen just bei der Einfahrt in den Gotthard-Tunnel freien Lauf lässt, wenn also auf den nächsten
17 Kilometern notgedrungen Fenster und Lüftungsklappen des Fahrzeugs geschlossen bleiben müssen.
Günter
- Hundesossen, die (Pl.)
- Dips und Dressings beim Asia-Imbiss.
Wayne
- Hundsweihersägemühle, die
- Person, die sich dermaßen darüber aufregt, dass ein Hund mal eben an einen
Baum gepinkelt hat, dass man, sobald man merkt, dass der Köter jetzt im
Beisein dieser Person kacken muss, freiwillig die Hand hundunterhält,
bevor sie den Hund und dann einen selbst töten möge.
Karsten Fleischer
- Hüpede, der
- Bezeichnung für den Fahrer einer → Kauermühle, der in Ermangelung der zum Überholen notwendigen PS völlig entnervt gestikulierend versucht, mit seiner leise quäkenden Mini-Fanfare einen vor ihm auf der rechten Spur befindlichen Truck zu einer Beschleunigung auf 80 km/h zu bewegen – während man selbst genüsslich mit 200 km/h auf der linken Spur vorbeizieht.
Carsten
- Huppert, das
- Straßenverkehrsgröße: Die Zeit, die vergeht zwischen dem Grünwerden einer Ampel und dem Auf-Die-Hupe-Steigen der Autos, die hinter dem ersten Wagen stehen. Schwankt je nach Region und Tageszeit; in Barcelona, Paris sowie ganz Italien hat ein Huppert die Richtgröße von 0,735 Blossin. Das Huppert eines → Empels reicht sogar in den negativen Bereich hinein.
Miss Chievous und Kilian
- Hürbel, der
- Der etwas dunklere Fleck, den man vor dem Textmarker herschiebt und der schließlich am rechten Rand der Markierung trocknet.
- Hürth-Knapsack, der
- Ein improvisiertes Behältnis (Hut, Geigenkasten), in dem am Ende eines Konzertes der „Austritt“ gesammelt wird, von dem wiederum die Musiker ein kleines Bier und das Benzin für die Heimfahrt hätten bezahlen wollen. Auch: Kollektebeutel einer Kirchengemeinde, die nur noch aus einigen wenigen Seniorinnen besteht.
Felix Hoffmann
- Husby, der
- Ein Nachbar, der nicht direkt nebenan wohnt, sondern schräg gegenüber, durch den Hinterhof links über den Zaun im Heuboden, den man aber trotzdem als Nachbarn empfindet.
Yannick Schneider
- Huttrop, der
- Eine sinnlose Angewohnheit, ähnlich einem Tic, mit dem Unterschied, dass er sich nur im eigenen Gehirn abspielt. Von einem Huttrop befallene Personen schließen etwa Wetten mit sich selbst ab („Wenn ich es nicht schaffe, nie auf eine der Ritzen zwischen den Gehsteigplatten zu treten, sterbe ich morgen.“), überlegen sich, was sie auf eine Frage, deren Antwort sie nicht kennen, antworten würden, wenn es um ihr Leben ginge, oder bilden von jeder mehrstelligen Zahl, die sie sehen, sofort die Quersumme. Man vermutet, dass die Bezeichnung „Huttrop“ lautmalerisch auf den Vergleich mit einem „intellektuellen Schluckauf“ zurückgeht, weil huttropgesteuerte Gedanken sich einem periodisch wiederkehrend aufdrängen und man dagegen relativ machtlos ist.
- Hutzikon, die
- (Kurzform von Hutzel-Ikone) Kleingewachsener, betagter Mensch von internationaler Berühmtheit.
frei nach Thomas
- Hyderabad, das
- Offensichtlich ursprünglich zur Champignonzucht konstruierte, luftabzugs-und fensterlose Nasszelle in einem angeblichen Fünf-Sterne-Hotel.
Carsten
- ickern (V.)
- Versuchen, zu berlinern. Vgl. → neubeuern
- Icogne, die
- Person, die von sich selbst meint, das sie nirgendwo erkannt wird. Tarnt
sich häufig mit Sonnenbrillen, Perücken und gefälschten Oberweiten.
Trotzdem erkennt sie natürlich jeder, aber keiner will ihr oder sich
selbst ihr den Spaß verderben, denn das kollektive Gelächter, nachdem
die Icogne den Raum verlassen hat, ist einfach immer großartig.
Karsten Fleischer
- Igelsloch, das
- Weibliches Geschlechtsorgan, das einige Zeit lang keiner Intimrasur
unterzogen wurde.
Karsten Fleischer
- iggingen (V.)
- Exzessive, aber vergebliche Selbstzerstörungstendenz eines im Rampenlicht stehenden Stars mit dem Ziel des frühzeitigen Ablebens und damit verbundener Legendenbildung. Führt im Allgemeinen zu einem zombiehaften Phänotyp. Beispiele: Iggy Pop, Ozzy O., auch B. Spears gibt sich schon die größte Mühe; man darf auf das Resultat gespannt sein.
Carsten
- ihringen (V.)
- Jemanden, den man eigentlich nicht duzen darf oder sollte durch ein saloppes Pluralpronomen in die eigene soziale Sphäre ziehen. Beispiel: „Habt ihr hier nur Schrott im Laden?“
Felix Hoffmann
- Ilienworth, das
- Grußansprache eines Außerirdischen an Erdlinge.
Bernd Eberhard
- Illerich, der
- Eine dieser Ideen, die sich hinterlistig aus dem Staub gemacht haben, wenn man endlich Zeit findet, sich hinzusetzen und sie aufzuschreiben.
nach Douglas Adams
- Illertissen, die (Pl.)
- (EDV) Die massiven schwarzen Ringe, die sich mit der Zeit um die Plastikrädchen legen, die bei mechanischen Mäusen die Bewegung der Kugel aufnehmen. Unbedarfte User halten Illertissen beim Reinigen oft für gewollte Gummierungen. Sie haben deswegen bockigere Mäuse, fristen aber ein unbekümmerteres Dasein.
- Illschwang, der
- Das, was der zweitunsportlichste Schüler einer Schulklasse nach anfänglicher → Freihung beim Reckturnen zustande bringt.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- imbsen (V.)
- Die oberen Schneidezähne auf die Unterlippe legen und durch leichtes Saugen und leichte Öffnung des Mundes meist auf einer, seltener auf beiden Seiten ein Geräusch erzeugen, das entfernt an einen Luftballon erinnert, aus dem Restluft entweicht. Man imbst normalerweise, wie um zu sagen: „Tja, das ist natürlich ein Problem.“
- Immensoll, das
- Die Menge an produziertem Honig, die ein Imker sich für das kommende Jahr ausrechnet.
- Immigrath, das
- Sammelbegriff für „Chinatowns“, „Klein-Istanbuls“ etc., also die in letzter Zeit in Deutschland so viel beachteten Stadtteile mit beinahe rein fremdländischer Bevölkerung und Infrastruktur.
- Indianapolis, das
- Eines dieser weit verbreiteten Multikulti-Restaurants, die neben orientalischem Curryhuhn auch Spaghetti in Tomatensoße auf der Speisekarte stehen haben.
Wayne
- ingeln (V.)
- Mit oszillierendem Zeigefinger testen, wann der Wasserstrahl aus dem Hahn heiß wird.
- Ingesauelermühle, die
- Spöttische Bezeichnung für ein Fahrrad mit Rückspiegeln und vier statt zwei Reflektoren an jedem Rad.
- Inkam, der
- Ein Bekannter eines Wohngemeinschaftsmitgliedes, der nach paarmaligem Besuch sich auf der Couch einquartiert und Bestandteil des Inventars wird. Selbstverständlich leitet sich daraus ein natürliches Wohnrecht ab
(Inventaraufenthaltsrecht).
Nabil
- Innerhartsberg, der
- Ein vergessenes Kunstwerk aus alten, fast schon versteinerten → Kleinweichs.
Nadine
- Innerkrems, der
- Jargon unter Psychologen für den Mist, den sie sich tagtäglich von ihren
Klienten anhören müssen.
Karsten Fleischer
- innervillgraten (V.)
- Nervöse Aktivitäten, die Leute ausführen, wenn sie wahnsinnig dringend einen Zug erreichen müssen, zum Bus Richtung Bahnhof hetzen und der Busfahrer nicht die geringsten Anstalten macht sich genauso zu beeilen wie sie, wogegen sie leider überhaupt nichts tun können. Resigniert und zur Ruhe gezwungen sitzen sie dann da, beobachten entspannt die sich seltsam langsam bewegenden Häuser draußen vor dem Fenster, spielen an ihrem Handy herum, schauen auf die Uhr, schlagen die Beine mal so und mal so übereinander, summen leise vor sich hin und schauen betont beiläufig in die Gegend. Wenn der Bus dann das Ziel erreicht, hören die Leute schlagartig zu innervillgraten auf, rasen wie die Irren auf die sich öffnende Bustür zu, quetschen sich durch den Spalt, wobei sie ein paar Kleidungsfetzen zurücklassen, und rennen zu ihrem Gleis, wo der Zug dann direkt vor ihrer Nase abfährt. S.a. → Zur Schuntermühle
Nadine
- Insul, der
- 1. Ein politisches Amt. Insuln übernehmen für Parteien die Aufgabe, wenn ein/e Politiker/in einer gegnerischen Partei etwas potenziell Anstößiges sagt, dieses in geharnischten Presseerklärungen möglichst stark zu dramatisieren, auf das Schärfste zu verurteilen und mit Entschuldigungs-/Rücktrittsforderungen zu bombardieren. Man schätzt, dass allein Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) bei der CDU drei Insuln hat.
2. (schlechter Zuhörer) siehe Fußnote
- Irdning, der
- Eine Person, die ständig von tollen Erlebnissen beim Gartenumgraben oder
Pflanzenzüchten zu erzählen weiß, obwohl sie weiß, dass das
Auditorium in Lage ist, selbst Kakteen verdorren zu lassen.
Karsten Fleischer
- irfersgrün (Adj.)
- Sammelbegriff für verschiedene Grüntöne, die man im Gespräch mit Verkehrspolizisten oder -richtern erfindet (quittengrün, kirschgrün etc.)
- Irlach, das
- Enttäuschung beim → Irlen.
- irlen (V.)
- Sich im richtigen Leben (IRL) statt wie sonst online treffen. „Lass ma irlen!“
- Irnfritz, der
- Jemand, der sich auf seine profunde Halbbildung beruft und glaubt, auf alle Fragen des Lebens eine passende Antwort parat zu haben, dabei aber tragischerweise immer knapp daneben liegt.
Sigi T.
- Istha, das
- Der kleine Anflug von Glücksgefühl, wenn man beim Aufräumen seiner Wohnung
liebgewonnene, aber längst verloren geglaubte Gegenstände wiederentdeckt.
Karsten Fleischer
- Itz, das
- Fiktives Schlafgeräusch bei Comicfiguren.
Klasse 11c
- Itzehoe, das
- Gefühl, das sich etwa eine Sekunde einstellt, nachdem man um ein Haar von einer Leiter, einem Stuhl o.Ä. gefallen wäre, und sich in einem kurzen einmaligen Schweißausbruch auf der Kopfhaut bemerkbar macht.
Endivien
- jahn (V.)
- Das Aussprechen eines kurz gehauchten „Ja“ bei gleichzeitigem Einatmen. Der Klang des „Ja“ verbindet sich dabei mit der gleichzeitig eingeatmeten Luft zu einem kurzen, ruckartigen Seufzer. Diese Form der verbalen Zustimmung tritt meist in Verbindung mit einem paralysiert wirkenden Gesichtsausdruck auf und erscheint wie eine verringerte Aufmerksamkeit.
Autor unbekannt
- Janow, der
- Eine Unterart des → Dümpel: jemand, der auf Nachfrage wortreich und durchaus überzeugend beteuert, wie wichtig für ihn das Gelingen eines gemeinsamen Vorhabens ist – was sich in seinem tatsächliches Verhalten allerdings nicht im Geringsten niederschlägt.
Felix Hoffmann
- Japons, die (Pl.)
- Utensilien wie Halstücher, Aufnäher, große Broschen oder Stoffblumen, die zur Tarnung von Brandlöchern und Soßenflecken angebracht bzw. drapiert werden.
Karin
- jarmen (V.)
- Lautstarke, äußerst ungeduldige Erwartungshaltung von Hunden oder Katzen, bedeutet: Mach jetzt sofort, unverzüglich, auf der Stelle die Dose mit dem Futter auf!!!
Christiane
- Jarplund Weding, das
- Das verzweifelt auf dem Dachboden gesuchte scheußliche Hochzeitsgeschenk von Tante Liesbeth, die sich überraschend zu einem Besuch angemeldet hat. S.a. → Ellar
Carsten
- Jarrenwisch-Hödienwisch, der
- Eine verlassene Spinnwebenansammlung, die absichtlich in einem Gebäude platziert wurde, um zu zeigen, wie alt und gruselig es ist.
- Jatzke, die
- Ein leises Summen, das Ja bedeutet. Schriftlich gern als „Hmhm“ wiedergegeben. Nicht zu verwechseln mit der → Neetzka.
Yannick Schneider
- Jauernick, der/die
- Politcharge unterer Kreisebene, die auch bei völlig widersprüchlichen Vorträgen der ihr/ihm übergeordneten Parteimitglieder stets stumme Zustimmung signalisiert.
amarillo
- jeppern (V.)
- Inspizieren des Backzutatenvorrates, wenn alle anderen Süßigkeiten im Hause aufgebraucht sind.
Karin
- Jeshop, der
- Einer dieser Ein-Euro-Läden, in den es einen rein zufällig verschlägt, und aus dem man dann doch mit Waren im Wert von fünf bis zehn Euro wieder herausgeht.
Karsten Fleischer
- jetsch (Adv.)
- Ungefähre Zeitangabe. Kann sofort sein, aber auch bis der anstehende Toilettenbesuch beendetet ist, bis der Taxifahrer eintrifft, bis die vier Leute am Tisch mal synchron ausgetrunken haben, bis die Sexualpartnerin endlich mal gekommen ist, bis das Finanzamt die Steuerrückzahlung überwiesen hat, bis der Weihnachtsmann kommt. S.a. → damüls.
Karsten Fleischer
- Jettingen-Scheppach, das
- Erster Anflug von Skepsis bei einem bis dato abgebrühten Miles-and-More-Business-Class-Junkie auf einem Flug der Pakistani Airlines von Ulanbator nach Wladiwostok, nachdem er ein paar lustige kleine Funken hinter dem rechten Triebwerk entdeckt hat.
Carsten
- Jobstgreuth, das
- Eine lange Liste von ungewöhnlichen, teils unappetitlichen Tätigkeiten (Fremdenlegionär, Hühnerstallreiniger, Pfleger in der Psychiatrie etc.), die ein Verlag seinem Autor zu Werbezwecken andichtet. Manchmal sind die Angaben tatsächlich korrekt oder nur leicht übertrieben, was dann aber niemand glaubt.
Felix Hoffmann
- Jörger Bülten, die (Pl.)
- Beschwerden, Rügen, Beschimpfungen, Drohungen, Briefbomben, ausgeweidete Katzen im Garten, blutige Schriften am Fenster etc., mit denen Meinungspäpste, meist → Großbarope, auf Anzweifelungen reagieren. Bezeichnet auch autoritäre Zurechtweisungen für die Vernachlässigung von Grundsätzen wie Friedenserziehung, Gendering oder Fleischverzicht im Kindergarten. (Benannt nach der Figur Jörg in Axel Hackes Kolumne „Wurst“.)
- Jucknischen, die (Pl.)
- Von chronischer Scabies befallene Körperfalten zwischen zwei Rettungsringen.
Carsten
- juist (Adj.)
- Kurz für „pünktlich wie die deutsche Bahn“.
Sascha
- Jützbüttel, der
- Person, deren Beleidigungen niemand ernst nimmt, da man ja weiß, von wem sie kommen.
Hilmar
- Kabelhorst, der
- Elektrikergehilfe.
Wayne
- Kabelsketal, das
- Entsteht aus jedem Kabel, das man fein säuberlich aufgerollt zur Seite legt und nicht mehr berührt, bis man es wieder verwenden will und sich wundert, warum man erst mal eine halbe Stunde entknoten muss.
Dennis
- Kabul, das
- Beunruhigendes Endstück einer Stromleitung, das bei Renovierungsarbeiten in einer Altbauwohnung hinter einer heruntergerissenen Tapete entdeckt wird, aus dem historischen Unterputz herauszuwachsen scheint und meist mit porösem Klebeband „isoliert“ ist. Die Entdeckung eines Kabuls verursacht neben einer kurzen Panikattacke einen dünnen Schweißfilm auf Stirn und Handflächen und führt zu der Erkenntnis, dass an eine Fortsetzung der Arbeiten frühestens nach ausgiebigen Tests mit einem Spannungsprüfer zu denken ist.
Marko Kolm
- Kagel
- Einzahl von Kegel (Pl.)
Conrad
- Kainrathschlag, der
- Teil einer Strategie im Verlauf von Erbschaftsstreitigkeiten. Man gibt einen scheinbar gutgemeinen Tipp, wie sich ein naher Verwandter verhalten sollte, mit dem tatsächlichen Ziel, ihn völlig in die Knie zu zwingen und von jedem Vorteil auszuschließen.
Diese Taktik wird oft auch dazu benützt, um Arbeitskollegen zum eigenen Nutzen ins berufliche Verderben zu schicken.
Marko Kolm
- Kaiserslautern, das
- Äußerung aus dem Munde Franz Beckenbauers, die durch besondere geistige Schlichtheit herausragt und vielleicht gerade deshalb beim Volk gut ankommt.
Günter
- Kakau, der
- Ein Schüler, der immer, wenn er mit etwas Neuem konfrontiert wird, erst mal sagt: „Was is’n des für’n Scheiß“. In jeder Klasse gibt es mindestens einen Kakau.
Klasse 11c
- Kalberschnacke, die
- Gebärfreudige Landpomeranze, die einem bei jeder Gelegenheit (Arztwartezimmer, Schlange beim Bäcker etc.) uninteressante Anekdoten über ihren Nachwuchs aufschwatzt.
Carsten
- kalkofen (V.)
- Sich im Fernsehen übers Fernsehen lustig machen. Beispiel: Switch Reloaded kalkoft.
Yannick Schneider
- Kalkreuth, das
- Sammelbegriff für Kurorte mit weit überproportionalem Rentneranteil (zum Beispiel Baden-Baden).
Günter
- kalscheuren (V.)
- Vorgang, der bei langjährigen Fahrern einer → Kauermühle zur →
Pfaffenrode führt.
Wayne
- kaltenleutgeben (V.)
- Testamentarisch festlegen, dass der eigene Körper nach dem Tod der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden soll.
Marko Kolm
- Kaltrum, der
- Ein Wasserhahn, aus dem immer kaltes Wasser kommt, egal, wie herum man den Hebel dreht. Siehe auch Kippel.
Yannick Schneider
- Kalübbe, die
- Berühmtes Zitat, das so nie gefallen ist, z.B. „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger“, „Harry, hol schon mal den Wagen“ oder „Beam me up, Scotty!”
Wayne
- kappeln (V.)
- Beim Durchsuchen seines → Waldkappels zu keinem vernünftigen Ergebnis kommen. „Wo bleibt denn Tom?“ – „Der kappelt, es kann sich nur noch um Stunden handeln!“
Wayne
- Karft, das
- Abgestandenes Ketchup, das sich in zähen Krusten spröden Glibbers an der Innenseite der Flaschendeckel absetzt.
- karrösten (V.)
- Zubereitung diverser Snacks auf dem Motorblock.
Carsten
- Karthago, das
- Vermutlich aus der altehrwürdigen Kunst des Origami abgeleitete Technik, einen Bogen Papier so Platz sparend und komplex wie möglich zu falten, dass nach erstmaligem Entfalten der ursprüngliche Zustand unmöglich wieder hergestellt werden kann. Stattdessen produziert man bei jedem Versuch unweigerlich ein mehr oder weniger unförmiges → Karthoum. Die hohe Kunst des Karthago beherrschen heutzutage hauptsächlich die Hersteller von Straßenkarten und Beipacktexten für Medikamente.
Marko Kolm
- Karthan, der
- Der Typ Mensch, der sämtliche Kinokarteneinkäufe für das kommende Jahr für alle Verwandten, Kollegen und Freunde auf einen Schlag erledigt, zur Stoßzeit und an der einzigen Kinokasse, an der man telefonisch reservierte Karten abholen kann, und sich dabei vom Kassenpersonal ausgiebigst in allen cineastischen Fragen beraten lässt. Karthane treten grundsätzlich paarweise auf, was für zusätzliche Uneinigkeit und Diskussionen sorgt.
- Karthoum, das
- Der klobige Papierfetzen, zu dem eine Straßenkarte oder ein Medikamenten-Beipacktext mutiert, wenn man versucht, das jeweilige Ding nach erstmaligem Gebrauch wieder zusammenzufalten, um es im Auto-Handschuhfach oder in der Medikamentenschachtel zu verstauen. S.a. → Karthago
Marko Kolm
- Karwendel, der
- Straße mit stetiger Steigung, die um einen Berg herumführt und vor dem Gipfelkreuz endet.
Bernd Eberhard
- Karwitz, der
- Vorösterlicher Joke mit schwacher Pointe.
Bernd Eberhard
- Karze und Garze, der/die
- Zwei Kinder in einer Schulklasse, die denselben Vornamen tragen, beste Freunde sind und darum nebeneinandersitzen, sodass auf die Nennung ihres Vornamens immer ein „Welcher?!“ folgt.
Yannick Schneider
- Kassau, die
- Jemand, der trotz Erwartungshaltung des Vordermannes keinen → Trennewurth zwischen seine und dessen Waren plaziert.
Claudia Hankel & Nora Harbach
- Kasselvitz, der
- Das Gefühl der Überraschung, das sich einstellt, wenn die Supermarktkasse einen weit höheren Betrag für die Ware anzeigt als im Laden ausgepreist.
Amelie Zapf
- Katzem, das
- Von seinen Besitzern nach bester indianischer Tradition verehrtes Foto von Minka oder Mohrle. Noch weiter verbreitet ist das → Altenhundem.
Wayne
- Katzenhüll, der
- Geschmackloses, pelzartiges Damenoberbekleidungsstück (auch in Teilapplikationen), das bevorzugt in Kombination mit strassbesetzten Plastegürteln und weißen Stiefeletten getragen wird und der Dame das irrige Gefühl verleiht, besonders sexy auszusehen. In Düsseldorf, Las Vegas und Mallorca häufiger zu sehen als anderswo.
Günter
- Kauermühle, die
- Minimalistisches Fortbewegungsmittel, vierrädrig (Fiat 500, Morris Mini, Goggomobil, Smart) oder zweirädrig (Mofa, Mokick, Kawasaki, Kinderfahrrad), in/auf denen man sitzt wie der Affe auf dem Schleifstein.
rapiñac & R. Elrahl
- kaufbeuren (V.)
- In Ermangelung des Einkaufszwettls (→ Zwettl) wahllos irgendetwas einkaufen, was der ursprünglichen Planung des Abendessens vollkommen entgegenläuft.
Karsten Fleischer
- kauffern (V.)
- In einem Anfall von → Kaufungen einen Artikel im Sonderangebot erwerben, um ihn daheim im Schrank neben ein identisches, ungebrauchtes Exemplar aus der letzten Werbeaktion zu stellen. Evolutionsbiologen sehen hierin eine Parallele zum ungesunden Drang des menschlichen Körpers, über den momentanen Bedarf hinaus Nährstoffe zu speichern.
Felix Hoffmann
- Kaufnitz, der
- Die Masse der in der Euphorie über einen plötzlichen, unerwarteten Geldregen (s.a. →
lottengrün) käuflich erworbenen Gegenstände, die man nach genauerer Überprüfung des Kontostandes sofort wieder veräußern möchte, aber leider nicht los wird.
Sigi T.
- Kaufungen, die (Pl.)
- Krampfartiges Anfallsleiden, tritt bevorzugt beim wöchentlichen Durchblättern der Aldi/Lidl-Prospekte oder der zeitnah nach Erwerb eines niegelnagelneuen Handys erfolgenden Ankündigung eines besseren Modells auf.
Carsten
- käuksern (V.)
- Ein Bedürfnis vieler Männer: bei öffentlichen Toiletten die braunen Streifen wegpinkeln.
LiGo
- Kaule, die
- Neu gewonnene Liebschaft, die auf intensives → Kössen in der Öffentlichkeit
besteht. In den seltensten Fällen hält eine Beziehung zu einer Kaule
länger als drei Wochen, weil es einem langsam peinlich wird. Finden sich jedoch zwei Kaulen, ist eine lebenslange glückliche Beziehung verblüffend einfach und einmütig zu gestalten.
Karsten Fleischer und Kilian Evang
- Kaulstoß, der
- Elementare Bewegung in einem Schwimmstil ähnlich der Fortbewegung einer Froschlarve, der bereits Hinterbeine gewachsen sind.
R. Elrahl
- Kaunowa, die
- Noch nie zuvor erfahrenes Geschmackserlebnis.
Karsten Fleischer
- Kemnath, der
- Von innen verschließbarer Sarg für Misanthropen
Manuel Kunst
- Kempenich, der
- Ein Mensch, der sehr gerne verreist, dabei aber grundsätzlich auf der Unterbringung in Luxushotels besteht.
Sigi T.
- Kendenich, der
- Person, deren bloßer Anblick auf etwa 100 Meter Entfernung einen dazu verleitet, die Straßenseite zu wechseln, nach dem Notausgang der Lokalität zu suchen, in der man sich gerade befindet usw. Wird man trotzdem von dieser unsäglichen Person erwischt und mindestens eine halbe Stunde zugelabert, während sich sämtliche Freunde und Bekannten deutlichst von einem selbst räumlich distanzieren, so entschuldigt man sich nachher bei den Flüchtigen mit schweißnasser Stirn mit den Worten: „Ich kenn den/die nicht.“
Karsten Fleischer
- Kettwig, das
- Geräusch, das eine sich bei 30 km/h vom Zahnkranz lösende Fahrradkette verursacht.
Carsten
- Kibling, der
- Mensch, der sich in Ansammlungen, wo es vermeintlich etwas Interessantes zu sehen gibt, so vordrängt, dass er anderen die Sicht nimmt.
Günter
- Kickwiet, der
- Zwang für Personen des öffentlichen Lebens, sich aus PR-Gründen demonstrativ für Fußball zu begeistern.
Felix Hoffmann
- Kierspe, die
- Steinobstkern, Karamellbonbon oder Nussschale als Ursache für eine umfangreiche dentalmedizinische Grunderneuerung. Gemeinhin auch als Gebissmine bekannt. S.a. → steinen.
Carsten
- kiesen (V.)
- Ohne die geringste Anstrengung und ohne auch nur in Ansätzen einen Finger zu rühren sehr viel Geld verdienen.
Sigi T.
- Kießling, der
- Elternteil, der von seinem Kind am Kiesstrand eingegraben wurde.
Manuel Kunst
- kilb (Interj.)
- (lautmalerisch) Der letze Laut eines Spatzen, der sich an einer Pfanne Reisfleisch verschluckt hat, bevor er als klinisch tot erklärt werden muss.
hannah
- Kirchscheidungen, die (Pl.)
- Das, was der Papst bisher immer zu verhindern wusste...
Wayne
- Kirchschlag in der Buckligen Welt
- Arbeitstitel für eine geplante Neuverfilmung von Notre Dame de Paris durch Wim Wenders, die auf Wunsch des Studios mit zusätzlichen Actionszenen von Roland Emmerich versehen wird.
Felix Hoffmann
- Kirkel, der
- Beliebtes Mitbringsel klingonischer Föderations-Touristen.
Theo
- Kissing, das
- Erste Stufe des → Petting, der das → Titting folgt.
Stollentroll
- Kitzladen, der
- Ein großes Ladenlokal z.B. einer Entrümpelungsfirma oder einer eBay-Agentur, das zunächst viele Wochen lang bis auf einen Schreibtisch und einen alten Flipperautomaten völlig leer ist, sich dann aber beim ersten größeren Auftrag schlagartig mit allem erdenklichen Krempel füllt.
- Kladrum, das
- Der Zustand furioser Wut, in dem man den vor wenigen Minuten mühsam formulierten und durch einen Computerfehler oder eine Unachtsamkeit verloren gegangenen Text aus dem Gedächtnis noch einmal tippt. Im Baltrum werden absolute Rekordanschlagraten erzielt.
- Klagenfurt, die
- Die Flucht des nächtlich heimkehrenden Mannes vor der klagenden Ehefrau auf die Wohnzimmercouch.
Tom
- Klandorf
- Hauptsitz einer Sekte, die sich unauffällig zusammenrottet.
johannes
- Klapperwald, der
- Slapstickhafter, unsanfter Aufprall von in einer Gruppe (Stadtführung, Nachtwanderung, Marathonläufer, Einbrecherbande o.ä.) hintereinander laufenden oder schleichenden Personen, wenn der Vordermann abrupt stehenbleibt. Umgangssprachlich wird der Begriff auch verniedlichend für eine Massenkarambolage auf der Autobahn verwendet. Ein Klapperwald gehört ebenso wie die → Zuggelrade zu den entwürdigendsten Anblicken, die die menschliche Kultur hervorgebracht hat.
Carsten
- Klappholz, das
- Eine mörderische zweiflügelige Schwingtüre. Führt, wenn sie von mitteldichten Menschenmengen passiert wird, häufig zum → Viersen.
- Kleingsenget, das
- Das Fetzchen Stoff, in den sich einige Damen zu zwängen versuchen, wenn sie mal schick ausgehen wollen. Der Versuch benötigt circa eine halbe Stunde Zeit und endet mit der Feststellung, dass man in dem Kleingsenget keine Luft mehr bekommt. Es wird dann auf den → Großschloppen ausgewichen.
Karsten Fleischer
- Klein-Klemm, der
- Urologischer Befund bei fahrradfahrenden Männern.
Ein Zusammenhang mit dem Bevölkerungsrückgang in Münster ist bisher nicht wissenschaftlich erwiesen.
Felix Hoffmann
- Klein-machnow (Imp.)
- Flehentlicher bilingualer Stoßseufzer eines Elters beim offensichtlich verfrühten Toilettentraining seiner Brut.
Carsten
- Kleinmürbisch, das
- Ein Teller mit schwer verdaulichen Überresten eines zwei Wochen alten, sorgfältig getrockneten und geschredderten → Kudlhubs, als Probierhäppchen für ahnungslose Laufkundschaft auf der Verkaufstheke einer Dorfbäckerei drapiert.
Carsten
- Klein Partwitz, der
- Druckausgabe eines Liedes, die für Musiker weitgehend unbrauchbar ist, da der Verlag die Tonart geändert hat, wichtige Teile fehlen und eine fehlerhafte Version der Gesangsstimme in den Klavierpart eingearbeitet wurde.
Wennn ein berühmter Interpret eine CD mit atemberaubenden Neuinterpretationen herausbringt, werden die Klein Partwitze unverändert als „offizielles Songbook“ nachgedruckt und teuer verkauft.
Felix Hoffmann
- Kleinweichs, die (Pl.)
- Die kleinen, weichen Kügelchen, die man aus → Gebroth geformt hat, um sie dann entweder zu essen oder zu Kunstwerken zu formen (→ Innerhartsberg).
Nadine
- Klemm, das
- Gegenstand in einer Position, aus der er nicht herauszubefördern ist und in die er nach den gängigen physikalischen Gesetzen auch nie hätte gelangen können. Literarisches Beispiel: Das Sofa in Douglas Adams’ Der elektrische Mönch.
- Kleutsch, das
- Die Sprache, in der die Dialogfenster z.B. aus dem Amerikanischen oder Chinesischen übersetzter billiger Computerprogramme abgefasst sind. Sie wird nur von einer kleinen Gruppe verhinderter Literaturübersetzer geschrieben, die vor ihrem jetzigen Brotjob noch nie näher mit Computern in Berührung gekommen waren, und wird nur von einer noch kleineren Gruppe informatisch versierter Menschen mit hohem psycholinguistischen Einfühlungsvermögen ansatzweise verstanden.
- kleve (Adj.)
- Hartnäckig und ohne plausiblen Grund haftend. „Karl ärgerte sich über den kleven Kaugummi an seinem Schuh“, „Eigentlich liebte er Susanne überhaupt nicht, sie war nur zu kleve“, „Über den Direktor kursierte die kleve Behauptung, er habe weder Abitur noch Geburtsurkunde.“
Tobias Kölling
- Klink, das
- Das befriedigende Klicken einer Türklinke, die vorher nur halb eingerastet war und jetzt endgültig zugezogen wird.
- Klipschen, das
Straßenbauliches Merkmal, das von waghalsigen Jugendlichen absichtlich und von allen anderen versehentlich für kurze, oft schmerzhaft endende Flugerlebnisse genutzt wird.
Felix Hoffmann
- kloch (Adj.)
- Beschreibt die Mischung aus Entsetzen und Scham, die sich einstellt, wenn jemand voller Elan zur Toilette stürmt, die Tür aufreißt und dort schon eine andere Person sitzt, die es – wenn sie wieder klar denken kann – bereut, die Tür nicht abgeschlossen zu haben. Achtung: Ist man der Toiletten-Invasor, sagt man: „Es war so kloch!“ Ist man allerdings derjenige, der mit heruntergelassenen Hosen auf der Schüssel sitzt, sagt man: „Ich fühlte mich so kloch!“ Verwendet man das Wort falsch, kann es zu Missverständnissen kommen – wenn man denn so schamlos mitteilungsbedürftig ist, diese Geschichte weiterzuerzählen.
Nadine
- Kloddram, das
- Leidvolle Szene, die sich an einem wohlbekannten Örtchen hinter verschlossener Tür abspielt. Akustische Zeugen erhalten durch verräterische, dumpfe Geräusche und leises Jammern ausreichend Interpretationsstoff, um sich das Geschehen lebhaft in allen Farben und Gerüchen auszumalen.
Marko Kolm
- Klohub, der
- Sanitärtechnisches Maß der Spüleffektivität, berechnet sich aus dem Spülkastenvolumen, Länge und Durchmesser des Fallrohres in Abhängigkeit von der Flach- bzw. Tiefspülerkonstanten. Man konsultiere hierzu auch den HaustechnikDialog.
Carsten
- Klotzsche, die (Pl.)
- Überdimensionales Schuhwerk jugendlicher Subkulturen und Modeströmungen.
Günter und Kilian
- klumpsig (Adj.)
- Man fühlt sich klumpsig, wenn einem dämmert, dass man soeben seinen Halbschwager väterlicherseits mit einem Klappspaten ermordet und ihn danach unter der Dorfkirche vergraben hat.
Alex
- kmehlen (V.)
- Spezielle Rührbewegung bei der Zubereitung eines Kuchenteigs. Wird nur von Menschen im Alter bis zu 5 Jahren beherrscht.
myrna
- knauten (V.)
- Kaum mehr gebräuchliche traditionell deutsche Hausfrauen-Kampfsportart. Mit Karate vergleichbar, richtet sich aber ausschliesslich gegen wehrlose Sofakissen.
Carsten
- Knochenmühle, die
- Einer dieser zweiteiligen Metallarme, die z.B. Haus- und Feuerschutztüren wieder zu ziehen. Erweckt beim bloßen Anblick fürchterliche Horrorvisionen von eingeklemmten Fingern.
- Knoden, der
- Das, was dabei herauskommt, wenn man kleinen Kinder gestattet, ihre Schuhe selbst zuzubinden.
Karsten Fleischer
- Knüllwald, der
- Unübersichtlicher Baumbestand, materialisiert sich immer unerwarteterweise zwischen Kneipe und Heimstatt.
Carsten
- kobbeln (V.)
- Alberne Gespräche mit Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen und anderen Haustieren führen.
Andreas
- kobern (V.)
- Im Geräteschuppen/in der Garage o.ä. stundenlang aufräumen, ohne wirklich Platz zu schaffen
ThoHu
- Ködderitzsch, der
- Mageninhalt nach dem wiederholten wahllosen Genuss von Bratwurst, Zuckerwatte, Bier, Türkenhonig, Fischbrötchen und Jägermeister, aber vor der anschließenden Achterbahnfahrt.
Ku
- Köflach, der
- Während eines akuten Hustenanfalls einsetzender Lachkrampf.
Tom
- Kohfidisch, der
- Jiddischer Ausdruck für Rinderwahn.
Carsten
- Kohlenbach, der
- Die Mischung aus Wasser, Tränen und/oder Rotze in Kombination mit Wimperntusche im Gesicht einer geschminkten Person meist weiblichen Geschlechts oder einer Fummeltriene, die sich bei starkem Regenfall ohne Schirm oder plötzlich forcierter Einsicht in die Grenzen einer Beziehung zu einem anderen Vertreter der Spezies Mensch einstellt.
Manuel Kunst
- Kokottek, der
- Alkoholisches Mischgetränk, das seltsamerweise ausgerechnet am Freitagabend zum halben Preis angeboten wird. Zu dieser Zeit ist kein kompetentes Barpersonal vorhanden, was der Konsument schnell merkt und noch den ganzen nächsten Tag über fühlt.
Felix Hoffmann
- Koldenbüttel, der
- Behördlicher Mensch, der für das Aufsammeln von Schafkot verantwortlich ist
Ku
- Köllentrup, der
- Ansammlung in ballonseidene Jogginganzüge gekleideter, durch die Düsseldorfer Altstadt marodierender, → altstrimmiger Hooligans, denen das dortige Gastronomiepersonal auf ausdrücklichen Wunsch hin Abwaschwasser in Blumenvasen kredenzt.
Carsten
- kolumbien (V.)
- (kolamb, kolümbe, kolomben) Etwas entdecken, das man zunächst für völlig neu hält, deswegen völlig aus dem Häuschen sein und zuletzt herausfinden, dass andere es schon ewig kennen.
„Christoph Kolumbus hat Amerika also nicht entdeckt, sondern nur kolomben.“
Yannick Schneider
- Komarom, das
- Tiefschlaf, der auch durch die Posaunen von Jericho nicht gestört werden kann. Beispielsweise zu beobachten bei Kleinkindern, die von ihren verantwortungsbewussten Eltern im → Pensacola zum mitternächtlichen Heavy-Metal-Konzert mitgeschleppt werden und nicht einmal während des obligaten Schlagzeug-Solos mit der Wimper zucken.
Marko Kolm
- Kongsvinger, der
- Die unangenehme Resonanz den Bändchens oben am Reißverschluss der Jacke mit der Schrittfrequenz des Jackenträgers, bei der das Bändchen abwechselnd gegen beide Gesichtsbacken pendelt. Normalerweise liegt die Resonanzfrequenz wesentlich höher als die Schrittfrequenz, aber wenn man zum Beispiel die Gummifäden aus dem Bändchen entfernt, nimmt dessen Länge zu und es kann zum nervtötenden Kongsvinger kommen. Abhilfe: Das Bändchen über den Kragen nach innen stopfen.
R. Elrahl
- Königswinter, der
- Ein Winter mit weißer, weißer Weihnacht, Zimt, Goldglitter, endlosem Quietschen vor Vergnügen beim Schlittenfahren und Schlittschuhlaufen, prachtvollen Feiern und einer romantischen Liebesgeschichte.
- könnern (V.)
- Der Versuch, anderen Menschen etwas vorzuführen, das man gerade erst selbst gelernt hat, wobei sich herausstellt, dass die Lernphase noch nicht wirklich abgeschlossen ist.
Ku
- Korfu, das
- Zwölf-Ton-Cluster, der entsteht, wenn ein plötzlicher Windstoß bei einem Open-Air-Auftritt der Fischer-Chöre sämtliche Notenblätter durcheinanderwirbelt.
Carsten
- korklauken (V.)
- Umfüllen eines üblen fusellastigen Amselfelders in einen Bleikristall-Dekanter, um ihn ignoranten unliebsamen Gästen zu kredenzen.
Carsten
- Korleput, der
- Ein tadelloses Kleidungsstück, das man seit Jahren nicht mehr angehabt hat, weil man vergaß, dass man es als Ersatz für ein ähnliches, aber fleckiges oder ausgeleiertes Kleidungsstück kaufte, und daher immer jenes für dieses hielt.
- Körperich, der
- Bezeichnet die Form des Rumpfes eines männlichen Primaten, die beim Anblick eines Weibchens durch unwillkürliches Einziehen des Oberbauches hervorgerufen wird.
myrna
- Korsika, das
- 1. Kleiner Ortsteil, der vorgibt, eine Mittelmeerinsel zu sein.
2. Insel, die vorgibt, ein kleiner Ortsteil irgendwo in der Kurpfalz zu sein.
Karsten Fleischer
- Kosemitz, der
- Abendliche Vorbereitungshandlung an Wochentagen, die für die Ausübung des Geschlechtsverkehrs vorgesehen sind.
Ku
- Kosilenzien, die (Pl.)
- Die Momente in Diskussionen, in denen die Runde ein Thema zur Zufriedenheit aller abgeschlossen hat und auf die Frage: „Gibt’s dazu sonst noch etwas?“ einmütig schweigt, bevor dann zum nächsten Streitpunkt übergegangen wird.
Marko Kolm
- köslau (Adj.)
- Bezeichnung für eine Suppe, die mit der richtigen Temperatur auf den Tisch kommt.
Manuel Kunst
- kössen (V.)
- Sich sehr heftig küssen, mit für alle umstehenden Leute gut sichtbarem Zungeneinsatz.
Karsten Fleischer
- Kostplatz, der
- Ein abgeflachter Fels, eine Schutzhütte oder etwas Ähnliches, der einen Wanderer dazu einlädt, Thermoskanne, Brot und Salami auszupacken.
- Kothau, der
- Hinterlassenschaft eines Hundes, die unter dem mittlerweile wieder geschmolzenen Schnee ihre strukturelle Integrität eingebüßt hat, dadurch aber keinesfalls weniger stinkt. I.ü.S. für ein lange verdrängtes Problem, das irgendwann akut und offensichtlich wird: „Jetzt haben wir den Kothau!“
Felix Hoffmann
- kothausen (V.)
- Seit zwei Wochen vergeblich auf den Klempner warten, der die verstopfte Toilette reparieren soll.
Wayne
- Kraase, die
- Makroskopische Zeiteinheit, in der v.a. Planetenalter gemessen werden. Definiert den Zeitraum völliger Ruhe zwischen dem ersten lauten Aufschrei eines Kleinkindes, das übel hingefallen ist, und dem noch lauteren zweiten Sirenenton, der eine mehr oder weniger längere Brüllarie einleitet. Während dieses Zeitraums schreit das Kleinkind nicht (jedenfalls nicht in für Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereichen), sondern presst zuerst die letzten Sauerstoffmoleküle aus seinen Lungen und füllt sie dann wieder bis an den Rand des Berstens, um danach umso länger anhaltend und nachhaltiger ganze Konzertsäle zusammenschreien zu können. Die Kraase entspricht auch dem Zeitraum, den das Gehirn eines unerfahrenen jungen Elternteils benötigt, um zu der Ansicht zu gelangen, das Kind, das man gerade vom Boden aufgeklaubt hat und an sich drückt, habe das Schreien eingestellt und man könne sich beruhigt wieder dem Chor oder Orchester widmen, dem der Dirigent kurz vor Ablauf der Kraase wieder den Einsatz gibt...
- Kragujevac, der
- Mann, der sich beim Versuch, eine Krawatte zu binden, versehentlich selbst stranguliert.
Günter
- Krahnepuhl, der
- Bewährte Einheit der Feuerwehr, die hauptsächlich nach Zugunglücken zum Einsatz kommt.
myrna
- Krakow am See, der
- Original-Soundtrack zu → Plau am See.
madsester
- Kramerschlag, der
- Pleite eines inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfts, die nicht etwa auf den ruinösen Preiskampf, sondern vielmehr auf fortwährende unfreundliche und kleinliche Behandlung der Kunden zurückzuführen ist.
Felix Hoffmann
- Krampitz, der
- Unangenehme Muskeldehnung, die entsteht, wenn man im Auto heftig niesen muss, die Fahrsituation aber ein festes Umklammern des Lenkrads gebietet. Geht oft mit → Schleiz einher.
Felix Hoffmann
- Krastel, der
- Der in ungünstig geformten Marmeladengläsern zurückbleibende, weil mit keinem Löffel oder Messer der Welt zu bergende, Marmeladenrest.
Johann
- Krätlermühlhöfe, die (Pl.)
- Die flinken Bewegungen der Finger über dem Zahlenblock der Tastatur, die geübte Vermeider des → Oetterns ausführen.
- Kratzeburg, die
- Speiserest innerhalb einer Blechdose, den man auch mit dem kleinsten Löffel im Haushalt nicht herausbekommt.
Philipp
- Kratzerach, das
- Eisablagerung an der Innenseite der Windschutzscheibe, die man nach dem ohnehin mühsamen Freilegen des Kfz auch noch entfernen muss. Verteilt sich dabei großflächig über Innenraum und Fahrer und sorgt so für besinnliche Winterstimmung.
Felix Hoffmann
- Kratzwinkel, der
- Seitengemach bei Hofe, in das man sich im Falle von Juckreiz an nicht salonfähigen Körperteilen zurückziehen kann.
- Krebsförden, das
- Der überhebliche und triumphierende Gesichtsausdruck, den Besitzer „normaler“ Autos seit dem Aufkommen der Feinstaubdiskussion denen gegenüber aufsetzen, die sich früher durch den → Katmandu hervortaten.
- Krebsöge, die
- Schlauchartiger Adapter zum Anflanschen von Zigaretten an eine Luftröhrenschnitt-Kanüle.
Carsten
- Krickenbeck, das
- Aus der Form geratener Kuchen, der dann entsteht, wenn man versucht, trotz Gipsbein und Krücke ein Backblech zum Auskühlen vom Ofen zum Fensterbrett zu tragen, und das noch warme Backwerk noch gerade eben durch den Backblechrand vor einem Absturz bewahrt wird. Ansonsten gibt’s ein → Hinsbeck.
Wayne
- Kriechenwil, das
- Zustand in dem man erkennt, dass die Zeit beim Bund einen mehr geprägt hat, als man dachte.
Nora Harbach
- Kriegsdehnen, das
- Reservistenübung mit dem Charakter von Seniorengymnastik.
- Krietzing, der
- Chronisches Kieksen und Überschlagen der Sprechstimme. Kommt vor allem bei Damen vor, denen andere gezwungenermaßen zuhören müssen, z.B. Mathematiklehrerinnen und Verwalterinnen von Sozialleistungen.
Felix Hoffmann
- kritschen (V.)
- Einen längere Zeit ungenutzten Kugelschreiber durch geduldiges Krakeln auf einem Schreibblock reanimieren.
Die so entstandene Schraffur ist nicht mit einem → Theesen zu verwechseln, da ihre Form streng dem banalen Zweck folgt.
Felix Hoffmann
- Kronberg
- Ergebnis einer feucht-fröhlichen Familienfeier mit Kinderbeteiligung, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle Flaschenverschlüsse zu sammeln. S.a. → Ailertchen
Michael
- Kronenburg, die
- Überdimensionale Protzvilla eines erfolgreichen Zahnarztes.
Wayne
- Kruft, die
- 1. Ein Kellerraum, in dem schon vor dem Bau des Hauses ein sog. Krufter Ofen versenkt wurde. Dies ist ein in einem Stück gegossener Gußeysenklotz, der im 19. Jhd. eine Art Vorläufer der Zentralheizung darstellte, indem man einfach so mörderisch heizte, dass es auch durch Steinböden hindurch behaglich warm wurde. Die dabei entstandenen Mengen an Asche und Schlacke sprengen jegliche Vorstellungskraft und können nicht entfernt werden, weil sie in der Regel über die Jahrzehnte irgendwie tragende Rollen in der Statik des Hauses übernommen haben. Eine Entfernung des Krufter Ofens ist aus naheliegenden Gründen ebenfalls unmöglich. Auf den Marktwert eines Hauses hat eine Kruft ähnliche Auswirkungen wie ein Indianerfriedhof.
2. (Atemluft) siehe Fußnote
Ungewinster und Kilian
- krummhörn (V.)
- Aus Feinfühligkeit oder Harmoniesucht resultierendes Verständnis für die diffusesten Verbrüderungsversuche des Gesprächspartners: „Kennst du das auch, dieses leichte, aber doch konstante Brennen unter der Kniescheibe im Sommer?“ – „Ja, ja.“
Nora
- kublank (Adj.)
- Zustand eines Milchbauern nach der neuesten Anpassung der EU-Milchquoten.
Wayne
- Kuckeland, der
- Zweckentfremdeter Fahrradspiegel, der an Wohnblock-Küchenfenstern befestigt wird, um die Haustür zu überwachen.
Karin
- Kudlhub, der
- Ein fertiger Apfelkuchen, bei dem die Hälfte der Zutaten vergessen wurde und der dadurch schon beim Angucken auseinanderfällt.
Annika
- Kuhlenbusch
- Ein Ort, der dazu verwandt werden sollte, die Fernsehserie „Neues aus Uhlenbusch“ wiederaufzulegen. Der Arbeitstitel dafür war „Cooles aus Kuhlenbusch“. Die Dreharbeiten begannen nie, da sich Hans-Peter Korff weigerte, sein Postfahrrad gegen ein cooles Postmofa einzutauschen.
Karsten Fleischer
- Kuhlowitz, der
- Ein Kuhfladen, der mehrmals niedergetrampelt wurde und nicht mehr seine ursprüngliche Form und Größe hat, da jeder Besucher unfreiwillig ein Stück am Schuh mitgenommen hat.
Nora Sieger und Marina Manetsch
- Kühlungsborn, der
- Medizinisches Kältegerät zur Linderung entzündlicher Gelenkbeschwerden, z.B. bei rheumatoider Arthritis.
Stollentroll
- kühsen (V.)
- Seltene Form oraler Sodomie.
myrna
- Kupferdreh, der
- Zum Vergnügen betriebenes, äußerst raffiniert eingefädeltes Geschäft, das nur wenig abwirft.
- Küps, der
- Abwehrende Handbewegung, um nicht geküsst zu werden.
Johann
- labehn (V.)
- Suchmaschinen durch Eingaben wie Ortsnamen Ostpommern oder Ortsnamen Siebenbürgen zum Auswerfen exotischer → Ústí nad Labem bringen.
Carsten
- Labersricht Post Schafhof, der
- Ghostwriter, der Reden für eine Staatskanzlei, ein Ministerium oder Kanzleramt verfasst und redigiert. Die Brillanz seiner Formulierungen wird leider häufiger vom Eigensinn und den handschriftlichen Änderungen seiner Klienten durchkreuzt, mehr noch von deren mündlichen Ausflügen weg vom Manuskript.
Günter
- Labertswend, die
- Die Pein eines Referierenden, wenn seine Antwort auf eine Frage aus dem Plenum fünf neue Fragen bei den völlig unkundigen Laien aufwirft.
Michael
- Laboe, die
- Ein Stück Papierkorb-Inhalt in der Labenz-Redaktion. Entsteht oft
- durch die falsche Annahme, „Freut euch des Labenz!“ sei eine Sammelstelle für alle möglichen Arten von neu erfundenen Wörtern
- dadurch, dass das Beschriebene viel zu speziell ist für ein eigenes Wort
- dadurch, dass das Beschriebene so allgemein ist, dass es schon genügend Wörter dafür gibt
- dadurch, dass einer bereits benannten Sache (z.B. „Bundestag“) einfach eine neue Definition (z.B. „Ansammlung sinnlos Zeternder“) untergejubelt werden soll, schlecht mit einem → Ústí nad Labem (z.B. „Affstätt“) maskiert.
- Lachenhäusle, das
- Euphemistischer Ausdruck für ein als Zuschauerhalle getarntes Kerkergemäuer eines Privatfernsehsenders, in dem Zuschauer solange mit Börsennachrichten zugetextet werden, bis sie sich auch bei Marter mit den derbsten Zoten und mattesten Sprüchen der Comedy-Darbieter des entsprechenden Senders noch anhaltend zu lautem und konvulsivischem Lachen hinreißen lassen.
Manuel Kunst
- Lämmerspiel, das
- Ein Spiel, dessen Regeln irgendwo zwischen „genial einfach“ und „genial kompliziert“ stecken geblieben sind und das daher ums Verrecken nicht spannend wird, weil sich immer die gleichen Abläufe einstellen.
- Lampedusa, die
- Berg- und Talfahrt der Gefühle beim Mann infolge → mödesser Stimmung bei Freundin oder Ehefrau. Eine Lampedusa beginnt meist sehr harmlos mit dem vor Zuversicht strotzenden Satz „Ich mach dir mal eben schnell deine neue Lampe an die Decke.“ Im Extremfall kann eine Lampedusa bis zu einer Woche anhalten, wenn das verfluchte Ding viermal montiert, abgenommen, umgetauscht werden muss, weil es nicht gefällt, zu hell, zu dunkel oder zu defekt ist. Häufig endet eine Lampedusa mit einer total improvisierten Lösung, die fast nichts kostet und mit der (fast) jeder (halbwegs) glücklich ist.
Thomas Kussmaul
- Lamspringe, die
- Sei n eine natürliche Zahl. n bezeichne die Anzahl der imaginären Schäfchen, die man benötigt, um halbwegs einzuschlafen aber dann plötzlich wieder aufzuwachen, weil man vergessen hat was n + 1 ist. Die Lamspringe ist das Zeitintervall zwischen dem Aufzählen von n und dem Vergessen von n + 1.
Karsten Fleischer
- Landau, das
- Stechender Schmerz in den Fußknöcheln nach einem gewagten Sprung oder Sturz.
Jakob auf Montage
- langballig (Adj.)
- Bezeichnet einen Menschen, der im übertragenen Sinne nur lange Bälle schießen kann und daher die ordentliche Abwicklung des Tagesgeschäftes ständig durch Visionen im unpassenden Moment und plötzliche Hau-Ruck-Aktionen im Alleingang blockiert.
- Langenhart, der
- Ein technisches Gerät, das seinen Dienst erstaunlicherweise auch noch nach Jahrzehnten verrichtet. Die großen Hersteller bemühen sich, solche Ausreißer unauffällig zurückzukaufen, um den Fehler künftig vermeiden zu können.
Felix Hoffmann
- langenschade (Adj.)
- Beschreibt das Gefühl, stundenlang Sex zu haben, keinen Orgasmus zu bekommen und dann einfach aufzuhören.
Amelie Zapf
- Lankau, der
- Zähes Fleischstück.
Bernd Eberhard
- Lank-Latum, das
- (ökon.) Diejenige besonders werbewirksame Leistungs-Kenngröße eines Produktes, die von Discount-Herstellern brutal in die Höhe getrieben wird, um an den anderen Qualitäten um so schamloser sparen zu können. Das Lank-Latum einer Digitalkamera ist beispielsweise die Auflösung, das eines PCs die Taktfrequenz etc.
- Lankowitz, der
- Die Erzählung einer längeren lustigen Begebenheit, bei der der Erzähler am Ende feststellt, dass er die eigentliche Pointe bereits am Anfang erzählt hat.
Tom
- lasdehnen (V.)
- Einen schwierigen osteuropäischen Namen mit annähernd gleicher Betonung auf jeder der vielen Silben aussprechen, um sich nicht zu blamieren.
Felix Hoffmann
- Laufen am Kocher, das
- Die Hektik, in die man gerät, wenn man bei der Zubereitung eines opulenten Menüs just in dem Moment, in dem die Nudeln überkochen und das Fleisch verbrennt, feststellt, dass die Zwiebeln, die gerade jetzt in die Pfanne müssen, noch gut verpackt und ungeschält im Vorratskeller liegen.
Wayne
- Laufenselden, der
- Jemand der zu faul ist, auch nur die kleinsten Strecken zu Fuß zurückzulegen. Selbst zum Zigarettenholen am Automaten um die Ecke wird das Auto bemüht. In Falle von Fahruntüchtigkeit wird per Handy ein Taxi gerufen, dessen Fahrer natürlich kein Trinkgeld erhält, mit der Begründung, dass man ja sparen müsse.
Karsten Fleischer
- Lauffenmühle, die
- Eines der zur Zeit angesagten Riesenterrarien, in dem man gut beleuchtete und unmittelbar an der Scheibe platzierte Menschen beim Joggen auf der Stelle beobachten kann.
- launingken (V.)
- Kosewort von Anhängern der Laissez-faire-Erziehung dafür, wenn ein Kind auf höchster Stufe vandaliert. Vgl. → yambrasbamba, → zakopane
Carsten
- Lebring, der
- Schwangerschaftsstreifen beim Mann.
Tom
- Legerbuch, das
- Aufzeichnungen eines modernen Möchtegern-Casanovas.
Marko Kolm
- Leibnitz, die
- Von einem frischen Laib Brot so dick abgeschnittene Scheibe, dass sie beim Versuch sie zu essen eine Maulsperre verursacht.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Leipsche-Grobla, die
- Sächsische Wurstspezailität auf der Basis von feinstem Schweinerüsselgriebenschmalz, knusprigem Rinderhuf und wertvollem Pansen, abgerundet mit der deftigen Würze aus Gurkenstengeln.
Carsten
- leipzig (Num.)
- Universelle Worterweiterung zur Benennung von geschätzten Zahlen- und Jahresangaben. Beispiel: „Ich glaube, es sind so ca. einundleipzig Kilometer“ oder „Was weiß ich, es war so um neunzehnhundertzweiundleipzig.“
Droste-Schattenburg
- Leisnig, der
- Kriecherischer, intriganter Mensch. Häufig in Behörden und Büros in eher untergeordneter Stellung anzutreffen.
Günter
- Leitgirren, das
- Aufgesetztes lautes Lachen, an dem man die → Geisa eines in → Katzenhüll gekleideten, an → Dinxperlo-Gläsern nippenden Rudels potenzieller → Tussenhausen-Mitbewohnerinnen dann erkennen kann, wenn ein möglicher → Edderitz, am besten noch am Ende einer → Willich-Schiefbahn, sich nähert.
Carsten
- Lemgo, das
- (Pl.: Lemghi) Ein Wort, das einem ein ganzes Leben lang nie begegnet und dann plötzlich zweimal innerhalb von zwei Tagen – in völlig unterschiedlichen Zusammenhängen.
- Lengerich, der
- Ein Gesprächsteilnehmer, der für eindeutige Beendigungsangebote unempfänglich ist und munter weiterplappert, obwohl keine Informationen mehr auszutauschen sind. Die Schwiegermutter von Paul Grice war angeblich der erste wissenschaftlich dokumentierte Fall.
Felix Hoffmann
- Lennep, der
- Die Auskunft eines Schaffners, der man ausnahmsweise einmal blind vertraut und dadurch um 1 Uhr nachts in einem gottverlassenen Kaff landet, in das man garantiert nicht wollte.
- Lenzerheide, die
- Die Zeit nach einem → Machtsum, in der ehemalige, nun unausgelastete Politiker meinen, sich erst wieder durch verzweifelte Publicity-Aktionen wie dilettantische Tanzwettbewerbe oder ganzseitige Gegendarstellungen in der Boulevardpresse in Erinnerung zu rufen zu müssen.
Carsten
- Lenzhäuser, die (Pl.)
- Von wohlhabenden Rentnern saisonal bewohnte Unterkünfte, z.B. auf Mallorca.
Marko Kolm
- Leonding, das
- Pingpongartiges Suchen eines geeigneten Ausdrucks in einem Online-Wörterbuch. Dabei wird abwechselnd auf ein Wort der eigenen Sprache und ein Wort der Fremdsprache geklickt, um die Bedeutung zu verschieben und einzugrenzen. Beispiel: Wenn die Suche nach sicher bei LEO keine passende englische Übersetzung erbringt, dann erbringt vielleicht die Suche nach einer unpassenden englischen Übersetzung (etwa reliable) eine deutsche Übersetzung (etwa verlässlich), die wiederum zu einer passenden englischen Übersetzung führt (etwa dependable).
- leschen (V.)
- (leschen, liescht, lasch, läsche, liesch, geleschen) Mit den Augen über Buchstaben gleiten, ohne zu merken, dass man seit einer ganzen Seite an etwas völlig anderes denkt.
- Lesewitz, der
- Beliebter Zeitvertreib während der Sommerferien: Der in die Zeitung versunkene Vater wird mit Joghurtbechern, Bandsalat aus geschlachteten MCs o.ä. gekrönt. Das Ergebnis wird dann fotografisch dokumentiert. S.a. → Pennewitz.
- lessen (V.)
- (lessen, lisst, lass, lässe, liss, gelessen) Betont konzentriert-vertieftes Zeitunglesen, wenn eine betagte Person mittels böser Blicke Druck aufzusetzen versucht, um einem den Sitzplatz im öffentlichen Verkehrsmittel abzuluchsen.
Juri Sarbach
- Lesumstotel, das
- Ein aufdringlicher Fan, der sich bei Autorenlesungen so verhält, dass der Autor ihn am liebsten tot in der Ecke sähe.
- leteln (V.)
- Einen → Griesemert mit Hilfe von Schere und Tesafilm unter Entfernung der unwichtigen Teile in eine sinnvolle räumliche Anordnung bringen und so für die spätere Interpretation vorbereiten.
- Letmathe, die
- Konfuse Form des Mathematikunterrichts, die entsteht, wenn z.B. ein Referendar oder unerfahrener Junglehrer wegen Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretung völlig unvorbereitet einen Mathe-Leistungskurs in Klasse 12 übernehmen muss. Letmathe erkennt man daran, dass bei mehrstufigen Lösungswegen immer wieder mit angenommenen Zwischenergebnissen weitergerechnet werden muss, weil n Schüler und 1 Lehrer stets n+1 mögliche Resultate präsentieren, wobei in der Regel das Ergebnis des Lehrers am weitesten von der Realität entfernt liegt. Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen: Let p = 0.75... und jetzt rechnet mal weiter.
Wayne
- leuna (Adj.)
- Hell und belebt, aber trotzem als gemütlich empfunden.
Johann
- leverkusen (V.)
- Bei allem nur Zweite/r sein.
Sven
- Lexgaard, der
- Die Sorte Mensch, die Udo Jürgens wie folgt besingt: „Und der vom ersten Stock, er schaut die ganze Zeit zum Fenster raus / und er zeigt jeden an, der mal falsch parkt vor diesem ehrenwerten Haus.“ Moderne Lexgaards, meist alleinstehende Rentner, gehen allerdings aktiver vor, schleichen den ganzen Tag durch ihren Wohnort und zeigen zusätzlich zu Falschparkern Anliegerstraßenbenutzer, Hundehaufen-Nichtbeseitiger und andere kleine Sünderlein an.
Wayne und Kilian
- Liebgensmühle, die
- Eine spezielle Übung bei Paartherapien. Sie wird eingesetzt, um die Differenzen zwischen den zu Therapierenden noch zu vergrößern, weil der Therapeut selbst scharf auf eines seiner Schäfchen ist.
Marko Kolm
- Ligist, der
- Der nach vollzogenem Liebesakt in freier Natur zurückbleibende Abdruck des untenliegenden Partners.
Tom
- Limnhamn, das
- Hartnäckige an den Zähnen klebende Essensreste, vorzugsweise Lakritz.
Harald
- Linkenheim-Hochstetten, das
- Das Transportieren sperriger Möbel wie Schränke, Betten oder Klaviere durch ein viel zu enges Treppenhaus und das Ausführen der damit zwangsläufigerweise verbundenen Verrenkungen sämtlicher Gliedmaße. Die Transportrichtung ist dabei aufwärts. S.a. → Niederstetten.
Karsten Fleischer
- Linsengericht, das
- Breiartiger Fraß, den meisten aus Universitätsmensen als Menü Nr. 3 bekannt. Besondere Kennzeichen: Schaut rückwärts gegessen genauso aus wie vorwärts.
S. Barth
- Linzenich, der
- Klassenstreber, der bei einer Arbeit/Klausur absichtlich die seitliche Einsicht auf seine
Lösungen verbarrikadiert und weder auf flehentliches Flüstern noch auf intensive Tritte unter der Schulbank reagiert.
Carsten
- Lippspringe, die
- Schmerzhaftes Gefühl, das entsteht, wenn man im Januar beim Eisfischen in Finnland auf die absurde Idee kommt, ausgerechnet jetzt und hier eine Zigarette zu rauchen.
Günter
- Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch, das
- (lautmalerisch) Besonders bösartige Rachenerkrankung, hervorgerufen durch eine walisische Mutation des Influenzavirus.
Yannick Schneider
- Lobloch, das
- Kosename unter Zuhältern für eine besonders gefragte Dame des horizontalen Gewerbes.
Carsten
- Lochmühle, die
- Allzu mechanisches Liebesspiel.
Günter
- loder (Konj.)
- Klar abgregrenztes logisches Oder. A loder B heißt also A, B oder beides. Vgl. → uder
Yannick Schneider
- Łódź, der/die
- mitleidig: „Der arme Łódź!“ Die Sorte osteuropäischen Einwandererkindes, bei dem die Eltern durch ungeheuren Leistungsdruck und Erziehung an der kurzen Leine den fruchtbarsten Nährboden für eine Vielzahl mannigfaltiger Neurosen legen, den man sich nur wünschen kann.
- Lofer, der
- Gelegenheitsjogger, der wegen einer kleinen Zerrung oder wegen des schlechten Wetters ein Jahr lang pausiert.
Felix Hoffmann
- Löffelstelz, der
- Der Ausschnitt im Deckel der Zuckerdose, durch welchen der Stiel des Zuckerlöffels bei geschlossenem Deckel aus dem in der Dose befindlichen Zuckervorrat herausragen kann.
Ch.K.
- Logumer Vorwerk, das
- Einen unbedarften Staubsaugervertreter mittels Weinverköstigung und Fingerfood sexuell gefügig stimmen: „Ich mach uns mal ein paar Schnittchen! Mit Ei und Gurke!“ Siehe Loriot und auch → nutteln, → süchteln.
Carsten
- Loipl, der
- Bezeichnung von Skilangläufern für eine Person, die zu Fuß ihren Hund auf der Loipe Gassi führt.
Manuel Kunst
- Lollar, der
- Mit Lollar (von engl. „lol“ – laughing out loud) wird die aufdringliche Sorte Mensch bezeichnet, die bei Zusammenkünften jedweder Couleur mit fröhlich-dröhnender Stimme fremde Gespräche unterbricht und den Umstehenden kumpelhaft auf die Schultern haut, um dann ebenso unbekümmert wie unaufhaltsam anzügliche, billige Witzchen zu erzählen und selbst am lautesten darüber zu lachen. Besonders häufig anzutreffen ist der Lollar im Karneval, auf der Kirmes, auf der Kegelbahn oder einer der eigenen Familienfeiern. Merke: Einer ist immer der Lollar!
katakura
- Lommatzsch, das
- Das, was man sich aus diversen Essensresten der letzten Woche zusammenkocht.
Karsten Fleischer
- Longwangmiao, das
- Das typische Jagdverhalten domestizierter katzenartiger Raubtiere. Es erfolgt durch Schmeicheln, Schnurren und Kopfreiben und führt zumeist unmittelbar zum Erlegen der dosenförmigen Beute.
Marko Kolm
- lorsch (adj.)
- Ehemals zur Erfrischung gedacht, jetzt auf ekelhafte Weise seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllend. Durchgekautes Kaugummi und abgestandenes Sprudelwasser sind einfach nur lorsch.
Moritz Mielke
- Losbergsgereuth, das
- In einer Schublade versammelte Lottoscheine der letzten 15 Jahre, deren summierter Kaufpreis den Gewinn bei weitem übersteigt.
Ranunkel
- Loschowitz, der
- Ein Scherz, bei dem man die lokale Berufsfeuerwehr zu einem nicht vorhandenen Brandherd lockt. Sehr kostspielig.
Karsten Fleischer
- lottengrün (Adj.)
- Zustand des Kontos nach einem unerwarteten Lottogewinn.
Karsten Fleischer
- Lü, das
- Ein im griechischem Alphabet vor Mü und Nü fehlender Buchstabe.
Karsten Fleischer
- Lübeck, das
- Zum Zwecke des Betruges inkorrekt gewogenes Brot.
Gilbert Reineke
- lübtheen (Num.)
- Bisher unentdeckte Zahl zwischen 19 und 20.
Ku
- Lüder, das
- Die Freundin eines Zuhälters.
Walther
- Lüftelberg, der
- Anhäufung von Bettdecken und Kissen auf den preisgekrönten Rosen unter dem Schlafzimmerfenster, die man bei der Heimkehr nach plötzlichem Sturm und Unwetter vorfindet.
Carsten
- Lügde, die
- Halbwahrheit, die exakt auf dem schmalen Grat zwischen Lüge und Ausflüchten balanciert (je nach Tendenz LüGde oder LüCHde ausgesprochen).
Yannick Schneider
- Lumberton, der
- Ein immens wichtiges akustisches Signal, das man überhört und darum in eine ziemlich unbequeme Situation gerät. Siehe David Lynchs Film „Blue Velvet“, Stichwort „Heineken“.
Karsten Fleischer
- lunzig (Adj.)
- Beschreibt das Gefühl, das sich nach einer mehrstündigen Diskussionsrunde einstellt, die zur Bildung mehrerer Ausschüsse geführt hat, deren Aufgabe in der Prüfung besteht, aus welchen Gründen sie gebildet worden sind.
Ku
- Lürschau, der
- Enttäuschter Gesichtsausdruck, wenn beim → Ershausen der siebte Sinn getrogen hat und die Teetasse doch schon leergetrunken war.
Felix Hoffmann
- Luso, der
- Jungpolitiker, der nicht jene fein abgestimmte Mischung aus Arschkriecherei und Speichelleckerei praktiziert, die ihm das Wohlwollen seines Partei-Ortsvorstandes und damit einen aussichtsreichen Listenplatz bei der nächsten Kommunalwahl sichern würde. Der Luso ist entweder moralisch integer oder selbst zum Schleimen zu blöd.
katakura
- Lüß, der
- Schwerer Boden aus Lehm und Kies, beispielsweise im Oberrheintal sehr verbreitet – wenn man ein Grundstück damit hat und sich einen Garten wünscht, hilft nur verkaufen und woanders hinziehen.
Manuel Kunst
- Lütgendortmund, das
- Spezifischere Art von → Dortmund, nachdem man die Situation überdacht hat und einen in der Zukunft liegenden Grund für das eigene Unwohlsein identifiziert hat (drohende Arbeitslosigkeit, angekündigter Besuch der Schwiegermutter, Saisonende der Bundesliga, Saisonbeginn der Bundesliga).
„Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!“
Felix Hoffmann
- Luxem, das
- → Wasserbilliges Bauteil, das jedoch zum Trillionenfachen seines Preises mit dem Hubschrauber eingeflogen wird, weil durch sein unvorhergesehenes Fehlen die Produktion eines Mercedes Maybach zum Erliegen kommt.
- Maasbracht, die
- Kellnerin auf dem Oktoberfest. Das Geheimnis dieser Damen, wie sie es schaffen, gleich ein ganzes Dutzend Krüge auf einmal zu tragen, liegt darin, dass diese mit einem → Maastricht befüllt sind.
Wayne
- Maastricht, der
- Vorrichtung zum Befüllen eines Oktoberfest-Bierkruges mit exakt 0,738 Litern Gerstensaft
Wayne
- Macherslust, die
- Mischung von Begeisterung, Begabung und angenehm immateriellem Denken, das einen ein Projekt zu Ende bringen lässt, selbst wenn sich die Idee dahinter auf halber Strecke als → Schullwitz herausstellt.
frei nach Sven Böttcher
- Machtsum, die
- Befriedigendes Hochrechnungsergebnis am späten Wahlabend, das einem am frühen Montagmorgen nach dem Aufstehen unerwarteterweise den Tag versaut. Der eigentliche Grund für den → Volkenschwand.
Carsten
- Mahahual, das
- Ein flacher Witz, ein Spitzname oder eine sonstige abgedroschene Sprachregelung, deren Gebrauch verbreitet, aber sittenwidrig ist, da sie maßgeblich auf die lackaffige Selbstinszenierung eines Arschlochs zurückgeht.
- Maierklopfen, das
- Mysteriöse Geräusche in der Wohnung, die man Mitbewohnerinnen/n oder Nachbarinnen/n zuschreibt, bis diese verreisen und die Geräusche nicht mit ihnen.
- Mailach, der
- Zum Seufzen aufforderndes Gefühl nach dem Abschicken einer E-Mail und der verspäteten Einsicht, dass man einige Punkte besser doch gar nicht/anders formuliert haben sollte.
R. Elrahl
- Mailberg, der
- Ansammlung nicht gelesener oder unbeantworteter E-Mails.
Sigi T.
- Malediven, die (Pl.)
- Journalistischer Ausdruck für weibliche Prominente, die im Umgang besonders unangenehm und zickig sind (z.B. Naomi Campbell).
Stollentroll
- Malschwitz, der
- Bezeichnung für die unansehnlichen Artefakte, die bei Lackierarbeiten mit einem alten Pinsel durch ausfallende und kleben bleibende Borsten entstehen. Wenn man versucht, die Borsten zu entfernen, entsteht allem → Mügeln zum Trotz nur → Merschwitz, und es stellt sich → Melaune ein.
Marko Kolm
- manfort (Adj.)
- Der Zustand, in dem sich allein erziehende Mütter befinden.
Karsten Fleischer
- Mannheim-Seckenheim, das
- Übel beleumundete Spelunke oder miese Absteige, in der ein falsches oder auch nur missverstandenes Wort schnell zu Veilchen, blutiger Nase oder bleibenden Narben führen kann. Im übertragenen Sinn bezeichnet das Mannheim-Seckenheim einen Ort, den man nach Einbruch der Dunkelheit und tagsüber besser meidet.
Günter (Inspiration: Karsten Fleischer)
- Mantwillaten, die (Pl.)
- Dinge, die man nicht tut, weil man sie tun will, sondern weil man die Art von Mensch sein will, die solche Dinge tun will.
A Softer World und Kilian
- Marienheide, der
- Überzeugter Atheist, der zwar Religion und Kirche zutiefst verachtet, aber, um den schönen Schein zu wahren, jeden Sonntag brav in der Kirche sitzt und sein Haus mit allerlei Mutter-Gottes-Figuren geschmückt hat.
Wayne
- markelfingen (V.)
- Minderwertige technische Geräte unter dem wohlfeil erworbenen Namen eines untergegangenen Traditionsherstellers verkaufen.
Felix Hoffmann
- Markwerben, das
- Demonstration für die Rücknahme der Euro-Einführung.
Wayne
- marl-sinsen (V.)
- „Wir können ja marl-sinsen“ ist das halbherzige Angebot einer künftige Kontaktaufnahme, das nur höflichkeitshalber ausgesprochen wird. Stillschweigend wird hier in Wirklichkeit Stillschweigen vereinbart.
Felix Hoffmann
- Marmorera, die
- Scherzhafte Bezeichnung für die Zeit vor Twitter, Google, Facebook etc., als einer schriftlichen Äußerung zumeist noch ein Denkprozess vorgelagert war.
Felix Hoffmann
- Marsdorf, das
- Ort, der von Außerirdischen in ihren UFOs angeblich besonders gern angeflogen wird. Eines der bekanntesten Marsdörfer ist Roswell/New Mexico. S.a. → Alfeld, → Alfhausen.
Günter
- Marzahn, der
- Menschliches Beißwerkzeug, das zum Zerbeißen von Autodrähten geeignet ist.
Klasse 11c
- Maßlisch Hammer, das
- Maßeinheit für die Anzahl der in einer Kneipe anwesenden Handwerker, die nach Quadratmetern abrechnen, z.B. Zimmermänner, Trockenbauer, Schreiner, Maurer etc. Elektriker und Installateure zählen nicht dazu, da sie nach Metern abrechnen.
Karsten Fleischer
- Maubach, der
- Das Gegenteil von einem Reibach. Ein Geschäft, bei dem die Gewinnerwartung hoch war, aber völlig überraschenderweise eine totale Pleite herauskommt, z.B. der halbwegs günstige Einkauf eine Postens von Designeruhren, wenn am nächsten Tag die Herstellerfirma Konkurs anmeldet und ihren gesamten Warenbestand zum Schleuderpreis verramscht.
Wayne
- Maulach, der
- Ein derart erstaunliche, überwältigende Darbietung (Artistik, Zaubertrick etc.), dass das komplette Publikum mit geöffneten Mündern dasitzt.
Karsten Fleischer
- Mauna, die
- Wirkungslose und meist unerquickliche schriftliche Äußerung eines katholischen Bischofs an die Gemeinde; wenn von Päpsten stammend Enzyklika genannt.
nach Manuel Kunst
- Meckenheim, das
- Temporäres Gehege für Ziegen unmittelbar vor ihrer Niederkunft.
Patrick Krusenotto
- Mecklenhorst, der
- Jemand, der einem wegen eines kleinen Fehlers völlig überzogene und irrationale Vorwürfe macht – aber erst, nachdem er zwei Tage lang gründlich darüber nachgedacht hat.
Felix Hoffmann
- Mehlauken, die (Pl.)
- Sich hartnäckig der Auflösung erwehrende Inseln festen Aggregatzustands in Instantkartoffelbrei, Puddingpulver, Bratensauce o.Ä.
Carsten
- Mehltheuer, die
- Lesebestätigung, die besagt, dass man eine elektronische Nachricht versehentlich an einen oder mehrere Empfänger geschickt hat, die sie niemals zu Gesicht hätten bekommen dürfen. Kann auch von Kollegen und anderen Feinden durch Weiterleitung verursacht werden.
Felix Hoffmann
- meinbrexen (V.)
- Cornflakes durch Eingießen der Milch aus der zu vollen Müslischale schwemmen.
Indro Biswas
- Meinersfehn, das
- Seltsames Gefühl, das einen von Zeit zu Zeit überkommt, und bei dem es einem unbegreiflich erscheint, dass man selbst ausgerechnet man selbst ist.
- meiningen (V.)
- In einer Diskussion eine Tatsache als Meinung abtun.
Hannes
- Melaune, die
- Verdrießlicher Gemütszustand, der dadurch gekennzeichnet ist, dass man erst dann, wenn sich dieser Zustand eingestellt hat, bewusst wahrnimmt, dass man bereits vor Inangriffnahme der die Verdrießlichkeit auslösenden Handlung gewusst hat, dass es genau so kommen wird.
Marko Kolm
- Melle, die
- Pelziges Gefühl auf der Zunge, nachdem diese mit adstringierenden Substanzen wie Schlehen oder Mallebrin ® in Berührung gekommen ist.
Felix Hoffmann
- mellingen (V.)
- Beschreibt Bewegung (Nachschwingen) und Klang eines langen metallenen Gegenstandes (etwa eines Geländers, Zaunes etc.), nachdem dieser angeschlagen wurde.
Ludo
- Mensengesäß, das
- Lebensuntauglicher Student im 36. Semester, der sich fast ausschließlich in den Mensen aller wichtigen Universitäts-Städte aufhält.
Tomy Kussmaul
- Menzenschwand
- Freitäglicher Rätseleintopf in der Mensa, aus dem man mit etwas Geschick den Speiseplan der vergangenen Woche genau rekonstruieren kann.
Michael
- meppen (V.)
- Jemanden übers Ohr hauen und dabei noch unfreundlich behandeln.
Leif
- merklingen (V.)
- Kurz vor der Abreise gerade noch darauf kommen, welchen Gegenstand man vergessen hatte einzupacken. S.a. → münklingen
Indro Biswas
- Mermuth, der
- Der vermeintliche Mut, der Männer zum → Gunzen verleitet, worauf sie dann nach fünf Minuten als vollkommener Trottel wieder alleine dastehen.
Karsten Fleischer
- Merschwitz, der
- Fingerabdrücke und Unebenheiten in einer Lackschicht, die auf Versuche zurückzuführen sind, ausgefallene und kleben gebliebene Borsten des verwendeten alten Pinsels zu entfernen. S.a. → Malschwitz.
Marko Kolm
- Metschkau, der
- Ein Apfel in SB-Verpackung, der auf der kundenabgewandten Seite eine Druckstelle aufweist und alsbald zu faulen beginnt. S.a. → Schrine
Felix Hoffmann
- metzingen (V.)
- Das Aneinanderschlagen von hängenden metallischen Gegenständen, etwa Küchenutensilien an einer der berühmten Hakenleisten, zum Beispiel durch einen Luftzug. Dabei entsteht ein metallisch-heller Klang.
Ludwig H.
- Meuselwitz, der
- Der unauffällige und bereits im Ansatz zum Scheitern verurteilte Versuch eines übergewichtigen kleinen Mädchens mit Zahnspange und dicker Brille, von der Gruppe beachtet und anerkannt zu werden. Die junge Frau hat nach diesem frustrierenden Erlebnis nur noch die Wahl zwischen drei Lebenskarrieren: Als unglückliche Hausfrau mit sieben Kindern, Katze, Hund, Wellensittich und Alkoholiker, als drogenabhängige Straßenprostituierte, oder als hochrangiges Mitglied der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Marko Kolm
- Michelbuch, das
- Jene Art von Terminkalender, der meist von jungen Damen mit sich geführt wird und gigantische Ausmaße hat, aber höchstens auf jeder dritten Seite einen Eintrag vorweist, so dass nach Ablauf eines Jahres etwa 99,7% des Papiers ungenutzt im Papierkorb landet.
Karsten Fleischer
- mietingen (V.)
- Sich vor richtiger Arbeit drücken, indem man stets völlig gestresst wirkt, bei allen Anfragen und Aufträgen mit gehetzter Stimme vorgibt, „gleich in ein Meeting“ zu müssen, um sich kurz darauf für die nächsten mindestens anderthalb Stunden an einen unbekannten Ort zu verdrücken. Kollegen, die perfekt mietingen können, werden in der Regel über kurz oder lang befördert – ein Umstand, der zur scherzhaften Bürofrage führte: „Arbeitest du noch oder mietingst du schon?“
katakura
- Milchbude-Plauschwarren, das
- Ungeduldiges Scharren der Füße von Hausfrauen in Filzpantoffeln, Morgenmänteln und Lockenwicklern in den 50er bis 70er Jahren diesseits und jenseits des Atlantiks, vornehmlich montags, bevor der Molkereiaußendienstler in der Straße hält, um bei dessen Ankunft neueste Gerüchte auszutauschen. Beschreibt seit einiger Zeit die zwanghafte und oftmals ermüdende Angewohnheit, nach einem Eintrag in einem Internet-Diskussionsforum stundenlang im Zehnsekundentakt auf den „Aktualisieren“-Button zu hämmern, um auch nur keine sofortige Reaktion zu verpassen.
Carsten
- miltern (V.)
- Ein sprachliches Mittel. Eine Anschuldigung zwar zugeben, aber auf (angeblich) wichtige, entlastende Aspekte hinweisen, deren Wahrheitsgehalt kaum nachprüfbar ist. In der Rhetorik von Sportlern, Kriminellen, Kindern, Ehemännern und -frauen sowie von Politikern weit verbreitet (z.B. Bill Clinton: „I fumed it, but didn’t inhale it!“).
Gerry Liero
- Milton Keynes
- Gruselige Schimäre aus Milton Friedman und John Keynes, deren wirtschaftspolitische Beratung durch ständige Widersprüche mehrere Staaten in den Ruin führte.
- minden (V.)
- Probleme durch bloßes Nachdenken „lösen“ und es damit gut sein lassen. Literarische Beispiele: Mycroft Holmes und der „Mathematiker im brennenden Zimmer“ aus einem alten Witz.
Felix Hoffmann
- Mindszent, der
- Die imaginäre Währung „einen Pfennig für deine Gedanken“ innerhalb der Euro-Zone.
Marko Kolm
- Minettenruh, die
- Gesetzlicher Feiertag für Muezzine.
Carsten
- minseln (V.)
- Das Bemalen von ganz kleinen oder künstlerisch anspruchsvollen Dingen wie Zinnminiaturen, falscher Banknoten oder Tagebüchern verstorbener NS-Größen.
Karin
- Mistelgau, der
- Wenn Miraculix keinen Zaubertrank mehr brauen kann.
Wayne
- Mittelmark, die
- Der Betrag, den man am Ende der Taxifahrt nach Hause noch im Geldbeutel vorfindet und der der Hälfte des Fahrtpreises entspricht.
S. Barth
- Mittelstille, die
- Der überaus peinliche Moment des Schweigens in einem bis dato angeregten Gespräch, während dessen einem siedendheiß innewird, mit dem gerade Gesagten einen furchtbaren Fauxpas begangen zu haben, man sich ebenso fieberhaft wie vergeblich einen harmlosen Anschlusssatz zu überlegen versucht, derweil verlegen hüstelt und dümmlich grinsend den indignierten Gesichtsausdruck des Gegenübers ertragen muss. Die subjektiv oft als endlos empfundene Mittelstille wird mit etwas Glück durch einen Dritten mit einem → Rettzwitz beendet, der mit gespielter Heiterkeit und einiger Erleichterung quittiert wird.
katakura
- moabit (Adj.)
- Zu erschöpft, um etwas Produktives zu tun, aber auch zu angeregt, um zu faulenzen. Führt oft zu ziellosem und aufreibendem Herumtigern in der Wohnung oder im Internet.
- Mobschatz, der
- Scheinbar überaus charmante und attraktive Bürokollegin, deren wahren Charakter man leider erst erkennt, wenn der eigene Job futsch ist.
Günter
- Möckers, die (Pl.)
- Die Strukturen auf einer alten, häufig benutzten Matratze, die ihren Ursprung in den Federn derselben haben.
Ironduke
- Mockrehna, die
- Anfallsartiger Kopfschmerz nach Genuss von einem Liter Espresso.
Carsten
- Modelwitz, der
- Opulentes Backstage-Catering-Buffet bei einer Haute-Couture-Show, dekorativ und immer wieder verwertbar, da aus täuschend echten Plastikimitaten.
Carsten
- Mödling, das
- Der verzweifelte Versuch des Friseurs, mithilfe vieler unterschiedlicher Haarstyling-Produkte zu vertuschen, dass er sich völlig verschnitten hat.
Die Baronesse
- Modschiedl, der
- Das plötzliche Ableben eines extravaganten Modedesigners.
Karsten Fleischer
- Mogger, der
- Sportlicher Mensch, der im Park seine Runden läuft und andere, nicht so austrainierte Menschen mit herabwürdigenden Sprüchen mobbt.
Johann
- Möhringen, die (Pl.)
- Schrumplig-weiche Öko-Karotten aus einem wirtschaftlich eher mau dahindümpelnden Bioladen. Möhringen zeichnen sich dadurch aus, dass man sie zwar nicht wirklich genießen, dafür aber zu lustigen Kringeln biegen kann (vgl. Hannes Wader: Ankes Bioladen).
Wayne
- Mömbris, das
- Scharfes Gewürz, das den Verzehr von → Schöllkrippen besonders schmackhaft macht.
Hilmar
- Mönchengladbach, der
- Zugefrorenes Rinnsal in der Nähe eines Klosters, das von den Ordensbrüdern zum Schlittschuhlaufen genutzt wird.
Wayne
- Mönkebude, die
- Unauffälliges Lokal in der Nähe eines Klosters, wo die Brüder zwischendurch immer wieder mal die Sau rauslassen.
Marko Kolm
- Monreal, der
- Der Moment der Erkenntnis während einer Reise, dass man sich bei der Adresseingabe im Navigationssystem bzw. beim Bahn- oder Flugticketkauf im Internet vertippt hat.
Wayne
- Montitten, die (Pl.)
- Unprofessionell ausgestopfter BH bei schlechten Transvestiten.
Carsten
- Moosenmättle, das
- Frisur nach längerem Campingurlaub im Zelt bei klammem Wetter.
Manuel Kunst
- Moos in Passeier, das
- Sammelbegriff für all die kreativen kulinarischen Kleinodien, die niemandem schmecken, die aber alle gaaaanz köstlich finden müssen. S.a. → Algenvorsäß.
Marko Kolm
- Möpti, das
- Sehr behaartes, durch Überzüchtung nicht mehr definierbares, zum Hausputz verwendbares Haustier.
Klasse 11c
- Morkepütz, der
- Das, was am Ende eines Schuljahres beim Ausräumen des Schulranzens von dem völlig vergessenen Pausenbrot übrig geblieben ist oder besser: Was daraus geworden ist.
Andreas
- mörsch (Adj.)
- Zustand des Holzes eines antiken Mobilstückes, welches im Geschäft absolut robust erschien, nach der Anlieferung und Aufstellung in den eigenen vier Wänden.
Karsten Fleischer
- morschen (V.)
- Vorsichtiges Ziehen an brüchigen Schnürsenkeln, die nur noch an wenigen Fäden hängen, mit dem (nicht neuen) festen Vorsatz, noch heute neue zu kaufen.
Schreibwerkstatt Starkenburg-Gymansium
- Morschreuth, der
- Seufzer der Erleichterung, der nahtlos in einen Schrei des Entsetzens übergeht.
- Mörz, das
- Klang einer Kontaktlinse, die zwischen Schuhsohle und Fliesenfußboden zermahlen wird.
Carsten
- Mosebolle, die
- Irreversible pathologische, bindegewebig vernarbte Gesäßeindellung, versursacht durch das Tragen von Geldbörsen in einer der hinteren Jeanstaschen.
Carsten
- möseln (V.)
- Letzte Stufe des → Petting. Findet meist parallel zum → Großenkneten statt.
Stollentroll
- Mössingen, das
- Akustischer Eindruck, den ein Kirchenchor nach durchzechter Nacht in der sonntäglichen Frühmesse hinterlässt.
Michael
- Motschenbruch, der
- Korrekte Bezeichnung für das, in was sich eine Scheibe geröstetes Toastbrot verwandelt beim Versuch, sie mit Butter zu bestreichen, die erst unmittelbar zuvor dem Kühlschrank entnommen wurde.
Mette
- Mottschieß, der/die
- Jemand, dem grundsätzlich selbst das Schießen mit Kanonen auf Spatzen noch nicht weit genug geht und der daher z.B. die Todesstrafe für Ladendiebstahl fordert.
- mucheln (V.)
- Bezeichnung für das Ausdünsten von feuchten Handtüchern, die am Ende des Schuljahres nach dem Schwimmunterricht im Turnbeutel vergessen worden sind und zu Beginn des neuen Schuljahres erstmals wieder ans Licht (und die Nase) gebracht werden.
Stefan
- Mücka-Horsche, das
- Der Zustand des Wachliegens trotz bleierner Müdigkeit, wenn ein Stechinsekt sich ins Schlafzimmer verirrt hat, das selbstverständlich immer dann verstummt (und unsichtbar wird), wenn man das Licht anschaltet.
Wayne
- mügeln (V.)
- Etwa um die Mitte des vorigen Jahrhunderts häufig gebrauchte Form der Ausrede von Frauen bei der Verweigerung von sexuellen Kontakten mit dem Ehepartner durch den Hinweis auf mangelnde Kondition aufgrund des vorhergegangenen großen Waschtages.
myrna
- Muggenbrunn, der
- Fachausdruck unter Musikern: Einsatz neuer Medien (Website mit Flash, Online-Werbung, Communitys und Webkataloge), von dem man sich eine Fülle bezahlter Auftritte erhofft. Der reale Erlös aus dem Muggenbrunn beträgt im Fünfjahresmittel 0,87 Euro.
Felix Hoffmann
- Muggensturm, der
- Angriff eines ganzen Schwarmes von Stechinsekten. Das Opfer sinkt wie von vierhundert Pfeilen getroffen und völlig blutleer zu Boden.
Wayne und Kilian
- Mülben, das
- Verdächtiges Rascheln, das seinen Ursprung in der seit langer Zeit überfüllten Bio-Mülltonne zu haben scheint.
Oliver G.
- Muldenwiese, die
- Lichtung in einem → Knüllwald, Senke zu Fuße eines → Trunkelsbergs. Hauptsächlich durch nicht im → Gräslikon verzeichnete Wildpflanzen und → Guggemoos bewachsen. Gegenüber der verärgerten Lebenspartnerin am Folgetag als → Pissawodawiesen bezeichnet.
Carsten
- münklingen (V.)
- Kurz nach der Abreise erst darauf kommen, welchen Gegenstand man vergessen hatte einzupacken. S.a. → merklingen
Indro Biswas
- münsingen (V.)
- Ohne jegliche erkennbare Melodie vor sich hin summen, in der (oft falschen) Gewissheit, niemand höre zu.
Ade
- Münster, der
- Der Augenblick, in dem man darüber nachdenkt, ob es denn wirklich Glück bringt, den von Dreck verklebten Glücks-Cent vor einem auf der Straße aufzuheben, oder ob man sich davon nur Krankheiten einfängt, bevor man sich dann doch entscheidet, einfach weiterzugehen.
Raphael
- Münzenberg, der
- Das, was man im Portemonnaie hat, nachdem man einige Male an der Kasse in Eile war und Beträge wie € 1,57 mit Zwanzigeuroscheinen bezahlt hat.
- Muolen (Pl.)
- (landschaftlich) Männer, die in kleinen Grüppchen zusammen stehen, die Hände in den Hosentaschen vergraben haben und dabei mürrisch und drohend zu einem fremden Fötzel, Künstler o.Ä., hinübersehen – sich dann aber doch nicht trauen.
Endivien
- murg (Adj.)
- Unfähig zu riechen (analog blind, taub).
- murten (V.)
- Aus Anstand oder Scham einen halblauten Flüsterton aufsetzen, der Dritte erst recht instinktiv die Ohren spitzen lässt. Zum Beispiel murten Eltern ihren Kindern gegenüber im Wartezimmer, wobei die Anwesenden nolens volens in den Genuss aller peinlichen Details kommen.
Felix Hoffmann
- Mürzzuschlag, der:
- Nur im Geiste detailliert ausgeführte Gewalthandlung gegenüber einer unerträglichen Person. Folgt unmittelbar auf ein → Hittisau. Exemplarisch demonstriert im Film „Kill the Boss“, wo der grandios fiese Kevin Spacey imaginär durch ein Hochhausfenster gepfeffert wird.
Marko Kolm
- Muscawitter, das
- Unangenehme, polarlichtartige Netzhautillusion, die aufgrund einer falschen Muskatnussdosierung in einem Rezept durch halluzinatorische Effekte die objektive Punktevergabe bei einer Folge von „Das perfekte Dinner“ nachhaltig stört.
Carsten
- Mutzschen, das
- Reste einer Kopfbedeckung, die der Friseur bei der Erstbehandlung eines jahrelang nicht frisierten Kunden findet.
Ku
- Nachsee, das
- Wenig metaphysischer Sonderfall des „zweiten Gesichts“: hinterher klüger sein und diese Weisheit so verkaufen, als hätte man es schon immer gewusst und gesagt.
Felix Hoffmann
- Namedy, das
- Angeblich volksmundliche Bezeichnung für ein Gebäude, die zu benutzen aber keinem Einheimischen je in den Sinn käme, es sei denn, er wäre denn Stadtrundführer und wollte den Touristen etwas bieten für ihr Geld:
„Hier rechts sehen wir jetzt das Kanzleramt, auch genannt ,Angies Waschmaschine’“
- Nanzdietschweiler, der
- Der Mensch, der auf Partys alle Anwesenden kennt, von Grüppchen zu Grüppchen schlendert (die Hände krampfhaft locker in den Hosentaschen), ab und an ein belangloses Sätzchen absondernd, immer freundlich lächelnd, mit dem aber keiner etwas zu tun haben will und der somit von allen ignoriert wird.
Karsten Fleischer
- nardt (Adj.)
- Betrübt und hoffnungslos angesichts des Tatendrangs und der Geschäftigkeit, mit der andere verbergen, dass sie genau so hoffnungslos sind.
Nico
- Naslitz, der
- Intuition, die einen bei der allerersten Begegnung mit einem neuen Kollegen, Vorgesetzten etc. schon nichts Gutes ahnen lässt. Obwohl man als rational denkender Mensch zunächst nichts auf einen Naslitz gibt, wird er später grundsätzlich voll bestätigt.
Felix Hoffmann
- Naß Brockguth, das
- Erbrochenes, das noch als essbar durchgehen kann.
Karsten Fleischer
- Nasseböhla, der
- Heftiges Lachen während der Einnahme von Flüssigkeiten, die dann durch die Nasenlöcher austreten.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Naßkamping, das
- Auf der dürren Brache eines spätsommerlich heißen Campingplatzes ein letztes grünes Grasfleckchen finden, erfreut genau darauf das Zelt errichten, nachts trotz Gewitters selig schlummern, um später von dem ungewohnten Gefühl zu erwachen, auf einem schwankenden Wasserbett zu lagern, und festzustellen, dass das Zelt in einer leichten Mulde errichtet wurde, die sich jetzt in eine riesige Pfütze verwandelt hat, es nur noch von den Häringen am Boden gehalten und am Forttreiben gehindert wird – dies alles schlagartig und nunmehr hellwach erkennen, als sich gerade in diesem Augenblick die riesige Pfütze über die Wasserlinie (= Reißverschluss) ins Zelt ergießt.
Günter
- Neetzka, die
- Ein leises Summen, das Nein bedeutet. Schriftlich gern als „Hmhm“ wiedergegeben. Nicht zu verwechseln mit der → Jatzke.
Yannick Schneider
- Neheim-Hüsten, das
- Die Situation, in der man einen akuten Ausbruch des Keuchhustens simuliert, um eine langweilige Party schnellstmöglich in Richtung → Züschen zu verlassen. Vgl. → Eilvese.
Carsten
- Nesebanz, das
- Das ausgefranste Ende eines alten Lesebändchens.
- Netphen, die (Pl.)
- Dubiose Arznei aus dem Internet.
- neubeuern (V.)
- Kläglicher Versuch „preußischer“ Einwanderer, praktisch in die bayerische Sprachspäre einzutauchen. Vgl. → ickern
Kay
- Neuburg vorm Wald, die
- Bemühungen kleiner abgelegener Gemeinden, das Hinterwäldler-Image loszuwerden, indem z.B. der Dorfplatz in Europaplatz umbenannt und die Mehrzweckhalle zum Kulturzentrum erklärt wird.
Ranunkel
- Neuenrost, der
- Die besondere Aura der Überholtheit von älteren Gegenständen, die zu ihrer Zeit futuristisch aussahen.
Adams, Lloyd und Evang
- Neuenstein, der
- Begrenzungsstein am Straßenrand, der, so ist man sich noch während des Sturzes vom Fahrrad fast sicher, gestern noch nicht da war.
S. Barth
- Neufra, die
- (psych.) Ein rationaler Grund, der ein Verhalten rechtfertigt, zu dem man sich gerade aus Bequemlichkeit entschlossen hatte. Man spricht von der Neufralisierung des schlechten Gewissens.
- Neuhausen auf den Fildern (verbaler Ausdruck)
- Eine Wohnung „renovieren“, indem man ausgetretene Teppichböden und halb abgerissene Tapeten nicht etwa entfernt, sondern einfach durch neue überdeckt.
Sascha
- Neukalen, die (Pl.)
- Die neuen Jahreszeiten, die sich im Zuge des Klimawandels langsam, aber sicher herausbilden: → Bühling – Frühling – so etwas ähnliches wie Sommer – Regenzeit. S.a. → wenigensömmern
Nadine und Gregor
- neunteufeln (V.)
- Die Kunst, die Gunst von Mobs, Publiken, Aufsichtsräten und sonstigen Gremien unwiderbringlich von jemandem abzuziehen, gegen den man objektiv rein gar nichts in der Hand hat.
- Neuottag, der
- Tritt bei wöchentlichen, monatlichen und sonstigen periodisch erscheinenden Zeitschriften, Zeitungen etc. auf, die man gerne liest – im weiteren Sinne auch auf z.B. Fernsehserien und Festtage anwendbar. Der Neuottag ist der Tag, an dem das letzte Erscheinen schon wieder so weit zurückliegt, dass man das nächste mit einigem Recht herbeisehnt, dann aber bemerkt, dass man auf dieses auch noch eine stattliche Zeit wird warten müssen.
- Neusäss-Steppach, der
- Standardreparatur bei Jeanshosen. Braucht man früher oder später, wenn man seine Brieftasche stets in der Gesäßtasche mit sich trägt, weil sich die Nähte der letzteren lösen.
madsester
- Neutsch, das
- Die deutsche Sprache, komplettiert durch Labenze, gelegentlich auch durch gestorkene Verben, „gestorkene“ Substantive, unkonventionelle Numeri etc.
Karsten Fleischer und Kilian Evang
- Neuwelt, die
- Kulturschock, der entsteht, wenn Hochschulabsolventen mit dem wirklichen Leben in Form eines Arbeitsplatzes in der freien Wirtschaft konfrontiert werden. Tritt auch in milderer Form mit umgekehrtem Vorzeichen ein, wenn jemand aus einem Unternehmen in den öffentlichen Dienst wechselt.
Felix Hoffmann
- Neuwiedermuß, das
- Der Rücktritt vom Rücktritt.
Felix Hoffmann
- nevern (V.)
- Eine Sache für so dermaßen unmöglich halten, dass man aus einer Bierlaune heraus sein Haus und Hof dagegen verwettet. In der Regel nevert man nur einmal im Leben.
Gerry Liero
- Neviges (subst. Adj.)
- (das Nevige, des Nevigen, dem Nevigen, das Nevige) Katjes Yoghurt Gums, Flips und ähnliches Naschwerk, das zwar superkackeeklig ist, von dem man aber, einmal angefangen, nicht lassen kann. Verschwörungstheoretiker schieben dieses Phänomen auf gezielten Suchtmitteleinsatz der Lebensmittelfabrikanten; Psychoanalytiker sehen darin eher den dem Menschen innewohnenden Trieb, das widerliche Zeug möglichst schnell zu vernichten und danach zu vergessen. Vgl. → gmunden.
- nieden und eichen (V.)
- Für eine Aufgabe das Vierfache der veranschlagten Zeit benötigen, indem man sie erst aus Mangel an Motivation hinausschiebt und dann in einem plötzlichen Motivationsüberschuss viel gründlicher als nötig macht. Die Grenze zwischen beiden Phasen kann auch verwischen, indem das Hinausschieben als „gedankliche Vorbereitung“ deklariert wird.
- Niederdornberg-Deppendorf, das
- Ansiedlung erfolgloser Heckenrosenzüchter.
Felix Hoffmann
- niedergesteln (V.)
- Ein an sich richtiges Argument durch überzeugende Körpersprache unwirksam machen.
Marko Kolm
- Niedergottsau, die
- Person, die sich auf YouTube zum Atheismus bekennt.
xs
- niederkrüchten (V.)
- Sich zum Zwecke der Auffindung verlorengeglaubter Gegenstände (z.B. Bücher, die man seit Urzeiten nicht mehr in den Fingern hatte, von denen man aber weiß, daß man sie besitzt, sich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern kann, wann und wo man sie zum letzten Male gesichtet hat) in eine gebückte Haltung begeben, um unter Sitzmöbeln (vorzugsweise Sofas oder Chaiselongues) nachzusehen, ob sich jener Gegenstand darunter befindet.
Louis
- Niederlauer, der
- Äußerst triviales Wortspiel, mit dem ein Radiomoderator seine Zuhörerschaft zu überfordern glaubt und daher sogleich die Erklärung mitliefert.
Felix Hoffmann
- Nieder-Notisten (Pl.)
- Abfällige Bezeichnung divenhafter Sopranistinnen für unfähige Bässe im Opernchor.
Carsten
- Niederpretz, der
- Politischer Hinterbänkler, der während des Sommerlochs irgendeine Minderheit niedermacht, um endlich mal ins Rampenlicht treten zu können.
Manuel Kunst
- niederschmölln (V.)
- (jemanden ~) Den eigenen Willen gegen jemandes Widerstreben durch beharrliches Schmollen durchsetzen.
Carsten und Kilian
- Nieder-Schreiberhau, der
- Um sich greifende Geisteskrankheit, der neuesten Erkenntnissen zufolge typografische Entgleisungen wie → Dottikons und → Pamletten zu verdanken sind.
Felix Hoffmann
- Niederstetten, das
- Das Transportieren sperriger Möbel durch ein viel zu enges Treppenhaus, Transportrichtung ist abwärts. Charakteristisch beim Niederstetten ist, dass das Möbelstück auf mindestens jeder dritten Treppenstufe mit einem lauten Knall aufsetzt, da es einer der tragenden Personen aus den Händen geglitten ist. Siehe auch → Linkenheim-Hochstetten.
Karsten Fleischer
- niederwalgern (V.)
- Den Gesprächspartner mit der maximalen Menge möglicher Argumente, die nichts mit der Sache zu tun haben, in Grund und Boden labern.
Ten Forward
- niederwerbig (Adj.)
- Ein Produkt ist niederwerbig, wenn es sich quasi von alleine verkauft oder durch preiswerte virale Methoden abgesetzt werden kann.
Felix Hoffmann
- Niederzier, die
- Mittelalterlicher Vorläufer des Intimpiercings.
Carsten
- niederzissen (V.)
- Jemanden durch wiederholtes energisches Hervorpressen von Zischlauten am Sprechen hindern, hauptsächlich anzutreffen im Kino oder in familiärer Fernsehrunde.
madsester
- niggeln (V.)
- Ein Stück Brot auf dem Küchenfenstersims für die Pferde versteinern lassen.
- Nikko, das
- (von „Nick K.O.“) Der Vorgang und das Vergnügen dabei, mit Steinen gefüllte Kuscheltiere auf Boygroups zu schmeißen.
Klasse 11c
- Nochern, die (Pl.)
- Onkel-Tante-Gefüge (analog Eltern, Geschwister usw.)
- Noisy-le-Grand, der
- Person, die über einem wohnt und scheinbar nur bei sehr lauter Musik einschlafen kann.
Amelie Zapf
- Nonnenmiß, die
- Gewinnerin eines klösterlichen Schönheitswettbewerbes.
Wayne
- Norderney, die
- Eichabteilung in kartographischen und auf die Kompass-Herstellung spezialisierten Betrieben.
Carsten
- Nordkirchen, die
- Teil der Black-Metal-Jugend-Subkultur mit vermeintlicher Besinnung auf altgermanische bzw. skandinavische Gottheiten wie Thor, Odin usw.
madsester
- Nordrach, der
- Zustand des Rachenraumes eines sonst von der Sonne verwöhnten Südwestdeutschen nach längerem Aufenthalt auf einer Nordseeinsel im Spätherbst.
Manuel Kunst
- Nortrup, der
- Eine Gruppe von ulkig bekleideten, mit Stöcken bewaffneten Menschen, die die unsägliche Sportart Nordic Walking ausüben.
Karsten Fleischer
- Notscheid, der
- Befehlsverweigerung angesichts einer unvorhergesehenen Lage, für die man im Erfolgsfall geehrt und ansonsten hingerichtet wird.
- Nübbel, der
- Halbkugelartiges Verkehrshindernis, gerade so hoch, dass man nicht über es hinwegfahren kann, aber gerade so niedrig, dass man es beim Einparken im Spiegel unmöglich sieht. Siehe auch: Auspuffkiller
Andreas
- Nüll, der
- Ganz lieb gemeinte Geschenke, die man kriegt und nicht aufstellen kann, weil sie so hässlich sind, und die man nicht weggeben kann, weil der Schenker sie irgendwann einmal wieder sehen will oder weil man sich selbst auf dem Flohmarkt schämen würde, damit gesehen zu werden. Nüll ist satirisch unübertrefflich in Ephraim Kishons Geschichte Onkel Morris und das Kolossalgemälde verewigt.
Karin
- Nüßles, die (Pl.)
- Bezeichnung für die ungewöhnlich geformten Enden einer Salzstange.
Ironduke
- nutteln (V.)
- Den Briefträger im Negligee erwarten.
Ku
- Oberbarmen, das
- Wenn stundenlanges → Obergesteln kurz vor dem Tod durch Verhungern doch noch erhört wird.
Wayne
- Obergesteln, das
- Ins Verzweifelte und wild Fuchtelnde gesteigertes → Schwenderöd.
- obergurig (adj.)
- Zusammenfassende Bezeichnung für die Brauweise von → Gurbrü oder regionaler Bierspezialitäten wie fränkischen Rauch- oder belgischen Kirschbieres.
Wayne und Kilian
- oberhammelwarden (V.)
- Jmd. seine „Aufwartung“ machen, indem man seine belanglosen, falschen, peinlichen oder sonstwie markierten Beiträge, Antworten, Ausführungen und Feststellung konsequent als ernstzunehmend behandelt und nicht geringes Amüsement in dieser Art der Pervertierung seiner Umwelt verspürt.
Daniel Nögel
- Oberlemnitz, der
- Formulierung in einem fremdsprachigen Text, die man beim Korrekturlesen als vermeintlichen Germanismus ausmerzt, obwohl ein Muttersprachler sie gar nicht als falsch empfinden würde. Oft auch dialektabhängig (?in the hospital, ?different than).
Felix Hoffmann
- Oberlungwitz, der
- Ein schlechter Witz, dem man nur ein schwaches Lachen abgewinnen kann. Hierbei werden nur die oberen Lungenbereiche beansprucht.
Gerald Harzer
- Oberpremstätten, die (Pl.)
- Der Geldbetrag, der als Trinkgeld endet, wenn mehrere Personen auf den Gesamtbetrag der Rechnung zusammenlegen.
Tom
- Oberriss, der
- Hässliche weiße Beschädigung, die bei Geschenkpapier schon auftritt, wenn man mit einem Streifen Klebeband nur in die Nähe kommt.
- Oberschnitzing, das
- Sammelbegriff für damals moderne und revolutionäre Techniken der Filmmontage, die um 1970 herum entstandene Produktionen heute befremdlich und altmodisch anmuten lassen. Vgl. → Unterschnitzing
Felix Hoffmann
- Oberschönau, das
- Physisches Unbehagen in überdekorierten Speiselokalen und Ferienwohnungen.
Harald
- obersetzen (V.)
- Etwas obersetzen: Etwas falsch verstehen, weil man sich zu sehr auf den Dialekt und sonstige Spracheigenarten des Gegenübers eingestellt hat. Sagt etwa ein Rheinländer, der für einen eher monotonen Tonfall bekannt ist: „Nich’ im Örtlichen werben is’ wie Venedig ohne Gondeln“, dann wird das häufig als das Gegenteil obersetzt: „Nich’ (wahr), im Örtlichen werben is’ wie Venedig ohne Gondeln.“ Und wenn ein Schwabe von „Agenden“ redet, fühlt man sich leicht in einen Spionagefilm hineinversetzt.
- obersülzen (V.)
- Verzweifelt versuchen, den offensichtlich stocktauben und natterblinden Kellner dazu zu bringen, ein weiteres Getränk zu liefern, um dann festzustellen, dass der arme Mensch anscheinend auch noch stumm ist und an motorischen Defekten leidet, wenn er wortlos das Glas auf den Tisch knallt, so dass es überschwappt.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- obervernagt (Adj.)
- Haupteigenschaft einer hochgradig erkenntnisresistenten Person.
Marko Kolm
- Oberviechtach, der
- Dachverband ostfriesischer Deichschafe.
Carsten
- Oberwinden, das
- Tätigkeit des Obers, wenn man ihm darlegen kann, dass er sich bei der Zeche zu Gunsten seines Hauses verrechnet hat.
Manuel Kunst
- Oberzier, die
- Ein hinter dem Ohr getragener Bleistift.
Carsten
- Oberzwota, der
- Jemand, der zwar immer nur fast gewinnt (vgl. → leverkusen), sich aber trotzdem als Sieger fühlt.
Wayne
- Ödmühle, die
- Entferntes, nicht minder unangenehmes Pendant zur → Quaßliner Mühle. In der Ödmühle steckt man, wenn jemand in epischer breite Dinge erklären zu müssen glaubt, die allen Anwesenden längst klar sind. Ein berühmtes Beispiel findet sich im Skat-Sketch von Loriot.
Felix Hoffmann
- Oerel, das
- Akustische Empfindung, die zum sofortigen, genauen Hinhören verleitet, beispielsweise eine Fuge, komponiert von Johann-Sebastian Bach, oder ein zufällig erlauschtes Gespräch zwischen zwei, einem selbst nicht bekannten Personen, das sich offenbar um eine/n ehemalige/n Lebensabschnittsbegleiter/in von einem selbst dreht.
Karsten Fleischer
- Oer-Erkenschwick, der
- Sammelbegriff für undefinierbahre Ablagerungen in Regenrinnen, Waschbeckensyphons o.Ä.
Carsten
- oettern (V.)
- Vermeidung der Umlaute ä, ö, ü sowie des ß mangels deutscher Tastatur, zum Beispiel in einem australischen Internetcafé. S.a. → Krätlermühlhöfe
daniel
- Oevelgünne, die
- Peinliche Aktion, bei der man nächtens volltrunken dem/der Ex-Lebensabschnittsgefährten/in telefonisch zum Geburtstag gratuliert und ihm/ihr alle neu entdeckten Krankheiten an den Hals wünscht.
Carsten
- Offenbach-Bieber, der
- Nagetier aus der Familie der Castoridae, das sich im Gegensatz zu seinen weithin bekannten Verwandten nicht mit dem Bauen, sondern mit dem Fressen von Staudämmen beschäftigt. Durch seine Tätigkeit ist der Offenbach-Bieber bei Umweltschützern hochgelobt, aber bei sämtlichen Wasserbau- und Landschaftsbehörden gefürchtet.
Bereits eine kleine Gruppe hungriger Offenbach-Bieber kann meterdicke Staumauern zum Einsturz bringen. Vor der Entdeckung dieser Tierart wurden derartige Unfälle, wie z.B. der Staudammeinsturz von Malpasset (Frankreich, 1959), irrtümlicherweise geologischen Unzulänglichkeiten des Untergrundes zugeschrieben.
Wayne
- Ohrdruf, das
- Beunruhigendes Geräusch aus dem Inneren eines geschlossenen Kastens (Fernseher, Kühlschrank, Koffer o.Ä.), das einen eine halbe Ewigkeit daran horchen lässt, um der Sache auf den Grund zu gehen oder sich selbst dahingehend zu beruhigen, dass die Sache einem nicht im nächsten Moment um die Ohren fliegt.
Wayne
- Oisching, der
- Skinhead, der zum Buddhismus konvertiert und statt mit Bomberjacke und Springerstiefeln von Walhalla zu träumen nun in oranger Kutte und barfuss den Weg ins Nirwana sucht.
Carsten
- Ojes, das
- Nirwanaähnlicher Zustand. Wenn der/die Partner/in in einem intimen Moment völlig überraschend genau das tut, wovon man schon immer geträumt hat, obwohl man die Hoffnung, dass dies jemals passieren könnte, schon längst aufgegeben hatte, befindet man sich im Ojes.
Marko Kolm
- Okriftel, die
- Ehrfurcht gebietendes zweizeiliges Poem auf einem ärztlichen Rezept, das weder Apotheker noch Krankenkassengutachter zu dechiffrieren vermögen.
Carsten
- Oldsum, die
- Der Betrag, den man bereits beim Betreten seiner Stammkneipe auf dem Deckel stehen hatte und der nach durchzechter Nacht zusammen mit der → Alkersum zur neuen → Borgsum wird
Wayne
- Olpe, die
- Ein beim Gehen in unbegründeter Erwartung einer nicht vorhandenen Stufe angefangener Schritt, der dann ins
Leere geht. Meist verbunden mit dem unerfreulichen Gefühl, dass Zeugen dieses seltsamen Tritts einem insgeheim und mitleidsvoll einen Gehfehler diagnostizieren.
Dan
- Omsk, der
- Wiederentdeckter Medidationsgesang der russisch-orthodoxen Kirche.
Shane
- Opladen, der
- Fachgeschäft für chirurgisches Feinbesteck.
Karsten Fleischer
- Orinoco (Interj.)
- Störungsanzeige eines Teilnehmers während eines Satelliten-Telefonats bei Sonnensturm, japanisch: „Ich höre nichts.“
Bernd Eberhard
- Ortlfing, das
- Äquivalent zum „Timing“, nur dass hier eben nichts zeitlich, sondern örtlich perfekt abgestimmt wurde; zum Beispiel Umzugskisten in einem Möbelwagen oder freier Platz auf einem Blatt Papier, den man noch beschreiben möchte: „Perfektes Ortlfing!“ S.a. → packisch
Yannick Schneider
- ortlfingen (V.)
- Das Internet nach neuen → Ústí nad Labem durchsuchen, die noch nicht verlabenzt wurden.
Karsten Fleischer
- Ortmaring, das
- Bezeichnet das Phänomen einer relativen Wahrnehmung (auch kleiner) städtebaulicher Veränderungen. Kommt man selten an einem bestimmten Ort vorbei, wundert man sich über die radikalen Unterschiede. Wohnt man hingegen in der Nähe, bekommt man zwar jegliche Neuerung sofort mit, weiß aber hinterher auch nicht, ob sie vor 2 oder 10 Jahren passiert ist.
Felix Hoffmann
- Ortprechting, das
- Namedropping, mit der Besonderheit, dass man nicht Prominente nennt, sondern Metropolen und heiße Strandorte, zwischen denen man fortwährend umherjette. Der Zweck ist das Zurschaustellen von Weltläufigkeit, der Effekt das Zurschaustellen von Minderwertigkeitskomplexen. Wird z.B. von Henryk M. Broder in seiner E-Mail-Schlammschlacht mit Boris Palmer heftig betrieben.
- Ossiach, der
- Ein Zeitgenosse, der seine eigene missliche Situation in finanzieller, familiärer, beziehungstechnischer und auch sonst jeder Hinsicht auf die deutsche Wiedervereinigung zurückführt und dies auch zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit möglichst lautstark kundtut.
Marko Kolm
- Ostentrop, der
- Synonym für → Finnentrop, wobei der ausgeschenkte Schnaps aus den ehemaligen Mitgliedsländern des Warschauer Paktes stammt.
Michael
- Osterspai, der
- Anfall von Übelkeit nach dem Verzehr von zu vielen hartgekochten Eiern.
Wayne
- ostischken (V.)
- Das schnelle Vor- und Zurücklehnen mit dem Oberkörper, wenn man mit der Person, die zwei oder drei Plätze neben einem sitzt, Blickkontakt aufzunehmen versucht. Auch: das schnelle Vor- und Zurücklehnen mit dem Oberkörper der Personen aller zwischen zwei miteiander durch Ostischken Blickkontakt aufzunehmen Versuchenden Sitzenden, um den Blickkontakt zu ermöglichen, wodurch sie ihn unabsichtlich verhindern, vgl. → Wanzer
- Ostrach, die
- Im Süddeutschen in den frühen 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geläufige Bezeichnung für die überraschende Wiederwahl des damaligen Bundeskanzlers.
myrna
- ottobeuren (V.)
- Variante des → Kaufbeurens, bei der man wahllos Artikel aus Versandhauskatalogen bestellt, weil man das Zeugs ja kostenlos zurücksenden kann.
Wayne
- Owschlag, der
- Sinnloser Wortklumpen auf der Innenseite von Buchklappen, den kein Mensch liest.
Hermes Jöh
- Paaren im Glien, das
- Außerehelichen Geschlechtsverkehr vollziehen, obwohl man sich geschworen
hat, dies nie zu tun, und sich danach irgendwie sowohl gut als auch
schlecht fühlen.
Karsten Fleischer
- packisch (Adj.)
- Beschreibt den Zustand einer durch langes Puzzeln erzielten optimalen Platzausnutzung, z.B. beim Einräumen einer Geschirrspülmaschine oder eines Möbelwagens.
Felix Hoffmann
- Padang-Endau, das
- Das schnelle Ende einer sich lang andeutenden Prügelei.
Karsten Fleischer
- Paderborn, das
- Väterlich anmutendes Gefühl der Liturgie-Lethargie an einem Wochentag. Auch: Ungesprochenes katholisches Stundengebet.
Mr Sinister
- Padering, das
- Auf ganzer Länge von Jauchzen und Händeklatschen begleitetes → Patriching. Im übertragenen Sinne auch für andere Tätigkeiten, die für manche Leute völlig alltäglich sind, anderen aber, die nicht daran gewöhnt sind, stundenlang ein Mordsvergnügen bereiten können.
- Padingbüttel, der
- Beamter, der exklusiv zum Verscheuchen von → Patrichern da ist.
- Pagram, das
- (med.) Genetische Veranlagung, Zahlen Farben, Buchstaben Geschlechter und Wochentagen beides zuzuordnen (oder ähnlich). Wird von manchen als eine Form der Synästhesie angesehen.
- Pa Mam, die/der
- Wenn ein Kind in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft aufwächst, übernimmt eine Partnerin/ein Partner bei der Erziehung die Rolle des jeweils anderen Geschlechts, sie/er wird also zur Pa/zum Mam.
Marko Kolm
- Pamletten, die (Pl.)
- Buchstaben aus fremden Alphabeten, ohne Rücksicht auf ihren Lautwert eingesetzt wie z.B. in ЯUSSLAИD oder HΣLLΛS-GRILL.
Felix Hoffmann und Kilian Evang
- Pankofen, der
- Die Sommersonne, die das Bier in der Fußgängerzone herumlungernder Punks auf Körpertemperatur erwärmt.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Panschwitz-Kuckau, die
- Der verlegene Blick eines schüchternen Menschen, nachdem er beim Betriebsfest versucht hat, eine humorvolle Geschichte zu erzählen, die eigentlich unter seinem Niveau ist, bei der er aber trotzdem, vor Aufregung schweißnass, die Pointe vermasselt hat.
myrna
- Parsau, die
- (von engl. to parse) Person, die unfähig zur lexikalischen und syntaktischen Analyse komplizierterer Sätze, die vom Autor derselben aus Boshaftigkeit, um besagte Person reinzulegen, mit vielen sprachlichen Hindernissen, wie beispielsweise geschachtelten Nebensätzen oder Verwendung des Genitivs, ausgestattet wurden, ist.
Karsten Fleischer
- Pasewalk, der
- Eine zweifelhafte Maßnahme, um unfallfrei durch Wohnungen rennen zu können. Man streckt vor Ecken eine Hand aus, die signalisiert: Achtung, gleich kommt ein Mensch mit atemberaubender Geschwindigkeit ganz eng um diese Mauerkante geschossen.
- Paterdamm, der
- Wenn ein Abt einem Mitbruder im Kloster eine knallt, weil dieser ihn beim Beten gestört hat, nennt man dies einen Paterdamm – besonders, wenn noch ein herzhafter Fluch und die Verdonnerung zum Latrinenputzen hinzukommt.
frei nach Rolf
- Patriching, das
- Stundenlanges Auf- und Abfahren in Paternosteraufzügen.
Guido
- Pattern bei Aldenhoven, das
- Ursprünglich: Das besonders unkooperative, störrische Verhalten eines Esels, wenn dieser einem potenziellen Käufer vorgeführt wurde. Heute bezeichnet man als Pattern bei Aldenhoven meist die sich häufenden, noch nie vorher aufgetretenen Fehler, die PCs nur dann und immer dann produzieren, wenn sie in der Anwesenheit eines PC-Laien von einem PC-Experten bedient werden und es jenen eigentlich von den immensen Vorteilen dieser doch gar nicht so schlimmen oder komplizierten elektronischen Helfer zu überzeugen gilt.
- Peckfitz, der
- Ein Mann mit der besonderen Begabung, Frauen nicht nur gelegentlich, sondern nahezu ununterbrochen erfreuliche Momente zu bescheren. S.a. → Weischlitz.
Ku
- Pedratsches, die (Pl.)
- Nicht wirklich unauffälliges orthopädisches Schuhwerk.
Marko Kolm
- Peibst, der
- Papst mit Peitsche, meist in schwarzes Leder gekleidet, wird von seinen Anhängern als Satans Stellvertreter über Tage verehrt.
- Peilstein im Mühlviertel, der
- Ersatz für die Kirchturmuhr in dem Viertel einer Großstadt, das seit Jahrhunderten einfach nicht mehr beachtet worden ist.
Karsten Fleischer
- pellehnen (V.)
- Eine Spielart lässigen Lehnens an Haltestangen: Sich mit dem Schulterblatt an die Stange hängen.
- Pellworm, der
- 1. → Reudelsterz, der zu lange der Sonne ausgesetzt war.
2. (warm, klamm) siehe Fußnote
Carsten
- Pennewitz, der
- Beliebte Tradition, schlafenden Menschen Schnurrbärte ins Gesicht zu malen, Würstchen in den offenen Hosenstall zu stecken o.ä. und das Ergebnis dann fotografisch zu dokumentieren. S.a. → Lesewitz.
Carsten
- Pennrich, der
- Schusseliger, verschnarchter Mensch, der alles falsch macht, dem man aber nicht böse sein kann, weil er sich halt im Rahmen seiner Möglichkeiten strebend bemüht und dabei noch ungewollt zur Erheiterung seiner Mitwelt beiträgt. In der Filmkunst kongenial verkörpert durch den unsterblichen Stan Laurel.
Günter
- Pensacola, der
- Am Rücken oder vor der Brust getragener Beutel, in dem schlafende Kleinkinder transportiert werden.
Marko Kolm
- Penzin, das
- Gepanschter Treibstoff, der den Motor sanft entschlafen lässt.
Carsten
- Perutz, die
- Kopfbedeckung, die von peruanischen Straßenmusikanten in Europa getragen wird, um die Authentizität ihrer Herkunft zu unterstreichen. Innerhalb Perus ist die Perutz nahezu unbekannt.
Karsten Fleischer
- Pesenlern, das
- Die erste Fahrstunde auf der Autobahn.
Karsten Fleischer
- petriroda (Adj.)
- Der deprimierende Zustand eines Gewässers, das nach jahrzehntelanger Überfischung nur noch als klinisch tot bezeichnet werden kann.
Marko Kolm
- Pettensiedel Post Forth, der
- Pfarrer, Diakon o.Ä., dem eine → Pettstadt Post Kirchlauter nicht nachgewiesen werden konnte und der in eine Gemeinde versetzt wurde, wo man von seinem undurchsichtigen Vorleben nichts weiß.
Günter
- Petting, das
- Neben Wörtern wie singen, essen, Kuchen, Katzenhirn, Langweiler oder Sommerloch ist Petting eines der Labenze, die es bereits in populärere Wörterbücher als dieses geschafft haben und muss daher hier nicht mehr definiert werden. Anzumerken ist jedoch, dass sich das Petting oft in → Kissing, → Titting, → Hinteraichhalden, → Großenkneten und → Möseln gliedert und bei Männern häufig zur → Poppenlauer führt.
- pettseifen (V.)
- Eine bestimmte sexuelle Praxis, die vor allem in Duschkabinen stattfindet. S.a. → Sorno.
- Pettstadt Post Kirchlauter, die
- Wenn in einer Pfarrgemeinde sexueller Missbrauch Schutzbefohlener stattfand, aber Jahre später nichts bewiesen werden kann und alle Beteiligten mit ziemlich weißem Kollar dastehen – bis auf die Opfer.
Günter
- Peugenhammer, der
- Bevorzugtes Arbeitgerät eines → Pillmannsricht.
Karsten Fleischer
- Pfaffenheck, das
- Abfällige Bezeichnung für das wohlgenährte Hinterteil, das seinen Träger als einen ausweist, der den Verzicht, den er predigt, nicht lebt. Auch im übertragenen Sinne gebraucht: „Josh redet immer über das Weltklima, aber sein Geländewagen ist ein ganz schönes Pfaffenheck.“
- Pfaffenrode, die
- Sich ausbildende Glatze, die stark an die Tonsur eines Mönchs erinnert.
S. Barth
- Pfaffenschlag, der
- Schnellere Alternative zum Rosenkränze-Runterbeten. Kann direkt öffentlich
in der Kirche vorm Beichtstuhl erledigt werden.
Karsten Fleischer
- Pfaffschwende, die
- Doppelter Boden im Klingelbeutel.
Carsten
- Pfarrwerfen, das
- Unterdrückt-aggressive Stimmung in Kirchengemeinderäten und Konfirmandengruppen, wenn jedes Mitglied gerne den ausufernden Monolog des Pfarrers durch gewalttätiges Entfernen desselben beenden würde.
Ranunkel
- Pferdeau, das
- Parfüm, gewonnen aus dem Urin noch nicht eingerittener Zuchthengste.
Karsten Fleischer
- Pfiffelbach, der
- In ländlichen Gegenden anzutreffende naturbelassene Kläranlage.
Ku
- Pfiffligheim, der
- Schiedsrichter, der bei Auswärtsspielen der eigenen Mannschaft zugunsten der Heimmanschaft pfeift.
S. Barth
- Pflückuff, der
- One-Night-Stand.
Ku
- pfrungen (V.)
- Rheinländer pfrungen, wenn sie Unwissenheit oder Ratlosigkeit ausdrücken wollen. Mit leicht geöffneten, oft vibrierenden Lippen und vorne leicht aufgeblasenen Backen wird ein entfernt pferdeschnaubähnliches Geräusch erzeugt.
- pfullingen (V.)
- Die eigene Unfähigkeit zu Geld machen. Ein typischer Pfullinger ist z.B. der schlechte Automechaniker, der seinem Kunden einen kompletten Austauschmotor andrehen will, anstatt den alten zu reparieren. Auch in der Musikbranche wird gepfullingt, was das Zeug hält – was sich an immer kürzeren Produktlebenszyklen ablesen lässt.
Felix Hoffmann
- Pianz, die
- Handlung, die man eigentlich hasst, sie aber dem anderen zuliebe mitmacht.
Sonja und Anja
- pietzonken (V.)
- Schmerzhafter Missbrauch eines Elektrofeuerzeugs.
Carsten und Kilian
- Pillmannsricht, der
- Ein auf die Behebung abnormer Krümmungen spezialisierter Urologe.
Carsten
- Pilsbach, der
- Vorgeblich fungizide Fußdusche in Badeanstalten. Nach einhelliger Expertenmeinung ist der Gebrauch wirkungslos bis gefährlich und stellt damit eine selbstbetrügerische Alibihandlung dar.
Felix Hoffmann
- Pinkmühle, die
- Situation, in der man als Heterosexueller von einem/einer Homosexuellen angebaggert wird, dessen/deren Gefühle aber durch eine Zurückweisung nicht verletzen will.
Nico Madysa
- Pirching am Traubenberg, das
- Tätigkeit eines Winzers: Begutachtung der Trauben eine Woche vor der Ernte.
Karsten Fleischer
- Pissawodawiesen, die (Pl.)
- Ersehnte Grünfläche zwischen Kneipe und Heimstatt, die jedoch unweigerlich in einen → Knüllwald führt.
Carsten
- Pitschen-Pickel, der
- Eines jener erstaunlich beweglichen schwarzen Pünktchen, die manchmal benutzt werden, um Haltbarkeitsdaten auf Verpackungen zu drucken, jedoch schon nach kurzer Lagerung auf Wanderschaft gehen.
- Pitschen-Pickel, das
- Ein starkes Verlangen nach hierzulande schwer erhältlichen Lebensmitteln, an die man sich während eines Auslandsaufenthalts gewöhnt hat.
Felix Hoffmann
- plaffeien (V.)
- Unflätige und beleidigende Beschimpfungen ausstoßen, ohne dabei einen Ton von sich zu geben. Häufig angewendetes Verfahren beim Umgang mit Chefs, Polizisten, Finanzbeamten und Zahnärzten.
Andreas
- Plagwitz, der
- Humorige Begebenheit, die der Ehegatte bei jedem Fest aus der Reserve zieht, um die Gäste zu amüsieren.
ale
- Plamproz, der
- Ein Inhaber eines Handwerksbetriebes oder ein Bauunternehmer, meist wohlgenährt und schick gekleidet, der durch sein selbstbewusstes Auftreten den Eindruck zu erwecken versucht, die letzten Geheimnisse der Menschheit entschlüsselt zu haben und darüber hinaus ein seriöser Geschäftspartner zu sein, während er tatsächlich bereits mit fünf Firmen Pleite gegangen ist, mehrere Strafverfahren anhängig sind und sein Schuldenberg bis in die siebzehnte Generation reicht.
Marko Kolm
- Plankenhammer, der
- Werkzeug, welches an Stelle eines gewöhnlichen Hammers empfohlen wird, um Laminatfußboden zu verlegen.
Karsten Fleischer
- Plattekuhle, die
- Die 3. CD-Veröffentlichung einer zunächst vielversprechenden Newcomer-Band, geprägt von Tourmüdigkeit, Ideenlosigkeit und „musikalischen Differenzen“.
Felix Hoffmann
- Plattele, das
- Liebevolle Bezeichnung einer Ehefrau für den beginnenden kreisrunden Haarausfall am Hinterkopf ihres Mannes.
Christiane
- platzig (Adj.)
- Zustand nach ausgedehnter Völlerei.
Carsten
- Plau am See, das
- Beschreibung der ausgelassenen Stimmung, die vornehmlich im Sommer den späteren Teil von spontanen Grill- und Badefesten kennzeichnet.
madsester
- Plauschwarren, das
- Informelles Lästerseminar in einer Uni-Cafeteria. Die Länge ist nur durch den Geschäftsschluss begrenzt, da alle 30 Minuten Teilnehmer dazustoßen und neuen Gesprächsstoff mitbringen. Niemand wagt, als Erster zu gehen, da er/sie sonst wahrscheinlich selbst zum Thema würde.
Felix Hoffmann
- Plinach, der
- Wüster, peinlicher Traum, an den man sich zu erinnern glaubt, wenn man nach durchfeierter Nacht mit Höllenschädel aufwacht und von dem man beim ersten Kontakt mit Mitmenschen erfährt, dass es kein Traum war.
Miss Chievous
- plösen (V.)
- Während der Arbeitszeit mit offenen Augen dösen und dabei den Anschein tiefer Arbeitsbelastung vermitteln.
Manuel Kunst
- poburzen (V.)
- Krampfartiges Zusammenpressen der Gesäßmuskulatur, um den geräuschvollen Abgang von Darmwinden in einer unpassenden Situation zu verhindern. S.a. → upen, → Drönnewitz
Carsten
- Pödelist, der
- Ein Mentor für Unerhörtes. Satiriker erfinden Pödelisten, um ihren eigenen Ich-Erzähler nicht mit zu extremen Meinungen oder unmoralischem Verhalten zu korrumpieren. Ephraim Kishons Pödelist war zum Beispiel sein Freund Jossele, Hans Scheibner hat seinen „seltsamen Bekannten Herrn Z.“
- Podlechen, das
- Zufriedener Gesichtsausdruck, den Träger weißer Ohrstöpsel untereinander austauschen.
Carsten
- Podlesie, die
- Von einer Podlesie spricht man, wenn sich die Niveaulosigkeit des Originals unvermindert auf die Parodie überträgt.
- Poel, das
- Die mit dem Fingernagel entfernte Kruste einer nicht völlig ausgeheilten Wunde.
Bernd Eberhard
- pölzig (Adj.)
- Das Gefühl auf der Zunge, nachdem man drei Tage lang auf einem Musikfestival durchgesoffen hat, ohne sich die Zähne ein einziges Mal putzen zu können. Oder an anderen Körperteilen, die man über den gleichen Zeitraum hat ebensowenig säubern können.
Karsten Fleischer
- Pommritz, der
- Person, die in Handarbeit vorgekochte Kartoffelstäbchen mit gezähnten Mustern versieht.
Als 1-Euro-Job anerkannt, da die Tätigkeit dem Allgemeinwohl dient und nicht wettbewerbsverzerrend ist.
myrna
- Pomy, das
- Kartoffelförmiges kleines Pferd mit vielen Augen.
Karsten Fleischer
- Poppenbüttel, der
- Männlicher Prostituierter.
buddhabrot
- Poppengrün, das
- Der Zeitraum, während dessen ungeschützter Verkehr ohne die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft möglich ist.
S. Barth
- Poppenlauer, die
- Zustand des Mannes während der letzten Phase des → Petting, dem → Möseln und dem → Großenkneten.
Stollentroll
- Poppenreuth, die
- Das schlechte Gewissen nach einem One-Night-Stand.
Textator
- Poppenricht, der
- Arzt, der bei durch unsachgemäße Anwendung des Kamasutra verursachten Unfällen gerufen wird. S.a. → Reit im Winkl.
S. Barth
- Poppenwind, der
- Beim Liebesspiel entstehende Luftbewegung.
Karsten Fleischer
- Poppenwurth, die
- Ausbuchtung an einer Frau, deren Anblick einem Mann ein sofortiges Verlangen nach Fortpflanzung bzw. zur Fortpflanzung nötigen Tätigkeiten beschert. Die genaue Lage der Poppenwurth ist nicht definiert: Manche Männer reagieren auf Hinterteile, manche auf einen angespannten Bizeps und einige vielleicht sogar auf eine Schwartau.
Karsten Fleischer
- Porz, der
- Scherbenhaufen nach häuslicher Auseinandersetzung.
Bernd Eberhard
- Pösing, das
- Versuche niedlicher, angeblich begabter Kinder ehrgeiziger Mütter, vor herzlosen und gewinnorientierten Filmproduzenten Diener oder Knickse zu machen und schwachsinnige Sprüche aufzusagen, die sich die Mütter selbst ausgedacht haben und für besonders geistreich halten.
Ku
- Postreit, der
- Heftiger Streit, der per E-Mail geführt und gnadenlos öffentlich gemacht wird, weil beide Streitgegner die sehr langen Mails per Cc und Bcc an den großen Verteiler senden. Wenn man als so Beglückter eins der mindestens halbtäglich eintreffenden Verbalgeschosse im Posteingang findet, macht man sich erst mal eine Schale Popcorn und liest dann mampfend und bestens unterhalten.
- Prädikow, das
- Schlampig gefälschtes Güte- und/oder Prüfsiegel an osteuropäischen oder chinesischen Import-Elektrogeräten. Garantiert auch bei sachgemäßer Verwendung zuverlässig mindestens → Pietzonken, oftmals → Geretschlag bis hin zum → Brehmen.
Carsten
- prassnicken (V.)
- In promilleseligem Großmut der Übernahme der gesamten Zeche auf einer Kegeltour zustimmen.
Carsten
- Pressel, das
- Freundschaftliche Begrüßung, bestehend aus einer Umarmung und kurzem
An-sich-drücken.
Karsten Fleischer
- Probsthain, der
- Der Wandelgarten des Kölner Domes.
Stollentroll
- Prödel, der
- Die Summe aller scheußlichen, muffigen, abgegrabbelten, unmodernen und ekligen Gegenstände, die professionelle Trödelhändler in Pappkartons mit der Aufschrift „Jedes Teil nur 1,–“ anbieten.
Andreas
- Prohlis, die (Pl.)
- Einschlägige Bezeichnung für die Einwohner von Dresden-Prohlis sowie aller vergleichbaren (weniger schicken) Stadtteile.
Nico Madysa
- Proleb, das
- Diejenige Zeitspanne, die gerade nicht mehr Gegenwart ist, aber noch nicht der Vergangenheit angehört. Auch derjenige Zeitpunkt, bei dem Gedanken aus dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis geschoben werden, dort aber nicht ankommen.
Reinhard Horst
- proseken (V.)
- Durch linkischen Einsatz vermeintlich elitärer Rituale den Eindruck zu vermitteln versuchen, einer höheren Gesellschaftsschicht anzugehören. S.a. → Dinxperlo
Marko Kolm
- Prüfening, das
- Zu benotende mündliche Befragung über ein Thema, das der Prüfling aus dem Effeff beherrscht. Wird von den Beteiligten zu Recht als lästige Zeitverschwendung empfunden.
Felix Hoffmann
- prüllsbirkig (Adj.)
- Attribut zur Beschreibung der durch Tasten bestimmbaren Konsistenz der männlichen Gesichtshaut am frühen Morgen, bedingt durch fehlende Rasur, Zahnpastareste, vertrocknete Speichelreste um die Mundwinkel und Hautschuppen.
Manuel Kunst
- Prutting, das
- Freizeitbeschäftigung für Deppen: Auf das Tanzen und Saufen am Wochenende folgt bei ihnen das Prutting. Dabei zieht man durch die nächtlichen Straßen und verarscht mit missionarischem Eifer diejenigen, die noch unterwegs, aber nicht besoffen sind, indem man ihre mangels Alkohol noch verständlichen Gesprächsfetzen im Vorübergehen lauthals nachplappert.
- Pulheim, das
- Bestandteil der nächsten Renten- und Pflegeversicherungsreform: Seniorenstift, dessen Bewohner die Unterbringungskosten damit finanzieren, dass sie Krabben für Seafood-Restaurantketten auseinandernehmen.
Wayne
- Pulvermühle, die
- Zulieferbetrieb für die Hersteller von Silvesterraketen.
Stollentroll
- Pürgl, der
- Schlagwerkzeug, das einem gerade in die Finger gerät, um einen Angreifer abzuwehren, z.B. ein gefüllter Aschenbecher, ein Nudelholz.
Karsten Fleischer
- Purschwitz, das
- Destillat, bisweilen kremartiges Sekret bis weiß-krustige, an Salz erinnernde, besonders im Hochsommer sich in Achselhöhlen bildende Substanz.
Gerald Harzer
- Putbus, der
- Ein VW Bully Typ 2, der gerade die alte Schlaglochpiste von Putbus nach Bergen hinter sich gebracht und unterwegs diverse Einzelteile verloren hat (Auspufftopf, 1 Seitenscheibe, 2 Radkappen...)
Wayne
- Pyrbaum, der
- Von normalen Weihnachtsbäumen ununterscheidbare selbstentzündliche Kopie, die einem von notorischen Weihnachtshassern untergejubelt wird.
Amelie Zapf
- Quackhof, der
- Schulhof, auf dem Mütter zusammentreffen, um die lieben Kleinen abzuholen, und sich noch ein bisschen unterhalten.
Günter
- Qualzow, der
- Der Geruch, den U-Bahn-Stationen und Rolltreppen verströmen.
- Quaschwitz, der
- Eine unschuldige Bemerkung, die nicht wirklich witzig ist und nur das Gespräch in Gang halten soll. Wird sie vom Gegenüber nicht als Quaschwitz erkannt, kann es zu einer → Quaßliner Mühle kommen.
- Quaßliner Mühle, die
- Die Situation in einem Gespräch, in der ein → Quaschwitz nicht verstanden wurde und erklärt werden muss. Eine Quaßliner Mühle ist extrem peinlich und geht mit großem → Fremdingen einher, weil der Aufwand der Erklärung in krassem Missverhältnis zur unterirdischen Qualität des Quaschwitzes steht.
- Queensborough, der
- Der ärgerliche Moment, in dem das schöne, klar verständliche Englisch einer im Fernsehen sprechenden Person unhörbar wird, weil ein gehetzter, heiserer deutscher Journalist aus dem Off mit der Übersetzung reinlabert.
- Quelkhorn, das
- Akustisches Signal, mit dem man als Autofahrer unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen entschärfen kann. Es besteht in dauernder Betätigung der Hupe nicht unter 17 Sekunden und löst alle Probleme, indem es den Blutdruck der beteiligten Verkehrsteilnehmer senkt und die Aufmerksamkeit auf das korrekte Lenken lenkt.
- Quellendorf, das
- Abfällige Bezeichnung für einen kleinen Ort, der über eine Sparkasse und eine Volksbank verfügt, um das Geld jedoch wieder auszugeben, nur die winzige Außenstelle eines überregionalen Versandhandels anbieten kann.
myrna
- Querenhorst, der
- Ein Mensch, der grundsätzlich beharrlich die der Gruppenmeinung entgegengesetzte Position einnimmt und damit Entscheidungen unmöglich macht. Ein Querenhorst ist beispielsweise bei gemeinsamen Bestellungen beim Pizzaservice prinzipiell nicht dazu bereit, die minimal größere und um 10 Cent teurere Pizza zu ordern, wodurch die Gesamtrechnung die magische Grenze zur Erlangung der Gratis-2-Liter-Cola-Flasche überschreiten würde.
Marko Kolm
- Querlitz, der
- Heute ausgestorbener Vogel der Familie der Finken. Laut Christian Ludwig Brehm konnte der Querlitz als einziger Vertreter der Unterordnung Singvögel keine melodischen Tonfolgen hervorbringen und war bekannt dafür, den Gesang vor allem der eng mit ihm verwandten Stieglitze mit seinem von Brehm als „kaum erträglich“ beschriebenen Gekrächze zu stören.
katakura
- Quickborn, das
- Bezeichnet lt. aktueller Gesundheitsreform ab 2007 die komplikationsarme Sturzgeburt ohne stationären Aufenthalt als zuzahlungsfreie Niederkunft für Kassenpatientinnen.
Carsten
- Quitzöbel, der
- ALG2-Empfänger, der aus purer Verzweiflung einen 1-€-Job als Moderator bei Neun Live annimmt. S.a. das Lied zum Sender.
Carsten
- Quoos, die (Pl.)
- Männliche Dauersingles, die ausgerechnet die begehrteste Kollegin in der ganzen Firma täglich vergeblich mit Fragen wie „Hast du heute schon was vor?“, „Was machst du denn heute so?“ oder „Wohin gehst du heute?“ nerven.
Tülay
- Rabber, die (Pl.)
- Vorderzähne von Nagetieren, die sich hervorragend dazu eignen, Kohlrabis, Kartoffeln und insbesondere Möhren in Sekundeschnelle in feinste Stückchen zu rabbern.
Christiane
- rabenäußig (Adj.)
- So vielschichtig verflochten falsch und unsinnig, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll, dagegen zu argumentieren.
„Diese Aussage ist rabenäußig!“
„Das ist auf so vielen Ebenen falsch, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Andererseits ist es so offensichtlich falsch, dass ich gar nicht weiß, ob ich überhaupt irgendwo anfangen soll.“ (Stefan Niggemeier)
- radalagen (V.)
- Während des Aufräumens, Abwaschens, Fingernägelfeilens oder sonstiger Tätigkeiten, die den Geist nicht über Gebühr in Anspruch nehmen, mit sich selbst geführtes, sinnloses Gespräch, das von einer absurden Situation in die nächste führt und einen dazu bringt, sich selbst gegenüber misstrauisch zu werden, da es völlig unvorhersehbar ist, was man als nächstes sagt oder ob man sich selbst im Laufe des Gesprächs eine Falle stellt.
Autor unbekannt
- Radebeul, die
- Das was ein → Radegast auf seinem Weg nach Hause an den dort parkenden Autos hinterlässt.
Wayne
- Radegast, der
- Der Radegast ist ein Kneipengast, in den sehr viel Alkohol hineinpaßt. Er kommt aus Bequemlichkeit immer per Fahrrad, damit die 0,5-Promille-Grenze für ihn nicht gilt und er hinterher nicht nach Hause torkeln oder auf allen Vieren kriechen muß.
Jens Lohmann
- Ragain, das
- Noch nicht nachgewiesener Inhaltsstoff mancher Rauschmittel. Die mysteriöse Substanz scheint dafür verantwortlich zu sein, dass sich die Konsument/inn/en mit der Musik von Ravi Shankar volldröhnen, im Sari herumlaufen, eine Tabla ins Wohnzimmer stellen und sich Hare Krishna anschließen.
Marko Kolm
- Raguth, das
- Traditionelles Festessen in vielen ländlichen Gegenden, das gereicht wird, wenn der Sohn des Ortslandwirtes das erste Mal mit dem Trecker fahren durfte.
myrna
- Ramallah, das
- Ein Gesprächsabschnitt, der zwischen Muttersprachlern derselben Sprache in einer anderen Sprache geführt wird. Tritt vor allem in zwei Situationen auf: 1. Zwischen dem Verlassen des Gesprächs durch eine andere Person und dem allgemeinen Realisieren dieses Verlassens, 2. zwischen zweien, die sich nicht kennen und sich in einer internationalen Umgebung begegnen. In letzterem Fall wird das Ramallah typischerweise von einer diffusen Ahnung von Peinlichkeit begleitet und endet entweder mit dem mutigen Vorstoß durch eine Seite oder mit dem Hinzukommen einer weiteren Person.
- Randegg, der
- Der widerwärtige Plastikrand am unteren Ende des Schraubdeckels von Kunststoffflaschen, der sich beim ersten Öffnen zu etwa einem Drittel selbstständig vom Deckel löst, durch physische Gewalt um ein weiteres Drittel abgerissen werden kann, mit dem letzten Drittel jedoch so bombenfest und untrennbar mit dem Schraubverschluss verbunden ist, dass stets ein unschön abstehender Plastikfetzen übrig bleibt, der mit Gewalt dazu verleitet, damit herumzuspielen, was jedoch in den meisten Fällen eine frustrierende Angelegenheit ist, weil man das Ding einfach nicht abkriegt.
- Ranhör, das
- Auszuübende Bewegung, um mehr von einem → Oerel mitzubekommen.
Karsten Fleischer
- Ranies, der
- Ein Kraut, welches Schnäpsen beigemischt ward, von denen einem schlecht wird.
Karsten Fleischer
- Rantrum, das
- Straßenverkehrsbegriff: Objekt auf der Autobahn, das man im eigenen Innenrückspiegel erblickt und das mit beängstigendem Tempo größer wird. Verbreitete Erscheinungsformen von Rantrümern sind schwere Geländewagen mit Bullenfänger und eilige Kurier-Transporter.
Günter
- Ranzig Ausbau Tiefensee, das
- Wenn der regionale Entsorgungsgroßunternehmer seine alte Giftmülldeponie durch geschickte Akten- und Baggermanöver, gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zum für ihn lukrativen Naherholungszentrum umgestaltet.
Günter
- Raschung, die
- Dezent geheucheleltes Erstaunen beim Auspacken eines Geschenkes, dass man bereits besitzt.
Carsten
- Ratekau, der
- Das Ertasten eines alten Kaugummis unter dem Stuhlsitz.
Ku
- Ratingen-Hösel, das
- Rasterfahndungsverfahren einer Gattin, die unter dem Sofakissen einen roten Spitzenslip entdeckt hat, der offensichtlich von ihrer Konfektionsgröße 2 Nummern nach unten abweicht. Ansporn ist dabei nicht etwa Eifersucht, sondern die willkommene Aussicht, der eigenen Sammmlung ein neues → Wohlmuthshüll hinzufügen zu können.
Carsten
- Ratscher, der
- Ein → Reißaus, in den – äußerlich kaum erkennbar – ein sehr dünner scharfkantiger Metallstreifen eingearbeitet ist (z.B. bei CD-Hüllen), der beim Öffnungsversuch zu schmerzhaften blutigen Verletzungen zwischen Finger und Fingernagel führen kann.
Günter
- Rattelvitz, der
- Dürrer Haarzopf, der von Männern mit spärlichem Haarwuchs mühsam im Nacken zusammengebunden wird und dort schlapp und glanzlos herunterhängt.
Christiane
- Rattenharz, der
- Extrem verhärtete Nagetierexkremente, die man bei der Renovierung einer
Wohnung in der Speisekammer des Vormieters vorfindet.
Karsten Fleischer
- Ratzeburg, die
- Gemütliche Schlafstatt mit einem großen Plumeau und Wärmedecke für lange Winternächte.
mömö
- Rauchwart, der
- Derjenige, der, wenn die anderen kiffen, aufpassen muss, dass kein vom Staat oder von sich selbst ernannter Ordnungshüter um die Ecke kommt.
Karsten Fleischer
- Raudischken, die (Pl.)
- Holziges, geschmacksneutrales Wurzelgemüse. Beliebt in der veganen Küche und als Beilage zu → Schöllkrippen.
Carsten
- Rebberlah, der
- Von einem Politiker auf eine präzise Frage gegebene Antwort, die an der Frage völlig vorbeigeht, eine unsinnige Gegenfrage stellt, die Intelligenz des Fragestellers im Allgemeinen und hinsichtlich des erörterten Problems im Besonderen bezweifelt und zwar unabhängig davon, ob der Fragesteller der gleichen Partei angehört und mit der Feststellung endet, dass der Politiker diese Meinung (oder die gegenteilige Meinung) schon immer vertreten habe, weshalb die Tatsache, dass diese Frage überhaupt an ihn gestellt werde, bereits Beweis dafür sei, dass die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Jahre und des Rentenbezugsalters um drei Prozent richtig (oder falsch) sei und die Arbeitslosigkeit nur mit der Einführung eines Kindergeldes von 3,12 € pro Kind/Tag nachhaltig bekämpft werden könne, vorausgesetzt, die Kinder hätten keine Nebeneinkünfte von über 413,45 €/Monat und die Eltern wenigstens Schuhgröße 37 (Frauen) und 42 (Männer), es sei denn, sie seien alleinerziehend, weil dann die Schuhgröße um den Faktor 1,2 pro Monat bei der Bemessungsgrundlage für den Kindergartenzuschuss reduziert werden müsse, um Ungerechtigkeiten… … …
Ku
- Rechlin, der
- Die Menge Blätter, die man im Stand im Umkreis von einem Meter zusammenharken kann
Ku
- Reconquista, die
- Wiederholte Frage, die im Chor aufgesagt wird.
Klasse 11c
- Redebas, der
- Person, die mit Personen auf der Fernsehmattscheibe eine Unterhaltung anfängt, wissend, dass diese sie nicht wahrnehmen können.
Karsten Fleischer
- Refrath, das
- Vortrag, der abgelesen wird und auch noch das letzte Stück an Spritzigkeit dadurch verliert, dass der/die Vortragende das zu kaschieren versucht, indem er/sie den Wikipedia-Ausdruck vom gleichen Morgen oder – schlimmer – die für alle Zuhörer sichtbare Beamer-Präsentation notdürftig paraphrasiert.
- Rehhorst, der
- Azubi in Forstbetrieben, der mit niederen Arbeiten wie dem Einsammeln der Hinterlassenschaften von Wildtieren betraut ist.
Johann L´knecht
- Reisleite, die
- Jene Person, die auf einer äußerst billigen Bus- oder Schiffsreise die
Moderation äußerst ungeschickt angeht und anscheinend äußerst selten bis
gar nicht diese Reise selbst mitgemacht hat.
Karsten Fleischer
- Reißaus, der
- Das beim Versuch, eine folienverschweißte Verpackung zu öffnen, nach minutenlangem vergeblichem Fummeln abreißende winzige Stück Plastikstreifen, das damit weitere Versuche, die Verpackung ohne Werkzeug oder beschädigende Gewaltanwendung aufzubekommen, sicher vereitelt. Ist hinterhältigerweise häufig mit dem Aufdruck „Open“ oder „Hier öffnen“ versehen.
Existiert auch in einer wesentlich fieseren Form als → Ratscher.
Günter
- Rekum, das
- (von lat. recurrere) Immer wiederkehrendes, meist lästiges Ereignis, wie z.B. Steuererklärung, Besuch vom Gerichtsvollzieher, nervige Anrufe oder Mails von ehemaligen Lebensabschnitts- oder Geschäftspartnern, Weihnachten. Siehe auch → toffen.
Karsten Fleischer
- rempelkofen (V.)
- Einen überfüllten Flohmarkt o.ä. Verkaufsveranstaltung besuchen, die sich auch mehrere arbeitslose Rugby-Spieler als Zeitvertreib ausgesucht haben.
Felix Hoffmann
- rempesgrün, das
- Das Grün der Ampel der Geradeausspur, welches man irrtümlicherweise als
Signal zum Losfahren erkennt, während man sich auf der Linksabbiegerspur
befindet, und dann einen Auffahrunfall verursacht.
Karsten Fleischer
- Remscheid, die
- Inkontinente Traumphase.
Sigi T.
- Rettighofen, das
- Gefühl im Nasen-Rachenraum nach dem erstmaligen Genuss von japanischer Wasabi-Paste.
Carsten
- Rettwitz, der
- Häufig während der → Mittelstille angewandter Kunstgriff, um das betretene Schweigen schnellstmöglich zu brechen und das Gespräch wieder in unverfänglichere Bahnen zu lenken. Der oft reichlich dämliche Rettwitz wird in der Regel von einem unbeteiligten Dritten mit einem Hüsteln und der formelhaften Wendung: „Ach, kennt ihr übrigens den schon?“ eingeleitet.
katakura
- Reudelsterz, der
- Von einer unangenehmen Hautkrankheit befallenes männliches Geschlechtsorgan. Die Beschimpfung „Nimm deine Wichsgriffel da weg!“ wird immer mehr verdrängt durch die derbere Variante „Komm mir nicht zu nah mit deinem Reudelsterz!“
Karsten Fleischer und Kilian Evang
- Reumannswind, der
- Hektik, in die man gerät, wenn die erbarmungslose Supermarktkassiererin schon fleißig Waren scannt, während der vorige Kunde den zum Einpacken nötigen Platz noch nicht freigemacht hat. Kann durch ein → Rückholz vermieden werden, das jedoch bei den großen Discountern nicht zur Anwendung kommt.
Felix Hoffmann
- Revillagigedo, der
- Lehrertyp, der in der 6. Stunde mit geheuchelter Fröhlichkeit und Energie die Schüler zu motivieren versucht. Siehe auch → Hodeida.
Klasse 11c
- rheinböllen (V.)
- Das, was man am Morgen nach einer durchzechten Nacht kopfüber mit der Toilettenschüssel macht.
Walther
- Rheinbrohl, die
- Vorsätzliche Störung einer Sitzung oder Schauspiel-/Musik-Aufführung durch unqualifizierten, lauten Zwischenruf.
Amelie Zapf
- rheinzabern (V.)
- Einen Fußball so gekonnt gegen den Pfosten schießen, daß er beim Abprall die Torlinie gerade nicht quert.
Amelie Zapf
- riedern (V.)
- Tätigkeit des Ruderns auf den Resten eines riedgedeckten Daches bei Hochwasser.
Manuel Kunst
- Ritzgerode, das
- Versuch, mit einer Laubsäge eine hundertjährige Eiche zu fällen.
Wayne
- Rodach, das
- Nicht vollendete Dachdeckung, da der Betrieb Insolvenz anmelden musste.
Ramona & Lea
- Rödel, das
- Der kleine Kreis von rotierenden Punkten, mit dem Internetvideos einem zu verstehen geben, dass sie gerade nicht gestört werden wollen. Neuerdings auch als Mauszeiger sowie allgemein als „Bin nicht da und komme nicht wieder“-Symbol gebraucht.
Yannick Schneider
- rohm
- Unfähig, den Geschmack einer Speise wahrzunehmen. S.a. → murg
Yannick Schneider
- Röhrmoos, das
- Die leicht gammeligen Anlagerungen im längere Zeit nicht gereinigten Waschbeckenabfluss.
Michael
- Rohrsoll, das
- Längeneinheit jenseits der 30 cm, die arglosen Männern von Spamversendern als Maß aller Männlichkeit vorgegaukelt wird.
Amelie Zapf
- Roitzsch, der
- Ein urgewaltiger Nieser.
Günter
- Rönnerholz, das
- Das aus zwei versetzten Keilen bestehende und am Boden befestigte Gerät, von dem Läufer sich beim Rennstart abstoßen.
Yannick Schneider
- Roßfallen, die (Pl.)
- Sammelbezeichnung für geringfügig langsamere Verkehrsteilnehmer, hinter denen man gefangen ist, weil man sie nicht oder nur mit erheblicher Mühe überholen kann.
- Rothau, das
- Hautpartie, die beim Auftragen von Sonnenschutz vergessen wurde.
Felix Hoffmann
- Rothenuffeln, das
- Überraschtes, hilfloses, geradezu lemminghaftes Verhalten der deutschen Sozialdemokratie nach dem Vorstoß des Bundeskanzlers für vorgezogene Neuwahlen 2005.
Günter
- Rottenacker, der
- Ein nach früheren erfolglosen Kultivierungsversuchen völlig verödetes Stück Brachland, dessen Renaturierung durch die unregelmäßige Veranstaltung von mittelmäßigen Hardrock-Konzerten und Amateur-MotoCross-Rennen bis auf weiteres unmöglich gemacht wird.
klanemann
- röttgen (V.)
- Sich versprechen, ohne sich zu versprechen. Ist der Fall, wenn die gemachte Äußerung sich als doppeldeutig herausstellt und man dann für die natürlich nicht gemeinte Lesart angefeindet wird. Vgl. Röttgen: „Bedauerlicherweise“ entscheiden die Wähler
- Rottleberode, die
- Die Situation, in der ein Vegetarier aufgrund eines schlechten Geruches aus einer Ecke seiner Küchenschränke eine Tüte mit bereits blau angelaufener, halbverrotteter Schweineleber vorfindet, die er anscheinend selbst gekauft haben muss, weil der in der Tüte noch befindliche Einkaufsbeleg nebst der Leber seine üblichen präferierten Speisen aufweist, und sich dann ernsthaft Gedanken um seinen Geisteszustand macht.
Karsten Fleischer
- Rottmar, der
- Meist pensionierter Anführer einer Selbstverteidigungs-Miliz in deutschen Kleingartenanlagen.
Johann
- Rotzel, das
- Zum Naseputzen zweckentfremdetes Toilettenpapier, Serviette, Schal oder Kaffeefiltertüte.
Autor unbekannt
- rotzingen (V.)
- Zwanghaftes Inspizieren des Taschentuches nach erfolgter Nasenreinigung.
Claudia Hankel & Nora Harbach
- Rückholz, das
- Drehbares Teil an einer Supermarktkasse, das die bereits erfassten Waren zweier Kunden voneinander trennt. Wo ein Rückholz fehlt, kommt es oftmals zum → Reumannswind.
Felix Hoffmann
- Rüdesheim, das
- Männer-WG, in der ein äußerst barscher Umgangston gepflogen wird, da das Zusammenleben zu permaneten Konflikten führt. Die Ursachen können unterschiedlichster Art sein. Eine häufig genannte Ursache ist die drastische Verschmutzungen des → Pisciadellos.
Sigi T.
- Rudling, das
- Auffällig häufiges Auftreten mehrerer oft gleich gekleiderter Jugendlicher auf öffentlichen Plätzen.
hannah
- Ruh, die
- Bauteil eines Uhrwerkes, das für das Stehenbleiben verantwortlich ist.
Karsten Fleischer
- Rümpel-Höltenklinken, das
- Das unrühmliche Ergebnis des Versuches, vollbeladen mit Trödelmarktkrempel oder Umzugskartons auf dem Absatz einer schmalen, nur unzureichend beleuchteten (Keller-)Treppe die Tür mit dem Kinn zu öffnen. Vgl. auch → Niederstetten und → Linkenheim-Hochstetten.
Carsten
- ruppichteroth (Adj.)
- Farbe der Haut, nachdem man sie einer Wachsenthaarung unterzogen hat.
Susanne Alck
- Rüschlikon, das
- Lästige Rückstände von aus Spiralblöcken abgerissenen Blättern. Hauptsächlich in Klassenräumen beheimatet. Vermehren sich auf wundersame Weise während des Unterichts und rotten sich auf dem Fußboden zu Haufen zusammen, die erst sichtbar werden, wenn die Schüler den Raum verlassen. S.a. → Gefrees
Schreibwerkstatt Starkenburg-Gymansium
- Ruselabsatz, der
- Sehr hoher Absatz eines Damenschuhs, bei dessen Anblick man ein beunruhigendes Gefühl empfindet.
Karsten Fleischer
- Rüttenscheid, der
- Ende einer Koalition, Ehe o.ä. Verbindung nach längerer wechselseitiger Zerfleischung.
Günter
- Rüttenscheid-Langenbrahm, der
- Die Situation, wenn ein → Rüttenscheid sich unangenehm in die Länge zieht.
Günter
- Saara, die
- Wüste, die man dort antrifft, wo man sie überhaupt nicht vermutet hat.
Karsten Fleischer
- Saarlouis, der
- Ein falscher Fuffziger: eitler Selbstdarsteller und Populist, der rhetorisch gern den Rächer der Entrechteten gibt (darin dem → Großbarop verwandt), vor Verantwortung aber sogleich in seinen wohlsortierten Weinkeller flieht, weil ihm Standhaftigkeit fehlt.
Günter
- Saas im Prättigau, der
- Verklärte Erinnerung an einen ungewöhnlich angenehmen Gefängnisaufenthalt.
S.a. → Höflein an der Hohen Wand, → Hausen im Killertal
Karsten Fleischer
- safnern (V.)
- Durch deutsche Großstädte schlendern und den Kauf eines Posthorns oder den Verzehr eines gebackenen Kuheuters planen.
Veronika
- Sallapulka, die
- Volkstanz, der in ländlichen Gegenden zu Schützenfesten oder ähnlichen Anlässen zelebriert wird. Endet häufig mit gebrochenen Nasenbeinen, geprellten Rippen und ausgerenkten Schultern. S.a. → Gdansk
Karsten Fleischer
- Salzschlirf, der
- Mehr gefühltes als gehörtes Geräusch, das entsteht, wenn ein Winterdienst-Räumfahrzeug eine Streusalz-Splitt-Mischung gegen das Auto prasselt, die von den Scheibenwischern unter deren eigener Zerkörnung säuberlich auf der Windschutzscheibe zermahlen wird.
Günter
- Salzstiegl, der
- Besonders salziger Mittelteil eines Salzstangerls.
Tom
- Salzuflen, die (Pl.)
- Anhäufungen von Salz, mit denen manche Gerichte vermint sind.
- Samern, die (Pl.)
- Die Samern kommen, ähnlich wie Pindwocken oder Pumms, häufig in Kindergärten vor. Da stecken sich dann alle Kinder gegenseitig an – nur richtig aussprechen können sie es oft nicht...
Guido
- sammern (V.)
- In der Buddelkiste unter Zuhilfenahme von Pfützenwasser und Regenwürmern einen prima Sandkuchenteig anrühren.
Karin
- Sandeborske, die
- Mineralisches Sediment, das nach dem Ausgießen am Boden eines Putzeimers haftet. Deutet auf das unaufhaltsame Streben zur Entropie, die Vergänglichkeit allen Seins und noch einige andere philosophische Fragen hin, wenn man gerade Zeit dafür hat und nicht noch weiterputzen muss.
Felix Hoffmann
- Sandhofen, der
- Das, was man nach einem ausgiebigen Strandspaziergang aus seinen Schuhen schütten kann.
Karsten Fleischer
- Sandschenke, die
- Eine Strandbar, die so ungünstig platziert ist, dass selbst der kleinste Windstoß es vollbringt, einige Gramm Sand in die Getränke der Gäste zu
befördern.
Karsten Fleischer
- Sandsiepen, das
- Die mühselige Suche nach einem am Strand verlorenen Wertgegenstand.
Felix Hoffmann
- Sankt Blasien, das
- Das, was im Priesterseminar von Sankt Pölten vorgekommen sein soll...
Günter
- sapshagen (V.)
- (bei Fernseh-Doku-Moderatoren) Am Ende eines Fernsehbeitrags über ein gesellschaftliches Problem oder ein übernatürliches Phänomen geheimnisvoll aus dem Schatten, aus Blattwerk oder einem sonstigen Hintergrund treten, wild gestikulierend und mimend auf die Kamera zu stolzieren und ein abschließendes Fazit ziehen bzw. eine tiefgründige Frage stellen, deren Beantwortung dem Zuschauer überlassen bleibt.
- saswaschen (V.)
- Gebrauchte Teller im Schnellverfahren einseitig abspülen, da die Unterseite ja noch sauber ist oder sein müsste. S.a. → unterschmeien
Felix Hoffmann
- Saturdag, der
- Ein gesetzlicher Feiertag, der ärgerlicherweise auf das Wochenende fällt.
Felix Hoffmann
- sauerseifen (V.)
- Auswaschen einer weißen Hose, nachdem man zuvor betrunken in den Schlamm gefallen ist.
Klasse 11c
- Saurasen, der
- Das, was nach drei Wochen Urlaub hinter dem Haus wächst.
S. Barth
- schafpreskeln (V.)
- Zärtlichkeiten mit einem Schaf austauschen. Siehe „Was sie schon immer über Sex wissen wollten.“
Karsten Fleischer
- Schalchen, das
- Ungenießbarer, harter/knuspriger Teil des Brötchens, der übrigbleibt, wenn man alles → Gebroth herausgepult hat.
Nadine
- Schalksmühle, die
- Das, wo die Spieler des FC Bayern jedes Mal durchmüssen, wenn sie zum Auswärtsspiel in der Gelsenkirchener Veltins-Arena antreten, auch verallgemeinert gebraucht für jede bevorstehende Angstbegegnung einer ansonsten siegesverwöhnten Mannschaft.
Wayne
- Schankweiler, der
- Lustiger Witz, den man in der Kneipe erzählt bekommt, den man aber am nächsten Tag wieder vergessen hat. S.a. → Floverich.
Karsten Fleischer
- scharfbillig (Adj.)
- Die Eigenschaft, die sogenannte Bordsteinschwalben nach Meinung ihrer
Klientel zu dem bezahlten Rendezvous mitbringen müssten.
Karsten Fleischer
- Schattin, die
- Weiblicher Kurschatten, der, um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden, in abendlichen Gesellschaften kurzerhand als Gattin vorgestellt wird.
Autor unbekannt
- scheeßel (Adj.)
- Beschreibt Farbe, Konsistenz und Aroma eines beliebigen Stückes Land, auf dem tagelang ein Open-Air-Festival stattgefunden hat.
Yannick Schneider
- Schefflenz, der
- Die Arbeit, die man sich weniger macht, wenn der direkte Vorgesetzte in Urlaub ist.
Karsten Fleischer
- Scheffsnoth, die
- Druckausgabe eines Liedes, die die ursprüngliche Komposition oder eine maßgebliche Aufnahme präzise wiedergibt. Scheffsnothen kursieren unter Musikern in Form von eselsohrigen Fotokopien - im regulären Handel sind hingegen nur → Klein Partwitze erhältlich.
Felix Hoffmann
- Scheibbs, der
- Langweiliges und wenig informatives Bonusmaterial auf DVDs und Blu-ray-Discs, mit dem man dennoch seine Zeit verschwendet, weil man ja dafür bezahlt hat.
Felix Hoffmann
- Scherenau, das
- Fahrmanöver im Stau: scharf links einschlagen, um die Länge und eventuell auch den Grund der Verkehrsstockung zu erkennen.
Felix Hoffmann
- scheyern (V.)
- Mit einem Stück Stoff oder dem Finger die Zähne putzen.
Sebastian
- Schierensee, der
- Das Kuddelmuddel, das entsteht, wenn einer in einer Gruppe Skilangläufer stolpert. S.a. → Zuggelrade
Yannick Schneider
- Schierke
- Ein Werkzeug, das so aussieht, als erfülle es zwei Funktionen (z.B. Beet umgraben und Rüben ernten), allerdings für beide gleichermaßen ungeeignet ist. S.a. → Undingen
Yannick Schneider
- Schierschnitz, der
- Ein Überbleibsel (der Ausrüstung) eines unter der Pistenraupe verünglückten Schifahrers.
Lünne Rich
- Schierschwende, die
- Ganz plötzliche, rettende Richtungsänderung, wenn man unerwartet jemanden in Laufrichtung sichtet, dem man besser gerade nicht begegnen möchte.
Andreas
- Schildschwaig, der
- Eine kleinliche und nebensächliche Zurechtweisung, durch die es einer Autoritätsperson gelingt, eine unerwünschte Diskussion im Keim zu ersticken. (Nach einer Szene aus der „Feuerzangenbowle“)
Felix Hoffmann
- schillipischken (V.)
- Nach plötzlich auftretendem Harndrang inmitten der Zubereitung eines Jalapeño-Salates unerwartet schmerzhaft urinieren.
Carsten
- Schivelbein, das
- Eine Bekleidungstechnik von Fahrradfahrern, bei der das als höherwertig empfundene Hosenbein hochgekrempelt wird und stattdessen die eigene Haut die Ölflecken aufnimmt. S.a. → Söcking
Felix Hoffmann
- Schlabitz, das
- Das Geräusch aneinander schleifender Hosenbeine.
Karsten Fleischer
- Schlaga, der
- Ballermann-Hit in zielgruppengerechter Orthografie.
- Schlageröd, das
- Saloppe Umschreibung für den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson.
Günter
- schlait (Adj.)
- Zu müde, um schlafen zu gehen.
Felix Hoffmann
- Schlamberg an der Laaber, der
- Die Politikerwortreste, die nach politischen Aschermittwochsveranstaltungen in den Hallen und Festzelten zusammengekehrt werden.
Günter
- Schlangenbad, das
- Wöchentliche Vormittags-Warmbadestunde in der städtischen Schwimmanstalt, bei der frustrierte, giftsprühende Hausfrauen in Trauben am Beckenrand hängen und über Ehemänner, Nachbarinnen und die dicke Wurstverkäuferin aus dem benachbarten Supermarkt lästern.
Wayne
- Schlanzschlitz, der
- Eine Krawatte, die schon jahrelang im Schrank hängt und zu schade ist zum Wegschmeißen, obwohl sie noch nie so richtig zu irgendeinem Hemd oder Anzug gepasst hat.
Christiane
- Schlappenreuth, das
- Stimmung einer Sportmannschaft nach einem wegen mangelnder Kondition verlorenen Spiel.
Ranunkel
- Schlatt unter Krähen, das
- Die Situation, in der man sich befindet, nachdem man sich endlich mal getraut hat, seine eigene Meinung zu sagen, aber dann feststellen muss, dass ausnahmslos alle anderen einer sehr viel radikaleren Meinung sind, die sie auch noch äußerst vehement zu vertreten wissen.
Karsten Fleischer
- Schlaube, die
- Eine Frage als Antwort auf eine E-Mail, die die Antwort bereits enthält. Löst beim Empfänger Ratlosigkeit aus.
- schlechtenwegen (V.)
- Aus schierer Unkenntnis und unberechtigter Besserwisserei überflüssige Korrekturen vornehmen, z.B. eklektisch → elektrisch, Mercedes bends → Mercedes Benz. Diese an sich fragwürdige Tätigkeit wird heute oft von Rechtschreibkorrekturprogrammen übernommen. Immerhin sind schlechtengewegte Texte aber häufig lustiger als das Ausgangsmaterial.
Felix Hoffmann
- Schleifreisen, die (Pl.)
- Urlaub auf preiswertestem Niveau, bei dem der Urlauber zwischen Galeeren, Steinbrüchen, Bergwerken und Goldminen wählen kann. Das tatsächliche Ziel wird jedoch vom Reiseveranstalter bestimmt.
Ku
- Schleiz, der
- Belag aus Atemwegssekreten, der beim Niesen im Auto auf Windschutzscheibe und Armaturenbrett entsteht. Geht of mit → Krampitz einher.
Felix Hoffmann
- Schlema, das
- Geplante Vorgehensweise, die annähernd feststeht, sich jedoch langsam,
aber sicher ins totale Gegenteil verkehrt.
Karsten Fleischer
- Schleptrup, der
- Bunt zusammengewürfelter Haufen von mindestens einem Dutzend Umzugshelfern, die voller Tatendrang, aber ohne Sinn, Verstand und vor allem Ziel, Möbel und Kisten tragen, um sich den Anteil beim → Haag am Hausruck redlich zu verdienen. Üblicherweise finden sich nachher die Kellerkisten im Bad wieder, die Küchenkisten auf dem Dachboden und die Einzelteile der Ikea-Schrankwand liegen über mindestens vier Räume verteilt.
Wayne
- Schleswig, der
- Filmreifes Missgeschick mit Lebensmitteln, das in Abwesenheit von Kameras im eigenen Haushalt geschieht. Der Verursacher wird infolgedessen nicht dafür bezahlt und muss obendrein die resultierende Sauerei selbst beseitigen.
Felix Hoffmann
- Schlingerweg, der
- Eine beliebter Abschnitt einer Nebenstraße, auf dem die Landbevölkerung ihre Fahrkünste erprobt. Endet leider häufig im → Schlitterberg.
Marko Kolm
- Schlitterberg, der
- Die traurigen Überreste eines Autos inklusive Fahrer, der seine Fahrkünste überschätzt hat. Oft der Endpunkt eines → Schlingerwegs.
Marko Kolm
- Schlodderdich (Interj.)
- Ein Ausruf, von dem man vorwiegend zu Gebrauch machen pflegt wenn man unbedingt zusammen mit anderen Leuten etwas Spannendes, Interesanntes, Lehreiches und Revulutionäres begehen will, dann aber andauernd Ausrufe wie „Und was ist, wenn der öffentliche Kloputzmeister kommt?“ oder „Und was ist, wenn meiner Mutter die abgeschraubte Toilette im Bücherregal auffällt?“ ertragen muss. Ein einziges Mal „Dann schlodder dich doch, du Schnöselfrötz!“ zu rufen kann schon im Zweifelsfalle bewirken, dass der gerade erst volljährige Freund/in am nächsten Morgen aus seinem Elternhaus ausziehen darf und bereits eine (wohl nicht sehr lohnende) Karierre in der öffentlichen Toilettenbehörde begonnen hat.
Felix Rolf
- schlödern (V.)
- Bezeichnet den vergeblichen Versuch, in der Stadt zu schlendern und irgendetwas zu kaufen. Setzt sich zusammen aus dem Dialog: „War in der Stadt.“ – „Wie war's?“ – „Öde!“ zu „War schlendern, öde!“, bis daraus wurde: „War schlödern.“
Philipp
- Schlossau, die
- Jemand, der aus Dusseligkeit sein Fahrrad an deinem mit ankettet.
Felix Hoffmann
- Schlott, das
- Das Geräusch der sich schließenden Wohnungstür, das einem schlagartig klar macht, dass man den Schlüssel drinnen hat liegen lassen. Gehört zusammen mit dem → Schralling in die Gruppe der situationsabhängigen Geräusche.
Karsten Fleischer
- schlüchtern (Adj.)
- Auf liebenswürdige Weise nach dem Erwachen (noch halb benommen) Menschen meidend.
Jakob auf Montage
- Schmachthagen, das
- Trost, den ein Nikotinsüchtiger in einem Bereich mit Rauchverbot durch Nuckeln an einer nicht entzündeten Zigarette sucht und findet.
Felix Hoffmann
- Schmalkalden, das
- Gefrierende weibliche Mimik beim Anhören frauenfeindlicher Witze.
Harald
- Schmarzmasser, der
- Nicht zum Nieser führender Niesreiz.
frei nach Michael
- schmiechen (V.)
- So schmecken, wie etwas anderes riecht. Wer sagt: „Xi Climax schmiecht wie Parfum“, vermeidet sowohl die spottende Frage, ob man Parfum trinke, als auch die Mühe eines langen Satzes.
- Schmiechen, das
- Ein vom Pappteller abgerissener Streifen als Hilfsmittel zum Greifen einer fettigen Bratwurst.
Felix Hoffmann
- Schmieritz, der
- Leserbriefschreiber, der eine andere Meinung vertritt, als ich sie in meinem letzten Leserbrief geäußert habe.
Ku
- Schmilka, die
- Die Schokoladenglasur des Armaturenbretts, die man vorfindet, wenn man bei 30° C im Schatten nach einigen Stunden in freudiger Erwartung eines kalorienreichen Snacks zum Parkplatz zurückkehrt.
Carsten
- Schmira, das
- Der geistige Unrat, den man von Ex-Geschäftpartnern per E-Mail zugesandt bekommt.
Karsten Fleischer
- Schmollensee, der
- → wassertrüdingen
Günter
- schmölln (V.)
- Stadium zwischen Zickenkrieg und danach wieder beste Freundin sein.
Autor unbekannt
- Schmorda, der
- Lehmanhaftung an den Schuhen, die sich als erstaunlich langlebig erweist, nachdem man beschlossen hat, sie nicht durch eine Bürste, sondern durch den normalen alltäglichen Abrieb z.B. am Arbeitsplatz loszuwerden.
Felix Hoffmann
- schmorren (V.)
- Beiläufiger, kommentarloser, aber scheinbar völlig selbstverständlicher Griff in die Keksdose oder die Bonbontüte auf dem Schreibtisch eines Arbeitskollegen.
Andreas
- Schnackenwerth, der
- Maß, anhand dessen Klatschbasen und Tratschtanten die Weitererzählungswürdigkeit eines Gerüchtes beurteilen.
Karsten Fleischer
- Schnarchenreuth, das
- Wagner-Festspiel-Ort, wenn gerade keine Wagner-Festspiele stattfinden.
Ku
- Schnellförtel, das
- Dieses Dilemma entsteht, wenn hinter dem eigenen Pkw ein Polizeiwagen fährt und man nicht sicher weiß, ob man sich gerade in einer Tempo-30-Zone befindet.
Felix Hoffmann
- Schnellmannskreuth, das
- Unbekanntes Gewürz, das zu allen Speisen passt und aus jeder faden Pampe im Handumdrehen ein sterneverdächtiges Geschmackserlebnis macht.
Wayne
- schneverdingen (V.)
- Während eines dringenden Toilettenganges das vergessen, was man eben noch unbedingt in eine hitzige Diskussion einwerfen wollte.
Karsten Fleischer
- schnürpflingen (V.)
- (schnürpflingen, schnürpflang, geschnürpflungen) So heftig die Nase hochziehen, dass in den Nebenhöhlen ein schmerzhafter Unterdruck entsteht.
„Kurt Wallander schnürpflang verächtlich und verzog das Gesicht.“ (nicht Henning Mankell)
Yannick Schneider
- Schnürzel, das
- Das Plastikreifchen, das am Ende von Schnürsenkeln dafür sorgt, dass sie nicht ausfransen.
LiGo
- Schöftenhub, der
- Die freiwillige Beteiligung einer unbekannten aber tatkräftigen Person,
den oder die vollkommen betrunkene/n Lebensabschnittsgefährten/-in bis
nach Hause in den dritten Stock oder höher zu tragen.
Karsten Fleischer
- Schöllkrippen, die (Pl.)
- Kleine Fische aus dem Kurischen Haff, die nahzu keine Gräten und fast keinen Eigengeschmack haben. Werden mit Schokoladenüberzug gegessen. S.a. → Raudischken
Hilmar
- Schöning, der
- Die meist männliche Person, die irgendwie alles besser kann und auch besser weiß. Der Schöning zeichnet sich durch permanentes Berichtigen, ständiges Lächeln und vorschnelles Duzen aus. Sonstige Merkmale sind der locker über die Schulter geworfene Pullover sowie das Attribut „Traum aller Schwiegermütter“. In seiner Umgebung verbreitet der Schöning leicht Hass- und Mordgedanken.
Autor unbekannt
- Schorbus, der
- Der Bus, auf den man lange und geduldig wartet, bis man bemerkt, dass er zu dieser Tages- oder Jahreszeit überhaupt nicht fährt.
Yannick Schneider
- schraden (V.)
- (schrädtst, schrädt, schrud, schrüde, geschraden) Auf der Stelle treten und den prinzipiell möglichen Erfolg verfehlen. Ein gemeinschaftliches Vorhaben schrädt, wenn die Teilnehmer unterschiedliche Vorstellungen und Prioritäten haben (vgl. The Commitments, Summer of '69).
Eine Doktorarbeit ist geschraden, wenn nach fünf Jahren alle auch nur annähernd relevanten Bücher zum Thema gelesen sind, aber noch keine einzige eigene Zeile geschrieben wurde.
Felix Hoffmann
- Schralling, das
- Das besonders laute und markkräuselnd schrille Klingeln, an dem man schon lange vor digitalen Telefonnetzen, Rufnummernübermittlung und Klingeltonzuweisung z.B. Schwiegermütter oder Onkel Dagobert erkennen konnte. Gehört zusammen mit dem → Schlott in die Gruppe der situationsabhängigen Geräusche.
- Schranawand, die
- Die hintere Wand eines Ikea-Schrankes, bestehend aus labberigem Sperrholz,
die spätestens nach dem dritten Umzug nicht mehr ihre Funktion erfüllen
mag, weswegen sie dann einfach weggelassen wird und man hinter den
aufgehangenen Kleidungsstücken die die Wand zierende Raufasertapete
erblicken kann. Da die Schranawand eine den meisten Leute nicht bewusste
statische Aufgabe erfüllt, bricht der Schrank nach etwa drei Monaten
einfach zusammen.
Karsten Fleischer
- Schraplau, das
- Wunde, die man sich zuzieht, wenn die ungeschützte Körperoberfläche mit hoher Geschwindigkeit über einen Kunststoff-Turnhallenboden gleitet, wobei sich die oberste Hautschicht in Form kleiner Röllchen von der darunter liegenden Hautschicht ablöst. Das relativ unblutige Spektakel wird von den Umstehenden generell als Bagatelle eingestuft, während der Betroffene beteuert, vor Schmerz auch Steilwände mühelos erklimmen zu können.
amarillo
- Schreckenmanklitz, das
- Gesichtsausdruck, der eine absolute unentschuldbare, unterirdische, grottenpeinliche Wissenslücke selbst bei Aufbietung aller Schauspielkunst entlarvt. Häufig in mündlichen Prüfungen zu beobachten.
Günter
- schreiern (V.)
- Anstelle eines Punktes grundsätzlich drei oder mehr Ausrufezeichen verwenden, um die Richtigkeit und Wichtigkeit der eigenen Aussage zu unterstreichen und der Begriffsstutzigkeit der Leser entgegenzuwirken. Diese gute Tradition wird vor allem von erfahrenen Benutzern elektronischer Medien gepflegt.
Felix Hoffmann
- Schrepperie, die
- Opahafte Coolschreibung eines ganz normalen Namens wie z.B. google statt Google oder WikiPedia statt Wikipedia.
- Schreufa, die
- Ein trockener, nicht wirklich ernsthafter Hautausschlag auf der Kniescheibe, der nächtens unvermittelt juckt oder nur dann weh tut, wenn man, nicht daran denkend, eine kniende Haltung bei Hausarbeiten einnimmt.
Angela
- Schrien, der
- Sehr hoher Ton (z.B. c''''), den nur wenige Sopranistinnen, dafür aber alle Kleinkinder auf der Welt produzieren können. Liegt leider noch im für Menschen hörbaren Bereich.
Felix Hoffmann
- Schrine, die
- Mechanisch verformte und dem Schimmel geweihte Frucht inmitten eines Gebindes Mandarinen. S.a. → Metschkau
Felix Hoffmann
- Schröding, das
- Politischer Coup, der heute beschlossen und morgen wieder aufgehoben wird.
Manuel Kunst
- schrödis (Adj.)
- Nur eine Person, die ihren Prinzipien immer hundertprozentig treu geblieben ist, kann von sich behaupten, ihr ganzes Leben wahrhaft schrödis gehandelt zu haben.
Marko Kolm
- Schrotzhofen, der
- Schottergrundstück an einer Straßenecke, auf dem ein windiger Gebrauchtwagenhändler seine Waren ausstellt.
Felix Hoffmann
- Schrum, der
- Messgröße zur Beurteilung von Cellospielern.
Ku
- Schruns, der
- Durch die Veränderung der Sonnenflecken (und in geringerem Maße auch durch Ernährungs- und materialtechnische Faktoren) verursachtes Zukleinwerden eines Lieblingskleidungsstücks.
Felix Hoffmann
- Schullwitz, der
- Ein Geistesblitz (Wortspiel, Romanidee, philosophische Einsicht...), auf den man mächtig stolz ist und sich allerhand überlegt, was man damit machen kann, bevor man durch Zufall entdeckt, dass dieselbe Idee bereits vor Jahren völlig unabhängig einen großen Denker ereilt hat, was einem dann Zornesfalten auf die Stirn zaubert. S.a. → Findlos, → Guttenberg
„Es ist schwer, etwas Neues zu erdichten, seit Aristophanes damit angefangen hat, meine Ideen zu stehlen.“ — Ephraim Kishon
„Wer sich ein Wortspiel ausdenkt und über die eigene Originalität freut, darf es nicht bei Google eingeben: Dann wird er enttäuscht feststellen, dass drei Leute vor ihm in irgendwelchen obskuren Web-Foren bereits den selben Einfall hatten.“ — Christian Heller
„Im Internet kann man auch gleich nachsehen, ob Wörter, die man sich gerade ausgedacht hat, zum Beispiel "Bruttowortschöpfung" oder "Ausdenklichkeit", tatsächlich neu sind (sie waren es zumindest am 30.4.2009) oder ob man soeben ein Wort nur coerfunden hat.“ — Kathrin Passig / Sascha Lobo
- Schwabbruck, der
- Welle, die einen menschlichen Körper im Anschluss an eine 180°-Drehung durchläuft, bevor alle Bestandteile des Körpers sich wieder in derselben Position zueinander befinden wie vor der Drehung. Die individuelle Dauer des Schwabbruck (tS) dient in der Ernährungswissenschaft als Alternative zur Körperfettwaage, wenn deren Messbereich überschritten wird, was in der Regel bei tS > 1 min. der Fall ist.
Farmer
- Schwaberow, der
- Inhaber des unbeliebtesten, weil am schlechtesten belüfteten Platzes einer Imbissbude.
Mike Zwionzek
- Schwamham, das
- Das unangenehme Gefühl, das man als Fahrer in einem fremden Auto auf den ersten Kilometern empfindet, weil Kupplung, Bremse und Gaspedal völlig anders reagieren als im eigenen Fahrzeug, Fahrgeräusch und Sitzposition unvertraut sind und die Hupe nirgends zu finden ist.
Felix Hoffmann
- Schwartau, die
- Die durch das Tragen einer → Houdeng verursachte, über dieser sich aufwallende Speckrolle.
Karsten Fleischer
- Schweicheln-Bermbeck, das
- Das leicht somnambule Gefühl, das sich beim Zuschauer einstellt, wenn Reinhold Beckmann eine Benefiz-Gala moderiert.
Günter
- Schweigen-Rechtenbach, der
- Wortschwallartige Rechtsbelehrung bei amerikanischen Verhaftungen.
Wayne
- Schweisweiler, die (Pl.)
- Durch billige Antitranspirationsprodukte hervorgerufene hartnäckige Flecken im Achselbereich von Lieblingskleidungsstücken, die auch durch mehrmaliges Waschen bei optimaler Mondphase inklusive mitternächtlicher Beschwörungsrituale nicht aus dem Gewebe entfernt werden können.
Marko Kolm
- Schwichtensee, der
- → wassertrüdingen
Günter
- Schwülper, der
- Dieser erste, dickflüssige, farblich undefinierbare Schwall, der aus einem verstopften Ausfluss kommt, nachdem man mehrmals mit der Saugglocke kräftig gepumpt hat.
Autor unbekannt
- Schwürz, das
- Das schwarze Zeug, welches in der Pfanne kleben bleibt und eigentlich die
Gewürzmischung darstellen sollte.
Karsten Fleischer
- Seegrehna, die
- Krankheit, die sowohl von Männern als auch Frauen bei einer ausgedehnten Seereise vorgetäuscht wird, um einem unerwünschtem Geschlechtsverkehr zu
entgehen.
Karsten Fleischer
- seffern (V.)
- Gleichzeitiges Salzen und Pfeffern. Hat Biolek erfunden – spart enorm Zeit, um sich um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern... wie z.B. den Wein probieren!
Autor unbekannt
- Seigneux, das
- Das, was man anstatt einer leserlichen Unterschrift auf dubiosen
Verträgen hinterlässt, um sich nachher rausreden zu können, dass man dies
nun wirklich nicht unterzeichnet hätte.
Karsten Fleischer
- Selber Vorwerk, das
- Laienhafter Reparaturversuch an einem technischen Gerät, der von außen nicht offensichtlich ist und daher der schließlich doch aufgesuchten Werkstatt oder einem Käufer verschwiegen werden kann.
Felix Hoffmann
- Selbig, der
- Die Person, die man meint, von der alle anderen auch wissen, wer gemeint ist, an deren Namen sich aber gerade keiner erinnern kann.
Manuel Kunst
- Selfkant, die
- Der äußerste Kompromiss bei Preis- und sonstigen Verhandlungen, auf den man sich gerade noch einzulassen gewillt und in der Lage sieht.
Felix Hoffmann
- selk (Adj.)
- Gegenteil von welk: Zustand einer Pflanze, nachdem man sie übermäßig gewässert hat.
Karsten Fleischer
- Selkentrop, der
- (Seemännischer Begriff) Teilnehmer eines Segelscheinkurses, der fast nie zu den praktischen Unterrichtsstunden erschienen ist, dann am Prüfungstag in maßloser Selbstüberschätzung die Laser-Jolle schon beim Betreten derselben zum Kentern bringt und triefnass aus dem Hafenbecken gefischt wird.
Anmerkung des Autors: Diese seltene Charakterbeschreibung trifft in erster Linie auf mich selbst zu.
Carsten
- Semriach, der
- Das Gefühl zwischen Gefallen und Ekel, das aufkommt, wenn man etwas riecht, das man eigentlich nicht riechen sollte, z.B. den eigenen Pfurz.
Tom
- Seppl im Holz, der
- Was die Münchner Polizei Ende September aus sämtlichen → Knüllwäldern der Stadt ziehen darf.
Yannick Schneider
- Serba-Trotz, der
- Grundhaltung einiger Vertreter eines Balkanvolkes, die heute noch wegen der Niederlage auf dem Amselfeld 1389 sauer sind und ihrem seither verlorenen Königreich heftig nachtrauern.
Günter
- Siebenknie, der
- Ein Mensch, der anscheinend die ganze Woche in gebückter Haltung kniend
arbeiten kann, ohne irgendwelche körperlichen Beschwerden davonzutragen.
Eine moderne Form des Sklaven, arbeitet häufig auch regierungsverordnet
für einen Euro pro Stunde.
Karsten Fleischer
- Siedenbollentin, der
- Urologischer Patient, der das zu heiße Baden nicht lassen konnte.
Carsten
- siegen (Adj.)
- Wenn unabhängig von der Jahreszeit rund um die Uhr eine graue Wolkendecke den Himmel bedeckt und es eigentlich immer nasskalt ist, spricht man von siegener Witterung.
Michael Haupt
- sievershütten (V.)
- Etwas bei dem Versuch, festzustellen, auf welcher Seite es geöffnet ist, ausschütten.
- siffkofen (V.)
- Auf dem Flohmarkt ein vollkommen verdrecktes Teil für wenig Geld erwerben, in der Meinung, es handele sich um einen Teil des Schatzes der Nibelungen. Das Stück entpuppt sich nach Säuberung als genau so ein Eierbecher, wie man schon fünf von der Oma ererbt hat.
Karsten Fleischer
- sigmaringen (V.)
- Sigma ist der letzte Teil des Dickdarms. Sigmaringen ist das, was man tut, wenn man z.B. in einem leisen Raum mit vielen Menschen ein peinliches Geräusch zurückhalten möchte...
Martin R.
- Silandro, der
- Ein der Unterschicht zugehöriger Mann, dessen Kleidung aussieht wie die von Mafia-Gangstern in Filmen aus den 1950er Jahren und gleichzeitig nach Zigaretten und Weichspüler riecht.
Marko Kolm
- Silenen, die (Pl.)
- Die Geräusche emsigen Kramens und hörbaren Inspizierens der Struktur des Bodenbelages, die das Schweigen auf die Frage „Gibt es Freiwillige für das nächste Rollenspiel?“ begleiten.
Marko Kolm und Kilian Evang
- Silz, das
- Gewürzmischung, deren Zusammensetzung man vollkommen vergessen hat. Optisch und geschmacklich nicht genau zu identifizieren, aber irgendwie lecker und zu allem passend.
Karsten Fleischer
- Simmelbuch, das
- Ein stark reduziertes Mängelexemplar, dessen einziger Mangel der Stempel „Mängelexemplar“ ist.
- sinich (Adj.)
- Eigenschaft von Maßnahmen des oberen Managements, von denen alle außer dem oberen Management wissen, dass sie das genaue Gegenteil dessen bewirken werden, was eigentlich bezweckt wird.
Marko Kolm
- Skäßchen, das
- Kleine Schummelei, die man sich beim Skatspiel erlaubt, bei der man aber sofort ertappt wird.
Karsten Fleischer
- Skotschau, das
- Das unnatürliche, aber irgendwie angenehme Aroma, das bestimmte Klebestreifen und neue Mobiltelefone verströmen.
Felix Hoffmann
- Söcking, das
- Eine Bekleidungstechnik von Fahrradfahrern, bei der das als höherwertig empfundene Hosenbein zum Schutz vor Ölflecken in die rechte Socke gestopft wird. S.a. → Darbein
Felix Hoffmann
- Soculahora, die
- Gefühl ungerichteter Dankbarkeit für etwas Gutes, das einem in Form der Verhältnisse, in die man hineingeboren wurde, oder einfach im Leben widerfährt. Tritt bei Atheisten in Ermangelung eines göttlichen Dankbarkeitsobjektes auf.
- sodehnen (V.)
- Die Zeit zwischen dem Ende des Referentenvortrags und dem Beginn der Kaffeepause mit hirnrissigen Fragen überbrücken. Oftmals Tätigkeit eines oder mehrerer vom Chef mit einer Sonderprämie überredeter Mitarbeiter.
Carsten
- Söding, der
- Der Teil einer Rohrverstopfung, dessen Herkunft nicht durch die bestimmungsgemäße Verwendung des Waschbereichs zu erklären ist.
Tom
- sögeln (V.)
- Sich bei einem herbstlichen Spaziergang von den Windböen durch die Gegend treiben lassen.
Karsten Fleischer
- Solikante, der
- Die tänzerische Bewegung, mit der man aus → Ehlenz versucht, unauffällig den Ehering zu entfernen, während man sich auf einer Ü30-Party im Gespräch mit einem unerwartet attraktiven Gegenüber befindet.
Carsten
- söllingen (V.)
- (sollung, sollünge, sollungen) Ultimatives Herunterholen von Flugzeugen zum endgültigen Abstellen in Museen (vgl. Concorde).
Manuel Kunst
- Sömmerda, der
- Fröhlich-unbekümmerter Begrüßungsausruf der lieben Verwandten aus dem Osten, der dem zwecks Besuchs heimgesuchten Wessi einen Vorgeschmack auf das Grauen der nächsten Tage liefert, während derer er diesen Dialekt ertragen muss.
Günter
- Sommersried, der
- Jemand, der sich zwar offiziell Redakteur nennt, dessen Aufgabe es jedoch ist, sich Teenager-Sex-Kümmer und „populäre Mythen“ wie „Wenn du einen Kerl geil machst und nicht mit ihm schläfst, platzen ihm die Hoden“ auszudenken, damit die anderen Mitglieder der Redaktion etwas haben, um auflagensteigernd damit aufzuräumen.
- Sonnborn, der
- Beunruhigender neuer Leberfleck nach einem intensiven Strandurlaub.
- Sorno, der
- Ein Porno, der überwiegend von der sexuellen Praxis des → Pettseifens lebt und der – darauf aufbauend – von Seifenreklame unterbrochen wird. Aus dieser traditionellen Mischung von Schleichwerbung und Werbespots erklärt sich auch der Name, der kurz für soap porno steht. Die ersten Sornos kamen in den zwanziger Jahren als Hörspiele im Radio auf, traten 1940 ihren Siegeszug im Fernsehen an und richteten sich vornehmlich an Hausfrauen, daher die Seifenreklame. Über diese Zielgruppe hinaus wurde der Sorno und übrigens auch das Pettseifen erst 1972 gesellschaftsfähig, als jener durch den mega-erfolgreichen Gattungsvertreter Deep Back den Sprung auf die Leinwand schaffte. Darin sucht die junge Lisa (Lisa Lurkleather) den Rat des äußerst schrägen Dr. Oldman (Hank Reed), weil sie aufgrund einer besonderen anatomischen Disposition eine bestimmte Stelle in der Mitte ihres Rückens beim Duschen trotz größter Verrenkungen nicht einseifen kann. Dr. Oldman findet die einzige Lösung: Jemand anders muss das Einseifen für Lisa übernehmen. Lisa sucht daraufhin im Partnerduschen Sauberkeit und Erfüllung, die sie auch tatsächlich findet...
- Spangdahlem, der
- Ein etwa 0,5 cm breiter Plastik- oder Papierstreifen, der durch zwei eingelassene dünne Drähte gestützt wird und zum Verschließen von Schwarzbrottüten etc. dient.
- Spannberg, der
- Teil des Fußes, der aus etwas zu engen Schuhen nach oben hinauszuquillt.
Felix Hoffmann
- Spannharrenstätte, die
- Situation, die einen zum → Baldingen zwingt. Das kann eine Begegnung mit einem alten Freund sein, den man Jahrzehnte nicht gesehen hat, ein Gespräch, was einem von einer netten jungen Dame eines Tierschutzvereins aufgezwungen wird, oder eine Polizeirazzia, in die man versehentlich hineingerät.
Karsten Fleischer
- Spasche, die
- Eine automatische Tür, deren Sensoren dank neuester Technik nicht nur Personen registrieren, wenn sie in der Türe stehen, sondern im Umkreis von zwei Metern. Sie werden beispielsweise von der Düsseldorfer Rheinbahn in ihren repräsentativen „Silberpfeilen“ eingesetzt und verhindern dort zu Stoßzeiten zuverlässig das Schließen der Türen. Der Gewinn an Lebensqualität für Fahrgäste, die um die freie Türöffnung herumstehen, besteht v. a. darin, sich vom Bahnfahrer über Lautsprecher wütend anbrüllen zu lassen, man möge bitte „aus der Türe gehen!!!“.
- Spas-Demensk, der
- Eigenartige, nicht für jeden nachvollziehbare Ausprägung des zeitgenössischen Comedy-Genres. Findet dennoch Publikum, allerdings nur breites.
Günter
- Spechbach, der
- Das schmutzige Rinnsal, das sich vor der Küchenspüle bildet, wenn einem das Spülgut aus den Händen rutscht und wieder ins Becken fällt, sodass dieses überschwappt. Der Spechbach wird dann von umherlaufenden Personen, Kindern und Haustieren in der ganzen Küche verteilt.
Karsten Fleischer
- Spiegelau, das
- Spiegelei, das beim Wenden in der Pfanne kaputt gegangen ist und nun als undefinierbare Eiermasse auf dem Teller landet.
Wayne
- Spielberg bei Knittelfeld, der
- Angehender Starregisseur, der seit Jahrzehnten an seinem Erstlingswerk herumbastelt.
Karsten Fleischer
- Spiller, der
- Papierner Brauereiwerbeträger von sehr geringer Saugkraft, der als Tropfenfänger um den Stiel von Pilstulpen gelegt wird.
Felix Hoffmann
- spirzen (V.)
- Kunstwort aus spicken und bezirzen, das die Tätigkeit beschreibt, mit der äußerst leichtgeschürzte und tiefe Einblicke gewährende Teenagerinnen in der Schule ihre männlichen Sitznachbarn dazu aufreizen, ihrerseits durch Gewährung von Einblicken in ihre Arbeiten zu besseren Noten in Klassenarbeiten zu verhelfen und bei männlichen Lehrern wegen hormonell bedingter Blindheit, bei weiblichen wegen Kopfschütteln oder beschämtem Augensenken verstärkte Neigung zum Übersehen dieser Tätigkeit hervorzubringen in der Lage sind.
Manuel Kunst
- Springstille, die
- Der bei allen Sprungwettbewerben (Dreisprung, Weitsprung, (Stab-, Stand-)Hochsprung etc.) zwischen Absprung und Landung des Sportlers auftretende Moment höchster Spannung und Konzentration bei den Zuschauern, während dessen diese oft den Atem anhalten. Die während der Springstille herrschende Anspannung entlädt sich sofort nach der Landung in der Regel in begeistertem Jubel oder enttäuschtem Murren.
katakura
- Sprockhövel, der
- Sahneklecks, der an Kinderfingern hängenbleibt, wenn diese mit den Fingern von Torten naschen.
Shane
- Sproitz, die
- Halbflüssiger Rest von Fluginsekten, der sich während sommerlicher Autofahrten auf der Windschutzscheibe sammelt.
Autor unbekannt
- staben (V.)
- Am Ende von (Roll-) Treppen, vor Drehtüren oder an anderen Durchgangsorten stehen bleiben (bevorzugt in Gruppen) und den Weg versperren.
Marcus W.
- Stainz, das
- Beim Auftreffen eines geworfenen Steines auf eine Wasseroberfläche entstehendes Geräusch
Autor unbekannt
- stallupönen (V.)
- Affektiertes Naserümpfen und Würgen von Promis, die für ein Reality-TV-Format vermeintlich unterhaltsame Landarbeit auf einem Bauernhof durchführen. S.a. → Unter-Prommenhof
Carsten
- Starsiedel, der
- Jemand, der sich mit dem Kauf einer abbruchreifen Finca auf Mallorca haushoch verschuldet, nur um in der unmittelbaren Nachbarschaft eines ergrauten Ex-Schlagerkönigs zu wohnen.
Wayne
- starzeln (V.)
- Die Bewegung, wenn ein Inline-Skater plötzlich und unverhofft von glattem Asphalt auf eine Schotterstraße gerät.
Christiane
- staufen (V.)
- Im Stauraum (z.B. im Flugzeuggepäckfach) die Sachen hin- und herschieben und -drehen, um noch einen Platz für die eigene Aktentasche zu gewinnen.
Karsten Fleischer
- Steinefrenz, der
- Im Tunnel- und Bergbau eingesetzte „Monstermaschine“, die sich durch massive Felswände frisst, wobei hinten nur Kieselsteine herauskommen.
Johann
- steinen (V.)
- In einen Steinobstkuchen nach dem Zufügen des entsteinten Obstes (z.B. Kirschen, Zwetschgen) ein bis zwei Steine wieder zufügen, um dem gesundheitsreformgeschädigten Zahnarztgewerbe zu mehr Zuspruch zu verhelfen. S.a. → Kierspe.
Manuel Kunst
- Steinforth, das
- Apostolisches Herumnörgeln von Vertretern des Mainstreams am Verhalten von Außenseitern zum Zwecke der Kompensation berechtigter, gleichwohl unterbewusster Gefühle moralischer Unterlegenheit.
- Steinlausitz an der Mulde, der
- Letztes Rückzugsgebiet der Steinlaus (Petrophaga lorioti), die neuerdings beunruhigenderweise am Drei-Schluchten-Staudamm in der VR China eine Symbiose mit dem → Offenbach-Bieber eingegangen ist.
Carsten
- Sterbfritz, der
- Schauspieler, der immer nur die Rollen bekommt, die drei Minuten nach Beginn des Filmes bereits tot sind.
Karsten Fleischer
- Stetten am kalten Markt, die (Pl.)
- Traditionsreiche Produktions- und Verkaufsstandorte, die aufgrund stark gesunkener Umsätze aufgegeben werden müssen.
Felix Hoffmann
- steubeln (V.)
- Etliche, teils widersprüchliche Gedanken im Kopf haben und diese annähernd gleichzeitig aussprechen, jeweils getrennt durch „äh“-Kaskaden.
Günter Gans
- steuben (V.)
- Oberflächliches Reinigen eines Bretts im Kellerregal.
MaPa
- Stierhütte, die
- Kosmetisch verbrämter Ausdruck für Peep-Show-Abteile, in die sich Ohnehufer zwecks Stierens begeben.
Manuel Kunst
- Stixe, die (Pl.)
- Kleine Kratzer, die im Laufe der Zeit rund um Türschlösser entstehen.
Mike Zwionzek
- stöcken (V.)
- Dem Nordic Walking frönen.
Yannick Schneider
- Stöckendrebber, der
- Anführer einer Gruppe von → stöckenden Menschen.
Yannick Schneider
- Stölpchen, das
- 1. Ein im Vergleich zum Toll-Collect-Skandal lässlicher Lapsus, vernachlässigbarer Fauxpas oder marginaler Murks des Bundesverkehrsministers. Beispiel: Manfred Stolpes Vorhaben, eine Maut für Sportboote einzuführen.
2. (Klopapiermütze) siehe Fußnote
Günter
- Stolpe, die
- Fachausdruck für das gemeinhin als „Lufthuckel“ bezeichnete Phänomen, das einen auf völlig ebenem Boden ebenso unvermittelt wie grundlos stolpern lässt.
katakura
- Storkau, die
- (Oft virtueller) Treffpunkt für → Storkows.
katakura
- Storkow, der
- Dem Blödeln zugeneigter Sprachliebhaber.
katakura
- Störnstein, der
- 1. Größerer Bestandteil eines → Sandhofens.
2. allgemein: siehe Fußnote
Karsten Fleischer
- Störy, der
- Schwyzerdütsch für „kleiner Bruder“.
Carsten
- stralsund (Adj.)
- Selbstsicher vor Gesundheit und Unangreifbarkeit strahlend. „Ackermann blickte stralsund in die Kamera.“
Rostock Schwerin
- streumen (V.)
- Eine wichtige Sache geistig erledigen und abhaken, um später überrascht festzustellen, dass man sie in der realen Welt verpennt hat.
Felix Hoffmann
- striege (Adj.)
- Beschreibt den erleichterten Zustand nach einer gründlichen Blasen- oder Darmentleerung.
Felix Hoffmann
- strompedalen (V.)
- An einem hellen Sommertag mit angelegtem Dynamo radfahren.
Harald
- Strotzbüsch, die
- Ursprünglich nicht bei uns heimische Pflanzen, die bemerkenswert geschwind und hartnäckig alles andere überwuchern und unterwurzeln.
Günter
- Strullendorf, das
- Ansammlung von Dixi-Klos auf Festivals.
Harald
- Struth, der
- Der Gegenstand, der das Öffnen einer zu vollen Schublade verhindert. Nur eine lange und mühsame Struthsuche hilft.
- stubbern (V.)
- (von Flüssigkeiten) In platschenden, spritzenden Schwällen konvulsiv aus der engen Öffnung einer Kartonverpackung „fließen“. Bezeichnet im übertragenen Sinne die schon ganz ordentliche, aber noch nicht sichere Beherrschung einer Fremdsprache. „Ich spreche Englisch fließend und Französisch stubbernd.“
- Stücklmühle, die
- Eine Kulturtechnik, die sich entwickelt, wo breiten Bevölkerungsteilen der Zugang zu akademischer oder journalistischer Arbeit eröffnet wird. Sie ermöglicht sprachlichen Einheiten aus verschiedenen Quellen die Überführung in eine neue Aneinanderreihung von Sätzen, Text genannt, ohne zwischendurch einem Prozess des Denkens oder Verstehens ausgesetzt zu sein. Bei der Textorganisation verfolgt die Stücklmühle einen zumeist linearen Ansatz; sie endet, sobald die bestellte Zeichenzahl erreicht ist.
- Stücklschneid, die
- Wiederholtes Halbieren des Anstandsstücks, wobei jeweils die andere Hälfte als neues Anstandsstück zurückbleibt, bis sie nicht mehr von einem Krümel zu unterscheiden ist.
- Stuhlseiffen, das
- Euphemistischer Sammelbegriff für allerlei kurzweilige Mobbingaktionen, bis hin zum Anschlag mit Salpetersäure.
Felix Hoffmann
- Stürzelbronn, der
- Die Menge an Flüssigkeit, die beim zu hastigen Trinken aus dem Mundwinkel
auf die Kleidung rinnt.
Karsten Fleischer
- Stutensee, der
- Aufführung eines berühmten Tschaikowsky-Balletts mit viel zu dicken Tänzerinnen.
Wayne
- Stuvenborn, das
- Bezeichnung für ein Neugeborenes, das in eine Babyklappe abgegeben wurde.
Autor unbekannt
- Styrum, das
- Ein vom Hersteller kostspieliger Hightech-Geräte im aufgeschäumten Umverpackungsmaterial unauffindbar verborgenes Geheimfach, das so kostbare und zum Betrieb des Gerätes unabdingbare Schätze wie Treibersoftware, CD-ROM, Ersatzakku oder auch so etwas Unerhörtes wie einen Cinch-USB-Adapter enthält. Von der Existenz eines Styrums erfährt man üblicherweise in einem dreistündigen Telefongespräch mit der 0900-Kundenhotline, just einen Tag, nachdem die Müllabfuhr den vermeintlich leeren Gerätekarton abgeholt hat.
Carsten
- Suchelei, die
- Eine Information, die man seit Jahrzehnten unbedingt haben wollte, die aber erst durch Google ohne langwierige Recherchen in staubigen Bibliotheken verfügbar geworden ist – und sich nun als völig belanglos erweist.
Felix Hoffmann
- süchteln (V.)
- Kokettierendes Herabspielen einer Abhängigkeitsproblematik: „Ich trinke sonst nur abends eine Kleinigkeit, ach, was soll’s!“
Carsten
- Sulzburg, die
- Stehpult, hinter dem Politiker/innen mit vielen Worten keine klaren Aussagen treffen und vor geworfenen Früchten der Natur und kalkumhüllten Hühnerprodukten Zuflucht suchen.
Manuel Kunst
- Sülzdorf, das
- Studentische Bezeichnung für den Bereich der Universität, in dem sich die Hörsäle befinden.
Stollentroll
- Sulzdorf an der Lederhecke, das
- Örtlichkeit, an der man erste sprachliche Kontakte zur lokalen Sado-Maso-Szene zwecks Integration in diese aufnimmt.
Karsten Fleischer
- Sulzemoos, das
- Alte Geschichten und schwache Witze mit Bart, die einer Gesprächsrunde längst bekannt sind, vom Erzähler aber unverdrossen weiter angebracht werden, was alle anderen nervt.
Günter
- Suppingen, das
- Übelriechender Cocktail, der unten aus einem Altglascontainer austritt.
Felix Hoffmann
- Sustrum, das
- Kugelförmiges Plüschobjekt, dessen überproportional große Plastikaugen mit beweglichen Pupillen ausgestattet sind. Wird von Verwaltungsangestellten zumeist weiblichen Geschlechts an Computermonitoren befestigt, um deren technischer Kälte eine menschliche Note entgegenzusetzen. Zu diesem Zweck ist das Sustrum mit einem von der Nasa entwickelten Klebestreifen versehen, dessen geheime Zusammensetzung eine rückstandsfreie Entfernung unmöglich macht. Zumeist ist das Sustrum mit einer Stofffahne ausgestattet, auf der kurze, unfassbar banale Sinnsprüche aufgedruckt sind. S.a. → Süsel.
Farmer
- Sythen, der
- Himmelsrichtung, die auf der Landkarte immer unten ist, egal, wie falschrum man diese auch hält.
Karsten Fleischer
- Tabarz, das
- Gelbliche Ablagerung aus Kondensat, die Fingernägeln und ehemals grauen Bärten von selbstdrehenden Kettenrauchern ihre typische Farbgebung verleiht.
Carsten
- Tacherting, das
- Der Gegenstand, der umfällt, dröhnt, scheppert, auseinanderfällt, alles in seiner Umgebung mit sich reißt, poltert und nach einer halben Minute immer noch dabei ist, einen Höllenlärm zu machen, wenn man nachts zum Klo muss und das Licht nicht angemacht hat, um die Augen nicht unnötig zu belasten. S.a. → Taching.
- Taching, das
- Der Gegenstand, an dem man sich den kleinen Zeh empfindlich stößt, wenn man nachts zum Klo muss und das Licht nicht angemacht hat, um die Augen nicht unnötig zu belasten. S.a. → Tacherting.
Karsten Fleischer
- Taipeh, der
- Überaus peinlicher Schreib- oder Denkfehler, den man im soeben abgesetzten Forenbeitrag findet und der jetzt bis zum jüngsten Tag im Netz abzurufen sein wird.
Felix Hoffmann
- Talge, die
- Weißliche Ablagerung, die sich bei geeignetem Hauttyp des Musikers an der Kinnstütze von Geigen und Bratschen bildet. Wurde früher gesammelt und zu preiswerten Kerzen für Notenpulte verarbeitet.
Felix Hoffmann
- tamm (Adj.)
- Tamm ist jemandem zumute, dem das Lernen – etwa eines Sportes oder Musikinstrumentes – gerade leicht von der Hand geht, der jedoch das unbestimmte Gefühl hat, sich gerade einen grässlichen Fehler anzugewöhnen, den man nie wieder loswird.
- tangeln (V.)
- Versuch, in einer voll besetzten Disco mit zwei Tabletts (beladen mit vollen Getränkegläsern) sich zwischen den tanzenden Gästen durchzuwinden und am anderen Ende der Tanzfläche mit vollen Gläsern durchzukommen.
Autor unbekannt
- Tankenischken, das
- Die Position an der Zapfsäule, an der die Überwachungskamera keinen Einblick auf das Nummernschild hat.
Carsten
- Tannenriegel, der
- Eine der drei Schrauben, die man beim gemeinen Christbaumständer anziehen
muss, um den Weihnachtsbaum zu arretieren. Meist werden ein oder zwei
Tannenriegel zu stark angezogen, sodass der Baum eine Neigung von ca. 10°
aufweist.
Karsten Fleischer
- Tanzfleck, der
- Die 20x20 Quadratzentimeter, die einem in einer Disco von den Mittänzern
zugestanden werden, die einem bei Überschreiten dieser definierten Grenzen
direkt einen auf die Omme hauen wollen.
Karsten Fleischer
- Tarnefitz, der
- Mittdreißiger, der ungeachtet der Trendentwicklungen in den letzten zehn Jahren den Military-Look immer noch für unheimlich stylish und hip hält. Vgl. → Görlitz.
Carsten
- Täsch bei Zermatt, die
- Behältnis aus roter Polypropylenfolie, in dem ein Lieferschein außen am Paket angebracht wird. Eine gewalt- und zerstörungsfreie Öffnungsmethode ist nicht vorgesehen. Vgl. → Hinterriss
Felix Hoffmann
- Taschenmais, der
- Popcornreste, die man in einer Jackentasche vorfindet, in die man seit der
letzten Kirmes nicht mehr gegriffen hat.
Karsten Fleischer
- Tassau, die
- Jemand, der benutzte Kaffeebecher herumstehen lässt, damit die Heinzelmännchen sich nächtens ihrer annehmen.
Felix Hoffmann
- Tauer, der
- Mitarbeiter einer Catering-Firma, der Tiefkühlprodukte für die Weiterverarbeitung vorbereitet. In Hafenstädten bezeichnet der Begriff auch das jüngste Mitglied einer Hafenmeisterei, das dafür verantwortlich ist, einlaufende Schiffe am Kai festzubinden.
Stollentroll
- Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu, das
- Sammelbegriff für die Antworten, die man der Zahnärztin gibt, die einem gerade sämtliche zur Verfügung stehenden Finger und Werkzeuge in den Mund steckt und dabei unablässig Fragen stellt.
Yannick Schneider
- Teichwolframsdorf, das
- Neubausiedlung, deren durch öffentliche Gelder für Feuchtbiotope bezuschussten, dekorativ illuminierten Gartenanlagen auch in der Nachtversion von Google-Earth schnell zu lokalisieren sind.
Carsten
- Tentschel, das
- Das Pendel, das in Flipperautomaten für den „Tilt“ verantworlich ist.
Karsten Fleischer
- Theesen, der
- Unbewußt erstellte und meist amorphe Zeichnung, die bei Telefonaten, anderen Gesprächen etc. auf Schreibtischunterlagen u.ä. gekritzelt werden. Besonders häufig treten dabei die Spiral-Theesen, Haus-Theesen und Kreuzstrich-Theesen auf. Die tiefere Analyse dieser Theesen ist Gegenstand vieler Thesen.
Autor unbekannt
- Theeßen, der
- Der bezaubernde Duft, der einem jener Papierchen anhaftet, in die Teebeutel verpackt werden.
Yannick Schneider
- Thumby, das
- Sehr klein geratenes Mobiltelefon.
Karsten Fleischer
- Thumirnicht-Möseln, das
- Begriff aus den Apokryphen einer frühen Freud’schen Abhandlung; beschreibt die diffuse Urangst als Triebfeder des reziproken Ödipuskomplexes vom Vater zur Tochter.
Carsten
- Thüste, die
- Die Taste, die man fälschlicherweise immer wieder auf der Laptoptastatur
erwischt und mit der man die wunderlichsten Sonderzeichen produzieren
sowie unbekannte Funktionen des Betriebssystems auslösen kann. Sollte man
allerdings diese Sonderzeichen und -funktionen benötigen, ist die Thüste
verschwunden.
Karsten Fleischer
- tiefgraben (V.)
- Jemanden, der durch gespielte Bescheidenheit um Komplimente fischt, beim Wort nehmen und dadurch auflaufen lassen.
„Ich habe eine Kleinigkeit gekocht, nichts Besonderes natürlich.“ – „Das macht nichts, dann gehen wir nachher noch zu McDonald’s!“
Felix Hoffmann
- Tirana/o, die/der
- Ein Kind, das seine (Groß-) Eltern völlig um den Finger gewickelt hat, indem es durch auffällig wohldosierte Wutausbrüche, Weinkrämpfe und im richtigen Moment eingesetzte zuckersüße Blicke sämtliche Wünsche erfüllt bekommt. Diese Strategie ist für alle Beteiligten bis auf die jeweiligen (Groß-) Eltern sehr leicht zu durchschauen und entsprechend nervend, was dazu führt, dass die soziale Isolation der (Groß-) proportional zum wachsenden Spielzeugberg im Kinderzimmer zunimmt.
Marko Kolm
- tittenkofen (V.)
- Zum Schönheitschirurgen gehen.
Karsten Fleischer
- Titting, das
- Zweite Phase des → Petting. Geht meist nahtlos ins → Hinteraichhalden über.
Stollentroll
- Titz, der
- Der stylishe kleine Designer-Blutfleck, den der Held eines Action-Films ab einem bestimmten Zeitpunkt wie einen Modeschmuck und Markenzeichen im Gesicht trägt. Einer der coolsten ist Christian Bales Mundwinkeltitz in Equilibrium.
- Titz-Jackerath, das
- Beliebter Zeitvertreib männlicher Teenager – reihum die Oberweite der (vollständig bekleideten) Mitschülerinnen schätzen. Wer am nächsten dranliegt, gewinnt. Worin der Preis besteht, ist allerdings nicht bekannt. Er wurde noch nie vergeben, weil sich keiner der Teilnehmer traut, zwecks Auflösung bei dem betreffenden Mädchen nachzufragen...
Wayne
- Tobruk, der
- Der Augenblick am Ende eines Wutanfalls, wenn einem schlagartig bewusst wird, dass die Folgen des Anfalls schwerwiegender sein werden als sein Auslöser. Beispielsweise, weil sich die soeben in blindem Zorn an der Wand zertepperte Vase als Urgroßtante Minas Erbstück aus der Ming-Dynastie entpuppt.
Marko Kolm
- Todin, die
- Alice Schwarzers Ende.
Yannick Schneider
- Todtmoos, das
- Fusseln zwischen den Zehen, die in der Farbe der zuletzt getragenen Socken gehalten sind.
Bernd Hagel
- Todtmoos-Weg, der
Ein Trampelpfad, der gegenüber der offiziellen, befestigten Trasse eine geringfügige Abkürzung darstellt und zunächst noch durch einen kleinen Zaun versperrt wird. Hier wächst schon bald kein Gras und auch sonst nichts mehr, daher resignieren die Verantwortlichen nach einigen Jahren und verlegen Pflastersteine.
Todtmoos-Wege auf Google Earth u.Ä.: Bielefeld, Paderborn.
Felix Hoffmann
- toffen (V.)
- Eine Tätigkeit ausüben, welche einem grundsätzlich widerstrebt. Z.B. Steuern zahlen etc.
Ade
- Tollensewinkel, der
- Platz auf der Burg für den Hofnarren. Dieser hatte sich, durch ständigen Aufenthalt im Tollensewinkel, Späße und Kapriolen zur Vertreibung der Feinde auszudenken.
Claudia
- Tollet, die
- Umgangssprachlich für alle Gefäße und Örtlichkeiten, in oder an denen man sein Geschäft verrichten kann (sehr weit gefasst).
Karsten Fleischer
- töppeln (V.)
- Nervöses, aber kontrolliertes Zittern mit dem Bein, mit dem man andere am Tisch sitzende Personen langsam zum Wahnsinn treiben kann. Besondern beliebt bei nervösen Töpplern ist das Töppeln gegen das Tischbein, wodurch das Möbel in eine überaus nervige Vibration versetzt wird. Auf praktizierende Töppler wirkt mehrere Minuten andauerndes Töppeln ausgesprochen beruhigend, wobei der Grad der Gereiztheit bei den Anwesenden im umgekehrten Verhältnis ansteigt.
Andreas
- Torgelow, der
- Gehweise, nachdem man wirglich gesoffen hat.
Ku
- tötensen (Interj.)
- Standardausruf amerikanischer Präsidenten oder Gouverneure nach dem Lesen eines von ca. 20 Millionen Bürgern unterschriebenen Gnadengesuchs.
Wayne
- Trabelsdorf, das
- Vermeintlich idyllische Landgemeinde mit einem hohen Bevölkerungsanteil an Schwerverbrechern.
MaPa
- traisen (V.)
- Mit Glas in der einen und Kippe in der anderen Hand mehr oder weniger cool an einem allseits beliebten Raumteiler herumstehen und darauf achten, ob man wahrgenommen wird.
Sigi T.
- Trappenkamp, das
- Günstiger Zeltplatz, bei dem sich Wasser- und Stromanschlüsse sowie die sanitären Einrichtungen als äußerlich perfekte Imitate ohne Funktion erweisen.
Carsten
- Trasching, das
- Sich zu Karneval oder sonstigen Anlässen mit den Klamotten bekleiden, die
man in der hinterletzen Ecke seines Kleiderschrankes vorfindet oder die
man für eben diesen Zweck in einer besonderen Ecke des Kleiderschrankes
verwahrt hatte. Männer, die nur zu besagten Anlässen in Frauenfummel
ausgehen, haben häufig eine sehr große Trasching-Kleidersammlung und
besitzen mehr Damen- als Herrenschuhe.
Karsten Fleischer
- Trassem, der
- Ein Tag, an dem man aus unerfindlichen Gründen ständig Durst hat, gegen den Trinken nichts hilft.
- Trauschwitz, das
- Die Angst des Bräutigams vor der Antwort auf die alles entscheidende Frage.
Wayne
- Trennewurth, das
- Der Stab, der im Supermarkt bei der Kasse das Ende der Waren eines Kunden markiert.
Katharina Heizinger
- Treschklingen, die (Pl.)
- Billig verramschte Ausschussware von Gilette, nach deren unbedarfter Anwendung man aussieht, als hätte man eine unerfreuliche Diskussion mit Freddy Krüger hinter sich.
Carsten
- treuchtlingen (V.)
- Bei Paaren der Zustand erneuerter Glückseligkeit nach Krisenphasen, Streitereien oder ernsthaften Zweifeln, ob der Postbote nicht doch der Richtige sei. Nicht zu verwechseln mit dem → Treuenbrietzen.
Sissi Redegold
- treuenbrietzen (V.)
- Von Paaren auf halböffentlichen Veranstaltungen zur Schau getragenes Verhalten, mit dem sie vergessenmachen wollen, dass beide, unabhängig voneinander, praktisch allen Anwesenden schon mitgeteilt haben, dass das Ende ihrer Beziehung imminent und ihr Partner ein unerotisches Würstchen ist.
Sissi Redegold
- Treuholz, das
- Gegenstand, mit dem die Ehefrau hinter der Wohnungstür auf ihren Mann wartet, nachdem sie von seinem Techtelmechtel mit der Sekretärin erfahren hat.
Mike Zwionzek
- Trier, das
- Ein Lebewesen, das eigentlich schon seit 200 Millionen Jahren ausgestorben sein sollte.
Felix Hoffmann
- Troplowitz, der
- Der Anteil der garantiert tropffreien Farbe, die man nach einem Zimmeranstrich in den Haaren und sämtlichen Körperöffnungen wiederfindet.
Carsten
- Trostberg, der
- Haufen von Beileidskarten, Blumen und kleinen Aufmerksamkeiten im Hause eines Trauernden.
Jakob auf Montage
- Trummermühle, die
- Massives Fahrzeug für allerlei Schabernack: Reisen, Feiern, Frauenverführen. Schrecken aller TÜV-Prüfer, Traum aller Studenten. Vorstufe zum Tank.
Jan Strickmann
- Trunkelsberg, der
- Anhöhe, auf die man sich mühsam hinaufschleppt, um einen besseren Überblick zu haben, dann jedoch festzustellen, dass der Abstieg unweigerlich durch einen → Knüllwald führt.
Carsten
- Tschengels, das
- Klangteppich, der entsteht, wenn Grundschüler erste Erfahrungen mit Schlaginstrumenten aus dem Orffschen Schulwerk sammeln.
Günter
- Tübingen, das
- Fachbegriff aus der Fotografie. Bezeichnet einen häufigen Einstellungsfehler, durch den die fotografierte Person auf dem Foto so aussieht, als hätte sie Angst vor Fachwerkhäusern.
Arnymenos
- Tüchersfeld, das
- Im Rahmen einer Kunstaktion verhüllter Park.
Shane
- tüddern (V.)
- Beschreibt den verzweifelten Versuch, während eines geschäftlichen Telefonats aus mehrlagigen Schichten von Post-its den Zettel mit der gerade unverzichtbaren Information herauszufischen.
Carsten
- tussenhausen (V.)
- Als einziger Student übergangsweise in einer Friseurinnen-WG leben.
Carsten
- Tuttlingen, das
- Preisbewusste Alternative zum Liften der Gesichtshaut. Hierbei werden die Haare zu einem besonders festen Knoten gebunden. Oft bei Verkäuferinnen im Niedrigpreissgement zu beobachten.
Felix Hoffmann
- tweng (Interj.)
- Das Geräusch einer reißenden Gitarrensaite, nachdem man sie zu heftig überdehnt hat.
Karsten Fleischer
- Twietfort, das:
- Im Wald und auf der Heide gelegentlich auftretendes, irgendwie beunruhigendes jähes Verstummen sämtlicher Naturgeräusche. Was liegt wohl in de Luft? Macht nur ein betagter Kater seinen Rundgang, oder ist doch etwas dran an der Maya-Prophezeiung und das Ende nah?
Marko Kolm
- Twistringen, das
- Sammelbegriff für moderne Tanzrichtungen mit Anleihen aus Kampfsportarten.
RingoStar und Kilian
- Tyrislöt, das
- Fachbegriff für ein Gangsterfilm-Versatzstück. Der Moment, in dem der Safeknacker aufhört, am Zahlenschloss zu fummeln, und zum Schneidbrenner greift.
Harald
- ubbedissen (V.)
- Hauptbeschäftigung von gelangweilten Admins: Einen unerfahrenen Neuling im Chatroom zur allgemeinen Belustigung blamieren, verarschen und dann bannen.
Carsten
- Übelbach, der
- Wortfluss, mit dem eine Regierung über die Arbeit der Opposition urteilt und umgekehrt.
Manuel Kunst
- überlingen (V.)
- Beim SB-Kauf von Seilen, Ketten oder Schläuchen einige Zentimeter mehr abschneiden, um OBI mal so richtig eins auszuwischen.
Felix Hoffmann
- Uchte, die
- Die Beulen, die Knie und Ellbogen bei langer Tragedauer in Hosen und Jacken bilden.
Versucher
- uder (Konj.)
- Klar abgegrenztes exklusives Oder. A uder B heißt A oder B, aber nicht beides.
Yannick Schneider
- Uebelmanna, das
- Brotstückchen, welches vor etwa zweitausend Jahren vom Himmel geschmissen ward, das man kürzlich beim Garten-Umgraben fand und
nach dessen Verzehr man sich man eines zweiwöchigen Krankenhausaufenhaltes erfreuen durfte.
Karsten Fleischer
- uelzen (V.)
- Es mit dem → Wenzen so sehr übertreiben, dass man vor Stress ein Magengeschwür bekommt.
Felix Hoffmann
- Uetze, die
- Derjenige Gast, der Mittelpunkt jeder Party wird, obwohl er nicht einmal eingeladen war, und den Gastgeber den ganzen Abend wie einen Idioten dastehen lässt.
Yannick Schneider
- uffeln (V.)
- Kollektives Verschnaufen einer Läuferstaffel mit gemeinsam durchgeführten rhythmischen Atem- und Schnaufübungen sowie kollektiver Pinkelpause.
Martin Meßing
- Ulsnis, die
- Die lang anhaltende Stille im Klassenraum, die einen aus dem Tiefschlaf reißt, nachdem ein Referendar oder Junglehrer eine Frage gestellt hat. Der Arme kommt nicht auf die Idee, die Frage zu wiederholen, sondern fügt sich nur hilflos in das allgemeine Schweigen ein. Man selbst hat vom Wortlaut der soeben gestellten Frage nicht die geringste Ahnung und fügt sich nur hiflos in das allgemeine Schweigen ein.
- ummern (V.)
- Sein Reiseziel nur äußerst langsam ereichen. „Lukas, da ist ja Lummerland!“
(zwei Monate später) „Ah, jetzt ja.“ (Michael Ende/Augsburger Puppenkiste)
Karsten Fleischer
- Umtata, das
- Ursprünglich eine abfällige Bezeichnung für rhythmisch schlichte Marsch- oder Blasmusik, die eher von der älteren Generation bevorzugt wird. Neuerdings spöttische Umschreibung für Klänge aus offenen Fenstern (mit heraushängendem Ellenbogen) von tiefergelegten, verspoilerten Pkws, die eher von der jüngeren Generation gelenkt werden.
Günter
- Undingen, das
- Ein Gegenstand, der genau den Zweck, der den Kern seines Daseins ausmacht, hundsmiserabel bis gar nicht erfüllt. Undingen sind zum Beispiel selbstgestrickte Topflappen, durch deren grobe Maschen man sich die Griffel versengt, oder die Mikroperforation bei billigen Kollegblöcken, die ein sauberes Ausreißen eines Blattes praktisch unmöglich macht. Vgl. → Zorneding
- Unserfrau, die
- Bezeichnung innerhalb einer eingeschworenen Männergemeinschaft für eine Frau, die jedes Mitglied der Gemeinschaft in gewisser Hinsicht sehr gut kennt und über die man innerhalb der Gruppe Erfahrungsaustausch betreibt.
Karsten Fleischer
- Unsernherrn, die (Pl.)
- Bezeichnung innerhalb einer eingeschworenen Frauengemeinschaft für eine eingeschworene Männergemeinschaft, die jedes Mitglied der Frauengemeinschaft in gewisser Hinsicht sehr gut kennt und über die man Erfahrungsaustausch
innerhalb der Gruppe betreibt.
Karsten Fleischer
- Unsleben, das
- Ringelpietz mit Anfassen unter → Unserfrauen und → Unsernherrn.
Karsten Fleischer
- Unte, die
- Frau, die beim Geschlechtsverkehr nichts anderes als die
Missionarsstellung zulässt.
Karsten Fleischer
- untenhöhscheid (Adj.)
- Ein untenhöhscheider Blick ist ein Blick nach oben, der von oben herab wirkt. Manche kleinwüchsigen Menschen mit großem Selbstbewusstsein haben diesen Blick auch drauf, aber nur Katzen kriegen ihn maximal hochnäsig und überlegen hin.
Nadine
- Unter Erdelen (V.)
- In einem trüben Badesee tastend erkunden, ob man an einer bestimmten Stelle stehen kann.
Felix Hoffmann
- Untergruppenbach, der
- Sinnbildlich für die Angst, die eine Schülerband befällt, wenn ihr kurz vor dem Auftritt als Vorgruppe klar wird, wie unglaublich groß der Abstand zwischen ihnen und den Megastars ist, deretwegen das Publikum gekommen ist.
- unterknausen (V.)
- Eine notwendige Reparatur aus Geiz so lange wie irgend möglich hinauszögern – manchmal auch noch länger.
Felix Hoffmann
- Unterlemnitz, der
- Minderschwerer Germanismus in einem fremdsprachigen Text, den man auch beim wiederholten Korrekturlesen leicht übersieht. (*John will be operated tomorrow, *Jill paid the birthday gift).
Felix Hoffmann
- Unterloquitz, der
- Der seit der Völkerwanderung verlorengegangene siebte Fall der lateinischen Grammatik.
Johann
- unteröd (Adj.)
- Neben obergeil die in vorstädtischen Jugendgruppen einzige zulässige Beschreibung der neuen Wollmütze eines Gangmitglieds.
myrna
- Unterpremstätten, die (Pl.)
- Der Geldbetrag, der bei einer geteilten Rechnung offen bleibt, obwohl der Gesamtbetrag durch die Anzahl der Zahler dividiert wurde.
Tom
- Unter-Prommenhof, der
- Der VIP-Bereich für die nicht ganz so wichtigen Personen.
Karsten Fleischer
- unterschmeien (V.)
- Durch Stapeln gebrauchter Teller auch deren vorher saubere Unterseiten beschmutzen.
Karsten Köhler
- Unterschnitzing, das
- Sammelbegriff für Techniken der Filmmontage, die in Citizen Kane (1941) noch neu und revolutionär waren, sich aber dann in der gesamten Branche durchsetzten, was sie für den normalen Betrachter bis heute quasi unsichtbar macht.
Vgl. → Oberschnitzing
Felix Hoffmann
- Unterschops, der
- Nebenform der Kategorie Unterschrift; zeichnet sich durch
– eine besonders künstlerische Note und
– mangelhafte Beherrschung der Schreibgeräte aus und ist unter gar keinen Umständen zu entziffern.
Rolf
- upen (V.)
- Unbemerkt einen fahren lassen wollen, ohne daran zu denken, dass die Oberfläche des Stuhls, auf dem man gerade sitzt, aus Kunststoff besteht. S.a. → poburzen, → Drönnewitz
Ku
- Upflamör, der
- Ein junger Mensch, der die Verhältnisse „heutzutage“ kritisiert und alleweil von guten Dingen behauptet, sie seien „selten geworden“, obwohl er überhaupt keinen Vergleichsmaßstab kennen kann.
- Upost, die
- E-Mails mäßig lustigen Inhalts, die man ständig von irgendwelchen
Witzbolden in dreifacher Ausfertigung zugesandt bekommt und die mindestens
2 MB Speicherplatz verschlingen.
Karsten Fleischer
- Urbanstreben, das
- Eine besondere Art, sich zügig und weitgehend ohne unerwünschten Körperkontakt durch eine belebte Fußgängerzone zu bewegen. Die Technik besteht darin, einen entschlossenen Gesichtsausdruck aufzusetzen und ebenso energisch wie direkt auf alle menschlichen Hindernisse zuzumarschieren, die daraufhin meistens freiwillig Platz machen – es sei denn, sie verfolgen die gleiche Strategie.
Felix Hoffmann
- Urschmitt, der
- Grobmotorischer Schnell-und-Billig-Uhrmacher in einem Einkaufszentrum, nach dessen Behandlung die geliebte Rolex völlig verkratzt ist, nicht mehr wasserdicht und nach einer Woche wegen leerer Batterie erneut stehen bleibt.
Wayne
- ürzig (Adj.)
- Nicht wirklich schmackhaft aber auch nicht fade. Meist tritt durch die Zugabe von etwas → Silz oder → Mömbris eine sofortige akzeptable Besserung ein.
Carsten
- Usedom, das
- Logistik-Center des größten deutschen Erotikversandhauses.
Carsten
- usseln (V.)
- (verwandt mit usselig, weiches s!) Man usselt sich vor etwas, wenn man sich zwar nicht direkt davor ekelt, aber es ungemütlich und unangenehm findet, wie z.B. usseliges Wetter, eine lästige Arbeit oder einen kahlen, schlecht geheizten Raum.
- Ústí nad Labem, das
- Ein Ortsname, der zur Benennung eines → Labenz verwendet wurde. Beispiele: Altwarmbüchen, Braunschweig, Labenz, Ústí nad Labem.
- Vehlgast-Kümmernitz, der
- Der Gast, der zwar eingeladen war, der aber nicht auftauchte und auch von niemandem vermisst wird.
Karsten Fleischer
- veitlahm (Adj.)
- Nach stundenlangem Tanzen unter Ecstasy- oder köpereigenem Drogeneinfluss doch endlich ermüdet.
Karsten Fleischer
- verkäuern (V.)
- Das Gefühl, wenn der Druck beim → Käuksern nachlässt und man sein Ziel noch nicht erreicht hat.
LiGo
- Verne, die
- Bekannte, nicht weit von zu Hause entfernte Gegend, die einem dennoch das Gefühl gibt, weit weg zu sein.
Gilbert Reineke
- Vestenbergsgreuth, das
- Das ungute Gefühl, nach fünf Tassen Jägertee und einer zünftigen Hüttengaudi im Dunkeln zur letzten Abfahrt antreten zu müssen.
Shane
- Vestenpoppen, das
- Tätigkeit heterosexueller Matrosen beim Landgang und homosexueller Matrosen auf See.
Livia
- Vettelschoß, der
- Sinnbildlich für etwas, das einmal heiß begehrt wurde, diese Eigenschaft jedoch im Laufe der Zeit stark eingebüßt hat – z.B., weil es vom → Neuenrost befallen wurde.
- Vielist, die
- Wenn ein Milchbauer seine Kühe aus lauter Verzweiflung rosa anstreicht und ihnen Ringelschwänzchen anklebt, um nicht → kublank zu werden.
Wayne
- Vierherrenborn, das
- Kind, bei dem sich mehrere Kandidaten um die ungeklärte Vaterschaft streiten.
Wayne
- viersen (V.)
- Sich an einem → Klappholz durch die Schuld des unvorsichtigen Idioten vor einem die Nase brechen, weil man ganz damit beschäftigt ist, nicht mit dem anderen Flügel dem unvorsichtigen Idioten hinter einem die Nase zu brechen.
- Vinxel, der
Ein Werkzeug zum Abmessen von Winkeln. Ist auf exakt 91° geeicht.
Karsten Fleischer
- Vlotho, der
- Landläufiger Ausdruck für eine hartnäckige Durchfallerkrankung. Kündigt sich oft mit → Dormagen an. S.a. → Dänischmüssen
Carsten
- Voglherd, der
- Jener Ofen, den es in fast jeder Pommesbude zu bestaunen gibt, in dem die
Brathähnchen an einem komplizierten Geflecht von rotierenden Gestängen
langsam vor sich hin bräunen.
Karsten Fleischer
- volbrexen (V.)
- Einen Säugling zum „Bäuerchen“ nötigen und hinterher die Reinigungskosten von der Einkommensteuer absetzen. S.a. → Breibach
Carsten
- Volkenschwand, der
- Phänomen der kontinuierlich abnehmenden Wahlbeteiligung.
Carsten
- volkerzen (V.)
- Übereifriges weihnachtliches Dekorieren der Wohnung.
Wayne
- volkmannsgrün (Adj.)
- Die neue Tendenz konservativer Politiker, sich unter dem Druck der veränderten öffentlichen Meinung plötzlich ökologischen Idealen zuzuwenden und diese für sich zu reklamieren, obwohl sie bisher immer als wirtschaftsschädigend abgelehnt wurden.
Ranunkel
- vollerding (Adj.)
- Beschreibt den Sättigungsgrad einer Wohnung, die neue Gegenstände jedweder Art nur noch aufnehmen kann, wenn zuvor andere entsorgt werden.
Felix Hoffmann
- Vollrathsruhe, die
- Zustand der einstimmigen Überkunft bei ca. 3,8 ‰ nach einem Meeting des Kommunalausschusses für die Integration der Zuständigkeit für lokale Feuchtbiotope in die Quotenregelung paritätisch besetzter Kommunalausschüsse in einer nicht näher benannten Eckkneipe.
Carsten
- Vomp, der
- 1. Nymphomanisches Rubensmodell in Strapsen.
2. (kosmet.) siehe Fußnote
Carsten
- Vöran, der
- Neuer Vorgesetzter, der – ziemlich frisch nach dem Betriebswirtschaftsstudium und einem Gastspiel bei McKinsey oder Roland Berger – in die Firma einfällt und bei dem Versuch, alles digital, effizient, schlank und vor allem anders zu machen, den Betrieb und sein gesundes Kerngeschäft in Grund und Boden fährt. Äußerlich ist der Vöran an seinem eigenartigen Gang zu erkennen, der überaus geschäftig wirkt und ein wenig so, als schwinge er Hanteln statt Ellenbogen. Besondere Kennzeichen: Übermäßiger Ausstoß von Kündigungsschreiben und unsinnigen E-Mails, kompromissloser Kampf gegen Raucher, für Unbeteiligte schwer nachvollziehbare, heftige Wutausbrüche.
Günter
- Vorra, die
- Sammlung müllreifer Gegenstände in einem Kinderzimmer, die nicht weggeworfen werden dürfen, weil kind sie unbedingt aufheben möchte.
Manuel Kunst
- Wachtküppel, der
- Brecheimer für diensthabende Soldaten, die sich aus purer Langeweile die Zeit mit einer Flasche Wodka vertreiben.
Guido
- wacken (V.)
- Exzessiv zu Metal-Musik feiern.
- Wadelsberg, der
- Unscheinbare, langgezogene Steigung, die ungeübte Fahrradfahrer ordentlich ihre Beine spüren lässt.
Felix Hoffmann
- Wäfchenteich, der
- Kleines, stehendes Gewässer, das bevorzugt zur Entsorgung von Mordwaffen benutzt wird und dessen Wasserspiegel sowie Schwermetallgehalt deshalb langsam, aber sicher steigt.
Karsten Fleischer
- Wahlwinkel, der
- Lieblingsecke, in der man im Fahrstuhl stets zu stehen pflegt.
- Wahnbek, der
- Paranoider S-Bahn-Fahrer, für den jeder am Bahnsteig wartende Fahrgast ein Selbstmörder ist. Existiert nur in der Fantasie paranoider Fahrgäste.
- Währing, der
- Geschenk des neuen Freundes/der neuen Freundin, das einen zur sofortigen Auflösung der jungen, knospenden Beziehung bewegt, da es zeigt, dass der Schenker/die Schenkerin nichts, aber auch gar nichts begriffen hat und einfach nicht zu einem passen kann.
Die Baronesse
- Waldbröhl, das
- Umgangssprachlich für Echo.
Klasse 11c
- Waldkappel, der
- Eine Baseballmützensammlung, die so groß ist, dass es unmöglich ist, in angemessener Zeit diejenige heraus zu suchen, die am besten zur restlichen Kleidung, Stimmung und Anlass passt. (s.a. → kappeln)
Wayne
- Walldorf, der
- Ein Walldorf ist der Moment, in dem man sich wie ein miesgelaunter 85-jähriger Greis fühlt, dem zuletzt der Zweite Weltkrieg gut gefallen hat. Ein Walldorf ist zumeist kurz, aber nachdrücklich und führt bei Frauen zum hastigen Griff nach Teenie-Kleidung. Männer können unter plötzlichen → Edewecht-Anfällen leiden.
Friedrich
- wallmoden (V.)
- Als Wallmoden bezeichnet man das häufige oder ständige Tragen unförmiger, knöchellanger Gewänder, oft aus chlorfrei gebleichtem und pflanzlich gefärbtem Bio-Leinen, sei es aus weltanschaulichen oder figurbedingten Gründen.
Wayne
- wammen (V.)
- Unter geübten Trinkern: Sich aufgrund von Verständigungsschwierigkeiten gerade so nahe kommen, dass sich die Bierbäuche nur ein wenig berühren.
Karsten Fleischer
- Wanfried, der
- Bezeichnet den Zustand, in dem Verrückte völlig glücklich und eins mit sich und ihrer ganz eigenen Gedankenwelt sind.
katakura
- Warmsroth, das
- Die kurze Zeitspanne, während der eine Tasse Kaffee trinkbar, also weder brüllheiß noch kalt ist. Die Länge eines Warmsroths liegt ziemlich genau zwischen einem → Blossin und einer → Kraase.
Yannick Schneider
- Warschau, der
- (Mathematik) Ein Punkt W heißt Warschau der Funktion f genau dann, wenn es in jeder Umgebung von W unendlich viele Punkte P gibt mit der Eigenschaft: |lim f(x)| für x → P ist ∞.
Mit anderen Worten: Ein Warschau ist ein Häufungspunkt von Polen.
R. Elrahl
- wartleithen (V.)
- Verstoß gegen die Netiquette: Eine E-Mail unbeantwortet lassen und auch keine Lesebestätigung senden, sodass der Absender nicht weiß, ob die enthaltene, wichtige Information angekommen ist. Dieser ist daraufhin gezwungen, sinnlose Nachfrage-Mails hinterherzuschicken oder auf altmodischere Kommunikationsmittel zurückzugreifen.
Felix Hoffmann
- wasserbillig (adj.)
- Beschreibt einen Preisanteil in einem
Herstellungsprozess, der im Vergleich zu den Gesamtkosten so niedrig ist, dass normalerweise niemand in der Lage ist, ihn genau zu benennen, z.B. der Preis einer einzelnen Schraube bei der Herstellung eines ganzen Autos.
Wayne
- wasserknoden (V.)
- Der verzweifelte Versuch eines Ertrinkenden, sich mittels eines selbst gemachten Seils ans rettende Ufer zu ziehen. Üblicherweise erfolglos.
Stollentroll
- Wasserkretscham, die
- Die Mischung aus peinlichem Berührtsein und leisem Triumph, die in den Zügen einer Frau auftritt, die soeben bei einer Veranstaltung die Toilette benutzt hat und nun die Schlange ihrer noch wartenden Geschlechtsgenossinnen abschreitet.
Marko Kolm
- wasserlosen (V.)
- Beliebtes Gesellschaftsspiel auf der heimischen Party: Zu vorgerückter Stunde und nach reichlichem Alkoholgenuss werden Streichhölzchen gezogen, um heraus zu finden, wer als Erster die einzige Toilette des Hauses benutzen darf.
Stollentroll
- Wassersuppe, die
- Was einem in schlechten Restaurants als Vorspeisse gereicht wird und sich geschmacklich nicht kategorisieren lässt.
S. Barth
- wassertrüdingen (V.)
- Der von vornherein zum Scheitern verurteilte und somit hirnrissige Versuch, ein nicht ganz dichtes Ruderboot vor der Fahrt nicht etwa auszuschöpfen, sondern durch seitliches Kippen zu leeren. Hat natürlich den gegenteiligen Effekt, nämlich den Schwichtensee: Das Boot läuft erst recht voll. Darauf folgt wiederum der Schmollensee, die enttäuschte Reaktion der unfähigen Freizeitkapitäne.
Günter
- Watzum, das
- Gesichtsausdruck eines Menschen, der zwar unfallfrei bis drei zählen kann, aber erstmals und unerwartet mit der Zahl vier konfrontiert wird und in der Folge an einen sich langsam öffnenden leeren Koffer erinnert.
Ku
- Wausau, die
- Unhöflicher Ausdruck für eine besonders attraktive Frau, der alle Männer nachpfeifen.
Klasse 11c
- Weberreut, das
- Beim Ego-Googling zutage geförderte Peinlichkeit, an die man eigentlich nicht mehr erinnert werden wollte – z.B. ein altes Foto oder ein → Taipeh.
Felix Hoffmann
- Wegberg, das
- Erkenntnis, dass man sich fürchterlich verfahren hat. Wird dadurch geweckt, dass ein ansonsten unübersehbares Landschaftsmerkmal nicht mehr an seiner gewohnten Stelle zu finden ist.
Wayne
- wehlen (V.)
- Stimmabgabe bei der Wahl zwischen Pest und Cholera.
Ku
- Wehm, das
- Die konsequente Anwendung von dem Dativ statt dem Genetiv.
Karsten Fleischer
- Weichtungen, die (Pl.)
- Unbemerkte matschige Bereiche auf Feldwegen, in denen man unversehens bis zu den Knöcheln einsinkt. Vgl. Lichtungen.
Manuel Kunst
- Weidenberg, der
- Glatze, auf der nach der Behandlung durch ein Haarwuchsmittel vereinzelt besonders dicke und biegsame Haare wachsen.
Nadine und Jasmin
- Weihmichl, der
- Scheinheiliger Vertreter der seelsorgerischen Zunft (meist katholisch, vorwiegend im süddeutschen und österreichischen Raum), charakterisiert durch unbedingten Obrigkeitsgehorsam und keinerlei Skrupel, seelische Grausamkeit gegen Kinder auszuüben. Besondere Kennzeichen: gesalbter Tonfall, schlaffer Händedruck, undurchschaubare sexuelle Orientierung. Literarisch in Ludwig Thomas „Lausbubengeschichten“ als „der Kindlein“ verewigt.
Günter
- weilimdorf (Interj.)
- Gestammel, wenn man das offenkundig Unwahre für offenkundig erklären will: „Weil, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen, weil, also, ich bleib Kanzler!“
- Weinböhla, der
- Ausruf beim → Torgelow.
Ku
- Weinzierl, der
- Die in der Gesellschaft leider oft kritisierte Handlung des Ablehnens von Alkohol, meist mit wenig eindrucksvollen Begründungen wie „Ich muss noch mit dem Auto fahren“ unterlegt.
Autor unbekannt
- Weischlitz, der
- Sinnbildlich für die Erinnerung an einen → Pflückuff mit einem → Peckfitz, die die Inhaberin auch längerfristig gerne bewahrt, ohne allerdings den Mut zu haben, in ihrem Tagebuch Einzelheiten zu beschreiben.
Ku
- Weissach, das
- Der Tonfall, mit dem man beim Ansehen der Sendung „Wer wird Millionär?“ von dem gerade begonnenen Satz „Weiß ich doch, das ist...“ beim Einblenden der richtigen Antwort sofort in „Ach, ich hab’s doch gleich gewusst“, umschwenkt.
Elvis van der Kolk
- Weisweil, das
- Rhetorische Figur. Die Figur des Weisweil erlaubt es dem Sprecher, sich mit Wissen zu brüsten, ohne der Angeberei bezichtigt werden zu können, indem die Situation der Wissenserlangung als eine zufällige mitbenannt wird.
Richard Havelka
- welschingen (V.)
- Einen fremdsprachigen Filmtitel durch einen anderen, „besseren“ ersetzen, z.B. „Miss Undercover“, „Chanson d’amour“, „La vie en rose“, „Kick It Like Beckham“.
Felix Hoffmann
- Welschnofen, das
- Sammelbegriff für esoterische, exotische und idiotische Atemtechniken, die garantiert 120 Jahre alt machen und von diversen → Xundianen zwischen zwei Marlboros oder Lucky Strikes angewendet werden.
Marko Kolm
- Weltwitz, der
- Absurdes Hybriduniversum, von dem man träumt, wenn man gerade mehrere Romane parallel liest und zu schwer zu Abend gegessen hat.
Felix Hoffmann
- Wendemark, die
- Veraltet: Münze, die man beim Einkauf an der Kasse nochmal auf ihren Wert hin überprüft, bevor man sie dem Kassenpersonal überreicht.
Richard
- wenigensömmern (V.)
- Das, was die Sonne in einem eher enttäuschenden Sommer macht. Dies hat Douglas Adams in Ermangelung eines besseren Wortes folgendermaßen beschrieben: „Mehrere Billionen Trillionen Tonnen superheißer explodierender Wasserstoff-Atomkerne stiegen langsam über den Horizont und brachten es fertig, klein, kalt und ein wenig feucht auszusehen.“
Nadine
- Wenigzell, das
- 3-Sterne-JVA mit enorm viel Auslauf. S.a. → Saas im Prättigau.
Carsten
- wenzen (V.)
- Im Büro rege Betriebsamkeit an den Tag legen, ohne wirklich produktiv zu sein. Dieses Verhalten soll den Vorgesetzten von der Tatsache ablenken, dass der eigene Arbeitsplatz ohne Weiteres eingespart werden könnte. S.a. → uelzen
Felix Hoffmann
- Werdum, das
- Gefühl der Ohnmacht und Frustration, wenn jemand, dessen Kooperation man benötigt, den eigenen Argumenten intellektuell nicht zu folgen vermag und auf stur schaltet. Musikalisch aufbereitet von Lars Reichow in „Der Schrankenwärter“. In jede noch so gut organisierte Veranstaltungsplanung fallen erfahrungsgemäß einige Werdumstropfen.
Felix Hoffmann
- Werlte, die (Pl.)
- Maßeinheit für Dreck unter den Fingernägeln. 0 Werlte entsprechen sauber manikürten Händen, 7 Werlte den Händen eines Kohlenarbeiters.
Libbet
- werthoven (V.)
- Sich siegesgewiss mit einem Erbstück einer TV-Fachjury stellen, die unwiderruflich die Wertlosigkeit des fraglichen Gegenstandes besiegelt: „Diese chinesische Saucierenform erfreute sich im 16. Jahrhundert großer Beliebtheit und wurde ab 1975 in großer Stückzahl als nachempfundener Übertopf für den Massenverkauf bei Woolworth produziert.“
Carsten
- weschnitz (Adj.)
- Zwar sauber, aber zerknittert und seltsam riechend. Ein Kleidungsstück ist weschnitz, wenn man es auf eine Reise mitgenommen und ungetragen wieder zurückgebracht hat.
Felix Hoffmann
- Westhoven, das
- Das innige Sehnen, das Menschen dazu treibt, montagabends durch die Innenstadt von Leipzig zu pilgern oder im Garten einer Botschaft in Prag zu campieren.
madsester
- westoverledingen (V.)
- Der Vorgang, wenn sich für eine Feier mit Hemd und ärmellosem, zopfmusterverzierten Pullover (Westover) herausgeputzte kleine Jungen diesen nach der Feier ebenso angewidert wie erleichtert über den Kopf zerren und in die nächstbeste Ecke schleudern.
katakura
- Wetzikon, das
- Jeglicher Aktualität ermangelndes, ziemlich abgenutztes Lexikon.
Karsten Fleischer
- weyarn (Adj.)
- Bezeichnet den abgestandenen Geruch holzgetäfelter Stuben in traditionellen Gasthäusern, der jeweils anteilig von getrockneten Bierresten auf den Tischen, von präpariertem Jagdwild an den Wänden und von Talgdrüsen des bedienenden Personals ausgeht.
lebrande
- Wichsenstein, der
- Beinhart gewordene eingetrocknete Schuhwichse.
Manuel Kunst
- Wickbranzen, die (Pl.)
- Meute Kindergartenkinder, deren eines alle anderen mit demselben Rotzvirus angesteckt hat.
Harald
- Wicklesgreuth, das
- Das Chaos, das entsteht, wenn man in einem Ringbuch schwungvoll einen ganzen Stapel Papier weiterblättert und nicht gemerkt hat, dass die Ringe noch offen sind.
- Wickware, die
- Einzigartiges und unersetzliches Stück akademischer Software, das Gerüchten zufolge an jedem dritten Mittwoch im Monat zur Geisterstunde, wenn Jupiter im dritten Haus steht, unter http://www18.linguin.resop.ac.pi.pa.po:889/~schulli/b2/mEFiSto/ptwan.cgi#n8212 heruntergeladen werden kann.
- Wieblitz, der
- Die simple, einleuchtende und einzig sinnvolle Lösung eines Problems, auf die man Tage später bei einer ganz anderen Beschäftigung kommt.
Felix Hoffmann
- Wiechs am Randen, das
- Tätigkeit älterer Herren, die sich hinter Bäumen am Spielplatzrand verbergen. Siehe und höre auch Konstantin Wecker, „Lauscher hinterm Baum“.
Karsten Fleischer
- wieden (V.)
- Immer wieder mit „wie?“ rückfragen, wenn etwas nicht verstanden wurde, vor allem aus akustischen Gründen.
(Auf der Baustelle. Im Hintergrund lärmt ein Preßlufthammer.)
Facharbeiter: Gib mir den Vorschlaghammer.
Helfer: Wie?
Facharbeiter: Den VORSCHLAGHAMMER!
Helfer: WIE?
Diogenes von Wien
- Wiederau, die
- Antwort auf eine → Schlaube, in der man mit Engelsgeduld das längst Gesagte nochmals leichtfasslich umformuliert, sei es aus Mitleid, Unterwürfigkeit oder Eigeninteresse. Immer wenn keiner dieser Gründe vorliegt, ist dagegen Schweigen die einzig richtige Reaktion.
Felix Hoffmann
- wiedergeltingen (V.)
- Diskussionsstrategie: das immer gleiche (Schein-)Argument mit allenfalls minimalen Änderungen unbeirrt wiederholen – in der Hoffnung, dass es letztlich doch verfängt oder aber die Gegenseite entnervt aufgibt.
Felix Hoffmann
- Wieseck, der
- Grasstreifen, den der Traktor beim Mähen nicht erwischt hat.
MaPa
- Willich-Schiefbahn, die
- Karriereleiter eines für Korruption nicht unempfänglichen Kölner Beamten.
Carsten
- Willroth, das
- Die Geisteshaltung, die einen Fußballspieler dazu verleitet, in der 89. Minute beim Stande von 5:0 für die eigene Mannschaft den ballführenden Gegenspieler im Mittelkreis mit 25 Metern Anlauf von hinten umzugrätschen.
Wayne
- wimsen (V.)
- An sorgfältig geputzten Zähnen rasch mit der Kuppe des Zeigefingers entlangrubbeln, wobei für den Wimsenden ein quietschendes Geräusch am Zahnschmelz wahrnembar wird.
lebrande
- Windelsbleiche, die
- Typische Gesichtsfärbung eines Zivildienstleistenden im Altenheim samstagvormittags nach dem ersten Rundgang durch die Zimmer.
Carsten
- Windflöte, die
- Das, was man hört, wenn man nichts hört.
Droste-Schattenburg
- Windischenlaibach, das
- Wettervorhersage aus der Hauptstadt Sloweniens.
Karsten Fleischer
- Windischgarsten, das
- Häufiges Aufspringen und Sitzplatzwechseln beim Grillabend, weil der Wind ständig so dreht, dass er den beißenden Rauch in die eigene Richtung treibt.
Ranunkel
- Windsprach, die
- Bezeichnet die Gesamtheit von sprachlichen Varianten, die in Umgebungen mit schlechter Verständlichkeit zum Einsatz kommen. Beispiele: Juno, Julei, Nordōst, zwo, ey!, engl. niner
Im weiteren Sinne umfasst die Windsprach auch die Buchstabieralphabete sowie sämtliche je verfassten Opernlibretti.
Felix Hoffmann
- Winkerling, der
- Ein Unbekannter, der einem albern gestikulierend entgegenkommt und den man für verrückt oder betrunken hält, bis klar wird, dass er auf diese Weise einen Passanten hinter einem oder seinen Hund ansprechen möchte.
Felix Hoffmann
- winklern (V.)
- Eine Sache auf dem denkbar umständlichsten Weg angehen, ewig dafür brauchen und im Nachhinein, wenn etwas schief gelaufen sollte, dies noch stundenlang mit einem genervten Zuhörer diskutieren.
Theo
- winnetten (V.)
- Sich einen langen, gut durchdachten Vortrag mit lauter schlüssigen Argumenten anhören, das letzte, schwächste, nicht mal besonders ernst gemeinte Argument entkräften und dann denken, man habe den Standpunkt des Gegenübers widerlegt und die Diskussion gewonnen.
Nadine
- Winzenhofen, das
- Geselliges Spiel unter Winzern. In einem Holzfass liegen verschiedenfarbige kleine Holzfläschchen. Alle ziehen reihum mit verbundenen Augen eines. Wer die schwarze erwischt, muss seine Ernte mit Glykol mischen.
(Anmerkung der Redaktion der Labenz-Ecke des Rundbriefs der Spielwiese Bielefeld e.V.: Ist das nicht eher umgekehrt üblich – wer die schwarze erwischt, braucht seine Ernte nicht mit Glykol zu vermischen? — Anmerkung der Redaktion des Rundbriefs der Spielwiese Bielefeld e.V.: Diese Sonderregel gilt nur in ausgesuchten Anbaugebieten. — Anmerkung der Redaktion von Freut euch des Labenz: Na dann prost! — Sollten weitere Redaktionen auftauchen, mögen sie ihre Anmerkungen bitte unter Kontakt einwerfen.)
Guido
- Winzingen, die (Pl.)
- Die meistens bei Sportlern (Steffi, Berti, Ruudi), großen hässlichen Haustieren und Bundeskanzlern (Schrödi, Angie) gebräuchlichen Verwinzlichungen des Namens. Warum, weiß der Geier...
Andreas
- Wirfus, der
- Ein Mensch, der ohne sich selbst immer vorzusagen: „Linken Fuß anheben. In Blickrichtung bewegen. Absetzen. Rechten Fuß anheben. In Blickrichtung bewegen. Absetzen“, usw. einfach umfiele.
Karsten Fleischer
- wirlings (Adv.)
- Bürokratische Handlungsweise. Eine schwer zu erfüllende, sinnlose Vorschrift wird erfunden, den Betroffenen aber nicht mitgeteilt, sondern als selbstverständlich vorausgesetzt. Beispiel: „SO kann ich Ihren Antrag ja nicht bearbeiten, Sie brauchen erst einen Stempel von der Schwurbelstelle im 7. Stock – Mittwochs von 9:15 bis 9:45 Uhr.“ Wendung: jmdn. wirlings abweisen
Felix Hoffmann
- Wirsfeld, das
Äußersten Bemühungen um Ordnung zum Trotze nicht wirklich gebändigter Kabelsalat.
Felix Hoffmann und Kilian Evang
- Wischlburg, die
- Gesamtheit aller Reinigungsutensilien und -mittel eines größeren Haushaltes. Wird einmal jährlich zum Frühjahrsputz komplett hervorgeholt.
Karin
- Witzwort, das
- Wird dem Redner/Gastgeber erteilt, um die Veranstaltung aufzulockern.
Lupo
- wohld (Adj.)
- Entspricht dem Wort lecker bei Gerüchen.
„Meiner Meinung nach duftet dein neues Parfum wohlder als dein altes.“
Yannick Schneider
- wohlfest (Adj.)
- Zustand einer korrodierten Schraubverbindung, für deren Lösung ein Drehmoment M≈∞ nötig wäre.
Felix Hoffmann
- Wohlmuthshüll, der
- Sündhaft teurer, französischer Designer-Fummel, für den der gut betuchte Gatte nach dem aufgeflogenen Seitensprung schweren Herzens die Brieftasche zückt. Vgl. a. → Katzenhüll
Carsten
- Wokrent, der
- Verleih für asiatische Küchengeräte.
Karsten Fleischer
- Wolpertswende, die
- Sehr schwierig auszuführendes Fahrmanöver, von den Bayern a) als neue Gemeinheit gegenüber Mercedes und b) zum Schutze plötzlich auftauchender Wolpertinger entwickelt.
frei nach Philipp
- Wopping, das
- Heftig umstrittene Diät, die als einzige Nahrungsmittel Produkte von Burger King oder vergleichbarer Fast-Food-Ketten zulässt.
Karsten Fleischer
- Wörblitz, der
- Lichtreflexion in einem geparkten Auto, die paranoide Fahrer an eine Geschwindigkeitskontrolle denken lässt.
Felix Hoffmann
- Wuhan, der
- Ein kleines, harmloses Tier (Perlhuhn, Erdkröte, Chihuahua, ...), dem es durch unerwartet enorme Geräuschentwicklung in Kombination mit selbstmörderisch entschlossenem Auftreten gelingt, ein wesentlich größeres, gefährliches Tier (Zuchtbulle, Wildschwein, Rottweiler, ...) in die Flucht zu schlagen.
Marko Kolm
- Wülfel, der
- Asiatischer Hexaeder, auf dem es anstelle der Drei und der Vier eine „Dlei“ (ist ungefähr dreieinhalb bis viereinhalb wert) und „Viel“ (zählt mehr als die Sechs) gibt. Spielt man mit einem Wülfel gegen europäische Würfelspieler, die auf ihrem starren System (natürliche Zahlen von eins bis sechs) beharren, riskiert man schon mal ein bis zwei blaue Augen.
Karsten Fleischer
- Wumme, die
- Bedienung in einem bayrischen Lokal, in dem es nur Leberkäs und Weißwürste gibt.
Klasse 11c
- Wunsiedel, der
- Ein geistiger Eremit, z.B. jemand, der seit Jahren an einer Website bastelt, die nur er alleine kennt.
Günter
- Würchwitz, der
- Ekelhafte Zote in schlechtem Deutsch, hervorgebracht von einem ungepflegten Individuum mit Mundgeruch, das sich mit seinen schmierigen Fingern an deinem Jackett festhält.
Ku
- Würding, das
- Steifes, aus Unsicherheit gestelztes und damit latent unfreiwillig komisches Verhalten bei hochoffiziellen Anlässen. Beispiele: Trauung, Begräbnis, Kranzniederlegung, Bundesverdienstkreuzverleihung, Durchschreitung des Holocaust-Mahnmals, Abschreiten der Ehrenformation einer Armee eines nur bedingt befreundeten und eher unlockeren Staates (z.B. USA, Iran, Nordkorea). Amtierender Deutscher Meister im Würding ist „Superhorst“ Köhler.
Günter
- Würgassen, die (Pl.)
- 1. In der Mittagssonne glühende Straßenzüge älterer Teile südlicher und tropischer Städte, in denen soeben der Markt (insbesondere für Fisch, Fleisch und Lebendgeflügel) zu Ende gegangen ist.
2. (an den Knöcheln) siehe Fußnote
Sabine Robra
- würselen (V.)
- Im Supermarkt mehrmals unschlüssig die Schlange wechseln, um letztlich doch in der langsamsten zu enden.
ThoHu
- Würzburg, der
- Ein Mensch, meist alleinstehender Nachbar mittleren Alters, der es konsequent vermeidet, Güter der Grundversorgung (wie etwa Zucker, Salz oder Kaffeepulver) zu kaufen und sich diese statt dessen bei Bedarf von seinen Nachbarn borgt.
madsester
- wurzen (V.)
- Grundlagenforschung betreiben.
Sigi T.
- Wustrow, der
- Unterlagenstapel, der sich am Ende eines Schuljahres auf dem Schreibtisch eines Lehrers anhäuft und in der Regel dort auch liegen bleibt.
Sigi T.
- Wutach, der
- Völlig überflüssiger Wutausbruch, bei dem man erst nach der Entladung feststellt, dass man sich am falschen Kontrahenten aufgerieben hat.
Sigi T.
- Wutha-Farnroda, das
- Herbstspektakel im Thüringer Wald, bei dem sich aufgebrachte Wanderer in aggressiver Manier über Pflanzen der Gattung Filicinophyta hermachen und diese mitsamt Wurzel ausreißen.
daniel
- Wutike, die
- Öffentliche Einrichtung, in der man seine Wutanfälle an professionellen Streitkontrahenten auslassen kann. Der Besuch einer Wutike ist zu empfehlen, wenn einem häufiger ein → Wutach unterläuft.
Karsten Fleischer
- wutöschingen (V.)
- Kläglicher Vertuschungsversuch maßloser Enttäuschung, wenn beim → Werthoven nach plötzlicher Gesichtsentgleisung sämtliche Dollarzeichen aus den Augen verschwunden sind:
„Es ist ja auch der ideelle Wert, der zählt.“
Carsten
- Wutzetz, der
- Eine Ansammlung von länglichen, biegsamen, leicht zerreißbaren Objekten von näherungsweise rundem Querschnitt, die nach dem Rubbeln an einem kompakteren Objekt der gleichen Substanz übriggeblieben ist. Entsteht u.a. beim Radieren, bei extremem Händereiben und beim mechanischen Entfernen von → Apfelbichel.
R. Elrahl
- Wutzschleife, die
- (Kunst) Ein → wutzetzartiges Objekt (meist aus Fimo oder anderer Knetmasse), dessen Enden miteinander verknetet wurden. Wutzschleifen aus Fimo lassen sich z. B. verwenden, um andersfarbige Fimooberflächen mit filigranen Kreisentarsien zu versehen.
R. Elrahl
- xiamen (V.)
- Geräusch und eiernder Bewegungsablauf bei Fahrer und Motorrad, wenn beim für Fußgänger und Fahrer von Bürgerkäfigen (Autos) oder Bürger-Rollgehegen (Busse, Straßenbahnen) ja immer lebensmüden Überholvorgang plötzlich das Benzin alle ist und mit der Hand nach dem Reservehahn gefummelt wird.
Manuel Kunst
- Xundian, der
- Eine Person, die alle paar Wochen einer anderen, meist der jeweils vorangegangenen widersprechenden obskuren Gesundheitslehre folgt und sie mit militanter Ernsthaftigkeit verteidigt.
Marko Kolm
- Xylokastron, das
- Spezielle Form von → Prödel auf Kinderflohmärkten, der aus kaputten Musikinstrumenten besteht.
myrna und Kilian
- yach (Interj.)
- Ausruf beim Tennis, wenn man den Ball des Gegners sicher im Aus wähnt, während er dann doch im Feld einschlägt.
Manuel Kunst
- yambrasbamba (Adj.)
- Bezeichnung für das hyperaktive Verhalten eines übermüdeten Kleinkindes kurz vor dem Einschlafen. Das Kind beginnt albern zu plappern, zu singen, herumzulaufen und fordert die Aufmerksamkeit aller Anwesenden bis an die Grenzen. S.a. → damolandia, → zakopane, → Komarom.
Marko Kolm
- Ybbs, das
- Plagiat einer erfolgreichen Zeitschrift, bei dem das erfolgreiche Konzept des Originales zwar aufgegriffen, aber nie erreicht wird. So sind z.B. TV-Today, TV-Aktuell, TV-hassenichtgesehen allesamt Ybbse der TV-Spielfilm, Matador ist ein Ybbs des Playboy, usw. Zu erkennen ist ein Ybbs in der Regel daran, dass die beigelegten Plastik-Gimmicks nicht funktionieren, die Filmtipps der Redaktion zu den langweiligen Schnulzen führen etc.
Wayne
- Yens! (Interj.)
- Ausruf bei einer klassischen Konfrontation mit einem → Taching bzw. → Tacherting.
Karsten Fleischer
- Zabeltitz, der
- Sehr abgetragener hochherrschaftlicher Pelzmantel, der durch ständige Vererbung jegliche Ähnlichkeit mit herkömmlichen Pelzmänteln verloren hat und jetzt als allergnädigste Pferdedecke auf sein völliges Zerbröseln wartet.
Ku
- zakopane (Adj.)
- Das destruktive Verhalten eines Kleinkindes in der Schlussphase des Einschlafrituals. Das Kind wird quengelig, beginnt zu weinen, wirft sich und seine Spielzeuge zu Boden und schlägt zornig um sich. Völlig unvermittelt kippt es schließlich um und schläft tief und fest. S.a. → damolandia , → yambrasbamba, → Komarom.
Marko Kolm
- Zankeltrad, das
- Unmotorisierte Version des → Cabbio. Ein Fahrrad, dessen Gangschaltung unmittelbar vor bergauf führenden Streckenabschnitten krachend in den höchsten Gang springt und analog vor bergab führenden Abschnitten in den niedrigsten schaltet.
Yannick Schneider
- Zant, das
- Fehlendes oder verlorengegangenes Teil in einem Bausatz, dessen Fehlen erst nach dem Beginn des Zusammenbaus bemerkt wird und ohne das der weitere Zusammenbau nicht möglich und das nicht mehr lieferbar ist.
Manuel Kunst
- Zapala, der/die
- Schülertyp, der in der 6. Stunde schon immer vorzeitig zusammenpackt. Kann in Extremfällen zum → Zapata führen.
Klasse 11c
- Zapata, das
- Wenn der Lehrer die Schüler am Ende der Stunde noch einmal alle Hefte herausnehmen lässt, um etwas aufzuschreiben, obwohl sie bereits viele Schüler weggepackt haben; wird vor allem bei gehäuftem Auftreten von → Zapalas verordnet.
Klasse 11c
- zarpen (V.)
- Mit Samthandschuhen Gitarre spielen, um bloß nicht die Nachbarn zu stören.
Johann L´knecht
- Zävertitz, der
- Heftige Ausgleichsbewegung, die einen vom Halbschlaf ins Wachsein befördert.
- Zehntwege, die
- (Silbentrennung: Zehn-twe-ge) Der Teil einer Flipflopsandale, der den großen vom zweiten Zeh trennt.
Yannick Schneider
- Zeitlofs, das
- Das Gefühl, dass man in einer Zeitschleife gefangen ist, z.B. beim Warten. Auslöser ist meist ein Auto, das zum zweiten oder dritten Mal vorbeifährt, oder Kunden, die ein Geschäft zum zweiten oder dritten Mal betreten.
Yannick Schneider
- Zell am See, die
- Malerisch gelegenes Ferienhaus, das man wegen der Mücken am anrainenden Seeufer leider nicht verlassen kann.
Günter
- Zepfenhan, der
- Einer dieser billigen Plastikzapfhähne, die für den mitgelieferten Gummidichtungsring eigentlich zu klein sind, weshalb er beim Anschlagen eines Bierfasses durch den darin vorherrschenden Druck wieder hinausgeschleudert wird und somit eine nette kleine Überschwemmung verursacht.
Karsten Fleischer
- Zerrenthin, das
- Taktisches Manöver einer Frau, um einen Mann ins Bett zu bekommen: Sie
stellt sich betrunken und schlafend, so dass der Mann, fürsorglich wie er
nun mal ist, sie zu Bette trägt. In dem Moment, in dem er sich
herunterbeugt, um sie abzulegen, schlingt sie ihm die Arme um den Hals und
befördert ihn mit einem kräfigen Ruck in die stabile Seitenlage.
Karsten Fleischer
- Zerzabel, das
- Situation, in der zwei Menschen sich missverstehen und aneinander vorbei reden, man selbst aber den Dialog und das Missverständnis in jeder Einzelheit genau kapiert.
Korrektes Verhalten während eines Zerzabels: Arme verschränken, leicht grinsen, nichts sagen, gut zuhören, sich an dem Brett zwischen den Köpfen der Mitmenschen freuen und hoffen, dass das Missverständnis so lange wie möglich dauern und so lustig wie möglich werden möge.
Korrektes Verhalten nach einem Zerzabel: Den verwirrten Mitmenschen den Hergang des Missverständnisses fachmännisch voranalysieren.
- Zettisch, der
- Zettel, den man nach einer durchzechten Nacht in seiner Hosentasche vorfindet. Häufig befindet sich auf dem Zettisch eine Telefonnummer ohne Namen, an deren Herkunft man sich nicht erinnern kann. Wenn man Glück hat, kann man auf dem Zettisch etwas entziffern, was ungefähr so lautet: „Ich bin feucht, Cheri! Es überflutet mich, Baby!“ und sich auch noch daran
erinnern, welche Frau das geschrieben hat. Es fehlt in diesem Fall allerdings grundsätzlich die Telefonnummer.
Karsten Fleischer, Ellen Wenzel
- Zettlitz, der
- Der Zustand, wenn bei einem Telefonat kein Papier zum Notieren wichtiger Ansagen vorhanden ist.
Ku
- Zibelle, die
- Insekt, das sich aufgrund seiner außerordentlichen Größe auch als Zugtier eignet.
Karsten Fleischer
- Ziegelroda, das
- Beschädigungen und Verschmutzung am Jackenärmel, die durch den Kontakt mit einer Hausecke aufgrund eines zu klein eingeschätzten Abbiegeradius entstehen.
Karsten Fleischer
- Ziehring, der
- Das kleine Stückchen Metall, mit dem man eine Getränkedose öffnet.
Yannick Schneider
- Zimpel-Tauer, der
- Nachbar, der mangels Streugut versucht, die in der Nacht überfrorene Eingangstreppe ersatzweise mit dem Küchensalzstreuer aufzutauen.
Karin
- Zodel, das
- Fragment eines über lange Zeit heiß geliebten Schmusetiers in den Grundfarben grau-grün-braun mit Speiseresten.
Karin
- Zollschwitz, der
- Zustand von Pauschalurlaubern, die 2 (!) Stangen Zigaretten im Gepäck haben.
Stollentroll
- Zollwitz, der
- Das, wofür man seit 9/11 fürchterlich ins Gefängnis kommen kann.
- zootzen (V.)
- Beschreibt die zähe, unschlüssige Art und Weise, sich in zwei Teile aufzuspalten, wie sie sich a) bei Mars-Schokoriegeln und b) bei Radfahrergruppen, die eine Landstraße überqueren, auf der sich ein Auto nähert, beobachten lässt.
- Zorneding, das
- Gebrauchsgegenstand, der beim Benutzer heftige Wutanfälle auslöst. Vgl. → Undingen
Kay
- Zörnigall, die
- Vogelart, die mit Vorliebe ab sechs Uhr morgens ihren durchdringenden
Gesang vor Fenstern von Langschläfern zum Besten gibt.
Karsten Fleischer
- Zotzenheim, das
- Wohnung, im Stil der 60er-, 70er-Jahre eingerichtet mit allem was irgendwie zottelig ist: Flokati-Teppiche überall, im Badezimmer das unabdingbare Dreigestirn von Badezimmermatte, Toilettendeckelbezug und → Pisciadello. Zu einem vollständig ausgestatteten Zotzenheim gehört auch ein Yorkshire-Terrier, ein Malteser-Hündchen oder ein ähnliches Zottelvieh.
Karsten Fleischer
- Zschepplin, der
- Luftschiff der Hindenburg-Klasse, dafür verantwortlich, dass diese Art von Transportmittel heute praktisch ausgestorben ist.
Wayne
- Zuggelrade, die
- Das Chaos aus eingequetschten und verknoteten Armen, das auf einer zu schmalen Theaterbühne entsteht, wenn alle Schauspieler beim Schlussapplaus versuchen, sich in einer Reihe an den Händen zu fassen, eine Welle zu machen und sich zu verbeugen.
- Zühlen, die
- Die Häute, die sich zwischen zwei gespreizten Fingern aufspannen, und von hinten aussehen wie Schwimmhautstummel.
- Zülpich, der
- Edelvoliere für adelige Vögel.
Ku
- Zur Schuntermühle
- wünscht man einen Zugführer, der mit völlig überflüssiger Langsamkeit in einen Bahnhof einkriecht, während sich auf dem Nachbargleis der Anschlusszug ebenso aufreizend langsam in Bewegung setzt. S.a. → innervillgraten
- Zusamaltheim, das
- Rentnerwohngemeinschaft.
Wayne und Karsten Fleischer
- Züschen, das
- Saufgelage an einem nur Eingeweihten bekannten Ort.
Carsten
- züttlingen (V.)
- (Desktop Publishing; einen Text ~) Den Schriftgrad jedes Leerzeichens um einen halben Punkt herabsetzen, um möglichst unauffällig die eine Zeile zu tilgen, die der Text zu viel beansprucht.
- Zwaring, der
- Der kleinere Teil eines eingerissenen Fingernagels.
Tom
- Zwettl, der
- Ein Zettel, auf dem man sich wichtige Notizen gemacht hat, den man aber vergisst mitzunehmen, wenn man ihn wirklich braucht. Der erfolgreichste Vertreter dieser Art ist der Einkaufszwettl, der einen dann zum → Kaufbeuren
zwingt.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Zwickling, der
- Die dünnere und längere Ausführung eines → Spangdahlems mit nur einem Draht, mit dem man Plastiktüten durch Verdrillen verschließt.
- zwiefalten (V.)
- Behelfsmäßiges Zertrennen eines Bogens Papier durch mehrmaliges (mindestens zweimaliges), präzises Falzen an einer Kante und den Einsatz von entsprechend langen Fingernägeln. Niemals jedoch kann ein Papier so gerade wie ein Scherenschnitt zwiegefaltet werden.
klanemann
- Zwilikon, das
- Zur genaueren Darstellung stereometrisch aufgenommenes Nachschlagewerk. Ohne ein → Brilon schwer zu betrachten.
Karsten Fleischer, Sigi T.
- Zwoschwitz, der
- Scherz, über den man schallend lachen kann, bis man bemerkt, dass man die Pointe überhaupt nicht kapiert hat. Nach kurzer Denkpause – illustriert durch offenen Mund – und fast hörbarem Groschenfall zündet erst die zweite Gelächterstufe.
Günter
- Zyfflitz, die
- (ugs.) Kurzes, aber fulminantes Endstadium einer nicht therapierten Geschlechtskrankheit.
Carsten
Was ist ein Labenz? Suche Neues Labenz vorschlagen Trivia Kontakt Feed
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